Airbus A380-800 im Landeanflug
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Ende des Großraumfliegers A380 – teures Nachspiel für den Steuerzahler?

Stand: 04.03.2019, 12:16 Uhr

Nach dem Aus für den Großraumflieger A380 sind womöglich mehrere Hundert Millionen Euro an Steuergeldern in Gefahr: Der Bund hat erst rund ein Drittel eines Kredites an Airbus zurückerhalten.

Demnach hat Airbus von einem Staatskredit über rund 942 Millionen Euro aus dem Jahr 2002 für die Entwicklung des A380 mehr als 600 Millionen Euro noch nicht zurückgezahlt, wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte. Derzeit würden Ansprüche geprüft. Die Rückzahlung des Darlehens sei Medienberichten zufolge an die A380-Auslieferungen gekoppelt. Für jedes Flugzeug, das einem Kunden übergeben werde, zahle Airbus eine festgelegte Summe zurück.

Da Airbus bis zum Jahr 2021 nur noch 17 A380-Maschinen bauen und ausliefern will, könne es sein, dass die Steuerzahler auf einem Großteil der Darlehenssumme sitzen blieben, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion am Montag.

Bundesregierung will erst prüfen

"Die Bundesregierung wird die Auswirkungen des Produktionsstopps jetzt analysieren und dann mit dem Unternehmen erörtern, so dass derzeit keine Aussage über etwaige Rückforderungsansprüche getätigt werden kann", schrieb Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum in seiner Antwort auf die FDP-Anfrage.

Airbus hatte Mitte Februar beschlossen, das einstige Prestige-Projekt A380 mangels Nachfrage und aus Kostengründen 2021 einzustellen. Zuvor war der größte Kunde Emirates abgesprungen. Die letzte Maschine soll im Jahr 2021 ausgeliefert werden. Airbus zieht damit die Konsequenzen aus der Auftragsflaute.

Muss Airbus überhaupt zahlen?

Ob Airbus überhaupt noch etwas von dem Geld zurückzahlen muss, ist strittig. Der Flugzeugbauer hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass die Regierungen der Airbus-Länder über die Kredite das Risiko des Projekts mittragen.

lg/rtr