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Dax kommt nicht voran Weiter in Wartestellung

Stand: 15.01.2020, 11:40 Uhr

Auch am Mittag hat sich der Leitindex nicht aus seiner Pendelbewegung um den Vortagesschluss befreien können. Die Aussicht auf die Unterzeichnung eines Teilabkommens zwischen den USA und China kann die Investoren nicht wirklich stimulieren.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Das liegt vor allem daran, dass das Abkommen, das heute in Washington unterzeichnet werden soll, nur ein erster Schritt der Annäherung zwischen den beiden Großmächten sein soll. Im sogenannten Phase Eins-Teil verpflichten sich die USA und China zunächst, keine neuen Zölle zu verhängen. Aber der Großteil der existierenden Zölle bleibt wohl bestehen. Außerdem verspricht China, zusätzliche US-Güter im Wert von etwa 200 Milliarden Dollar zu kaufen, und das über die nächsten zwei Jahre.

Erst in der schwierigeren Phase zwei wird es zum Beispiel um den erzwungenen Technologietransfer von ausländischen Firmen oder die Subventionierung von chinesischen Unternehmen durch den Staat gehen.

Deutsche Wirtschaft schwächelt

Die deutsche Wirtschaft hat unter dem Eindruck von Handelskriegen, globalen Konflikten und der schwächeren Weltkonjunktur abermals einen Gang zurückgeschaltet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2019 laut dem Statistischen Bundesamt nur noch um 0,6 Prozent zu, nach 1,5 Prozent und 2,5 Prozent in den Jahren 2018 und 2017. 2019 war das zehnte Wachstumsjahr in Folge seit 2010. Damals musste sich Europas größte Volkswirtschaft von der tiefen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise erholen.

Gold steigt mit Konjunkturpessimismus

Am Devisenmarkt kann sich der Euro auch am Mittag oberhalb der Marke von 1,11 Dollar halten. Am Morgen notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1127 Dollar. Leicht rückläufig sind am Morgen die Ölpreise. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostet zur Stunde 58,10 Dollar, ein Fass der Nordseesorte Brent notiert bei 63,94 Dollar. Die Feinunze Gold ist mit 1.552 Dollar etwas teurer geworden. Laut Experten reagiert die "Krisenwährung" auf die Aussicht weiterer Bremseffekte auf die Weltkonjunktur wegen der weiter bestehenden Zölle zwischen den USA und China.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Dax ohne Richtung

Dax

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Im Leitindex halten sich die Kursausschläge und die Handelsumsätze auch am Mittag in Grenzen. Aktien von Autoherstellern leiden am deutlichsten unter der Aussicht, dass die Handelsschranken zwischen den USA und China zunächst bestehen bleiben. Titel von Daimler, VW und BMW liegen zwischen einem und zwei Prozent im Minus.

MTU auf Rekordhoch

Die erfolgreiche Börsengeschichte des Triebwerkherstellers MTU geht dagegen am Mittwoch mit einem neuen Rekordhoch weiter. An der Dax-Spitze legen die Anteile bis auf 275,70 Euro zu. MTU hatte Ende September 2019 die starke Kursentwicklung bereits mit dem Dax-Aufstieg gekrönt. Seither ging es um weitere 16 Prozent nach oben.

US-Banken mit Zahlengewitter

Am Mittag dürfte wieder mehr Bewegung in den Markt kommen, wenn eine ganze Reihe von US-Banken ihre Quartalsergebnisse präsentieren: Die Bank of America, Goldman Sachs und US Bancorp, präsentieren dann vermutlich Milliardengewinne. Auch der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock legt seine Bilanz im Lauf des Tages vor.

T-Mobile-Fusion auf der Kippe?

Der US-Prozess um die kartellrechtlich umstrittene Fusion der Tochter T-Mobile mit dem kleineren Rivalen Sprint wird für die Telekom zur Zitterpartie. An diesem Mittwoch wollen die Streitparteien vor Gericht in New York ihre abschließenden Statements halten. Für die Telekom steht viel auf dem Spiel, sollte der über 26 Milliarden Dollar (23,4 Mrd Euro) schwere Mega-Deal platzen, wäre dies eine herbe Schlappe für den Konzern. Am Montag warnten die Unternehmen erneut eindringlich vor einem Scheitern.

13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington wollen den im April 2018 vereinbarten Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint verhindern. Die Kläger fürchten, dass die Fusion der dritt- und viertgrößten US-Mobilfunker dem Wettbewerb schadet, was Jobverluste und Preiserhöhungen verursachen könne.

Metro macht mehr Umsatz

Der Handelskonzern hat im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres zugelegt. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft stieg im Ende Dezember beendeten Quartal um 2,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Dabei profitierte Metro auch von positiven Währungseffekten. In den Zahlen nicht enthalten sind das China-Geschäft sowie die Supermarktkette Real, für die beide ein Verkauf vereinbart ist. Auf vergleichbarer Fläche verbesserten sich die Erlöse in lokaler Währung um 1 Prozent.

Fraport: Erste Spuren von Flugscham?

Der Frankfurter Flughafen hat 2019 erstmals über 70 Millionen Passagiere abgefertigt. Allerdings haben die gekappten Winterflugpläne vieler Airlines das Passagierwachstum gebremst. Im abgelaufenen Jahr zählte der Betreiber Fraport an Deutschlands größtem Flughafen rund 70,56 Millionen Fluggäste und damit 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Allerdings hatte sich Fraport-Chef Stefan Schulte schon von seinem ursprünglichen Plan verabschiedet, die Zahl der Fluggäste 2019 um zwei bis drei Prozent zu steigern.

Im Dezember zählte Fraport in Frankfurt sogar 1,2 Prozent weniger Passagiere als ein Jahr zuvor. Auch das Cargo-Aufkommen schrumpfte weiter. Nach einem Minus von 7,4 Prozent im Dezember steht für das Gesamtjahr ein Rückgang um 3,9 Prozent auf rund 2,1 Millionen Tonnen zu Buche.  | mehr

Nordex heimst mehr Aufträge ein

Der Windanlagenbauer Nordex hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Aufträge eingeworben als im Vorjahr. Den weiterhin schwachen deutschen Markt konnten die Hamburger dabei durch Aufträge aus anderen Ländern mehr als ausgleichen. Insgesamt stieg das Neugeschäft 2019 um 31 Prozent auf 6,2 Gigawatt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Knapp über die Hälfte der Aufträge entfielen dabei auf Europa mit einer hohen Nachfrage aus der Türkei, Spanien und den Niederlanden. Im vierten Quartal sank das Neugeschäft indes. Das Auftragsvolumen betrug knapp 1,5 Gigawatt, nach knapp 1,7 Gigawatt im Vorjahresquartal.

Shell setzt auf Biosprit

Der Energiekonzern Shell will mit klimaneutralem Kraftstoff für Lastwagen in den kommenden Jahren deutliche Mengen CO2 in Deutschland einsparen. Es sei geplant, das Tankstellen-Netz für verflüssigtes Erdgas (LNG) auf 35 bis 40 Stationen auszubauen, so das Unternehmen. An den Stationen solle ein LNG-Gemisch verkauft werden, das aus herkömmlich gefördertem Gas und aus Biomethan hergestellt werde. Bis Mitte der 20er Jahre könnten so bis zu einer Million Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Shell wolle auch die eigene Tankwagenflotte auf LNG umstellen und habe ein Konzept für die gesamte Wertschöpfungskette des Schwerlastverkehrs entwickelt.

Trump macht Druck auf Apple

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
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Im Streit über die Verschlüsselung von Smartphones und Zugriffsmöglichkeiten für Ermittlungsbehörden hat Präsident Donald Trump den Druck auf den US-Technologieriesen Apple erhöht. Trump schrieb am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen und anderen Belangen "die ganze Zeit". Dennoch weigere sich der Konzern, Behörden den Zugang zu verschlüsselten Telefonen zu ermöglichen.  | mehr

Tagestermine am Montag, den 20. Januar

Firmen:
BHP Group: Halbjahres-Produktionsbericht, 22:30 Uhr

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion im November, 05:30 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im Dezember, 08:00 Uhr
Deutschland: Januar-Monatsbericht der Bundesbank, 12:00 Uhr
Schweiz: IWF-Ausblick mit Präsidentin Georgiewa und Chefvolkswirtin Gopinath vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos, 14:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Wall Street wegen Martin-Luther-King-Day geschlossen