Wochenschluss im Plus

Stand: 03.06.2011, 20:05 Uhr

Eine erfolgreiche Börsenwoche sieht zwar anders aus. Am Freitag konnte der Dax aber nach einigen Schreckmomenten doch noch Gewinne aus dem Handel retten. US-Konjunkturdaten hielten die Aktienmärkte in Atem, Nachrichten zu Griechenland brachten den Euro in Wallung.

Denn die wieder einmal drohende Pleite des EU-Mitglieds ist zunächst abgewendet. Die nächste Finanzspritze über zwölf Milliarden Euro wird ausgezahlt. Zudem äußerten sich der der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) positiv zu den Sparbemühungen Griechenlands. Der Euro kletterte am Nachmittag gegenüber dem US-Dollar deutlich um rund zwei Cent auf 1,4635 Dollar.

ISM-Index rettet den Tag

Vorausgegangen waren zwiespältige US-Wirtschaftsdaten, die auch die Aktienmärkte in Schach hielten. Nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten plumpsten Dax und Dow zunächst deutlich ins Minus.
Für ein wenig Beruhigung sorgte aber der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor, der im Mai auf 54,6 Punkte stieg und damit positiv überraschte. Der Index gilt als wichtiger Frühindikator für die US-Wirtschaft.

Verlustreiche Börsenwoche

Während sich der Dax bis zum Ende des Parketthandels wieder deutlich über die Marke von 7.100 Punkten schwang und damit klar im Plus blieb, konnten die US-Indizes ihre Verluste nur verkleinern. Auch für den Dax ist die Woche aber mit deutlichen Abschlägen verbunden gewesen: Rund 200 Punkte oder drei Prozent hat er in den vergangenen fünf Handelstagen eingebüßt.

Finanztitel gut erholt

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,64
Differenz relativ
-3,04%

Im Dax sorgten starke Finanztitel und Schwergewichte wie Siemens und ThyssenKrupp für einen versöhnlichen Handelsschluss. Die Commerzbank stieg, weil einige Investoren offenbar nach der Kapitalerhöhung einen Einstieg bei dem Titel verpasst hatten, so zumindest eine Erklärung von Marktteilnehmern. Zudem gelte die Aktie wegen des guten Mittelstandsgeschäfts der Bank als eine "Wette" auf den konjunkturellen Aufschwung in Deutschland. Auch Deutsche Bank-Aktien lagen am Freitag wieder im Trend.

ThyssenKrupp hofft auf Preissteigerung

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,61
Differenz relativ
-0,95%

ThyssenKrupp-Aktien beendeten den Handel 2,5 Prozent im Plus. Laut der Experten der US-Investmentbank JP Morgan dürften die Stahlpreise im dritten Quartal wieder steigen und Stahlaktien sich von ihren Tiefständen lösen.

Siemens für Experten ein Kauf

Rund 1,5 Prozent im Plus schlossen auch Siemens-Aktien nach einem Kommentar der UBS zu dem Unternehmen. Analystin Christel Monot setzt die Aktien des Elektrokonzerns auf die "UBS Key Call List" und behält ihre Kaufempfehlung bei. Siemens sei niedrig bewertet und biete attraktive Marktchancen, so die Expertin.

Eon und RWE unter Spannung

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,52
Differenz relativ
-0,38%

Für die Aktien von RWE und Eon am Dax-Ende gab es am Freitag gleich eine Reihe von Belastungsfaktoren. Laut einer Studie der LBBW drohen den Unternehmen durch den schnelleren Atomausstieg Ergebniseinbußen in Milliardenhöhe. Zudem kursierte ein Bericht der "Financial Times Deutschland", nach dem die Eon-Prognosen für 2011 auf dem Prüfstand stünden. Und nicht zuletzt prüft die Ratingagentur Moody's eine Herabstufung der Bonität von Eon.

SAP zapft Kapitalmarkt an

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
89,94
Differenz relativ
-0,93%

Leicht ins Plus drehte am Nachmittag die Aktie des Software-Konzern SAP. Das Unternehmen hat das günstige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt und eine Anleihe im Volumen von 750 Millionen Dollar mit einem Kupon von weniger als 3,5 Prozent begeben. Die beiden Tranchen laufen fünf bzw. sieben Jahre.

Sonne und Wind gut

Im TecDax waren am Freitag Aktien aus der Solar- und Windbranche gefragt. Nordex gewann vier Prozent, bei Q-Cells ging es drei Prozent aufwärts. Bei Nordex dürfte auch das Votum der Bundesländer eine Rolle gespielt haben, die geplante Kürzung der Förderung für Windkraft an Land nicht umzusetzen.

Bei den Solaraktien verwiesen Händler auf einen Bericht des "China Securities Journal", wonach China plant, die Energiegewinnung mit Solarstrom in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln.

Gerangel um Roth & Rau

Zeitweite mehr als fünf Prozent ins Plus schaffte es die Aktie des Solarunternehmens Roth & Rau. Laut dem "Handelsblatt" stößt der Schweizer Solarkonzern Meyer Burger bei seinem Übernahmeversuch der Firma auf ungeahnte Schwierigkeiten. Eine Gruppe von Privatinvestoren um den Unternehmer Christoph Ladanyi um hat sich offenbar mit Aktien des Solarzulieferers eingedeckt und verlangt nun einen höheren Kaufpreis als die gebotenen 22 Euro je Aktie.

SHW, Groupon und Prada auf dem Sprung

In den deutschen Prime Standard will der Automobilzulieferer SHW starten. Der Hersteller von Pumpen, Motorkomponenten und Bremsscheiben hat im ersten Quartal 2011 rund 88,5 Millionen Euro umgesetzt, 31 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Durch den internationalen Trend zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen erwartet sich das Unternehmen weitere Wachstumschancen.

Auch das US-Schnäppchenportal Groupon hat seine Börsenpläne nun offiziell gemacht. Die erwarteten Erlöse bei dem Sprung auf das Handelsparkett bezifferte Groupon zunächst auf 750 Millionen Dollar. In Kreisen hatte es im April geheißen, Groupon könnte bei einem Börsengang insgesamt mit 15 bis 20 Milliarden Dollar bewertet werden.

Und auch der italienische Luxushersteller Prada empfiehlt sich mit guten Jahreszahlen schon vor seinem in Hongkong geplanten Börsengang. Der Nettogewinn des italienischen Modehauses konnte 2010 auf 253,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Die Erstnotiz will Prada am 24. Juni in Fernost feiern. Am 17. Juni soll die Preisspanne für die Zeichnung bekannt gegeben werden.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr