Blick über München mit der Frauenkirchen vor weiß-blauem Himmel

München und Frankfurt unter den Top-5 Gefahr vor Immobilienblase in München am größten

Stand: 30.09.2019, 15:22 Uhr

In zwei deutschen Großstädten besteht Gefahr vor einer Immobilienblase. Aber auch die Immobilienmärkte anderer Metropolen sind deutlich überbewertet. Sagt zumindest der aktuelle "Bubble Index".

Zu diesen Ergebnissen kommt die Schweizer Großbank UBS in einer aktuellen Studie. Der "UBS Global Real Estate Bubble Index" untersuchte die Immobilienpreise in weltweit 24 Metropolen. Laut den aktuellen Ergebnissen ist London der Gefahrenzone einer Immobilienblase entkommen. Städte wie Paris oder Frankfurt hingegen landeten plötzlich im roten Bereich, München führt das "Immo-Blasen-Ranking" sogar an.

München und Frankfurt unter den Top-5

Blick über München mit der Frauenkirchen vor weiß-blauem Himmel

München. | Bildquelle: colourbox.de

Das bedeutet: Das Risiko einer Immobilienblase in den beiden Metropolen ist besonders hoch. Grund dafür sind vor allem die günstigen Arbeitsbedingungen, stetiger Zuwachs der Bevölkerung und das Fehlen von neuem Wohnraum.

Nächtliche Bankenskyline von Frankfurt

Bankenskyline Frankfurt. | Bildquelle: Imago

Frankfurts Immobilienmarkt wurde in den vergangenen Jahren als "overvalued" - also überbewertet - angesehen, nun droht in der Main-Metropole das Risiko vor einer Immobilienblase. Allein im vergangenen Jahr stiegen die realen Immobilienpreise in der Stadt um elf Prozent.

Frankfurts Werte im Ranking stiegen deshalb von 0,92 in 2017 auf nun 1,71 in 2019. München ist mit einem Wert von 2,01 deutlicher Spitzenreiter - international wie auch in Deutschland. Lediglich vier Immobilienmärkte bewertet die UBS als fair: Boston, Mailand, Dubai und Singapur. Eine Metropole ist laut der Studie unterbewertet: Chicago mit einem Wert von -0,77.

Das Ranking der UBS-Studie funktioniert so:

»Unterbewertet sind Immobilienmärkte mit einem Wert zwischen -1,5 und -0,5. Als fair bewertet das Bankinstitut Märkte mit einem Wert zwischen -0,5 und 0,5. Überbewertet sind Märkte zwischen 0,5 und 1,5. Ein "Bubble risk" herrscht auf Märkten mit einem Wert von über 1,5.«

Preise hauptsächlich in Eurozone gestiegen

Laut der Studie haben sich die Immobilienmärkte in Metropolen wie Sydney, New York und Tokio beruhigt. Lediglich in Boston, Moskau und Städten der Eurozone verteuerten sich Wohnimmobilien merklich. Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management, erklärt: "Zunehmende ökonomische Unsicherheit wiegt den positiven Effekt fallender Zinssätze auf die Nachfrage nach Immobilien mehr als auf. Allerdings waren in Teilen der Eurozone die tiefen Zinsen hauptverantwortlich für den Anstieg des Immobilienblasenrisikos".

UBS Real Estate Bubble Index 2019
MetropoleBewertungWert
MünchenBubble risk (>1,5)2,01
TorontoBubble risk1,86
Hong KongBubble risk1,84
AmsterdamBubble risk1,84
FrankfurtBubble risk1,71
VancouverBubble risk1,61
ParisBubble risk1,54
------
ZürichOvervalued (0,5-1,5)1,40
LondonOvervalued1,31
San FranciscoOvervalued1,15
TokioOvervalued1,11
StockholmOvervalued1,10
Los AngelesOvervalued0,99
GenfOvervalued0,90
SydneyOvervalued0,88
Tel AvivOvervalued0,78
MadridOvervalued0,61
MoskauOvervalued0,50
New YorkOvervalued0,50
------
SingapurFair-valued (-0,5 -0,5)0,45
BostonFair-valued0,36
MailandFair-valued0,20
DubaiFair-valued-0,26
------
ChicagoUndervalued (-1,5 - -0,5)-0,77

Zinsen nicht entscheidender Faktor

Claudio Saputelli, Head of Real Estate von UBS Global Wealth Management, ist der Meinung, dass "der weltweite Rückgang der Zinsen [...] den Immobilienmärkten keinen neuen Impuls geben [wird]". Den meisten Haushalten fehle es an den Eigenmitteln, um die Finanzierungskriterien bei einer Bank zu erfüllen. Nach Meinung der UBS-Analysten sei dies das größte Risiko für Immobilienwerte in urbanen Metropolen.

ms

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In diesen Metropolen entstehen Immobilienblasen München ist Spitzenreiter

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Platz 1: München
Die größte Gefahr einer Blasenbildung besteht in der deutschen Großstadt München. Einen entsprechenden Trend dazu, gab es schon in den vergangenen Jahren.
Verschiedene Wirtschaftsfelder, ständiger Zuwachs neuer Bürger und zu wenig neue Wohnungen sorgten für einen massiven Preisanstieg der Immobilien. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die realen Immobilienpreise verdoppelt, die Mietpreise sind um 40 Prozent angestiegen.