Marktbericht 18:00 Uhr

Marktbericht positiv
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Hoffnung auf Zoll-Deal zwischen USA und China Warum Sojabohnen dem Dax helfen

Stand: 09.10.2019, 18:00 Uhr

Der chinesisch-amerikanische Zollstreit hält die Anleger in Atem. Gestern noch gab es Zweifel an einer möglichen Einigung, heute aber keimt neue Hoffnung auf, dass es zum Deal kommt - wegen mehr Sojabohnen-Importen. Die Börsen machen die gestrigen Verluste wieder wett.

Mit Sojabohnen-Käufen will China die USA versöhnlich stimmen. Peking zeigt sich bereit, künftig pro Jahr 30 Millionen Tonnen Sojabohnen aus den USA zu beziehen - zehn Millionen mehr als bisher, berichtete am Mittwoch die "Financial Times", ohne genaue Quellen zu nennen. Die Volksrepublik bietet an, mehr amerikanische Agrarprodukte zu kaufen als ursprünglich vereinbart.

Dax überwindet erneut die 12.000er Marke

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das schürte an den Börsen neue Hoffnungen auf eine Annäherung im seit Monaten andauernden Zollstreit. Der Dax schloss ein Prozent höher bei fast 12.100 Punkten. Damit notiert er wieder da, wo er am Montagabend gelandet war. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls gut ein Prozent auf 3.464 Punkte.

Wall Street gut erholt

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Etwas verhaltener fiel die Reaktion an der Wall Street aus. Der Dow legte in den beiden ersten Handelsstunden um rund 0,5 Prozent zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,7 Prozent, der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0,8 Prozent. Ermutigende Signale rund um die anstehenden Handelsgespräche mit China ermunterten Anleger zum Einstieg in US-Aktien. "Es herrscht die Erwartung, dass bei diesem Treffen eine Art Zwischen-Einigung herauskommt", sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan.

Experten zweifeln an möglichem Deal zwischen USA und China

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B5 Börse 19.16 Uhr: Anleger hoffen auf Entspannung im Zollstreit

Händler warnen vor überzogenen Erwartungen. Es bestehe das Risiko, dass der Waffenstillstand erneut bricht und auf Sanktionen wieder Gegenmaßnahmen folgen, auf Strafzölle wieder Gegenzölle", sagte Jochen Stanzl, Marktbeobachter beim Brokerhaus CMC Markets. Zudem seien zahlreiche Streitpunkte offen. Dazu gehörten das geistige Eigentum und erzwungene Technologietransfers, Dumpingpreise und der Vorwurf der Währungsmanipulation, sagte er. Ein neuer Streitpunkt sind die jüngsten Visa-Beschränkungen der USA für chinesische Regierungsbeamte und Unternehmen, die in China umgehend auf Kritik stießen.

Die Anleger sitzen derzeit zwischen zwei Stühlen", sagte Timo Emden, Marktanalyst bei Emden Research. Der politische Schlingerkurs im Handelskonflikt sorge für ein Auf und Ab der Gefühle auf Investorenseite. "Je näher der Termin um die anstehenden Handelsgespräche heranrückt, desto größer dürfte die Anspannung und die damit einhergehende Zurückhaltung werden." Am Donnerstag und Freitag treffen sich hochrangige Vertreter aus China und den USA.

Fed-Chef erwägt weitere Zinssenkung in diesem Jahr

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ARD-Börse: US-Notenbank will wieder Geld ins System pumpen

Derweil signalisierte Fed-Präsident Jerome Powell eine weitere Zinssenkung noch in diesem Jahr. Zudem will er mit dem Kauf von Wertpapieren gegen die Spannungen auf dem US-Geldmarkt vorgehen. Man werde schon bald Maßnahmen zur Aufstockung des Angebots an Liquidität auf den Weg bringen, sagte Powell am Dienstag auf einer Wirtschaftskonferenz in Denver. Am Abend wird das Fed-Protokoll der letzten Sitzung veröffentlicht. Es könnte weitere Hinweise auf den künftigen Zinskurs der Fed geben.

Türkischer Syrien-Einmarsch drückt die Lira

Die Türkei wird nach eigenen Angaben in Kürze in Nordsyrien einmarschieren, um gegen die Kurdenmiliz vorzugehen. Die Offensive stehe unmittelbar bevor, schrieb der Kommunikationsdirektor von Präsident Erdogan, Altun. Der Istanbuler Aktienmarkt drehte am Vormittag ins Minus, die türkische Lira gab weiter nach. US-Präsident Trump droht der Türkei mit wirtschaftlicher Zerstörung, sollten sich die Truppen in Syrien unangemessen verhalten.  | mehr

Ölpreise im Aufwind

Die Hoffnung auf eine Annäherung im Handelsstreit trieb auch die Rohstoffmärkte am Mittwoch an: Die Ölpreise zogen kräftig an, die US-Sorte WTI stieg auf über 53 Dollar je Barrel, die Nordseesorte Brent kletterte um knapp zwei Prozent auf gut 59 Dollar.

Der "sichere Hafen" Gold war in einem solchen Umfeld nicht sonderlich gefragt. Der Preis für das gelbe Edelmetall stagnierte bei knapp 1.506 Dollar je Feinunze. Der Euro steigt auf 1,0979 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Lufthansa will Alitalia retten

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Lufthansa will sich einem Insider zufolge an der Rettung der italienischen Fluglinie Alitalia beteiligen. Dies habe die führende europäische Fluggesellschaft der italienischen Regierung vorgeschlagen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die staatliche Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato, die US-Fluggesellschaft Delta und der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia verhandeln seit Monaten über einen Rettungsplan für Alitalia. Bis zum 15. Oktober soll eine verbindliche Offerte vorgelegt werden.

Interessenskonflikt bei Deutsche-Bank-Aufsichtsrat?

Die Aufsichtsgremien der EZB und der BaFin tendieren nach einem Bericht der "Financial Times" dazu, Jürg Zeltner als Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank wegen Interessenskonflikten abzulehnen. Die Luxemburger Privatbankengruppe KBL, deren Chef Zeltner ist, konkurriere im Bereich der Vermögensverwaltung direkt mit der Deutschen Bank, berichtet die Zeitung. Hinter KBL steht die katarische Herrscherfamilie Al-Thani, die wiederum Großaktionär bei der Deutschen Bank ist.

Thyssenkrupp: Blut-Schweiß-und-Tränen-Brief von der Chefin

Die neue Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz hat die Mitarbeiter des kriselnden Konzerns auf harte Einschnitte eingeschworen. "Zur Wahrheit gehört, dass es in einigen Bereichen nicht ohne signifikanten Stellenabbau gehen wird", schrieb Merz in einem Brief des Vorstands an die Mitarbeiter. Zahlen nannte sie nicht. Die ehemalige Bosch-Managerin hatte Anfang vergangener Woche den Chefposten von Guido Kerkhoff übernommen, der nach 14 Monaten im Amt auf Druck von Investoren gehen musste.

Martina Merz Audio

B5 Börse 10.43 Uhr: Thyssenkrupp-Chefin will Stellen streichen

Commerzbank vor Stellenstreichungen in "vierstelliger Höhe"?

Der Privat- und Geschäftskundensparte der Commerzbank drohen einem Medienbericht zufolge harte Einschnitte. Demnach sollen unter Berücksichtigung der geplanten Comdirect-Integration Stellen in "vierstelliger" Höhe abgebaut werden. Das gehe aus einem Schreiben des Gremiums an Mitarbeiter hervor, berichtete das "Handelsblatt". Die Bank wolle rund 250 Zweigstellen dichtmachen und zugleich 50 Filialen "an interessanten Lokationen" neu eröffnen.

Commerzbank im Regen Audio

Börse 09.20 Uhr: Rotstift bei den Banken

Autoscout24-Verkauf könnte über zwei Milliarden Euro bringen

Mehrere Finanzinvestoren und der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 interessieren sich Insidern zufolge für das Kleinanzeigenportal Autoscout24. Unter den Unternehmen, die erste, unverbindliche Gebote abgeben dürften, seien die Beteiligungsgesellschaften Permira, Apax, Carlyle sowie Hellman & Friedman. Die Offerten lägen zumindest teilweise bei mehr als zwei Milliarden Euro. Unklar ist, ob auch der Berliner Medienkonzern Axel Springer ernsthaft mitbieten will. Scout24, der Eigentümer von Autoscout24, lotet mit dem Verkaufsprozess aus, ob er dem Druck des Investors Elliott nachgeben soll, sich von einem seiner beiden Standbeine zu trennen. Nach Schätzungen von Elliott ließen sich mit einem Verkauf 2,5 Milliarden Euro erlösen.

Monitor mit verschiedenne Scout 24-Portalen Audio

B5 Börse 16.14 Uhr: Milliardengebote für Autoscout24?

Deutz setzt auf klimaschonende Technologien

Der Motorenhersteller Deutz baut durch einen Zukauf sein Geschäft mit Elektroantrieben für Bau- und Landmaschinen aus. Der Konzern übernimmt den Batteriespezialisten Futavis aus Alsdorf. Futavis beschäftige rund 30 Mitarbeiter und peile im laufenden Jahr einem Umsatz von fünf Millionen Euro an, so Deutz. Über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden. Deutz will sich im Geschäft mit Komponenten für elektrische Antriebe ein weiteres Standbein aufbauen.

Tom Tailor vorerst gerettet

Die angeschlagene deutsche Modekette kommt einer längerfristig gesicherten Finanzierung näher. Das Unternehmen habe sich mit seinen Konsortialbanken und dem chinesischen Mehrheitsaktionär Fosun auf eine neue Finanzierungsstruktur geeinigt, erklärte Tom Tailor am Mittwoch. Die Eckpunktevereinbarung mit einer Laufzeit bis Ende September 2022 sieht ein Gesamtvolumen von 365 Millionen Euro vor.

Zugleich korrigierte Tom Tailor vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2018, da Rückstellungen wegen einer künftig schlechteren Geschäftsentwicklung gestiegen seien. So erwartet das Unternehmen ein operatives Ergebnis von nur noch 64 Millionen Euro statt 70,6 Millionen Euro.

Derweil wackeln die Stühle des Top-Managements. Der Aufsichtsrat führe derzeit Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden Heiko Schäfer und dem Finanzvorstand Thomas Dressendörfer "hinsichtlich des vorzeitigen Ausscheidens aus der Gesellschaft".

Boeing: Nur eine 737 MAX bestellt

Der Flugzeugbauer hat zum ersten Mal seit Monaten wieder einen seiner Problemjets vom Typ 737 MAX verkauft. Ein ungenannter Kunde habe eine Maschine bestellt, teilte Boeing mit. Die 737 MAX war nach zwei Abstürzen mit Hunderten Todesopfern mit einem weltweiten Flugverbot belegt worden.

Das bremste Boeings Geschäfte in den vergangenen Monaten drastisch aus: In den ersten neun Monaten 2019 brachen die Flugzeugauslieferungen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 47 Prozent ein, wie die am Dienstag veröffentlichte Statistik des US-Konzerns zeigt. Damit fällt Boeing weiter hinter den europäischen Erzrivalen Airbus zurück.

Nestlé setzt auf Veggie-Boom

Nestle will von der wachsenden Nachfrage nach veganen Lebensmitteln profitieren und setzt verstärkt auf Alternativen für klassische Fleischwaren. Mit pflanzlichen Burgern, Würstchen und Schnitzeln ziele der Lebensmittelkonzern vor allem auf junge Kunden ab, die ihren Fleischkonsum zwar reduzieren, aber nicht gänzlich darauf verzichten wollen. "Wir sehen in der Gesellschaft eine Entwicklung hin zu Flexitariern. Das ist ein genereller Trend", sagte Nestle-Manager Reinhold Jakobi.
Der Konzern hat bereits vegane Burger auf dem Markt. Die Nachfrage nach Veggie-Produkten ist groß.

Johnson & Johnson: Milliardenstrafe wegen Männer-Brüsten

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson ist zu einer Schadenersatzzahlung in Milliardenhöhe verurteilt worden. Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Pennsylvania entschied am Dienstag, dass J&J wegen fehlender Informationen über die Nebenwirkungen eines bei Schizophrenie eingesetzten Medikaments acht Milliarden Dollar zahlen müsse.

Geklagt hatte ein Mann, der das Psychopharmakum Risperdal eingenommen hatte, das bei Schizophrenie und bipolaren Störungen verschrieben wird. Er wirft dem Pharmakonzern vor, ihm seien dadurch Brüste gewachsen. J&J kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen. Die J&J-Aktie fällt um rund zwei Prozent.

LVMH trotzt Hongkong-Protesten

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) wächst schneller als erwartet. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 13,32 Milliarden Euro. Analysten hatten lediglich 12,88 Milliarden Euro vorhergesagt. Organisch betrug das Umsatzplus gut elf Prozent. LVMH verwies auf gute Absätze in den USA und in Europa. Auch in Asien lief es gut - trotz der Proteste in Hongkong, die Chinesen vom Shopping abhalten.

Apple: Kritik aus China an Polizei-Tracking-App

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der US-Technologiekonzern wird in der Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas kritisiert. In dem Blatt wird die Zulassung einer bestimmten App auf Apple-Geräten beanstandet, die die Bewegung der Polizei in Hongkong verfolgt und von Protestlern während der regierungskritischen Demonstrationen verwendet wird. Die App "HKmap.live" öffne in der chinesischen Sonderverwaltungszone gewalttätigen Demonstranten die Tür, heißt es in der Zeitung.

nb

Tagestermine am Montag, den 14. Oktober

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen 09/19, 7 Uhr

Konjunktur:
EU: Industrieproduktion 08/19, 11 Uhr

Sonstiges:
Japan Börse geschlossen