Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht positiv
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Dax im Plus Wenn das mal gut geht

Stand: 10.10.2019, 20:02 Uhr

Versöhnliche Töne aus dem Weißen Haus haben an den Märkten Hoffnungen auf eine Entschärfung des amerikanisch-chinesischen Zollstreits geweckt. Ermutigende Signale kamen außerdem von den Brexit-Verhandlungen.

Nachdem der Dax weite Teile des Tages auf der Stelle trat, drehte er am Nachmittag ins Plus und kletterte bis auf 12.202 Punkte in die Höhe, über 100 Zähler mehr als am Vortag. Am Ende ging der Leitindex bei 12.164 Punkten aus dem Handel, 0,6 Prozent mehr als am Vortag.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.511,65
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+2,86%

Es war vor allem die Ankündigung von Präsident Donald Trump, sich schon an diesem Freitag mit dem Leiter der chinesischen Delegation in Washington, Vizepremier Liu He, zu treffen, die bei den Anlegern Hoffnungen auf eine Lösung des Zollkonflikts weckte.

In New York kletterte der Dow bis zum Ende des elektronischen Handels in Frankfurt um 0,85 Prozent auf 26.574 Punkte. Im weiteren Verlauf schmolzen die Gewinne wieder etwas ab. Marktanalyst Edward Moya vom Handelshaus Oanda hält zumindest ein Teilabkommen beider Länder für möglich. So könnte etwa die für Mitte Oktober geplante, nächste Runde von Zollerhöhungen auf Eis gelegt werden.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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26.807,21
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+1,23%

Das Risiko bestehe natürlich weiterhin, dass die jüngste Annäherung zwischen China und den USA auf tönernen Füßen stehe, sagte Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Der weitere Fahrplan ist auch schon festgezurrt: Sollte in den Gesprächen kein Durchbruch erzielt werden, sollen schon am Dienstag bestehende Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöht werden.

Positive Signale aus Großbritannien

Trotzdem blieben die Aussichten für US-Aktien gut, sagen Experten. Denn die weltgrößte Volkswirtschaft bleibe auf Wachstumskurs und die US-Notenbank dürfte die Zinsen weiter senken, falls die Wirtschaft schwächele. Dies belege auch die im September bei 2,4 Prozent stagnierende Teuerungsrate.

Ermutigende Signale kamen auch aus Großbritannien. Dem britischen Premierminister Boris Johnson und seinem irischen Kollegen Leo Varadkar zufolge gibt es einen Weg zu einer Einigung über die Beziehungen nach dem geplanten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Details nannten sie nicht. Sie kündigten aber weitere Verhandlungen an.

Euro rutscht wieder etwas

Der Euro hat bis Börsenschluss einen Teil seiner Tagesgewinne wieder abgeben müssen und ist auf 1,1010 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1030 (Mittwoch: 1,0981) Dollar festgesetzt. Händler berichteten von spekulativen Käufen, die den Euro beflügelt hätten. Hintergrund seien Hoffnungen auf eine zumindest teilweise Einigung bei dem Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Nach dem Anstieg über 1,10 Dollar sei es zudem zu automatisierten Käufen gekommen. Zugleich neigte der Dollar auch gegenüber anderen Hauptwährungen zur Schwäche. Sollte es dem Euro gelingen, den Widerstand bei 1,1021 Dollar nachhaltig zu überwinden, würde sich die technische Lage weiter aufhellen, merkte Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba in einem Kommentar an.

Goldman befeuert Volkswagen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
161,50
Differenz relativ
+4,91%

Zu den größten Gewinnern im Dax gehört die Volkswagen-Aktie, dank einer Neubewertung durch Goldman Sachs. Die Bank empfiehlt das Papier mit einem Kursziel von 193 Euro zum Kauf. Auf Grund hoher Investitionen im Bereich Elektroautos traut der Analyst VW in diesem Bereich die Marktführerschaft zu. Die fundamentale Situation bei den Wolfsburgern sei stark. Der Konzern reduziere seine Kosten und vereinfache seine Strukturen.

Außerdem hat das Bankhaus Metzler ihr Kursziel von 250 Euro bestätigt. Dessen Analyst Jürgen Pieper glaubt, dass VW die derzeitige Krise in der Autoindustrie besser meistern kann als die Wettbewerber.

BMW will Absatz von Luxusautos verdoppeln

BMW plant nächstes Jahr mehr als doppelt so viele Luxusautos zu verkaufen wie im vergangenen Jahr. Die Nachfrage in dieser Klasse steige weltweit, und BMW habe sein Angebot mit dem SUV X7 und der neuen 8er-Baureihe stark ausgeweitet, sagte Finanzchef Nicolas Peter. Im vergangenen Jahr habe BMW gut 65.000 Luxusautos verkauft, im laufenden Jahr dürften es über 110.000 werden und nächstes Jahr 135.000 bis 140.000.

Die Ausweitung des Luxussegments mit seiner vergleichsweise hohen Gewinnmarge sei ein wichtiger Baustein, um die Rendite grundätzlich weiter im Korridor von acht bis zehn Prozent des Umsatzes halten zu können. Denn "die Elektrifizierung gibt es nicht umsonst", sagte Peter.  | mehr

Hugo Boss kippt Prognose

Hugo Boss NA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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38,75
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-13,45%

Hugo Boss hat im dritten Quartal weniger Gewinn gemacht als erwartet und senkt seine Prognosen für das Gesamtjahr. Bei einem Quartalsumsatz auf Vorjahrsniveau sei das operative Ergebnis (Ebit) auf 80 (Vorjahr 92) Millionen Euro gesunken und damit hinter den
Erwartungen zurückgeblieben, teilte der Modekonzern am Donnerstagabend mit. Im Gesamtjahr 2019 erwarte Hugo Boss nun einen Ebit-Rückgang auf 330 bis 340 von zuvor 347 Millionen Euro.

Anleger reagieren entsetzt. Die Hugo-Boss-Aktie bricht im frühen Handel um mehr als elf Prozent ein.

Südzucker zweistellig im Minus

Um über acht Prozent bergab geht es mit der Südzucker-Aktie. Der Mannheimer Zuckerhersteller hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 deutlich weniger verdient. Vor allem wegen niedrigerer Zuckerpreise und einer geringeren Rübenernte aufgrund der Dürre im vergangenen Jahr brach das operative Ergebnis von März bis August um knapp die Hälfte auf 74 Millionen Euro ein. Der Umsatz fiel um 4,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Dennoch bestätigte der Konzern seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr.  | mehr

Carl Zeiss Meditec unter 21-Tage-Linie

Die Aktien von Carl Zeiss Meditec sind unter die 21-Tage-Linie gefallen. Bei Börsenschluss notierten die Papiere als größter Verlierer im MDax über vier Prozent im Minus.

Erst Anfang Oktober hatten die Anteilsscheine des Medizintechnikkonzerns ein Rekordhoch von 111,50 Euro erreicht und die alte Bestmarke aus dem September dabei hinter sich gelassen.

Gerresheimer überzeugt nicht

Die Aktien von Gerresheimer haben am Donnerstag mit einer Berg- und Talfahrt auf die Geschäftszahlen des Spezialverpackungsherstellers reagiert. Zuletzt wurden die Resultate als eher durchwachsen interpretiert, so dass die Papiere unter den Schlusslichtern im schwächelndem MDax der mittelgroßen Werte rund zwei Prozent auf 65,60 Euro einbüßten. Am Vormittag hatten die Anteilscheine noch anfängliche Verluste wettgemacht und waren um rund zwei Prozent gestiegen.

Das Wachstum von Gerresheimer hatte wegen einer schwächeren Nachfrage nach Pharma-Glasverpackungen in Nordamerika nachgelassen. Insgesamt habe die Umsatzentwicklung im dritten Quartal etwas enttäuscht, schrieb Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan. Im Segment Primary Packaging Glass, das etwa Flakons für die Kosmetikindustrie sowie Glasbehälter für Medikamente herstellt, hätten operativen Probleme beim Pharmakunden Pfizer erneut belastet.

Philips kassiert Prognose

Der Handelsstreit zwischen den USA und China setzt dem Medizintechnik-Konzern Philips stärker zu als gedacht. Das niederländische Unternehmen korrigierte am Donnerstag seine Renditeziele für das laufende Jahr nach unten. Die Verlagerung von Produktion aus den USA nach China und umgekehrt, mit der Philips den Strafzöllen ausweichen will, sei schwieriger und langwieriger als erwartet, räumte Vorstandschef Frans van Houten ein. "Die Auswirkungen sind größer, die Gegenmaßnahmen haben sich verzögert." Davon betroffen ist die Sparte Connected Care, die Geräte und Software zur Fern-Überwachung chronisch Kranker herstellt. Damit erwirtschaftet Philips drei Milliarden Euro im Jahr, rund ein Siebtel des Konzernumsatzes.

Die operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) werde sich daher in diesem Jahr nur um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte statt um einen ganzen Prozentpunkt verbessern, warnte Van Houten. Am Umsatzziel - ein vergleichbares Wachstum von vier bis sechs Prozent - hält der Manager aber fest.

Übernahmeangebot für PNE

Ein Infrastrukturfonds der US-Investmentbank Morgan Stanley will den Windpark-Entwickler PNE für mehr als 300 Millionen Euro übernehmen. Der Fonds einigte sich mit dem Vorstand des Cuxhavener Unternehmens auf ein Angebot an die PNE-Aktionäre über 4,00 Euro je Aktie, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Nach Angaben der Amerikaner entspricht das - einschließlich einer Anleihe - einem Firmenwert von 360 Millionen Euro. Im August hatte Morgan Stanley Infrastructure Partners eine Offerte zwischen 3,50 und 3,80 Euro je Anteilsschein in Aussicht gestellt.  | mehr

Teamviewer empfohlen

Die Commerzbank hat die Aktie des Börsenneulings Teamviewer mit "Buy" und einem Kursziel von 36 Euro in die Bewertung aufgenommen. Das deutsche Software-Unternehmen sei eines der wenigen europäischen Technologie-IPOs, das sich gegen die größeren US-Player behaupten könne, schrieb Analyst Stephan Klepp in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Er empfiehlt den Anlegern, die schwache Kursentwicklung seit dem Börsengang zu ignorieren und sich auf das einzigartige und qualitative Wachstum des Unternehmens zu konzentrieren.

Givaudan wächst kräftig

Die Übernahme der französischen Naturex und weitere Zukäufe haben dem Schweizer Aromen- und Dufthersteller Givaudan in den ersten neun Monaten ein zweistelliges Wachstum beschert. Der Umsatz des Weltmarktführers kletterte um 14,5 Prozent auf 4,66 Milliarden Franken, wie Givaudan mitteilte. Auch Preiserhöhungen und die gute Nachfrage aus Schwellenländern kurbelten das Geschäft an. Die mittelfristige Prognose bestätigte das Unternehmen.

Apple löscht Protest-App

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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213,00
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+2,13%

Nach scharfer Kritik aus China hat Apple eine App aus seinem Angebot entfernt, die Demonstranten in Hongkong bei ihren Protesten die Standorte der Polizeieinheiten anzeigte. Die Macher von "hkmap.live" teilten am Donnerstag auf Twitter mit, dass Apple das Programm aus dem App-Store gelöscht habe. Demnach begründete der Konzern seine Entscheidung damit, dass die mobile Verkehrsanwendung die Strafverfolgung behindert und Bewohner Hongkongs gefährdet habe. Zuvor hatte China dem iPhone-Konzern vorgeworfen, die Demonstranten in Hongkong zu unterstützen.

Neue Probleme für Boeing

Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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335,25
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Die schlechten Nachrichten beim US-Flugzeughersteller Boeing reißen nicht ab. Die brasilianische Fluggesellschaft Gol Linhas Aereas Inteligentes hat nach einer Inspektion elf Jets des Typs 737 NG aus dem Verkehr gezogen. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte zuvor Flugzeugbetreiber aufgefordert, 165 Boeing 737 NG-Flugzeuge innerhalb von sieben Tagen auf strukturelle Risse zu untersuchen. Auch zwei Flieger der Southwest Airlines blieben am Boden. Laut der Zeitung "Seattle Times" hat die russische Fluggesellschaft Aeroflot offiziell eine Bestellung von 22 Dreamlinern im Wert von etwa 5,5 Milliarden Dollar storniert.

lg

Tagestermine am Montag, den 14. Oktober

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Fraport: Verkehrszahlen 09/19, 7 Uhr

Konjunktur:
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