Marktbericht 11:50 Uhr

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Pluspunkt für die Bullen Warum diese Rally noch Chancen hat

von Angela Göpfert

Stand: 08.11.2019, 11:50 Uhr

Der Dax gibt zum Wochenschluss leicht nach. Doch das ist vermutlich nur eine kleine Auszeit von der Rally. Denn diese ruht auf vielen Füßen.

Um zu beurteilen, ob ein Markt mittel- bis langfristig "gesund" ausschaut, lohnt ein Blick auf die Marktbreite: Sind es nur wenige, schwergewichtete Aktien, die steigen und so die großen Indizes nach oben ziehen – oder ruht die Rally auf vielen Füßen?

Ein Indikator zur Messung der Marktbreite ist die so genannte Advance-Decline-Linie: Diese stellt ganz simpel die Anzahl der steigenden Aktien der Anzahl der fallenden Aktien gegenüber. Die Logik ist einleuchtend: Wenn viele Aktien an einer Rally teilnehmen, ist das naturgemäß ein Pluspunkt.

In den vergangenen Tagen und Wochen hat sich die AD-Linie der im S&P 500 enthaltenen Werte in beeindruckender Manier stärker gezeigt als der Index selbst, streicht Marktbeobachter Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest" heraus.

Positive Markttechnik

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.180,23
Differenz relativ
-0,38%

Markttechniker sprechen in diesem Zusammenhang übrigens auch von einer positiven Divergenz. Die positive Markttechnik sollte in Verbindung mit der anhaltend lockeren Geldpolitik dies- wie jenseits des Atlantiks den Aktienmärkten mittel- bis langfristig weiter Auftrieb geben.

Der Dax, der gestern noch bei 13.301 Punkten ein frisches Jahreshoch markieren konnte, gibt zum Wochenschluss leicht nach. Bis auf 13.229 Zähler fallen die deutschen Standardwerte, halten sich damit aber immerhin oberhalb der oberen Gapkante der Kurslücke vom Donnerstag (13.188 auf 13.227 Punkte).

Neue Konjunkturhoffnungen

Rückenwind kommt dabei von überraschend guten Konjunkturdaten. Die von Handelskonflikten, schwacher Weltkonjunktur und Brexit-Chaos gebeutelten deutschen Exporteure haben im September das stärkste Wachstum seit fast zwei Jahren erzielt. Ihre Ausfuhren stiegen um 1,5 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Damit übertrafen die deutschen Exporteure die Erwartungen deutlich, Ökonomen hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,4 Prozent auf ihren Zetteln. Die guten Daten von den deutschen Exporteuren schüren am Markt Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung.

Noch kein Tweet von Trump

Leichter Gegenwind für die Dax-Bullen kommt zum Wochenschluss allerdings aus den USA: Laut Medienberichten ist das Handelsabkommen zwischen den USA und China noch lange nicht in trockenen Tüchern. Im Weißen Haus soll sich teils heftiger interner Widerstand regen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Tatsächlich ist es bemerkenswert, dass Präsident Donald Trump bislang noch keine Erfolgsmeldung per Twitter abließ - ist er am Ende über das mediale Vorpreschen der Chinesen verärgert?

Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average tendiert zur Stunde seitwärts. Am Donnerstag hatten Dow und S&P den Handelstag auf Allzeithochs beendet.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.777,62
Differenz relativ
0,00%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.096,70
Differenz relativ
+0,10%

Gold dreht ins Minus

Der Goldpreis hat seine frühen leichten Kursgewinne bereits wieder abgegeben und fällt aktuell um 0,1 Prozent auf 1.467 Dollar je Feinunze. In der laufenden Handelswoche war das gelbe Edelmetall im Zuge der steigenden Risikoneigung der Anleger ordentlich unter die Räder geraten.

Der Euro gibt leicht nach auf 1,1037 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1026
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+0,03%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,21
Differenz relativ
-0,24%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.466,20
Differenz relativ
-0,33%

BMW: Neuer Absatzrekord zum Greifen nahe

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
73,41
Differenz relativ
-0,34%

Zwei Monate vor Jahresschluss sieht sich der Autobauer auf gutem Weg zum neunten Absatzrekord in Folge. Mit einem Absatzplus von 1,7 Prozent im Oktober stieg die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Jahresverlauf um ebenfalls 1,7 Prozent auf insgesamt 2,07 Millionen. BMW bekräftigte die Erwartung, die Zahl der 2018 ausgelieferten Fahrzeuge von 2,49 Millionen Stück im laufenden Jahr leicht zu übertreffen.

Allianz hebt Ergebnisprognose an

Einer der schwächsten Werte im Dax ist am Freitag die Aktie der Allianz. Dabei wächst beim Münchner Versicherungsriesen die Zuversicht. Das operative Ergebnis soll in diesem Jahr zwischen 11,5 und 12,0 Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte die Untergrenze der Erwartung bei 11,0 Milliarden Euro gelegen. Im dritten Quartal stagnierte die Kennziffer bei 2,98 Milliarden Euro, traf damit aber die Analystenschätzungen fast punktgenau. Getrieben wurde das Ergebnis diesmal von der Leben- und Kranken-Sparte und der Vermögensverwaltung, während der größte Ertragsbringer, die Schaden- und Unfallversicherung, Einbußen hinnehmen musste.  | mehr

VW: Startschuss für neue Elektroautofabrik

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
179,92
Differenz relativ
-0,60%

Die Elektroautofabrik des Wolfsburger Autoherstellers in Shanghai hat den Testbetrieb aufgenommen. VW-Chef Herbert Diess sagte, bis 2028 wolle das Unternehmen 22 Millionen Elektroautos herstellen, die Hälfte davon in China. Diess strebt bei VW einen "Systemwechsel zur Elektromobilität" an.

Da passt es, dass Volkswagen heute im Werk Braunschweig eine neue Fertigungslinie für Batteriesysteme eröffnet. Diese sollen in Automodellen zum Einsatz kommen, die auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) basieren - unter anderem in dem gerade gestarteten ID.3, der einen neue Serie reiner E-Fahrzeuge bei VW begründet.

Schon wieder: Deutsche Pfandbriefbank hebt Prognose an

Das Finanzinstitut hebt seine Prognose für 2019 an. Es strebt nun einen Vorsteuergewinn zwischen 205 und 215 Millionen Euro an. Zuletzt hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben das obere Ende der Spanne von 170 bis 190 Millionen Euro oder leicht darüber angepeilt. Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) begründete ihren Schritt mit "einem starken 3. Quartal", in dem ein Vorsteuerergebnis von 70 Millionen Euro erzielt worden sei.

Für die ppb ist es bereits die zweite Prognoseerhöhung in diesem Jahr. Bereits im Juni hatte sie ihre Jahresziele nach oben geschraubt.

Lkw-Zulieferer Jost Werke warnt

Der Nutzfahrzeugzulieferer Jost Werke blickt pessimistisch nach vorn. Wegen der beobachtbaren "zunehmenden Verschlechterung des Marktumfelds für Nutzfahrzeuge in allen Regionen", die voraussichtlich über das saisonübliche deutlich hinausgehe, rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang im Gesamtjahr.

Die Erlöse sollten im Vorjahresvergleich im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken. Bisher war Jost von einem Anstieg der Erlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde sich 2019 weiterhin im Einklang mit dem Umsatz entwickeln.

Alibaba: Hongkong-Börsengang auf Chinas Geheiß?

Der chinesische Online-Riese Alibaba strebt bei seinem Börsengang in Hongkong Einnahmen von bis zu 15 Milliarden Dollar an. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag berichtete, sind bereits Anfang kommender Woche entsprechende Anhörungen vor den Behörden geplant, wie es das Hongkonger Börsenrecht vorsieht. Es wäre Alibabas zweiter Börsengang - der Konzern ist bereits in New York gelistet.

Mit dem Börsengang in Hongkong entspricht Alibaba auch den Wünschen der Regierung. Peking ermuntert die großen Tech-Unternehmen des Landes immer wieder, in China an die Börse zu gehen. Geplant ist eine Technologiebörse in Shanghai nach dem Vorbild der US-Börse Nasdaq.

Richemont: Umbau und Hongkong-Proteste bremsen

Der Umbau des Luxusgüterherstellers Richemont hinterlässt Spuren im Ergebnis des Schweizer Unternehmens. Das operative Ergebnis konnte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019/20 zwar um drei Prozent auf 1,17 Milliarden Euro gesteigert werden, verfehlte damit aber die Erwartungen.

Dazu kommt ein Einbruch im Schlüsselmarkt Hongkong, wo viele Geschäfte während der politischen Unruhen geschlossen blieben, sowie die gedämpfte Kaufbereitschaft der Verbraucher in anderen Ländern. Damit schwächte sich das Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal ab. Insgesamt belief sich der Halbjahresumsatz auf 7,4 Milliarden Euro. Der Gewinn des Herstellers von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier oder IWC sackte um 61 Prozent auf 869 Millionen Euro ab.

Disney: Weniger Gewinn - sehr gut!

Walt Disney: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
133,80
Differenz relativ
+0,78%

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat dank Kinokassenhits wie "Der König der Löwen" und "Toy Story 4" im vierten Quartal mehr verdient als erwartet. Auch das Geschäft mit den Freizeitparks half dem Unternehmen dabei, hohe Investitionskosten im Zusammenhang mit dem Aufbau des Streamingdienstes Disney+ auszugleichen. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie 1,07 Dollar. Der Umsatz kletterte um mehr als ein Drittel auf 19,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 95 Cent je Anteilschein gerechnet. Die Disney-Aktie stieg nachbörslich um fünf Prozent.  | mehr

Tagestermine am Freitag, den 15. November

Firmen:
LEG Immobilien: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Stabilus: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
A.P. Moller-Maersk: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Volkswagen: AR beschließt Investitionsplan, mit Pk, 14:30 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Verbraucherpreise 10/19, 11:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/19, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/19, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz 10/19, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 10/19, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 10/19, 15:15 Uhr
USA: Lagerbestände 09/19, 16:00 Uhr