Marktbericht 9:14 Uhr

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Dax kommt nicht voran Weiter im Schleppschritt

Stand: 12.07.2019, 09:14 Uhr

Da helfen auch Rekordstände an der Wall Street wenig: Der Dax kann sich auch am letzten Handelstag der Woche nicht aus seiner Lethargie befreien. Anleger fürchten sich vor sinkenden Unternehmensgewinnen deutscher Konzerne. Und sie liegen damit nicht so falsch.

Bereits am Donnerstag hatten Gewinnwarnungen einiger deutscher Konzerne die Investoren verschreckt und die Aktien etwa von Krones oder Aumann in den Keller geschickt. Am Freitagmorgen wartet Autokonzern Daimler mit einem schwachen Ausblick für das Gesamtjahr auf.

Daimler warnt

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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45,95
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-1,24%

Es wird immer klarer - Daimler hat seinen eigenen Dieselskandal. Zudem hatten es die Spatzen von den Dächern gepfiffen, dass die Autokonjunktur lahmt. Jetzt hat der Stuttgarter Konzern eine heftige Gewinnwarnung geliefert.

Allein für das "Diesel-Thema" wurden die Rückstellungen um 1,6 Milliarden Euro erhöht. Das Ebit soll nun "deutlich unter Vorjahr" liegen, nachdem bisher noch ein Ergebnis auf Vorjahresniveau angepeilt worden war. Der Dax-Titel verliert im vorbörslichen Handel über vier Prozent.  | mehr

Dow auf Allzeithoch

Die Großwetterlage an den Börsen ist zum Wochenausklang ansonsten durchaus ansprechend. Der Dow-Jones-Index überwand am Vorabend erstmals die Marke von 27.000 Punkten und schloss deutlich darüber, mit einem Plus von knapp einem Prozent. Auch in Japan verbuchte der Nikkei-Index kleine Gewinne.

Zinssenkung ist ausgemacht

In den USA sorgten erneut Zinssenkungs-Spekulationen für gute Börsenlaune. Auch gegenüber dem Bankenausschuss des US-Senats hat Fed-Chef Jerome Powell am Donnerstag erneut solche Vermutungen befeuert. Eine "etwas mehr konjunkturfördernde Geldpolitik" sei wohl "angebracht", äußerte er dort. Zuvor hatte eine gesunkene Inflationsrate in den USA die Kurse an der Wall Street bereits steigen lassen.

Devisenmarkt setzt auf geringeren Zinsabstand

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1249
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Am Devisenmarkt pendelt der Euro weiterhin um die Marke von 1,1270 Dollar. Die Gemeinschaftswährung hatte in den vergangenen Tagen leicht von der Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA profitiert. Denn die Aussicht auf eine Verringerung des Zinsabstandes zum Euroraum macht den Euro tendenziell wieder attraktiver gegenüber dem Dollar.

Öl unter politischer Spannung

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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66,49
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Wenig Bewegung gibt es am Morgen auch am Rohstoffmarkt. Die Spannungen in der Straße von Hormus halten die Notierungen für Öl weiterhin am oberen Rand der Preisspanne der vergangenen Woche. Nordsee-Öl der Marke Brent kostet am Morgen mit 66,80 etwas mehr als am Vortag. Der Preis für die Feinunze Gold hat sich wieder über der Marke von 1.400 Dollar etabliert, derzeit bei 1.406 Dollar.

Daimler belastet Dax

Im Dax verliert die Daimler-Aktie im frühen Handel rund drei Prozent und belastet damit den gesamten Handelsauftakt. Auch Papiere von Wirecard und Conti büßen spürbar ein. Neben defensiven Werten wie Linde, Bayer und Fresenius gewinnt auch die Aktie der Deutschen Bank. Das Institut hatte Stellenstreichungen auch in Deutschland angekündigt.

T-Mobile und Sprint lassen sich Zeit

Die fusionswilligen US-Telekomtochter T-Mobile US und Sprint wollen sich einem Pressebericht zufolge für den Abschluss des Deals mehr Zeit nehmen. Die Unternehmen planen, die Fusionsvereinbarung über den 29. Juli hinaus zu verlängern, berichtete das "Wall Street Journal" ("WSJ") am Donnerstag unter Berufung auf einen Insider. Bereits vor über einem Jahr hatten T-Mobile US und Sprint ihre Absicht verkündet, zusammenzugehen. Aktien von T-Mobile verloren bis zu gut zwei Prozent, Sprint mehr als drei Prozent.

Als Zünglein an der Waage gilt der US-Satelliten-TV-Anbieter Dish, mit dem derzeit Gespräche laufen. Dem Vernehmen nach will das US-Justizministerium unter anderem mit einem Verkauf der Sprint-Prepaid-Tochter Boost an Dish den Preiswettbewerb im Falle einer Fusion sicherstellen.

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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69,50
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Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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15,02
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Deutsche Bank: Stellenabbau auch in Deutschland

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,96
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+1,13%

Am Mittwochabend wurde bekannt, dass beim geplanten Konzernumbau auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden. "Natürlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl an Stellen wegfallen", sagte Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing dem "Handelsblatt" (Freitag). "Dabei ist allerdings wichtig zu wissen, dass der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten ist."

VW und Ford schmieden Elektroauto-Riesen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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153,50
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-0,45%

Volkswagen und Ford wollen mit einer erweiterten Allianz das Elektrozeitalter angehen und setzen damit die Konkurrenz unter Zugzwang. Der weltgrößte Autokonzern aus Wolfsburg und die Nummer zwei in den USA präsentierten am Freitag in New York ihre Pläne für eine globale Zusammenarbeit bei E-Autos und selbstfahrenden Fahrzeugen. Sie wollen sich die Kosten für Neuentwicklungen teilen und Synergien nutzen. Die Wolfsburger liefern ihrem Partner aus Dearborn in großem Stil Elektroauto-Komponenten aus ihrem Baukastensystem und beteiligen sich zudem an dessen Tochter Argo AI für selbstfahrende Autos. Allein die vereinbarte Lieferung von Bauteilen für E-Autos hat im ersten Schritt ein Volumen von bis zu 20 Milliarden Dollar.

Springer befürwortet KKR-Einstieg

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,15
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Vorstand und Aufsichtsrat von Axel Springer heißen den Einstieg des US-Finanzinvestors KKR gut. Beide Gremien empfehlen den Aktionären, ihre Papiere für den gebotenen Preis von 63 Euro an KKR zu verkaufen, wie der Medienkonzern am Donnerstag mitteilte. Springer wolle in Mitarbeiter, Produkte, Marken und Technik investieren. "Mit KKR als finanziellem und strategischem Partner werden wir in der Lage sein, diese Pläne mit langfristigem Fokus auf Wachstum und Profitabilität voranzutreiben", sagte Finanzvorstand Julian Deutz. KKR wolle die langfristige Strategie unterstützen.

Die beiden Großaktionäre, die Verlegerwitwe Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner, wollen ihre Anteile - zusammen rund 45 Prozent - jedoch behalten. Der Finanzinvestor will nur einsteigen, wenn er mindestens 20 Prozent der Aktien einsammeln kann.

Steigt Atlantia bei Alitalia ein?

Atlantia: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
24,39
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-0,89%

Der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia denkt über einen Einstieg bei der angeschlagenen Fluglinie Alitalia nach. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass eine solche Prüfung bis zu der von der Regierung gesetzten Frist abgeschlossen sei, teilt das Unternehmen mit. Italiens stellvertretender Ministerpräsident Matteo Salvini hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, dass Alitalia gerettet werden könne. Die Frist für ein mögliches Angebot von Investoren für Alitalia ist bereits zum vierten Mal verlängert. Nun endet sie Mitte Juli. Rom hat sich die Rettung der Alitalia mit noch rund 11.600 Beschäftigten auf die Fahnen geschrieben. Als möglicher Investor galt auch die staatliche Eisenbahngesellschaft.

Chinesen wollen Thomas Cook retten

Der britische Pauschalreiseveranstalter Thomas Cook soll vom chinesischen Club-Med-Eigentümer Fosun vor dem Aus gerettet werden. Die Fosun Tourism Group und die Gläubigerbanken wollen 750 Millionen Pfund (umgerechnet 830 Millionen Euro) frisches Geld bereitstellen, damit der 178 Jahre alte Traditionskonzern die Wintersaison 2019/20 übersteht, wie Thomas Cook am Freitag mitteilte. Die Gespräche darüber seien weit fortgeschritten. Zugleich soll das Unternehmen drastisch entschuldet werden. Die übrigen Aktionäre werden dadurch aber weitgehend verdrängt. Die Thomas-Cook-Aktie stürzte an der Londoner Börse um 47 Prozent auf ein Allzeittief von sieben Pence ab.

Thomas Cook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
0,06
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+1,93%
Fosun: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,23
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+1,34%

Trump will Kryptowährungen regulieren

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.625,25
Differenz relativ
-1,17%

US-Präsident Donald Trump hat sich dafür ausgesprochen, digitale Währungen wie Facebooks Libra unter Bankenregulierung zu stellen. Wenn Facebook und andere Unternehmen eine Bank werden wollten, bräuchten sie eine entsprechende Konzession und müssten sich der gleichen Regulierung wie jede andere nationale oder internationale Bank unterwerfen, schrieb Trump am Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter. Auch sonst äußerte er sich kritisch zu digitalen Finanzanlagen: "Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen." Es handele sich dabei nicht um Geld, und unregulierte Krypto-Anlagen könnten illegale Machenschaften wie Drogenhandel fördern. Die einzig wahre US-Währung, meint Trump, sei der Dollar.

AB

Tagestermine am Dienstag, den 16. Juli

Unternehmen:
JP Morgan: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Johnson & Johnson: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Goldman Sachs: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
Wells Fargo: Q2-Zahlen, 14:00 Uhr
Rio Tinto: Q2-Zahlen, 00:30 Uhr
Yara: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Burberry: Q1-Umsatzzahlen, 08:00 Uhr
Telekom Austria: Halbjahreszahlen
Cropenergies: Hauptversammlung in Mannheim, ab 10:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen für Juli, 11:00 Uhr
EU: Handelsbilanz Eurozone im Mai, 11:00 Uhr
USA: Einfuhrpreise im Juni, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz im Juni, 14:30 Uhr Uhr
USA: Industrieproduktion im Juni, 15:15 Uhr
USA: NAHB-Index für Juli, 16:00 Uhr Uhr
USA: Lagerbestände im Mai, 16:00 Uhr