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Stand: 15.02.2010, 20:02 Uhr

Der Dax-Handel am Rosenmontag war schon immer etwas ganz Spezielles. An diesem Montag kam noch ein Feiertag in den USA hinzu, und die nicht schwindenden Sorgen um die Staatsverschuldung Griechenlands.

Trotz der Beteuerungen der EU, Griechenland bei der Verringerung seiner Staatsverschuldung beiseite zu stehen, ist das Thema für Anleger noch nicht erledigt. Dass der Dax am Montag nach gutem Start am späten Nachmittag wieder seine gesamten Tagesgewinne abgab, schoben Händler auf die Sorge der Investoren, dass ihnen Griechenland noch viel Kopfzerbrechen bereiten werde.

Bei dem Treffen der EU-Finanzminister am Montag zumindest blieb es bei dem Versprechen, dass die Griechen Hilfe erhalten würden. Jean Claude Juncker schränkte aber ein, dass es diese Hilfe nur geben werde, wenn Griechenland einen "strikten Sparkurs" einschlüge. Die Marktteilnehmer hatten sich von dem Treffen wohl etwas mehr erhofft.

Ansonsten blieb der Handel in Frankfurt ruhig. Das Handelsvolumen war wegen des sich auf dem Höhepunkt befindlichen Karnevals und eines Feiertages in den USA sehr gering. Der Dax legte im Tagesverlauf 0,2 Prozent zu, auf 5.511 Punkte. Auf dem Parkett gewann der LDax noch weitere neun Punkte.

Salzarmut und Übernahmefantasie
Die Aktie des Düngemittel- und Salzherstellers K+S schaffte es im Dax an die Spitze, mit einem Plus von 1,6 Prozent. Nicht nur die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Streusalz, was dem Unternehmen derzeit gute Umsätze beschert, trieb die Aktie an. Sie profitierte auch von neu aufkommenden Fusionsfantasien, nachdem der norwegische Düngemittelkonzern Yara 4,1 Milliarden Dollar für den amerikanischen Konkurrenten Terra geboten hatte.

Operatives Ergebnis überrascht
Die Aktie des Lkw-Herstellers und Automobilzulieferers MAN gewann 0,6 Prozent. Die Firma hatte am Morgen ihre Bilanz vorgestellt und für 2009 einen Umsatzrückgang von 20 Prozent gemeldet, sowie einen Verlust von rund einer viertel Milliarde Euro. Da Cash-Flow und operatives Ergebnis jedoch überraschend gut waren, legte die MAN-Aktie überdurchschnittlich zu.

Siemens und Infineon
Siemens-Papiere gewannen wegen einer erfreuleichen Prognose des Netzwerkunternehmens Nokia Siemens Networks ein Prozent. Das letzte Quartal sei sehr profitabel gewesen, hieß es. Auch 2010 wolle man weiter wachsen. Infineon-Papiere hingegen gaben 2,4 Prozent ab. Händler sprachen hier von Gewinnmitnahmen, nachdem Infineon-Aktien in den vergangenen Handelstagen kräftig gewonnen hatten. Außerdem hatte die Bank of America/Merrill Lynch die Aktie auf ihre "Least preferred List" verbannt.

Fast 10 Prozent für Tui
Die Aktie des Reisekonzerns Tui legte 9,4 Prozent zu, obwohl das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen weiter ins Minus rutschte, und die Erlöse im ersten Quartal um 600 Millionen Euro geringer ausfielen als vor einem Jahr. Allerdings schrieb die Reederei-Tochter Hapag-Lloyd überraschend geringere Verluste, was die Anleger zu Käufern machte.

Hochtief ist optimistisch
Der Baukonzern Hochtief hat sich optimistisch zum Geschäft in Deutschland geäußert. Das Hochbaugeschäft habe im vergangenen Jahr wieder Gewinne abgeworfen und solle mittelfristig eine Rendite von drei Prozent vor Steuern bringen, teilte der MDax-Konzern mit. Die australische Tochter des Konzerns, Leighton, berichtete unterdessen von einem Anschlussvertrag. Für weitere zehn Jahre werde man in Queensland Kohle fördern, teilte Leighton mit. Der Vertrag habe einen Umfang von 521 Millionen Dollar.

Solartrick hilft Solaraktien
Solaraktien waren am Montag stark gefragt. Der "Spiegel" hatte berichtet, dass die jüngst beschlossene Kürzung der Solarförderung durch einen Trick umgangen werden könne, nämlich indem der solar erzeugte Strom selbst verbraucht wird. SMA-Solar-, Solarworld- und Conergy-Aktien gewannen bis zu fünf Prozent und mehr.

Zwei Bilanzen aus dem SDax
Aus dem SDax legten am Montag die Unternehmen MVV Energie und Bertrandt Zahlen vor. Der Ingenieurdienstleister Bertrandt hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zwar deutlich weniger verdient und umgesetzt als vor einem Jahr, die Aktie schloss dennoch erholt. MVV-Papiere hingegen verloren leicht. Der Energieversorger steigerte im ersten Quartal seinen Umsatz leicht auf 839 Millionen Euro, das Ebit ging wegen sinkender Gaspreise leicht zurück. MVV bestätigte aber die Prognose für dieses Jahr.

Arques besetzt Gigaset-Vorstand neu
Die Beteiligungsgesellschaft Arques hat die Konzernspitze ihrer Beteiligung Gigaset neu besetzt. Der Hersteller von Schnurlostelefonen bekommt mit Hans-Burghardt Ziermann und Wolfgang Scheid zwei neue Ressortleiter. Zuvor hatte der Industriekonzern Siemens, dem immer noch 20 Prozent an Gigaset gehören, gerichtlich durchgesetzt, dass der bisherige Unternehmenschef Michael Hütten abgelöst wurde. Siemens hatte in der Doppelfunktion Hüttens als Gigaset-Chef und Arques-Vorstandsmitglied einen Interessenkonflikt gesehen.

L'Oreal verdient weniger
Der französische Kosmetikkonzern hat das Jahr 2009 krisenbedingt mit weniger Umsatz und weniger Gewinn beendet. Währen die Erlöse leicht auf 17,47 Milliarden sanken, fiel das operative Ergebnis auf 2,58 Milliarden Euro. Schleppend lief das Geschäft vor allem in Spanien und Italien. Die Aktionäre sollen dennoch eine höhere Dividende bekommen, versprach L'Oreal. Außerdem will die Firma im laufenden Jahr wieder mehr verdienen und umsetzen.

Tagestermine am Montag, 22. Oktober

Unternehmen:
Philips Quartalszahlen Q3, 7 Uhr
Ryanair Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Halliburton Quartalszahlen Q3, 12.45 Uhr
Munich Re Rückversicherertreffen Baden-Baden, 9.30 Uhr
Hannover Rück Rückversicherertreffen Baden-Baden, 12 Uhr
Hasbro Quartalszahlen Q3

Konjunktur:
Deutschland Monatsbericht Bundesfinanzministerium 0.01 Uhr
Deutschland Monatsbericht Bundesbank 10 Uhr

Sonstiges:
Bundesverband öffentlicher Banken Pressegespräch zu bevorstehendem Banken-Stresstest
Stahlgipfel u.a. mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier