Video Sewing steht unter Zeitdruck

Christian Sewing
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01.02.2019 15:50 Uhr

Ein Bild, das Bände spricht: Blaulicht vor der Deutschen Bank. Zwei Tage dauerte die Razzia wegen Geldwäscheverdachts im November. Der Ruf war sowieso schon schwer ramponiert. Es gibt Zweifel, ob die Deutsche Bank es jemals schaffen wird, ihre Risiken in den Griff zu bekommen. Der Tiefpunkt in einem insgesamt schlimmen Jahr 2018 - es hat gerade so für einen kleinen Jahresgewinn von gut 300 Millionen Euro gereicht, erklärt Deutsche Bank-Chef Christian Sewing: "Für 2018 können wir mit Fug und Recht sagen, wir haben gehalten, was wir versprochen haben, und all das haben wir geschafft, in einem Jahr, in dem der Kapitalmarkt für die gesamte Branche schwierig war.“ Die ersehnte Wende ist das aber noch nicht. Die Kosten sind hoch, die Erträge gehen zurück. Der Aktienkurs, ein Trauerspiel. Im Verlauf des vergangenen Jahres hat er sich von knapp 16 Euro auf zuletzt rund acht Euro halbiert. Wenn Sewing die Wende nicht bald schafft, droht der Deutschen Bank die Zerschlagung oder eine Fusion. Als letzte Option gilt ein Zusammenschluss mit der ebenfalls angeschlagenen, teilverstaatlichten Commerzbank zu einer Megabank. Aber: „Eine solche Bank wäre im Falle einer Schieflage durch den Steuerzahler unbedingt zu stützen. Insofern steigt dadurch das Risiko, dass der Staat eine Bank wieder einmal durch Steuergelder retten muss, erheblich an.“, analysiert Rainer Haselmann, Bankenexperte am House of Finance der Uni Frankfurt. Sewing steht unter Zeitdruck, will er eine Fusion abwenden. Denn ausländische Investoren könnten die Deutsche Bank derzeit zum Schnäppchenpreis kaufen. Sandra Scheuring, ARD Aktuell / hr