Wie dünn ist die Luft?

Stand: 06.12.2010, 20:03 Uhr

Rund 0,1 Prozent konnte der Dax am Montag zulegen, und die meisten Marktbeobachter würden sagen, das sei ein gutes Zeichen. Denn nach den Kursgewinnen der vergangenen Woche hätte es auch einen Rücksetzer geben können. So aber hielt der Dax das Niveau, in recht nachrichtenarmen Umfeld.

Die 7.000 Punkte sind immer noch im Blick, das ist nach diesem ereignisarmen Montag klar. Der Dax schaffte es, trotz der Kursgewinne von vergangener Woche mitsamt erreichtem Jahreshoch, den Handel minimal verbessert zu beschließen. 0,1 Prozent gewann der Dax, auf 6.954 Punkte. Im späten Handel legte der Index noch etwas, angesichts der ebenfalls sehr leicht im positiven Terrain agierenden Wall Street.

Dass der Dax überhaupt zulegte, war angesichts der neuerlichen Verteuerung von Risikoaufschlägen für einige Eurostaaten erstaunlich. Offenbar scheint die europäische Schuldenkrise für die Anleger Routine geworden zu sein.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,85
Differenz relativ
-0,15%
Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,61
Differenz relativ
-0,95%

ThyssenKrupp und Deutsche Bank analysiert
Das Fehlen von handfesten Nachrichten erhöhte am Montag den Einfluss von Analystenstudien. Die ThyssenKrupp-Aktie schloss an der Dax-Spitze mit einem Kursaufschlag von 3,2 Prozent. Die Fachleute von der Citigroup haben am Morgen das Kursziel auf 40 Euro erhöht und auf die große Nachfrage der amerikanischen Stahlsparte verwiesen. Deutsche Bank-Aktien rutschten an das Dax-Ende, nachdem die Bank of America/Merrill Lynch sie auf ihre Liste mit den am wenigsten bevorzugten Wertpapieren gesetzt hatten und sagten, die Branche erlebe ein schwieriges viertes Quartal.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,72
Differenz relativ
-1,32%

Kursgewinne bei VW und K+S
Volkswagen-Papiere legten am Montag um 0,9 Prozent zu. Der Konzern kündigte am Morgen an, 50.000 neue Stellen zu schaffen. Das lässt auf eine gute Auftragslage schließen, urteilten Marktbeobachter. Die Aktie von K+S profitierte eindeutig vom kalten Winter und der erhöhten Nachfrage nach Streusalz. Dies ließ auch den Ölpreis deutlich steigen, auf ein Zweijahreshoch.

BASF und Petronas
Der Chemiekonzern BASF will in Zukunft stärker mit dem malaysischen Ölkonzern Petronas zusammenarbeiten. Die beiden Unternehmen gaben bekannt, dass sie ein Joint Venture für Spezialchemikalien gründen wollen. Die im Rahmen der geplanten Zusammenarbeit seien Investitionen in Höhe von rund einer Milliarde Euro geplant. Ziel des Joint Ventures sei es, die Möglichkeiten der Produktion von Spezialchemikalien zu prüfen. Auch die BASF-Aktie schloss fester.

Matthus: EnBW soll in den Dax
Große Pläne hat das Bundesland Baden-Württemberg mit seinem Stromversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW). Am Morgen hatte das Land den Kauf von 45 Prozent der Anteile vom französischen Energieversorger EdF bekannt gegeben. EnBW soll nun mittelfristig an der Börse platziert werden, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus. "Unser Ziel ist es, dass EnBW nach Daimler, HeidelbergCement und SAP der vierte Dax-Konzern in Baden-Württemberg wird". Die Aktie schloss 17 Prozent fester.

Katar steigt bei Hochtief ein
Hochtief wird bald einen neuen Großaktionär haben. Der Golfstaat Katar zeichnet komplett eine geplante Kapitalerhöhung von zehn Prozent des Grundkapitals und wird danach 9,1 Prozent an Hochtief besitzen. Die Kapitalerhöhung, die unter Ausschluss der Bezugsrechte für bisherige Aktionäre stattfinden wird, dient der Abwehr des feindlichen Übernahmeangebots des spanischen Baukonzerns ACS. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter betonte jedoch, dass die Partnerschaft mit Katar langfristig ausgelegt sei, der Einstieg sei "gut für das Unternehmen".

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
25,09
Differenz relativ
-0,95%

Postbank fliegt raus, Deutsche Wohnen rückt nach
Die Aktie der Postbank wird nach einer Entscheidung der Deutschen Börse bereits an diesem Mittwoch aus dem MDax entfernt. Da die Deutsche Bank mittlerweile über 50 Prozent an der Postbank besitze und die Deutsche Post ebenfalls noch in erheblichem Umfang Aktien der ehemaligen Tochter halte, sei der Streubesitz zu niedrig für den Fortbestand im MDax, teilte die Börse mit. Die Aktionäre trennten sich deshalb scharenweise von ihren Postbank-Aktien, der Kurs gab um neun Prozent nach.

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
41,77
Differenz relativ
+0,31%

Durch den Rauswurf der Postbank rückt das SDax-Unternehmen Deutsche Wohnen in zwei Tagen in den MDax auf. Der im SDax frei gewordene Platz wird durch den Lkw-Zulieferer SAF Holland besetzt. Im SDax ergibt sich durch den Rauswurf des IT-Dienstleisters Teleplan wegen der Übernahme durch einen Finanzinvestor noch eine weitere Änderung. Der Weinhändler Hawesko steigt in den Kleinwerteindex auf, aber erst am 20. Dezember.

Südzucker: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11,98
Differenz relativ
+1,61%

Kursbewegendes aus dem MDax
Gute Nachrichten beflügelten im MDax die Aktien von Krones und Südzucker. Der Getränkeanlagenhersteller Krones rechnet mit einem zweistelligen Auftragsplus bis Ende des Jahres. Die Zahl der Aufträge hätte in den vergangenen Monaten wieder zugenommen, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus der "Euro am Sonntag". Die Aktionäre des Zuckerherstellers Südzucker griffen zu, weil die Deutsche Bank die Aktie zum Kauf empfohlen hat und ein Kursziel von 19,50 Euro berechnet hat. Die Aktie stieg um 8,5 Prozent.

Neues aus China
Der chinesische Bekleidungshersteller Kinghero verlor am Montag einen Großaktionär, der nach dem Börsengang vor vier Monaten nun offenbar Kasse machte. Der Streubesitz steigt auf 34 Prozent, die Aktie bewegte sich allerdings kaum. Anleger können sich zudem auf einen weiteren Börsengang eines chinesischen Unternehmens freuen. Am 14. November will der Spezialglashersteller China Speciality Glass an die Frankfurter Börse gehen. 6,9 Millionen Aktien will die Firma verkaufen, für einen Preis zwischen 9,00 und 12,50 Euro.

Tagestermine am Freitag, 14. Dezember

Unternehmen:
Stabilus: Jahreszahlen (endg.), 07:00 Uhr
Isra Vision: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
KWS Saat: Hauptversammlung, 11:00 Uhr
Dr. Hoenle: Jahreszahlen

Konjunktur:
Japan: Tankan-Report Q4/18, 00:50 Uhr China: Einzelhandelsumsatz 11/18, 3:00 Uhr
China: Industrieproduktion 11/18, 3:00 Uhr
Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 9:30 Uhr
EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 9:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz 11/18, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 11/18, 15:15 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 11/18, 15:15 Uhr
USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 15:45 Uhr
USA: Lagerbestände 10/18, 16:00 Uhr