Weitere Lichtblicke

Stand: 24.08.2011, 20:01 Uhr

Nach dem leichten Plus gestern wird der Dax heute von starken Konjunkturdaten aus den USA angefeuert. Doch am Abend beginnen die Gewinne etwas zu bröckeln.

Nachdem der Dax im elektronischen Handel 2,7 Prozent auf 5.681 Punkte zulegen konnte, müssen sich die Anleger am Abend mit geringeren Zuwächsen zufrieden geben. Der Leitindex steigt "nur" noch um 111 Punkte (zwei Prozent) auf 5.695.

Patrick Hussy, Analyst und Geschäftsführer von Sentix, einem Unternehmen, das die Stimmung der institutionellen und privater Anleger erforscht, hatte eine positive Reaktion ungeachtet schwacher ZEW-und Ifo-Daten erwartet. Marktanalyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank meinte zudem, dass nach den kräftigen Verlusten der letzten Wochen der Markt ohnehin reif für eine technische Gegenreaktion sei. "Allerdings bleiben mit der Schuldenkrise und den Rezessionssorgen die belastenden Themen auf der Agenda".

An der Wall Street präsentiert sich der Handel heute weitgehend richtungslos. Nach anfänglichen Kursgewinnen dreht der Dow Jones-Index zeitweise sogar ins Minus. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Leitindex der amerikanischen Standardwerte 0,2 Prozent im Plus bei 11.195.

Schwindende Zuversicht
Zwar weckte der Rechnungshof des US-Kongresses Hoffnungen, das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Und auch von der US-Industrie kamen positive Nachrichten. Kurz vor dem jährlichen Treffen von Zentralbankern aus aller Welt in Jackson Hole schwand an der Wall Street aber offensichtlich die Zuversicht, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke neue Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft verkünden könnte. "Es wäre nett von Bernanke, dem Markt den Auslöser für höhere Kurse zu liefern, aber das ist wohl eher unwahrscheinlich", sagte Randy Bateman, Chef-Investmentstratege bei Huntington Asset Management.

Die Ölpreise sind nach anfänglichen Verlusten leicht gestiegen. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Oktober-Lieferung 110,53 Dollar. Das waren 1,21 Dollar mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg um 59 Cent auf 86,02 Dollar.

Autobauer wieder gefragt
Nach den verheerenden Einbrüchen der letzten Wochen stehen die Aktien der Autobauer heute auf der Gewinnerseite des Dax. Volkswagen, Daimler und BMW gewinnen bis zu 5,3 Prozent.

Fuchs vor Index-Aufstieg
Dank des Aufstiegs in den europäischen Index Stoxx Europe 600 gehören die Titel von Fuchs Petrolub zu den Favoriten im MDax. Die Aktie ersetzt den Motorenbauer Tognum, der inzwischen zu 95 Prozent zu Daimler und Rolls-Royce gehört. Ihre Plätze im Stoxx 600 mussten außerdem der britische Tui- und Tui Travel -Konkurrent Thomas Cook sowie die norwegische Solarfirma REC räumen.

Noch kräftiger nach oben geht es mit der Aktie des Bezahlsenders Sky. Sie war allerdings in den letzten Wochen besonders heftig unter Druck geraten.

Aixtron herabgestuft
Im TecDax steht die Aktie von Aixtron unter Abgabedruck. Morgan Stanley hat die Bewertung der Papiere mit einer "Underweight"-Empfehlung und einem Kursziel von 12,50 Euro aufgenommen. Analyst François Meunier signalisierte damit in seiner Studie vom Morgen weiteres Rückschlagspotenzial von derzeit knapp 18 Prozent für die Papiere des auf Leuchtdioden spezialisierten Anlagenbauers.

Meunier rechnet zwar damit, dass der LED-Markt 2013 richtig durchstartet. Aktuell zeigten Beobachtungen in Asien jedoch ein Überangebot im MOCVD-Bereich. Daher sei kurzfristig mit Enttäuschung sowohl bei Umsätzen als auch den Margen zu rechnen.

Deutsche Euroshop revidiert
Ein Steuerrechtsurteil könnte Spuren in der Bilanz der Deutschen Euroshop hinterlassen. Der Einkaufscenter-Investor senkte nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) seine Prognose für eine branchenwichtige Kenngröße, wie das im MDax notierte Unternehmen mitteilte. Beim FFO (Funds from Operations) sei im laufenden Geschäftsjahr nur noch 1,40 bis 1,44 Euro je Aktie zu erwarten. Bislang hatte die Deutsche Euroshop mit 1,48 bis 1,52 Euro kalkuliert. Die Aktie dreht nach anfänglichen Verlusten ins Plus.

Mobotix wächst
Mobotix, der Systemanbieter von hochauflösenden und netzwerkbasierten Video-Sicherheitssystemen steigerte im Geschäftsjahr 2010/11 den Umsatz um 36 Prozent auf 73,2 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern wuchs von 8,4 Millionen Euro um 58 Prozent auf 13,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen bekanntgab. Der Aktienkurs des Unternehmens reagiert jedoch kaum auf die Meldung.

Heineken bricht ein
Die Titel des Bierbrauers Heineken brechen in der Spitze 12 Prozent ein. Das maue Sommerwetter in den für die Branchenunternehmen wichtigen Monaten Juli und August hatte im bedeutenden europäischen Markt auf den Bierabsatz gedrückt. Zudem blickt Heineken mit Skepsis auf die zweite Jahreshälfte. Im Sog dessen fielen die Titel des Wettbewerbers AB Inbev.

Halloren bleibt rot
Seinen Umsatz konnte die Schokoladenfabrik zwar kräftig steigern, doch das Ergebnis vor Steuern blieb mit -0,76 Millionen Euro in der Verlustzone. Wegen der guten Aussichten legt die Aktie leicht zu.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 19. Juli

Unternehmen:
Volvo Car: Halbjahreszahlen, 6:00 Uhr
Volvo AB: Q2-Zahlen, 7:20 Uhr
Kuehne & Nagel: Halbjahreszahlen, 6:45 Uhr
Givaudan: Halbjahreszahlen, 6:45 Uhr
ABB: Q2-Zahlen, 6:50 Uhr
Adva Optical: Q2-Zahlen, 7 Uhr
SAP: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Amadeus Fire: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Villeroy & Boch: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Unilever: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Südzucker: HV, 10 Uhr
Bank of New York: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Blackstone: Q2-Zahlen
Microsoft: Q4-Zahlen, 22:09 Uhr

Konjunktur:
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 07/18, 14:30 Uhr
USA: Frühindikatoren, 06/18, 16 Uhr