Marktbericht 20:02 Uhr

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Dax gewinnt an Fahrt Wenn die Verlierer von gestern den Leitindex befeuern

Stand: 10.09.2019, 20:02 Uhr

"Viele haben Angst, jetzt neue Positionen einzugehen und dann auf dem falschen Fuß erwischt zu werden", erklärten Anlageexperten den schleppenden Dax bis zum Mittag. Doch dann fassten die Investoren Mut.

Am Nachmittag begann der Dax plötzlich zu klettern - bis hinauf auf 12.292 Punkte, fast 70 Punkte höher als am Montag. Befeuert wurde der Leitindex ausgerechnet von den Verlierern der letzten Monate: Lufthansa, ThyssenKrupp, Conti. Bis zum Handelsende bröckelte ein Teil der Gewinne wieder, aber es reichte für ein Plus von 0,35 Prozent oder 42,6 Punkten bei 12.268 Punkten. Im Abendhandel legte der Leitindex sogar weiter zu, um gut ein halbes Prozent auf 12.273 Zähler.

Damit ist der Widerstand bei 12.216 Punkten überwunden und die Zeichen stehen auf weitere Kursgewinne. Experten zufolge dürfte der Dax nun in Richtung der entscheidenden Marke von 12.294 Zählern klettern. Ein Anstieg darüber wäre ein Achtungserfolg für die Käufer, so die Fachleute von CMC Markets. Dann könne sich der Druck nach oben in Richtung der Hochs knapp über 12.600 Punkten entfalten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Als wichtigster Katalysator dieser Entwicklung gilt die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag. Dort ist eine weitere Lockerung der Geldpolitik ausgemachte Sache, etwa durch eine weitere Senkung der bereits negativen Zinsen für Bankeinlagen. Ob es darüber hinaus noch weitere Maßnahmen geben wird, die die Anleger vielleicht sogar positiv überraschen, bleibt abzuwarten.

Dow tritt auf der Stelle

Auch die Sitzung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche sorgt für Zinsspekulationen, mehren sich doch die Signale für eine Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft. Anders als die EZB hat die Fed tatsächlich noch Spielraum für Zinssenkungen und könnte diese bereits auf der nächsten Sitzung nutzen.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Trotzdem blieben die Anleger an der Wall Street erst einmal in Deckung. Vor den wichtigen Zinssitzungen der Notenbanken gab der Dow Jones-Index nach knapp einer Handelsstunde um 0,36 Prozent auf 26.739 Punkte nach. Bis zum Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert er wieder auf dem Stand vom Vorabend. Zuletzt hatte es für ihn vier Tage in Folge mit teils klaren Kursgewinnen gegeben, die ihn erstmals seit Anfang August wieder der 27.000-Punkte-Marke näher brachten.

Unterdessen warteten Anleger gespannt auf die alljährliche Präsentation von Apple. Der Elektronik-Konzern stellte wie erwartet eine neue aber wenig spektakuläre iPhone-Generation vor. Apple-Aktien notierten im Vorfeld leicht im Minus. Dem Analysten David Aurelio vom Datenanbieter Refinitiv zufolge haben Apple-Titel in der Vergangenheit am Tag nach der Präsentation eines neuen Smartphone-Modells im Schnitt 1,5 Prozent zugelegt.

Euro etwas leichter

Der Kurs des Euro ist am Dienstag etwas gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde bei Handelsschluss bei 1,1044 Dollar gehandelt. Am Morgen war der Euro noch kurzzeitig bis auf 1,1060 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1040 (Montag: 1,1033) Dollar fest. Enttäuschende Daten aus der Industrie bewegten den Euro kaum. Die Industrieproduktion in Frankreich ist im Juli zwar gestiegen. Der Zuwachs blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. In Italien sank die Produktion stärker als erwartet.

Zum Auftakt der Zwangspause für das britische Parlament notierte das Pfund Sterling kaum verändert bei 1,2348 Dollar. Die Abgeordneten ließen Premierminister Boris Johnson ein zweites Mal mit seinem Wunsch nach Neuwahlen abblitzen

Lufthansa wieder gefragt

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Lufthansa-Aktien sind es am Dienstag die drittgrößten Dax-Gewinner und übersteigen erstmals seit April wieder die 50-Tage-Linie. Der insgesamt schwächste Dax-Wert des laufenden Jahres hat seit dem Kurstief Mitte August wieder etwas aufgeholt. Der Verlust von zwischenzeitlich gut 36 Prozent für 2019 schmolz inzwischen auf 25 Prozent ab. Von Seiten der mehrheitlich neutral gestimmten Analysten war es zuletzt ziemlich ruhig um die Lufthansa.

Conti an Dax-Spitze

Stärkster Wert im Dax ist die Aktie des Autozulieferers Continental. Der Autozulieferer Continental will in seinen Werken bis zum Jahr 2040 vollständig CO2-neutral produzieren. Vorstandschef Elmar Degenhart stellte die Klima- und Umweltstrategie des Dax-Konzerns am Dienstag auf der Automesse IAA in Frankfurt vor. "Die Mobilität der Zukunft muss klimafreundlich, wirtschaftlich und sozial sein", erklärte der Manager.
Allerdings wird Conti wegen der schwachen Autokonjunktur und nachlassenden Nachfrage nach Verbrenner-Technologie mittelfristig wohl nicht um betriebsbedingte Kündigungen herumkommen. Einen solchen Schritt könne man "als letztes Mittel nicht ausschließen", sagte Degenhart. Eine genaue "Zielzahl" zu möglicherweise betroffenen Werken oder Mitarbeitern lasse sich derzeit aber noch nicht nennen.

Wirecard-Aktie unter Druck

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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151,60
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Schwächster Wert im Dax ist dagegen die Wirecard-Aktie. Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan stellt die Aktionäre darauf ein, dass sie mit den Papieren Geduld haben müssen und votiert in seiner Auftaktstudie entsprechend mit "Neutral". Den wachstumsbereinigt deutlichen Bewertungsabschlag zur Konkurrenz aufzuholen, werde jedoch wohl ein jahrelanger Prozess. Das Kursziel bezifferte der Analyst mit 165 Euro.

Razzia bei der Commerzbank

Beamte der Staatsanwaltschaft Köln durchsuchen seit Dienstagmorgen die Commerzbank in Frankfurt. Das berichtet das Handelsblatt. Grund sind offenbar Ermittlungen wegen der Beteiligung der Commerzbank an Cum-Ex-Geschäften. Die Commerzbank wollte sich "zu laufenden Ermittlungen" nicht äußern.
Der Verdacht lautet, dass die Commerzbank am Handel mit großen Aktienpaketen rund um den Ausschüttungstermin mit (cum) und ex (ohne) Dividendenanspruch zu Lasten der Steuerzahler beteiligt war. Damit zielten die beteiligten Akteure darauf ab, sich Kapitalertragsteuern erstatten zu lassen, die gar nicht abgeführt wurden.

Deutsche Bank wird etwas vorsichtiger

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Deutsche Bank rechnet wegen der anhaltend niedrigen Zinsen und der abflauenden Konjunktur in vielen Ländern mit Gegenwind beim angepeilten Ertragswachstum. Finanzvorstand James von Moltke stellte bei einer Investorenkonferenz am Montag in New York bis zum Jahr 2022 einen Ertrag zwischen 24 und 25 Milliarden Euro in Aussicht. Damit ist das Institut etwas vorsichtiger als noch im Juli.

Damals hatte die Bank ihre neue Strategie vorgestellt und bis 2022 einen Ertrag von rund 25 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. 2018 hatte die Deutsche Bank auf vergleichbarer Basis einen Ertrag von knapp 23 Milliarden Euro erzielt.

PayPal vergibt Ratenkredite

Der Bezahldienst PayPal baut sein Geschäft mit Ratenzahlungen in Deutschland aus. Die Option soll künftig grundsätzlich beim Bezahlen per PayPal verfügbar sein, bisher wurde sie selektiv vom Händler angeboten. Geldgeber ist dabei PayPal selbst, die Prüfung der Kreditwürdigkeit erfolgt online, der Händler bekommt sein Geld sofort.

Die Ratenzahlung wird von PayPal für Einkäufe zwischen 199 Euro und 5.000 Euro angeboten. Die Laufzeit liegt bei zwölf Monaten bei einem effektiven Jahreszins von 9,99 Prozent.

VW doch an Tesla interessiert?

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen-Miteigner Wolfgang Porsche schließt eine Beteiligung an dem US-Elektroautobauer Tesla offenbar doch nicht aus. "Man muss immer alles überlegen dürfen", sagte der 76-Jährige auf Fragen von Journalisten am Rande einer VW-Veranstaltung am Vorabend der Automesse IAA in Frankfurt. Im Moment sei Tesla jedoch viel zu teuer.

Volkswagen hatte erst im August einen Magazin-Bericht zurückgewiesen, wonach Vorstandschef Herbert Diess mit einer Beteiligung an dem Elektroautopionier liebäugelt. Derartige Spekulationen seien gegenstandslos.  | mehr

Höheres Kursziel für Symrise

Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat das Kursziel für Symrise von 94 auf 100 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" bekräftigt. Die Wachstumsstory hinter der Aktie des Aromen- und Duftstoffherstellers sei überzeugend, schrieb Analyst Thomas Swoboda in einer Studie. Er verwies auf die frühzeitige und disziplinierte Diversifikation in schnell wachsende Umgebungsmärkte. Zudem trügen die rekordhaft gewachsenen Investitionen Früchte.

Alibaba-Chef zieht sich zurück

Alibaba ADR: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr
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Jack Ma, der Gründer des chinesischen Online-Riesen Alibaba, ist als Vorsitzender seiner Firma abgetreten. Zu seinem 55. Geburtstag trat Ma am Dienstag wie bereits vor einem Jahr angekündigt seinen Rückzug an. Seine Nachfolge soll Daniel Zhang antreten, den Ma selbst ausgewählt hatte.  | mehr

lg

Tagestermine am Montag, den 16. September

Unternehmen:
H&M: Q3-Zahlen, 8:00 Uhr

Konjunktur:
China: Industrieproduktion im Juli, 04:00 Uhr
USA: Empire State Index, September, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Tokio: Märkte geschlossen wegen Feiertag