Wohlfühlen bei knapp über 6.030

Stand: 06.01.2010, 20:16 Uhr

Der Mittwoch hat Schwankungsfreunden wenig Freude gemacht. Der Dax beendete den Tag so, wie er begonnen hatte, bei knapp über 6.030 Punkten. Immerhin blieb die Grundstimmung am Aktienmarkt durchaus freundlich, dafür sorgten gute Konjunkturdaten, sowohl aus Europa als auch aus den USA. Auch die Fed gab sich optimistisch.

In der EU war es der Einkaufsmanagerindex, der am Vormittag positiv überraschte. Mit 54,2 Punkten war der wichtige vorlaufende Index deutlich besser als erwartet, offenbar rechnen die Firmen damit, dass sich die Wirtschaft innerhalb der kommenden Monate weiter erholt.

Auch in den USA stieg der ISM-Dienstleistungsindex über die Expansionsmarke von 50 Punkten, aber war mit 50,1 Zählern etwas schwächer als erwartet. Das störte Investoren kaum, auch nicht, dass die private Arbeitsagentur ADP für den Monat Dezember einen Verlust von 84.000 Arbeitsplätzen amerikaweit meldete.

Trotz der Veröffentlichung dieser Konjunkturdaten blieb der Aktienmarkt weitgehend richtungslos. Sowohl in New York als auch in Frankfurt blieben die Anleger zurückhaltend, der Dax schloss 0,04 Prozent höher bei 6.034 Punkten.

Auch das aktuelle Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der Fed, das um 20 Uhr veröffentlicht wurde, zeigte keine nachweisbare Wirkung. Man sehe, so die amerikanische Notenbank, weiterhin eine Zunahme des Wachstums. Allerdings werde die Arbeitslosigkeit für eine Weile noch hoch bleiben, und auch die Inflation macht einigen Fed-Mitgliedern mittlerweile Sorge.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74,18
Differenz relativ
+1,94%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
149,70
Differenz relativ
-0,29%

Gute Absatzzahlen beflügeln BMW und VW
Trotz des ruhigen Handels legten die Papier von Volkswagen um 2,8 Prozent und von BMW um 1,6 Prozent zu. Die beiden Konzerne hatten am Dienstag sehr gute Dezember-Absatzzahlen in Amerika gemeldet.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,84
Differenz relativ
-1,41%

Die Commerzbank darf nicht erhöhen
Auch Commerzbank-Aktien legten kräftig zu. Bereits am Dienstag waren Bankaktien gefragt gewesen, nachdem Gerüchte um eine Prognoseerhöhung der britischen Bank Barclays die Runde gemacht hatten. Nun waren Anleger offenbar erfreut darüber, dass sich die Führungsebene der Frankfurter Bank weiterhin mit ihrem relativ bescheidenen Gehalt zufrieden geben muss. Offenbar, so war Zeitungsmeldungen zu entnehmen, habe die Commerzbank die geltende Gehaltsbeschränkung von einer halben Million Euro im Jahr nicht aufheben können.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,86
Differenz relativ
-0,03%

Einige Dax-Verlierer
Die Deutsche Bank verlor am Mittwoch 1,1 Prozent. Anleger befürchten wohl Mehrbelastungen durch die Bonussteuer in Großbritannien. Der Konzern will, wie andere Geldhäuser auch, die Sondersteuer ausgleichen, was definitiv unschöne Mehrausgaben bedeutet. Auch die Deutsche Telekom war nicht Anlegers Liebling. Die UBS hat die Aktie des Telekommunikationskonzerns zum Verkauf empfohlen, die Deutsche Bank senkte das Kursziel. Infineon-Aktien verloren nachrichtenlos 1,3 Prozent, was aber wohl Gewinnmitnahmen nach den großen Kursgewinnen zum Wochenbeginn zu verdanken war.

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
125,60
Differenz relativ
-1,06%

Continental beschließt Kapitalerhöhung
Der im MDax notierte Autozulieferer Continental hat eine Kapitalerhöhung zur Tilgung von Schulden beschlossen. Der Konzern werde das Grundkapital von knapp 433 auf 512 Millionen Euro anheben, teilte Continental mit. Die Kapitalerhöhung werde komplett von den Mitgliedern eines Bankenkonsortiums übernommen, hieß es weiter. Mit dem Bruttoerlös in Höhe von knapp 1,1 Milliarden Euro will Continental Schulden aus dem Erwerb der Zulieferers VDO verringern. Die Nachricht belastete den Kurs der Conti-Aktie im späten Handel etwas, sie schloss auf dem Parkett 0,6 Prozent höher.

Solarworld und Asbecks Sperrminorität
Frank Asbeck, Gründer und Großaktionär des Solarunternehmens Solarworld, will den Solarkonzern langfristig unter Kontrolle seiner Familie halten. "Nach meinem hoffentlich noch weit in der Ferne liegenden Lebensende wird das Aktienpaket in eine Stiftung eingebracht", sagte der 50-Jährige dem "Handelsblatt". An der Spitze der Ende vergangenen Jahres gegründeten Stiftung werde für einige Generationen ein Vertreter der Familien Asbeck stehen. Asbeck hält ein Viertel der Solarworld-Aktien und hat stets beteuert, an der Sperrminorität festhalten zu wollen. Mit dem Übertrag seines Aktienanteils in die Stiftung will der Solarworld-Chef eine feindliche Übernahme der Firma verhindern.

A400M-Streit spitzt sich zu
Die Auseinandersetzung zwischen Deutschland, Frankreich und dem Hersteller des Militärtransporters A400M, EADS, spitzt sich offenbar weiter zu. Wie das "Handelsblatt" schreibt, hat der im MDax notierte Luftfahrt- und Rüstungskonzern weitere 5,3 Milliarden Euro Zuschüsse gefordert. Andernfalls werde die Produktion eingestellt. Während Frankreich weiterhin bereit ist, die Zuschüsse aufzubringen, will die Bundesregierung keine zusätzlichen Mittel an EADS überweisen.

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
64,40
Differenz relativ
+0,11%

Monsanto macht überraschend Verluste
Der amerikanische Agrar- und Chemiekonzern Monsanto hat das abgelaufene Quartal überraschend mit einem Verlust von 19 Millionen Dollar beendet. Als Grund nannte der Rivale von Bayer rückläufige Umsätze bei Unkrautvernichtern und Saatgut für Mais und Soja. Für das gesamte Geschäftsjahr bestätigte der Vorstand jedoch die bisherige Prognose eines Gewinns pro Aktie von 3,1 bis 3,3 Dollar. Die Aktie von Monsanto notiert in New York etwas schwächer, auch die Bayer-Aktie aus dem Dax schloss mit einem leichten Verlust.

Tagestermine am Donnerstag, 13. Dezember

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 11/18, 07:00 Uhr
Metro AG: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Tui: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Starbucks: Investor Day, 18:00 Uhr
BMW: Absatz 11/18
Bertrandt: Jahreszahlen
ThyssenKrupp: Investor Day

Konjunktur:
Deutschland: Konjunkturprognose Ifo-Institut, 10:00 Uhr
EU: EZB-Zinsentscheid, 13:45 Uhr, PK 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreis 11/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr