Marktbericht 20:05 Uhr

Dax rutscht unter 10.000 Punkte Zurück in die Vierstelligkeit

Stand: 03.05.2016, 20:05 Uhr

Die runde Marke erweist sich für den deutschen Leitindex als schwierige Hürde. Am Dienstag ging es gleich zum Handelsstart tief hinab. Erst zum Ende des Parketthandels kehrten einige Käufer an den Aktienmarkt zurück.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
Audio

Börse 19.00 Uhr

Am Abend haben die Indizes an der Wall Street begonnen, ihre größten Tagesverluste wieder abzubauen. Bis zum Schluss des Frankfurter Parkettgeschäfts lag der Dow-Jones-Index in New York noch 0,6 Prozent im Minus, aber schon wieder rund 100 Punkte über dem Tages-Tief.

Euro dreht wieder leicht ab

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1312
Differenz relativ
+0,12%

Der Late-Dax machte sich am Abend ebenfalls daran, wieder in Richtung 10.000-Punkte-Marke zu klettern. Erleichtert wurde der Wiederaufstieg durch einen wieder etwas schwächeren Euro. Die Gemeinschaftswährung hatte am Vormittag noch die Marke von 1,16 Dollar übersprungen, was besonders die Aktien exportorientierter Unternehmen belastete. Am Abend war der Euro aber mit 1,15 Dollar wieder deutlich weniger wert.

Auch die hohe Nachfrage nach Neuwagen in den USA belebte den Handel an den US-Börsen am Abend. Vor allem US- und japanische Hersteller verbuchten Zuwächse, die Branche steuert auf ein neues Rekordjahr zu.

Chinas Industrie macht Sorgen

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.412,53
Differenz relativ
-0,52%

Am Morgen hatten allerdings kritische Signale bereits den Handel eingeläutet. Das Verarbeitetende Gewerbe in China ist stärker als gedacht im "Kontraktions"-Modus, der Einkaufsmanagerindex für den Sektor war im April unerwartet deutlich auf 49,4 Punkte gefallen, Werte unter 50 signalisieren eine Schrumpfung.

Autobauer mit US-Belastung

Zwar hatte das Kraftfahrbundesamt für den abgelaufenen Monat einen Zuwachs der Neuzulassungen um 8,4 Prozent in Deutschland gemeldet. Davon dürften die deutschen Hersteller maßgeblich profitiert haben. Doch in den USA haben VW und BMW Probleme. Volkswagen verkaufte im April fast zehn Prozent weniger Fahrzeuge, bei BMW ging der Absatz um 8,3 Prozent zurück.

BMW nicht gut genug

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74,66
Differenz relativ
+1,03%

Auf der Aktie von BMW lasteten außerdem eher enttäuschende Quartalszahlen. Zum Jahresauftakt hat BMW einen leichten Umsatzrückgang um 0,4 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Das operative Ergebnis ging um knapp zwei Prozent auf 1,76 Milliarden Euro zurück. Schwächere Verkäufe im wichtigen US-Markt bremsten den Konzern.

Commerzbank-Aktie im freien Fall

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,37
Differenz relativ
-1,78%

Viel heftiger erwischte es aber die Commerzbank-Aktie, sie brach um fast zehn Prozent ein. Das Institut hat im ersten Quartal deutlich weniger als im Vorjahr verdient. Das Konzernergebnis brach von 338 auf 163 Millionen Euro ein. Der Rückgang lag aber im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Das operative Ergebnis sank sogar um 59 Prozent auf 273 Millionen Euro. Belastend wirkte auch der Hinweis, dass es für die Bank nun "deutlich ambitionierter" werde, das Ergebnisziel von einer Milliarde Euro zu erreichen.

Infineon, Lufthansa und der trübe Ausblick

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,74
Differenz relativ
+1,58%

Schwacher Ausblick, schwache Aktie, das gilt auch für den Halbleiterkonzern Infineon und die Airline-Aktie. Infineon hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 sein operatives Ergebnis um 15 Prozent auf 228 Millionen Euro verbessert. Wegen des schwachen Dollar reduzierte das Unternehmen seine Prognosespanne beim Umsatz. Die Aktie schloss 4,6 Prozent schwächer.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,47
Differenz relativ
+0,10%

Ähnlich deutlich auch das Minus bei der Airline-Aktie. Trotz gestiegener Passagierzahlen und niedriger Kerosinpreise sank der Umsatz im ersten Quartal um 0,8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Und unter dem Strich stand ein Verlust von acht Millionen Euro. Auch dass die Lufthansa wegen des anhaltenden Drucks auf die Ticketpreise das Angebot weniger stark ausweiten will als bisher geplant, kommt nicht gut an.

Fresenius-Familie und ProSiebenSat.1 gut im Geschäft

Solide Zahlen auch von der Fresenius-Familie und dem Dax-Neuling ProSiebenSat.1. Der Gesundheitskonzern Fresenius hat im ersten Quartal seinen um Sondereffekte bereinigten Gewinn um 24 Prozent auf 362 Millionen Euro verbessert. Alle Geschäftsbereiche trugen zu dem Anstieg bei. Die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) hat ihren bereinigten Gewinn im ersten Quartal um neun Prozent auf 228 Millionen US-Dollar gesteigert. Insbesondere das Amerika-Geschäft florierte.

ProSiebenSat.1 hat im ersten Quartal von einer starken Entwicklung des Digitalgeschäfts profitiert. Der Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 802 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis stieg um zwölf Prozent auf 170 Millionen Euro. Dass das Ergebnis langsamer wuchs als die Erlöse, nahmen einige Anleger zum Anlass, bei der Aktie auszusteigen.

Freenet mit gemischten Zahlen

TecDax-Mitglied Freenet lieferte am Abend noch Zahlen zum ersten Quartal. Während der Umsatz des Unternehmens bei 749 Millionen Euro stagnierte, kletterte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 3,6 Prozent auf 89,1 Millionen Euro. Die Prognose eines Ebitda von 400 Millionen Euro im Gesamtjahr wurde bestätigt.

Pfeiffer Vakuum wirkt leer

Im TecDax kam die Aktie des Spezialpumpenherstellers Pfeiffer Vacuum wieder einmal ins Rutschen und schloss sieben Prozent leichter. Pfeiffer hat im ersten Quartal trotz eines leichten Umsatzanstiegs einen Gewinnrückgang um etwas mehr als ein Fünftel auf neun Millionen Euro hinnehmen müssen. Das TecDax-Unternehmen verwies auf einen zwischenzeitlich schwächeren Dollar.

Morphosys: Aus Gewinn mach Verlust

Das Biotech-Unternehmen Morphosys hat im ersten Quartal einen Umsatzeinbruch von 70,4 auf 12,1 Millionen Euro hinnehmen müssen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 7,2 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 40,9 Millionen ein Jahr zuvor. Im Vorjahr hatte das TecDax-Mitglied noch von positiven Sonderfaktoren profitiert.

Stada vor Übernahme?

Fünf Prozent höher schloss die Aktie des Bad Vilbeler Pharmaunternehmen Stada. Dem Unternehme droht Druck durch so genannte aktivistische Investoren, so die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Demnach habe die Gesellschaft Active Ownership mit einem Partner über fünf Prozent der Stada-Aktien gekauft. Nun wolle man laut dem Bericht Stada-Chef Hartmut Retzlaff unter Druck setzen. "Da kochen jetzt wieder die Übernahmespekulationen hoch", sagte ein Händler.

Pfizer erhöht die Prognose

Pfizer: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
38,09
Differenz relativ
-1,58%

Der US-Pharmariese hat im ersten Quartal die Analystenerwartungen hinter sich gelassen. Das Unternehmen verdiente mit 0,67 Dollar je Aktie fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um ein Fünftel auf 13 Milliarden Dollar. Auch die Erhöhung der Geschäftsprognosen für das Gesamtjahr treibt die Aktie an.

AB

Tagestermine am Donnerstag, 15. November

Unternehmen:
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sixt: Q3-Zahlen (endg.), 07:30 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
LPKF: Neunmonatszahlen (endg.), 08:00 Uhr
Singulus: Neunmonatszahlen (endg.), 08:15 Uhr
Walmart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Vallourec: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
Vivendi: Q3-Zahlen, 18:00 Uhr
Mayr-Melnhof: Q3-Zahlen
Applied Materials: Q4-Zahlen
Nvidia: Q3-Zahlen
Sonos: Q3-Zahlen
Acea: Kfz-Neuzulassungen 10/18, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Beschäftigte Verarb. Gewerbe 09/18, 08:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/18, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/18, 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreise 10/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände 09/18, 16:00 Uhr
USA: Ölbericht (Woche) Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr