Drei alte Damen und eine Pflegerin im Heim

Auswirkungen des demografischen Wandels Deutschland in der Demografiefalle - Rente ade?

Stand: 11.04.2018, 15:55 Uhr

Deutschland steckt wie viele Industriestaaten in der Demografiefalle. Die Renten- und Sozialkassen drohen zu kollabieren. Zunehmende Alterung der Gesellschaft, immer mehr Rentner und Pensionäre sowie der zunehmende Fachkräftemangel - das alles könnte zum Bremsklotz für die Wirtschaft werden.

Das Beispiel Japan zeigt die Folgen der Vergreisung: 20 Jahre wirtschaftliche Stagnation. Droht Deutschland das gleiche Schicksal?

Einflüsse

Der demografische Wandel lässt die Gesellschaft altern. Sterblichkeit, Zu- und Auswanderung sowie die Geburtenrate sind die zentralen Faktoren der demografischen Entwicklung. Letztere liegt in Deutschland mit 1,5 Kindern pro Frau unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Nach der verstärkten Zuwanderung in den vergangenen Jahren ist allerdings unklar, ob die Einwohnerzahl in Deutschland tatsächlich schrumpfen wird. Fest steht: Die deutsche Bevölkerung wird in Zukunft deutlich älter sein als derzeit. Die wesentlichen Folgen des demografischen Wandels: Fachkräftemangel und steigende Rentenbudgets.

Renten- und Sozialkassen

Der demografische Wandel beeinflusst die sozialen Sicherungssysteme erheblich. Die aktuellen sozialpolitischen Debatten drehen sich um ihre Anpassung an die zukünftigen Anforderungen. Renten- und Sozialkassen sind größtenteils umlagefinanziert: Der erwerbstätige Teil der Bevölkerung zahlt die aktuellen Renten und Pensionen. Der demografische Wandel stellt eine Belastung für dieses System dar.

Aber auch auf den aktuellen Arbeitsmarkt wirkt sich die Entwicklung der Gesellschaft aus.

Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel wird schon seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht keinen flächendeckenden Fachkräftemangel sondern Engpässe in einzelnen Berufsgruppen und Regionen des Landes. Besonders bei Ärzten, im Gesundheits- und Altenpflegebereich sowie in einigen Ingenieurberufen herrscht aktuell ein Fachkräftemangel. Nach BA-Definition liegt ein solcher dann vor, wenn es weniger als 150 Arbeitslose pro 100 Jobangebote gibt und Stellen länger als im Durchschnitt unbesetzt bleiben. Bei Maschinenbau-Ingenieuren beispielsweise kommt laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aktuell auf drei offenen Stellen nur ein arbeitsloser Ingenieur. Alexander Kubis vom IAB relativierte die Sorgen: „In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs ist es ganz normal, dass Fachkräfte gesucht werden." Andere wiederrum sehen die gute Konjunktur gerade wegen des Fachkräftemangels in Gefahr.

Lösungen und Strategien

Eine alternde Bevölkerung beeinflusst die deutschen Sozialsysteme in jedem Fall negativ, denn es wird immer schwieriger, diese zu finanzieren. Zu einer möglichen Lösung gehört zum Beispiel die Zuwanderung. „Erfolgreich integrierte Zuwanderer können in Zukunft dazu beitragen, die demografischen Herausforderungen abzumildern“, sagte Stephan Sievert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Entscheidend sei, dass die „Zuwanderer gut integriert“ würden. Das alleine reiche aber nicht aus, so Sievert, denn man bräuchte Zuwanderung in extrem hohem Ausmaß. Deshalb braucht es weitere Strategien zur Verjüngung Deutschlands, wie beispielsweise eine geburtenfördernde Politik, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleistet. Die zunehmende Alterung der Gesellschaft stellt ein Problem für die deutsche Wirtschaft dar und nun gilt es, die passenden Ansätze zu finden und Lösungen umzusetzen.

Alina te Vrugt mit Material von tagesschau.de und bpb

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