Marktbericht 15:05 Uhr

Marktbericht negativ

Dax rudert zurück War der Börsenaufschwung übertrieben?

Stand: 21.05.2020, 15:05 Uhr

Keine Feier(tags)stimmung an den Börsen: Nach den kräftigen Kursgewinnen der letzten Tage treten die Anleger einen Schritt zurück. Manchen ging die Frühlingsrally wohl doch zu schnell.

Die Hoffnung auf eine baldige Konjunkturbelebung hatte zuletzt die Aktienmärkte rasant angetrieben. Der Dax hat seit Wochenanfang gut 650 Punkte gewonnen. Auch der Dow zog spürbar an. Nun drücken einige Börsianer aber wieder auf die Bremse. "Das Tempo der Erholung war zuletzt etwas schnell, und wir stoßen auf Widerstand", sagte Kiyoshi Ishiagane, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Mitsubishi UFJ Kokusai.

Dax hält sich über 11.100 Punkten

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.391,28
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+2,87%

Im dünnen Feiertagshandel gibt der Dax bis zum frühen Nachmittag um knapp ein Prozent auf 11.115 Zähler nach. Am Vormittag waren die Kursverluste noch höher, die Marke von 11.000 Punkten hielt aber. Bei 11.247 Zählern verzeichnete der deutsche Leitindex gestern den höchsten Stand der Corona-Krise. Damit belaufen sich die Kursgewinne seit dem Corona-Krisen-Tief bei 8.256 Zählern in der Spitze auf 36 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist der heutige Kursrückgang in erster Linie ein gesundes Luftholen, ein Kräftesammeln nach einer wirklich beachtlichen Rally.

Verschnaufpause an der Wall Street?

Von der Wall Street ist voraussichtlich erst mal wenig Rückenwind zu erwarten. Der Dow dürfte 0,4 Prozent schwächer in den Tag starten, nachdem er gestern noch um 1,5 Prozent nach oben geklettert war. Der breiter gefasste S&P 500 war um 1,7 Prozent auf 2.972 Punkte, der Technologie-Index Nasdaq gar um 2,1 Prozent auf 9.376 Zähler gestiegen. US-Finanzminister Steven Mnuchin und Notenbankchef Jerome Powell hatten am Dienstag signalisiert, weitere Maßnahmen zu erwägen, um die Folgen der Krise für die Wirtschaft abzufedern. Aus den nach drei Wochen veröffentlichten Protokollen der Fed-Sitzung ging hervor, dass einige Teilnehmer weitere Epidemie-Wellen befürchten. Die Fed hatte angekündigt, gegen die von der Krise ausgelöste Rezession alles in die Waagschale zu werfen.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.752,99
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+1,15%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.992,80
Differenz relativ
+1,28%

Hoffnungsfaktor drittes Quartal

Aus fundamentaler Perspektive drückt der neu aufflackernde (Handels-)Streit zwischen den USA und China den Anlegern aufs Gemüt. Der US-Senat hat am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, das einige chinesische Firmen daran hindern soll, ihre Aktien in den USA zu listen. Für US-Präsident Donald Trump ist Chinas "Inkompetenz" für das "weltweite Massensterben" verantwortlich. 

Mittelfristig stützen sollten indes die sich häufenden Konjunkturfrühindikatoren, die auf eine konjunkturelle Belebung hindeuten. Dass die Volkswirtschaften rund um den Globus im ersten und zweiten Quartal in die Rezession gerutscht sind beziehungsweise rutschen werden, ist an der Börse längst eingepreist. Die Hoffnungen ruhen nun auf einem Wiederanfahren der Konjunktur im dritten Quartal, wie sie jüngst auch Fed-Chef Jerome Powell geschürt hatte.  

"Tiefpunkt hinter uns"

Diese Hoffnungen bekommen am Donnerstag durch einen Magazin-Bericht neue Nahrung. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle rechnet laut der „Wirtschaftswoche“ mit einer Konjunkturbelebung spätestens im Sommer. Im dritten Quartal könne das Wachstum bei überraschend kräftigen 10,7 Prozent verglichen zum Vorquartal liegen. 

Auch der wieder anziehende Markit-Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft in der Eurozone lieferte ein positives Signal. Demnach hat sich die extrem schlechte Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone im Mai etwas aufgehellt. "Die Euro-Zone verzeichnete auch im Mai einen Kollaps der Wirtschaftsleistung, wenngleich die Umfrageergebnisse ermutigende Hinweise dafür liefern, dass der Tiefpunkt wohl hinter uns liegt", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. 

Ölpreise weiter im Aufwind

Rückenwind für die globalen Aktienmärkte kommt weiterhin vom Ölmarkt. Neue US-Lagerdaten deuten auf eine wesentlich entspanntere Situation hin, nachdem noch wenige Wochen zuvor wegen eines extremen Überangebots die Lagerkapazitäten knapp zu werden drohten. Auch das ist ein Zeichen, dass die globale Konjunkturmaschine allmählich wieder anläuft.  

Am Donnerstag setzt sich die Ölpreis-Rally fort. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt zur Mittagszeit um 2,2 Prozent auf 34,21 Dollar. Der Brent-Preis zieht um 1,8 Prozent auf 36,40 Dollar je Fass an.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,50
Differenz relativ
+1,78%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,69
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+1,94%

Der Goldpreis fällt um 0,9 Prozent auf 1.734 Dollar je Feinunze. Darin spiegelt sich auch die Hoffnung mancher Marktteilnehmer auf eine baldige Wirtschaftserholung wider.

Der Euro tendiert bei 1,0974 Dollar seitwärts. Marktteilnehmer führen die jüngsten Kursgewinne des Euro vor allem auf einen schwächeren Dollar zurück. Die gute Stimmung an den Aktienbörsen am Vortag hatte den Dollar als weltweite Reservewährung weniger lukrativ erscheinen lassen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0896
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.730,70
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Mögliche Rettung beflügelt Lufthansa-Kurs

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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8,64
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+7,49%

Die Lufthansa-Aktie schnellt im frühen Handel nach oben. Eine Entscheidung über ein milliardenschweres Rettungspaket des Bundes für die Lufthansa steht offenbar kurz bevor. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch, es sei in Kürze" damit zu rechnen. Die Regierung sei in "intensiven Gesprächen" mit dem Unternehmen und der EU-Kommission. Die Bundesregierung habe ihr Bekenntnis, die Airline in der Krise zu stützen, bekräftigt, so Bernstein-Analyst Daniel Roeska. Dies werde aber erheblich zu Lasten der Aktionäre gehen.
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Aroundtown will keine Dividende zahlen

Der Luxemburger Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown will vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie keine Dividende ausschütten. Dafür soll es ein Aktienrückkaufprogramm geben. Ein entsprechender Vorschlag soll der Hauptversammlung gemacht werden. Den Termin für das Aktionärstreffen hat der Verwaltungsrat auf den 24. Juni festgelegt.

Easyjet startet Flugbetrieb am 15. Juni

Easyjet: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,00
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+10,73%

Der britische Billigflieger Easyjet will vom 15. Juni an wieder erste Flüge anbieten. Dabei werden hauptsächlich Strecken innerhalb Großbritanniens angeboten, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Bedient werden sollen insgesamt 22 Flughäfen, darunter London-Gatwick, Edinburgh, Glasgow und Belfast. Easyjet-Chef Johan Lundgren sprach von "kleinen, vorsichtig geplanten Schritten". Die Airline kündigte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wegen der Corona-Krise an. So sollen beispielsweise Passagiere, Besatzung und das Bodenpersonal Masken tragen.
 
 

Expedia: Reiselust erwacht im Mai

Das Online-Reisebuchungsunternehmen Expedia geht infolge einer Erholung der Nachfrage im Mai von einem geringeren Verlust im zweiten Quartal als erwartet aus. "Was wir gesehen haben, sind kleine Anzeichen einer Erholung an Orten, an denen Lockerungen möglich geworden sind, wodurch die Menschen jetzt anfangen können, über ihren Sommerurlaub nachzudenken", teilte das Unternehmen mit. Im ersten Quartal fielen die Bruttobuchungen um 39,2 Prozent auf 17,89 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust belief sich auf 1,3 Milliarden Dollar nach 103 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.
 

Marktturbulenzen pulverisieren Generalis Gewinn

Der italienische Versicherer und Allianz-Konkurrent Generali hat im ersten Quartal unter der Corona-Krise gelitten. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 113 Millionen Euro und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor mit 744 Millionen Euro. Dabei schlugen insbesondere Abschreibungen in Folge der Verwerfungen an den Finanzmärkten im Zuge der Corona-Pandemie negativ zu Buche.

Das operative Ergebnis legte hingegen um 7,6 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro zu. Analysten hatten hier im Schnitt weniger erwartet. Dabei profitierte Generali insbesondere von seinen Geschäften außerhalb der Lebensversicherungen.

Mastercard: Erst impfen, dann Office?

Mastercard, der zweitgrößte Zahlungsabwickler der Welt, bietet seinen Mitarbeitern an, erst mit der Verfügbarkeit eines Covid-19-Impfstoffs an ihre Büroarbeitsplätze zurückzukehren. Der US-Konzern schloss sich damit anderen Technologie- und Finanzunternehmen an, die erklärt hatten, in absehbarer Zukunft keine umfassende Back-to-the-Office-Initiativen umzusetzen, einschließlich der Hauptkonkurrenten American Express und Visa.

Der Zahlungsabwickler prüft derzeit auch seine zukünftigen Immobilienbedürfnisse und erwägt die Konsolidierung von Büros. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Westchester beschäftigt weltweit fast 20.000 Mitarbeiter.

Air France-KLM verabschiedet sich früher vom A380

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air France-KLM stellt wegen der Corona-Krise den Betrieb ihrer A380-Flotte ein. Die Flotte sei derzeit am Boden und werde nicht wieder fliegen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. Die Ausmusterung des größten Passagierjets der Welt war ursprünglich für 2022 vorgesehen. Air France-KLM hat insgesamt neun A380-Jets in seiner Flotte.

Apple & Google: Schnittstellen für Warn-App sind bereit

Die Smartphone-Schnittstellen von Google und Apple für Corona-Warn-Apps sind jetzt verfügbar. Bisher wurde der Zugang dazu 22 Ländern zugesagt. Weitere dürften in den kommenden Wochen hinzukommen. Pro Land soll nur eine App auf die Schnittstellen zugreifen können, um einen Flickenteppich aus verschiedenen Anwendungen zu verhindern.

Die Corona-Apps sollen helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten.

Corona setzt Royal Caribbean schwer zu

Stornierungen wegen der Coronavirus-Pandemie setzen Royal Caribbean zu. Der Kreuzfahrtanbieter rechnet deshalb auch im laufenden zweiten Quartal mit einem Verlust. Im ersten Quartal stand ein Fehlbetrag von 1,44 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von knapp 250 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum zu Buche. "Wenn unsere Schiffe wieder ablegen, werden sie in einer veränderten Welt segeln", sagte Vorstandschef Richard Fain.

Rolls-Royce streicht Tausende Stellen

Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce plant die Streichung von mindestens 9.000 Stellen wegen des Einbruchs des Luftverkehrs während der Corona-Pandemie. Konzernchef Warren East sagte, in solchen beispiellosen Zeiten müssten schwere Entscheidungen getroffen werden.

Der Konzern hat weltweit etwa 52.000 Mitarbeiter und baut baut vor allem Antriebe für Großraumflugzeuge, die auf Langstreckenverbindungen von Kontinent zu Kontinent zum Einsatz kommen. Auch bei Airbus wird offenbar über Personalabbau nachgedacht.

Tesla lässt Klage gegen Corona-Einschränkungen fallen

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die Klage gegen die Ausgehbeschränkungen in der Corona-Krise am Standort seines Stammwerks in Kalifornien fallengelassen. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen von Mittwoch hervorgeht. Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Coronavirus-Eindämmung aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion ungerechtfertigterweise verhinderten.

 

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Die wichtigsten Stationen im Leben von Elon Musk Erst gemobbt, dann vergöttert

Klein-Elon Musk mit Telefonhörer

Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

nb

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr