Von Rally keine Spur

Stand: 25.11.2009, 20:05 Uhr

Vor dem Thanksgiving-Feiertag in den USA haben die Anleger heute nur sehr zögerlich gehandelt. Die Schwächephase nach der Veröffentlichung amerikanischer Konjunkturdaten konnte der Dax zwar rasch wieder überwinden. Eine Jahresendrally sieht aber anders aus.

Auch am Abend schafft der Dax ein leichtes Plus von 21 Punkten (0,4 Prozent), bleibt aber mit 5.793 unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 5.800 Zählern. Im Xetra-Handel hatte sich der Dax noch knapp über diese Schwelle gerettet. Der Index schwankte den ganzen Tag über zwischen 5.753 und 5.825. Größte Gewinner sind K+S, Adidas und die Deutsche Telekom. Dagegen müssen Volkswagen, Commerzbank und MAN deutlich abgeben.

Dass der Dax überhaupt noch im Plus schließt, verdankt er der Wall Street. Dort haben positive Konjunkturdaten die US-Börsen am Mittwoch leicht ins Plus gehievt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der vergangenen Woche deutlich stärker zurück als erwartet. Zudem steigerten die Konsumenten ihre Ausgaben auch zu Beginn des vierten Quartals. Damit verbessern sich die Chancen, dass sich die Erholung der US-Wirtschaft auch zum Jahresende 2009 fortsetzt. Zum Börsenschluss am Abend in Frankfurt notiert der Dow Jones-Index hauchdünn im Plus mit gut 20 Punkten bei 10.455.

Wegen des Thanksgiving-Feiertages in den USA am morgigen Donnerstag sind die Umsätze allerdings besonders niedrig, weil viele Händlern den Feiertag zu einem Kurzurlaub nutzen und bereits heute nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen sind.

Euro und Gold erklimmen Hochstände
Der Euro hat sich heute der Hürde von 1,51 Dollar genähert. Mit 1,5096 Dollar erreichte die Gemeinschaftswährung zeitweise ein neues Jahreshoch. Sein Allzeithoch hat der Euro im Sommer 2008 mit 1,6038 Dollar aufgestellt.

Auch der Goldpreis setzt seinen Höhenflug fort und erreicht erneut einen Rekordstand. In der Spitze kletterte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) heute bis auf 1.180,00 Dollar. Damit wurde der jüngste Rekord vom Montag bei 1.173,50 Dollar übertroffen.

Commerzbank vertröstet
Dass die zweitgrößte deutsche Bank heute ihr Ziel bestätigte, im Jahr 2012 ein operatives Ergebnis von vier Milliarden Euro anzupeilen, ließ die Anleger unbeeindruckt. Viele schreckte die Aussicht auf eine mögliche Kapitalerhöhung, sowie die immer höher ausfallenden Integrationskosten der Dresdner Bank. Statt der anvisierten zwei Milliarden sollen es jetzt 2,5 Milliarden werden.

Porsche bleibt rot
Mit einem Rekordverlust von 4,4 Milliarden Euro vor Steuern hinterließ der verlorene Machtkampf mit VW in der jüngsten Bilanz 2008/09 des Stuttgarter Konzerns Porsche tiefe Spuren. Auch 2009/10 soll nochmals ein Milliardenverlust anfallen. Porsche müsse Abschreibungen auf den Buchwert seines 51-prozentigen VW-Anteils vornehmen, da der VW-Aktienkurs gesunken ist, hieß es. Durch die düsteren Aussichten geraten die VW-Stammaktien erneut unter Abgabedruck.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,26
Differenz relativ
-2,35%

Stockt Abu Dhabi bei Daimler auf?
Der Großaktionär des Stuttgarter Konzerns, Aabar Investments aus dem Emirat Abu Dhabi, hat sich einen Kredit in Höhe von 1,62 Milliarden Dollar besorgt. Die Investmentgesellschaft hatte kürzlich erklärt, eine Aufstockung ihres Anteils am Stuttgarter Konzern zu erwägen. Nach bisherigen Informationen hält Aabar bisher gut neun Prozent an Daimler. Außerdem hat die UBS in einer Branchenstudie die Daimler-Aktie auf "Buy" und auf der "Most Preferred List" für den Automobilsektor belassen.

Munich Re kauft Ergo komplett
Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück will seine Erstversicherungstochter Ergo komplett übernehmen. Dazu hat der Dax-Konzern der Unicredit für 330 Millionen Euro ein Aktienpaket von knapp fünf Prozent an der Ergo abgekauft. Damit hält Munich Re nun 99,64 Prozent an der Düsseldorfer Tochter und kann die restlichen Aktionäre gegen eine Zwangsabfindung (Squeeze out) aus dem Unternehmen drängen.

LBBW verleiht Aixtron Flügel
Im TecDax klettern die Aktien des Spezialmaschinenbauers Aixtron weiter. Zeitweise notierten die Papiere so hoch wie seit Anfang 2002 nicht mehr. Die LBBW hat ihre Gewinnprognosen für 2009 bis 2011 angehoben. Allerdings gab es dennoch eine Verkaufsempfehlung und ein Kursziel von 18 Euro - wegen der hohen Bewertung.

Infineon und Nokia arbeiten zusammen
Der Chipkonzern Infineon und der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia wollen gemeinsam Sende- und Empfangseinheiten für den neuen Mobilfunk-Übertragungsstandard LTE entwickeln. Die Bayern und die Finnen wollten als Ergebnis ihrer Zusammenarbeit eine Chip-Plattform anbieten, die sowohl in Nokia-Handys als auch in Geräten anderer Hersteller funktionieren soll.

Nordex mit Aufwind
Nordex-Aktien bleiben auch heute gefragt. Nach Gerüchten über einen Ausstieg von Großaktionärin Klatten ist es heute die Deutsche Bank, die der Aktie zum Auftrieb verhilft. Sie hat die Papiere von "Sell" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel von 8,00 auf 9,50 Euro angehoben. Das Aufwärtspotenzial sei wegen der günstigen Bewertung aber begrenzt, hieß es.

3U machen Freudensprünge
Die Anteilsscheine des Telefondienstleisters 3U machen bei beachtlichen Umsätzen einen Sprung nach oben. Das Unternehmen hat zwar einen Umsatzrückgang von 81 auf 71 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen verbucht. Doch immerhin stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um gut ein Viertel auf 10,7 Millionen Euro.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Weltpremiere des ersten Elektroautos der neuen Marke EQ in Stockholm
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 16:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Luxxotica: Halbjahreszahlen, 17:45 Uhr
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amgen: Q2-Zahlen
AMD: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht Juli, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index für Juni, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr