Zuversicht macht Kurse

Stand: 19.07.2012, 20:00 Uhr

Die Hoffnung auf weitere Stützungsmaßnahmen durch Notenbanken hat dem Dax auch am Donnerstag Auftrieb gegeben. Anleger ließen sich dabei auch von schwachen US-Konjunkturdaten nicht beeindrucken - im Gegenteil.

Die überraschend schlecht ausgefallenen Signale von der US-Konjunktur könnten die US-Notenbank sogar noch mehr in Zugzwang bringen, eine weitere Lockerung der Geldpolitik oder ein neues Anleihe-Rückkauf-Programm auf den Weg zu bringen, so einige Experten in Reaktion auf die neuesten Signale aus Übersee.

Serie schlechter Daten

In den USA kommt vor allem der Arbeitsmarkt nicht recht in Gang. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der vergangenen Woche überraschend deutlich auf 386.000. Aber auch der wichtige Philly Fed Index verholte sich im Juli nicht so stark wie erhofft. Und nicht zuletzt überraschten auch die US-Frühindikatoren negativ. Sie gingen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zurück.

Spanien-Hilfe auf dem Weg

Eine gewisse Entwarnung kam am späten Nachmittag in Sachen Euro-Krise: Der Bundestag hat die Spanien-Hilfen mit großer Mehrheit beschlossen. Damit ist der Weg frei für das europäische Hilfspaket für die spanischen Banken mit einer Größe von bis zu 100 Milliarden Euro. Der Euro reagierte mit leichten Aufschlägen auf die Nachricht und wurde am Abend wieder mit knapp 1,23 Dollar gehandelt.

IBM stützt die Wall Street

Neben den gemischten Nachrichten zur US-Konjunktur beschäftigten die Anleger am Donnerstag aber auch eine Reihe von Quartalszahlen von Großkonzernen. Der positive Ausblick, den der Computerkonzern IBM bereits am Mittwochabend gegeben hatte, stützte die Wall Street bis zum Schluss des Parketthandels in Deutschland.

Nokia macht einen Satz

Weniger gut kamen Zahlen der US-Großbank Morgan Stanley an, die trotz einer Rückkehr in die Gewinnzone die Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Aktien des finnischen Handy-Konzerns Nokia legten kräftig zu. Das Unternehmen hatte einen deutlich gestiegenen operativen Fehlbetrag gemeldet, dabei aber seine Umsätze stabil gehalten. Gute Absatzzahlen für die neuen Lumia-Smartphones sorgten für Käufe.

Verizon und Philip Morris mit Zahlen

Licht und Schatten bei zwei weiteren US-Großkonzernen. Der Telekom-Gigant Verizon steigerte seinen Gewinn um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar - vor allem dank eines boomenden Mobilfunk-Geschäfts. Dagegen gingen Umsätze und Gewinne beim Zigarettenhersteller Philip Morris im Quartal zurück.

Infineon: Anleger setzen auf Risiko

Aktien des Chip-Herstellers Infineon schlossen mit 4,6 Prozent Plus an der Dax-Spitze. Laut Marktteilnehmern gehen Anleger bei High-Tech-Aktien derzeit wieder höhere Risiken ein, nachdem die Quartalszahlen von Intel und IBM Befürchtungen auf einen Einbruch der Geschäfte ein wenig zerstreut hatten.

Telekom muss an Telegate zahlen

Einen Erfolg gegen die Deutsche Telekom hat die Auskunftsfirma Telegate erreicht. Die Telekom muss Schadenersatzzahlungen in Höhe von 47 Millionen Euro leisten. Dem heute erfolgten Entscheid des Bundesgerichtshofs (BGH) ging ein jahrelanger Rechtsstreit um das Überlassen von Namens- und Telefondaten zwischen den Unternehmen voraus. Telegate-Aktien gewannen zwölf Prozent, die T-Aktie notiert auf Vortagesniveau.

Heideldruck tauscht Chef aus

Der angeschlagene Druckmaschinen-Hersteller Heideldruck trennt sich von seinem langjährigen Chef Bernhard Schreier. Auf ihn folgt der ehemalige Symrise-Manager Gerold Linzbach. Der Wechsel erfolgt zum 1. September. Der Aufsichtsrat des Unternehmen hielt nach eigenen Angaben den Zeitpunkte für "günstig". Heideldruck hatte auf der Branchenmesse drupa eine Reihe neuer Aufträge eingeheimst.

Aurubis belobigt

Rund sieben Prozent Kurszuwachs verbuchte die Aktie der Kupferhütte Aurubis dank eines positiven Analystenkommentars. Experten der HSBC hatten den Titel mit "übergewichten" eingestuft und ein Kursziel von 47,70 Euro ausgegeben.

Adva vervielfacht Gewinn

Im TecDax tun sich Papiere des Netzwerk-Spezialisten hervor. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal den Umsatz um zehn Prozent auf 85,9 Millionen Euro gesteigert. Der Nettogewinn konnte von 0,8 Millionen auf 5,1 Millionen Euro sogar vervielfacht werden. Analysten äußern sich in ersten Stellungnahmen angetan vom Zahlenwerk.

Sunways bald aufgezehrt

Der Kurs der inzwischen zur chinesischen LDK gehörenden Sunways brach am Donnerstag zwischenzeitlich um ein Viertel ein, erholte sich im Tagesverlauf aber wieder. Zuvor hatte das Unternehmen hohe Verluste angekündigt, die die Hälfte des Grundkapitals betragen. Sunways muss der Deutschen Solar GmbH noch bis 2013 Siliziumwafer zu hohen Preisen abnehmen.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr