Marktbericht 11:45 Uhr

Marktbericht negativ
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Dax baut Verluste aus Wie unabhängig ist die Fed?

Stand: 12.06.2019, 11:45 Uhr

US-Präsident Trump wird nicht müde, auf der Geldpolitik der Fed herumzuhacken. Fataler Nebeneffekt dabei: Die Märkte sorgen sich um das hohe Gut der Unabhängigkeit der Fed und ihrer Zinspolitik. Immer wenn es um Zinsen geht, ist die Börse besonders sensibel.

Noch nie hat sich ein amtierender amerikanischer Präsident so massiv in die Geldpolitik der Notenbank eingemischt. Trump ist das seiner Meinung nach zu hohe Zinsniveau schon lange ein Dorn im Auge.

Zuletzt hat der den Notenbankern erneut vorgeworfen, sie hätten "keine Ahnung". Ein Vorgang, der eigentlich als völlig undenkbar galt. Mitten im weiter ungelösten Handelsstreit mit China macht Trump damit eine weitere Front auf.

Dax gibt nach

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Börsen reagieren prompt. Der Dax baut am Vormittag seine Verluste aus und fällt unter die Marke von 12.100 Punkte bis auf 12.068 Zähler im bisherigen Tagestief. Auch an der Wall Street hatten die Anleger mit Verkäufen auf Trumps Gepolter reagiert und in Asien dominierten am Mittwoch ebenfalls die Minuszeichen.

Dabei sind Trump und die Notenbank inhaltlich gar nicht so weit auseinander, wie die Tonlage vermuten lassen könnte. Angesichts zuletzt schwächerer Konjunkturdaten hatten die Währungshüter schon vorher ihren Zinszyklus unterbrochen und sogar eine Umkehr signalisiert.

Eine baldige Zinssenkung könnte aber an den Märkten als Einknicken der per Gesetz unabhängigen Notenbank vor Trump interpretiert werden - und das wäre verheerend. "Zwar führen sinkende Zinsen zu steigenden Aktienkursen", sagte Analyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Brokerhaus DailyFX. "Doch die Anfechtung der Unabhängigkeit der Notenbank wiegt schwerer."

Defensive Aktien gesucht, Springer haussieren

Zentrale der Axel Springer SE
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Börse 9.30 Uhr: Axel Springer hebt ab

Da auch in Sachen Handelsstreit mit China keine Einigung in Sicht ist, wenden sich die Anleger meist defensiven Aktien zu. Im deutschen Leitindex stehen Beiersdorf an der Spitze, auch die T-Aktie ist gefragt. Die Anleger sehen offensichtlich das wahrscheinliche Scheitern der Fusion der US-Tochter T Mobile US mit Sprint nicht als per se negativ. Die Aktie steigt rund 0,7 Prozent.

Im Gegenzug nehmen sie bei Adidas Gewinne mit, nachdem die Aktie zuvor von Rekord zu Rekord geeilt war. Auch Deutsche Bank gehören zu den größten Tagesverlierern. Im Blick der Börse steht auch das Papier des Medienunternehmens Axel Springer aus dem MDax nach einem Übernahmeangebot durch den US-Finanzinvestor KKR. Die Aktie haussiert daraufhin rund zwölf Prozent.

Euro über 1,13 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro handelt aktuell bei 1,1327 etwas unter seinem Tageshoch bei bisher 1,1342 Dollar. In der Nacht gab es Preisdaten aus China, die höhere Inflationsraten signalisieren. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai kräftig. Die Teuerung betrug wie von Analysten erwartet binnen Jahresfrist 2,7 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Im April hatte der Zuwachs bei 2,5 Prozent gelegen.

Auch aus den USA werden am Nachmittag noch Verbraucherpreise für den Mai erwartet, außerdem noch die Realeinkommen. Ab 13:00 Uhr wird auch der Zinsbeschluss der türkischen Zentralbank erwartet, der am Devisenmarkt für Bewegung sorgen könnte. Auch hier steht das Thema Unabhängigkeit der Notenbank bei den Investoren schon länger auf der Agenda.

Ölpreise geben nach

Am Ölmarkt geht es im Vorfeld des am Nachmittag (16:30 Uhr MEZ) anstehenden wöchentlichen Ölberichts des US-Energieministeriums deutlicher bergab. Ein Fass sowohl der Nordseesorte Brent als auch der US-Leichtölsorte WTI kostet über drei Prozent weniger.

Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Zuwachs der Lagerbestände an Rohöl um 4,85 Millionen Barrel verzeichnet hat. Steigende Ölreserven können auf ein hohes Angebot oder eine zu schwache Nachfrage hindeuten und belasten in der Regel die Ölpreise. Der Goldpreis legt zu auf 1.336 Dollar je Feinunze.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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KKR bietet 63 Euro je Springer-Aktie

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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62,40
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Der Medienkonzern Axel Springer hat wegen einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung und der Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich seine Prognosen gesenkt. Beim Jahresumsatz geht der Konzern nun von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Zudem will Springer wie erwartet den US-Finanzinvestor KKR an Bord holen. Dieser bietet den Springer-Aktionären 63 Euro pro Aktie - ein Plus von 31,5 Prozent auf den Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Die Springer-Aktien schießen um rund 12 Prozent in die Höhe.  | mehr

Daimler verkauft im Mai weniger Autos

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Autobauer Daimler hat weiter keinen guten Lauf beim Verkauf neuer Autos. Von der Stammmarke Mercedes-Benz verkauften die Stuttgarter im Mai weltweit 195.690 Wagen und damit 1,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Besonders schmerzlich ist ein leichter Rückgang im wichtigsten Einzelmarkt China, den das Plus in Deutschland und Europa nicht wettmachen konnte. Im Jahresverlauf steht Mercedes nach fünf Monaten bei 938.499 verkauften Autos. Das sind 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

VW schwenkt bei Roboterautos um

Volkswagen schwenkt bei der Entwicklung selbstfahrender Autos um: Der Autokonzern hat die Zusammenarbeit mit der Roboterwagen-Firma Aurora beendet und strebt laut Medienberichten eine Kooperation mit Ford an.

Das 2016 gegründete Start-up Aurora aus dem Silicon Valley entwickelt Software für selbstfahrende Autos. VW sei nun auf die gemeinsame Entwicklung selbstfahrender Autos mit Ford fokussiert, schrieben die "Financial Times" und der Finanzdienst Bloomberg. Schon seit einiger Zeit wurde berichtet, Volkswagen wolle sich an Fords Roboterwagen-Firma Argo AI beteiligen.

Autonomes Fahren gilt als Schlüsseltechnologie für die Zukunft - vor allem weil damit lukrative Robotaxi-Dienste betrieben werden könnten. Als besonders weit bei der Entwicklung von Roboterwagen-Technik gilt die Google-Schwesterfirma Waymo, die erste Erfahrungen mit einer Robotaxi-Flotte in Arizona sammelt.

Absatzdämpfer für VW

Volkswagen bekommt bei den Auslieferungen seiner Kernmarke VW Pkw weiter die schwächelnden Märkte in China und Europa zu spüren. "Der Mai war für Volkswagen bei den Auslieferungen ein Monat voller Licht und Schatten", sagte Markenvertriebschef Jürgen Stackmann am Mittwoch in Wolfsburg. Weltweit verkaufte VW im vergangenen Monat 512.100 Autos - gut fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Verdi-Vorwürfe gegen Fresenius in den USA

Internationale Gewerkschaftsverbände und Verdi werfen dem Medizinkonzern Fresenius vor, in den USA Gewerkschaften systematisch zu unterdrücken. In Dialysekliniken der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) in Kalifornien seien Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden, wenn sie sich gewerkschaftlich organisieren wollten, sagten Vertreter von den Dachverbänden PSI und UNI Global Union. Sie werfen FMC auch vor, in Stellenanzeigen nach Personalmanagern zu suchen, zu deren Aufgabe die "Vermeidung von Gewerkschaften" zähle. Fresenius wies den Vorwurf, Gewerkschaften zu unterdrücken, "entschieden" zurück.

Zara zieht Online-Shopper an

Inditex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bei der Zara-Mutter Inditex zahlt sich die Online-Expansion aus. Im ersten Quartal konnte die Modekette ihren Umsatz in allen Regionen und über alle Konzernmarken hinweg steigern. Die Erlöse kletterten um fünf Prozent auf ein Rekordwert von 5,92 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 15 Prozent auf 980 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 734 Millionen Euro. Obwohl das schlechte Wetter die Nachfrage in der zweiten Quartalshälfte bremste, hält das Management an seiner Jahresprognose fest. Demnach soll das Umsatzwachstum auf vergleichbarer Fläche vier bis sechs Prozent erreichen.

Dassault plant Milliardenzukauf

Dassault Systemes: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
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Der französische Technologiekonzern will sich einem Medienbericht zufolge mit einer amerikanischen Medizinsoftware-Firma verstärken. Dassault steht kurz vor dem Kauf der Medidata Solutions, meldete CNBC unter Berufung auf Insider. Medidata wäre für Dessault der dritte Zukauf in diesem Jahr. Die Aktien von Medidata Solutions verlieren dennoch.

Spannungen zwischen Renault und Nissan

Bei der Renault-Hauptversammlung am Mittwoch in Paris wird sich Konzernchef Jean-Dominique Senard viele kritische Fragen der Aktionäre anhören müssen. Denn nicht nur die geplatzte Fusion mit dem Konkurrenten Fiat Chrysler lastet auf dem französischen Autobauer. Das rund 20-jährige Bündnis mit dem japanischen Hersteller Nissan steht auf der Kippe. Seit der Festnahme des früheren Renault-Chefs Carlos Ghosn in Japan im November haben sich die Beziehungen verschlechtert. Als Folge der "Ghosn-Krise" will Nissan die Unternehmensführung neu ordnen - Renault hat gegen die Pläne aber Einspruch eingelegt.

Fusion von T-Mobile US und Sprint wackelt immer mehr

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die geplante Fusion von T-Mobile US und Sprint wackelt. Zehn Generalstaatsanwaltschaften in den USA haben am Dienstag Klage gegen den Zusammenschluss der beiden Konzerne eingereicht. "Die Fusion von T-Mobile und Sprint würde nicht nur landesweit irreparablen Schaden für Mobilfunkkunden anrichten, in dem der Zugang zu günstigen Drahtlosdiensten für Millionen Amerikaner abgeschnitten wird", sagte die Generalstaatsanwältin von New York. Er würde auch besonders Menschen mit niedrigen Einkommen und Minderheiten treffen.

T-Mobile US und ihr Konkurrent Sprint haben für ihren Fusionsplan die Unterstützung der Branchenaufsicht FCC signalisiert bekommen, aber noch kein grünes Licht vom US-Justizministerium. Telekom-Chef Tim Höttges glaubt nach wie vor an den Deal und argumentiert mit Synergien in Milliardenhöhe. Eine Fusion der beiden Konzerne war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert.  | mehr

T-Mobile und Sprint-Läden in New York Audio

Börse 8.00 Uhr: Wackelt die Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint?

Tesla-Chef Musk prognostiziert Rekordquartal

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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201,40
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Der Elektroautobauer Tesla zeigt sich für das laufende Quartal optimistisch. Bei der Hauptversammlung am Dienstag sagte Vorstandschef Elon Musk, dass er mit Rekordauslieferungen rechne. Zudem sei das Unternehmen auf dem Weg, sein Produktionsziel bis Jahresende zu erreichen. Die Tesla-Aktie legt um rund vier Prozent zu. Für das zweite Quartal 2019 erwartet Tesla die Auslieferungen von 90.000 bis 100.000 Elektroautos, im ersten Quartal waren sie um fast ein Drittel auf knapp 63.000 Stück eingebrochen.  | mehr

Tesla-Chef Elon Musk Audio

Börse 6.00 Uhr: Tesla-Aktie auf Erholungskurs

rm

Tagestermine am Donnerstag, den 20. Juni

Unternehmen:
Hellofresh: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
ADO Properties: Hauptversammlung, 12:00 Uhr
Qiagen: Investorentag in New York

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan
EU: EZB-Wirtschaftsbericht, 10:00 Uhr
Großbritannien: BoE Zinsentscheid, 13:00 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q1/19, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 6/19, 14:30 Uhr Uhr
EU: Verbrauchervertrauen 6/19, 16:00 Uhr
USA: Frühindikator 5/19, 16:00 Uhr

Sonstiges:
EU: Gipfel der EU Staats- und Regierungschefs zum Thema Personal und Strategie
Deutschland: Fronleichnam, teilweise Feiertag in Deutschland, Börse geöffnet.