Marktbericht 20:02 Uhr

Dax muss Federn lassen Zitterpartie am Aktienmarkt

Stand: 12.09.2016, 20:02 Uhr

Kommt die Zinserhöung in Amerika schon im September oder nicht? Die Unsicherheit darüber hat den Markt derzeit fest im Griff. Der Dax rutscht nach unten durch, trotz eines erfolgreichen Börsendebuts.

Denn die Eon-Kraftwerkstochter Uniper hielt sich heute in einem schwachen Gesamtmarktumfeld recht gut, schloss bei 10,34 Euro und erreichte im Tageshoch einen Kurs von 11,05 Euro. Der erste Kurs für die Uniper-Aktien lag bei 10,02 Euro. Die Uniper-Papiere wurden den Eon-Aktionären automatisch ins Depot gebucht. Für zehn Eon-Aktien gab es eine Uniper-Aktie. Nach der Transaktion hält Eon noch 53 Prozent der Uniper-Aktien.

Das Papier ist aus technischen Gründen heute während des Handels ebenfalls im Dax notiert. Allerdings endet die Mitgliedschaft mit dem Ende des Xetra-Handels heute Abend. Perspektivisch steht eine Aufnahme in den MDax im Raum. Bereinigt um die Uniper-Bewertung lag das Eon-Papier heute moderat im Minus, optisch führte es die Verliererliste im Dax an.

Dax muss Federn lassen

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.157,67
Differenz relativ
+0,51%

Auch eine Stabilisierung der Kurse an der New Yorker Börse hat dem deutschen Leitindex am Ende nicht mehr wirklich genützt. Der Dax blieb den ganzen Tag über im Minus und verlor letztlich den zweiten Tag in Folge. Am Ende stand ein Tagesverlust von 1,34 Prozent auf 10,431 Punkte an der Anzeigetafel.

Immerhin bewegte sich der Index am Nachmittag meist in der Nähe des oberen Endes der Handelsspanne und schloss am Tageshoch. Auch im Späthandel legte der L/E-Dax noch etwas zu und beendete den Handel bei 10.448 Punkten. Das Tagestief lag bei 10.299 Punkten. Es gab nur wenige Gewinner im Leitindex. Wohungskonzern Vonovia konnte sich mal wieder, wie so oft schon, von der schwachen Tagestendenz lösen und legte 1,44 Prozent zu. Auch Adidas schlossen 0,79 Prozent im Plus zusammen mit Merck. Ansonsten gingen die Verluste quer durch alle Branchen. Auch die zuletzt gefragten Banken gaben nach.

Dow Jones baut seine Gewinne aus

Der US-Leitindex Dow Jones, der zunächst schwach gestartet war, dreht am Nachmittag nach oben und gewinnt aktuell knapp 0,7 Prozent. Ein bemerkenswerter Turnaround, nachdem der US-Leitindex am Freitag noch 2,1 Prozent verloren hatte. Fed-Banker Rosengren aus Boston hatte vor den Gefahren einer zu zögerlichen Zinspolitik gewarnt und damit den Markt in den Keller geschickt.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.254,87
Differenz relativ
+0,74%

Die Aufregung habe sich etwas gelegt, sagte ein Marktbeobachter. Offenbar sei die Entwicklung am Freitag bei einem insgesamt dünnen Handelsvolumen etwas außer Kontrolle geraten. Am Abend äußerte sich dann noch Fed-Direktoriumsmitglied Lael Brainard. Sie warnte vor einem zu frühen Ende der lockeren Geldpolitik. Brainard gilt als Verfechterin einer lockeren Geldpolitik.

Euro ohne klare Richtung, Ölpreis dreht ins Plus

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1665
Differenz relativ
-0,16%

Das US-Zinsthema ist natürlich auch am Devisenmarkt bestimmend. Es gab keine klare Tendenz heute. Der Euro verlor zunächst gegen den Greenback nach dem Hoch am Vormittag bei 1,1260 Dollar in der Spitze knapp einen halben Cent auf etwas über 1,12 Dollar. Zum Ende des europäischen Handels legt die Gemeinschaftswährung dann wieder zu und steht über dem Fixingpreis von 1,1226 bei 1,1245 Dollar. Nach den worten Brainards zuckte der Euro kurz auf 1,1268 Dollar, fiel danach aber wieder auf das vorherige Niveau zurück.

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
Audio

Börse 18.00 Uhr

Am Ölmarkt ging es fast den ganzen Tag abwärts, ehe der Preis am späten Nachmittag dann doch noch überraschend ins Plus drehte. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet derzeit wieder mehr als 48 Dollar, nachdem im Tagestief nur 46,89 Dollar bezahlt worden waren. Der Preis geriet unter Druck nachdem bekannt wurde, dass die Zahl der Bohrlöcher in den USA zuletzt wieder gestiegen war. Schon seit Ende Juni ist die Zahl der Bohreinrichtungen nicht mehr gesunken.

"Einen solch langen Zeitraum ohne einen Rückgang der Ölbohrungen hat es zuletzt vor fünf Jahren gegeben", hieß es in einer Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank. Eine höhere Anzahl von Förderstätten deutet auf eine höheres Angebot und damit verbunden niedrigere Preise hin. "Kurzfristig spricht vieles für einen weiteren Rückgang der Ölpreise", hieß es weiter bei der Commerzbank.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
78,78
Differenz relativ
+0,73%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
69,54
Differenz relativ
+0,75%

RWE wird konkreter

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,69
Differenz relativ
+0,46%

Eon-Konkurrent RWE hat sich derweil zum geplanten Börsengang seiner Tochter Innogy geäußert. Innogy soll noch im vierten Quartal an die Börse gebracht werden. Dabei sollen durch eine Kapitalerhöhung neue Aktien und Papiere aus dem RWE-Bestand an den Markt gebracht werden. RWE verloren mit 1,7 Prozent etwas mehr als der Markt.

Deutsche Bank steht zum Asset Management

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,91
Differenz relativ
+0,56%

Bankchef John Cryan hat in einem Schreiben an die rund 100.000 Mitarbeiter klargestellt, dass das Asset Management ein essenzieller Bestandteil des Geschäftsmodells der Bank bleiben soll. Zuletzt hatte es Gerüchte über einen möglichen Verkauf gegeben. Diesen Weg hatten zuvor schon Konkurrenten der Bank eingeschlagen. Cryan forderte die Mitarbeiter zudem auf, die Art zu arbeiten zu ändern und mutigere Entscheidungen zu treffen. Auf die jüngsten Fusionsgerüchte (mit der Commerzbank) ging er nicht direkt ein. Er betonte, man müsse sich auf die Dinge konzentrieren, die man alleine lösen könne. Das Deutsche-Bank-Papier verlor angesichts der Zinsängste überproportional.

MüRü bleibt vorsichtig

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück rechnet nicht damit, dass der Preiskampf in der Branche sich wirklich rasch bessert. Bei den Vertragsverhandlungen mit Erstversicherern im Schaden- und Unfallgeschäft für den kommenden Jahreswechsel sei das Marktumfeld "unverändert herausfordernd", sagte Rückversicherungs-Vorstand Torsten Jeworrek am Sonntag beim Branchentreffen "Rendez-Vous de Septembre" in Monte Carlo. Immerhin habe Druck auf Preise und Bedingungen etwas nachgelassen. Etwas optimistischer äußerte sich der kleinere Konkurrent Hannover Rück.

Keine Fusion bei Linde

Paukenschlag bei Linde. Der Industriegasehersteller und der US-Konzern Praxair haben ihre Fusionsgespräche beendet. Die Börse quittierte das Scheitern mit einem satten Minus von 6,99 Prozent. Man habe sich in Detailfragen nicht einigen können, hieß es. Insidern zufolge konnten sich beide Seiten nicht über zentrale Fragen wie den Unternehmenssitz, die Standorte von Entwicklungsabteilungen und die Managementbesetzung einigen. "Der Linde-Standort München hätte nur noch eine marginale Rolle gespielt", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. "Das konnte Büchele nicht vertreten." Die Aktie gehört zu den schwächsten Werten im Dax.

Osram haussiert nach China-Gerüchten

Osram: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
38,25
Differenz relativ
+5,87%

Das Osram-Papier legte im MDax starke zehn Prozent zu und war damit natürlich überlegener Tagessieger. Anlass war Börsianern zufolge ein "Bloomberg"-Bericht, wonach der Siemens-Konzern den Verkauf seiner restlichen Anteile an der ehemaligen Konzerntochter überdenke. Käufer für die gut 17 Prozent könnte ein chinesischer Investor sein, hieß es unter Berufung auf zwei eingeweihte Personen.

RIB-Aktie explodiert

Der Bausoftwareanbieter RIB hat seine Prognose fürs laufende Jahr angehoben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll nun zwischen 27 und 32 Millionen Euro liegen. Bisher lag das Ziel bei 20 bis 25 Millionen Euro. Auch eine neue Plattform wird gegründet. Im TecDax kam das alles ausgesprochen gut an, das RIB-Papier sprang um 11,57 Prozent nach oben.

Samsung leidet unter Note 7

Samsung GDR: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
866,21
Differenz relativ
+1,96%

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat die Käufer seine Smartphones Galaxy Note 7 weltweit aufgefordert, das Gerät überhaupt nicht mehr zu nutzen. Für das Modell läuft derzeit eine Rückrufaktion. Die Samsung bricht daraufhin ein. Denn es droht nun ein gewaltiger Imageschaden und hohe Umsatzeinbüßen. Denn das Note 7 ist bis dato das teuerste Smartphone von Samsung.

Ein neuer Düngemittelriese entsteht

Die beiden kanadischen Hersteller Potash und Agrium wollen fusionieren. Nach Abschluss des Deals wird Potash rund 52 Prozent und Agrium den Rest am neuen Unternehmen halten. In Nordamerika entsteht damit ein neuer Düngemittelriese mit einem Marktwert von rund 36 Milliarden Dollar. Potash war im vergangenen Sommer mit dem Versuch gescheitert, den Kasseler Konkurrenten K+S zu übernehmen. Dessen Aktie ging auf Talfahrt.

Auf dem Agrarchemiemarkt herrscht im Moment starker Konsolidierungsdruck, da die Nachfrage aus den Schwellenländern stark rückläufig ist. Der Abschluss der Transaktion ist für Mitte 2017 geplant, allerdings gibt es kartellrechtliche Bedenken. Beide Unternehmen dominieren vor allem den nordamerikanischen Markt.

HP Inc kauft zu

Für 1,05 Milliarden Dollar übernimmt die ehemalige Drucker- und PC-Sparte von Hewlett-Packard, HP Inc, das Druckergeschäft von Samsung. Die Südkoreaner wollten sich mehr auf ihr Kerngeschäft fokussieren, das Smartphones, Fernseher und Speicherchips umfasst. HP Inc. erwartet für die Sparte schon vom ersten Geschäftsjahr nach dem Zukauf, dass sie zum Gewinn des Konzerns beiträgt. Hewlett-Packard hatte sich zuletzt in die Drucker- und PC-Sparte und in die Technologiefirme HP Enterprise aufgespalten.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 19. September

Unternehmen
Manchester United: Q4-Zahlen
Adecco: Investor Day, 7 Uhr

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank von Japan
USA: Wohnbaubeginne, August, 14:30 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q2, 14:30 Uhr