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Strengere Regeln angepeilt Managergehälter: Was zu viel ist, ist zu viel

Stand: 06.11.2018, 13:15 Uhr

Für Manager börsennotierter Gesellschaften könnten bald deutlich schärfere Regeln gelten. Eine Regierungskommission plant eine Maximalvergütung und neue Boni-Regeln.

In einem Entwurf für neue Richtlinien der guten Unternehmensführung spricht sich die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex für eine strengere Vergütung von Vorständen aus. So soll für Vorstände künftig eine Maximalvergütung gelten, die der Aufsichtsrat vorab festlegt.

Die Kommission plädiert zudem dafür, dass die langfristigen variablen Vergütungen (Boni) vor allem Anreize für die Umsetzung der Firmenstrategie setzen, was den Anforderungen der EU-Aktionärsrichtlinie entspricht.

Auch Aufsichtsräte im Visier

Auch für Aufsichtsräte empfiehlt die Regierungskommission schärfere Regeln. So gelten Aufsichtsräte nicht als unabhänig, wenn sie kontrollierende Aktionäre sind oder Vorständen familiär nahe stehen, was auf die vielen deutschen Unternehmen in Familienhand zielt.

Ferner sollen Aufsichtsräte, die geschäftsführenden Organen angehören, maximal zwei Mandate ausüben. Für übrige Kontrolleure sollen höchstens fünf Aufsichtsratsposten erlaubt sein. Aufsichtsratsvorsitze zählen dabei doppelt.

Über den Entwurf wird noch beraten. Die neue Fassung des Kodex soll im April 2019 dem Bundesjustizministerium übergeben werden.

Alles eine Frage der Perspektive

Hohe Managergehälter bei Dax-Konzernen haben in der medialen Debatte in Deutschland immer wieder für große Aufregung gesorgt. 2017 stieg die Vergütung der Dax-Vorstände laut einer Studie von Ernst & Young um fünf Prozent auf einen neuen Rekordwert von im Schnitt 3,45 Millionen Euro.

Was viele Arbeitnehmer und Politiker erzürnt, versuchen die Konzerne selbst so zu begründen: Im Wettkampf um die besten Köpfe müssten sich die Dax-Konzerne bei ihren Gehältern stärker an internationalen Standards orientieren.

Fakt ist: Im Vergleich zu Unternehmen aus den USA, Großbritannien und der Schweiz fallen die Vorstandsvergütungen von Dax-Konzernen nach wie vor niedrig aus.

ag

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Die Spitzenverdiener im Dax Vergütungs-Ranking

Bill McDermott

Bill McDermott (SAP)
Der 56-jährige Amerikaner, der nach seinem Augenunfall stets mit dunkler Brille auftritt, ist der absolute Top-Verdiener unter den Dax-Managern. Mit 21,1 Millionen Euro kassierte SAP-Chef Bill McDermott fast sechs Millionen mehr als im Jahr zuvor. Es ist das höchste Gehalt, das jemals an einen Dax-Chef ging.