Von Jahresendrally keine Spur

Stand: 04.12.2009, 20:10 Uhr

Gut zwei Prozent hat der Dax in dieser Woche zugelegt. Bis auf 5.859 Zähler ist der Dax nach guten US-Arbeitsmarktzahlen am Nachmittag gestiegen. Einen Großteil der Gewinne muss er bis zum Abend allerdings wieder abgeben. Noch skeptischer reagieren die Anleger an der Wall Street.

Nach einem schwungvollen Start verdarb der stärkere Dollar den Investoren den Appetit und machte vor allem Rohstofftitel zu schaffen. Immer wieder dreht der Dow-Jones-Index ins Minus. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert er dann rund 20 Punkte niedriger bei 10.348 Zählern. Auch der Dax verliert im Abendhandel weiter an Boden, rettet sich aber doch noch mit einem kleinen Gewinn von 22 Punkten bei 5.796 ins Wochenende.

Dabei hatten die überraschend guten US-Arbeitsmarktzahlen am Nachmittag für kräftige Kursgewinne gesorgt. Statt den erwarteten 130.000 Stellen sind im November nur 11.000 Jobs abgebaut wurden. Damit hat sich der Beschäftigungsabbau der Null-Linie angenähert. Zudem wurde der Stellenabbau in den beiden Vormonaten kräftig um insgesamt 159.000 nach unten revidiert. Präsident Obama sprach von einem willkommenen Zeichen, warnte aber vor übertriebener Hoffnung. Die nächste Zukunft werde nicht ohne Rückschläge oder Mühen sein, sagte er.

Wichtige Unternehmensnachrichten waren heute Mangelware. Im Dax endeten die Stämme von Volkswagen 0,16 Prozent tiefer bei 80,39 Euro, nachdem die Aktionäre von Europas größtem Autobauer dem Vorstand grünes Licht für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung gegeben hatten.

Q-Cells einigt sich mit Chinesen
Der Streit zwischen dem Bitterfelder Solarunternehmen Q-Cells und seinem chinesischen Lieferanten LDK Solar ist beigelegt. Beide Firmen teilten am Mittag mit, eine Einigung zur Fortsetzung des Waferliefervertrages für den Zeitraum 2009 bis 2018 erzielt haben. Alle Unstimmigkeiten über die Auslegung des Vertrages seien beigelegt. Auch wollen beide Firmen auf sämtliche juristischen Ansprüche verzichten. Die Aktie der im TecDax notierten Q-Cells drehte ins Plus.

Morgan Stanley zweifelt an Erbitux
Eine Herabstufung durch Morgan Stanley hat die Aktie des Darmstädter Pharmaunternehmens Merck deutlich unter Druck gesetzt. Die bisherigen Ergebnisse zur Behandlung von Darmkrebs mit Erbitux seien ein Rückschlag für das Unternehmen, schreibt MS-Analyst Andrew Baum. Außerdem könnte angesichts möglicher Nebenwirkungen der Erbitux-Einsatz auch bei anderen Krebsarten eingeschränkt werden. Er halte daher an seiner Einstufung "Underweight" fest.

Hugo Boss bald schuldenfrei?
Aufatmen in Metzingen. Der Finanzinvestor Permira überlegt, mit eigenem Geld die Schuldenlast des Modekonzerns Hugo Boss zu mindern. Es gebe Gespräche über eine Schuldenentlastung in Höhe von 800 Millionen Euro, sagte ein Permira-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Laut "Wirtschaftswoche" will Permira der New Yorker Citigroup einen großen Teil des 2,2-Milliarden-Euro-Kredits abkaufen, mit dem die Hugo-Boss-Muttergesellschaft Valentino in der Kreide steht.

Erfolgreiche Börsengänge in China
Asiens größter Windkraftanlagenbetreiber China Longyuan Power Group nahm bei seinem IPO heute in Hongkong Kreisen zufolge umgerechnet 1,5 Milliarden Euro ein. Zugleich rüstete sich Chinas größter Schiffsausrüster China Shipbuilding Industry für einen ähnlichen Erfolg: Mit dem Verkauf aller Aktien am oberen Ende der angepeilten Preisspanne würden 1,4 Milliarden Euro in die Kasse fließen, erklärte der Konzern. Börsengänge in Asien dominieren die weltweiten Ranglisten in diesem Jahr. Sie machen etwa zwei Drittel des Volumens der zehn größten IPOs aus, deren Gesamteinnahmen voraussichtlich bei fast 30 Milliarden Euro liegen werden.

Anleger mögen Hochtief
Obwohl das Bauunternehmen den Börsengang seiner Infrastrukturtochter Concessions kurzfristig abgesagt hat, legt die Aktie heute kräftig zu . "Unser Anspruch war stets, in keinem Fall unter unseren Wertvorstellungen zu verkaufen. Das haben wir immer gesagt und wir stehen weiterhin unter keinerlei Druck", sagte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,22
Differenz relativ
+0,78%

Siemens enttäuscht
Siemens bleibt auch heute auf Talfahrt, nachdem der Konzern gestern seinen Geschäftsausblick reduziert hatte. Zudem wurde Siemens von der UBS von der "Most Preferred List" für den Anlagenbausektor genommen. Die Einstufung blieb auf "Neutral" mit einem Kursziel von 65,00 Euro. Dagegen können die Finanzwerte ihre Verluste vom Vormittag wieder ausgleichen.

Teleplan rückt auf
Der IT-Reparaturdienstleister Teleplan wird nach einer Entscheidung des Arbeitskreises Indizes der Deutschen Börse am 21. Dezember in den SDax aufgenommen. Dafür müssen die Aktien des Finanzdienstleisters MPC Capital weichen. Dagegen bleibt die Beteiligungsgesellschaft Arques im SDax. Das Unternehmen war jüngst noch als ein möglicher Index-Absteiger gehandelt worden. Bei Dax, MDax und TecDax gibt es keine Veränderungen.

Tagestermine am Mittwoch, 21. November

Unternehmen:
ThyssenKrupp: Q4-Zahlen, 7.30 Uhr
Deutsche Bank: Platform Economy Summit, Berlin
CA Immo: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Paris: Vorstellung des OECD-Wirtschaftsausblicks, 11 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Woche, 14:30 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen, November endgültig, 16 Uhr
USA: Frühindikatoren, Oktober, 16 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: Abschluss der Handelsblatt-Tagung zum Thema "European Banking Regulation" mit Deutsche-Bank-Compliance-Vorständin Matherat