Marktbericht 20:05 Uhr

Dax kommt nicht vom Fleck Viele Zahlen, aber keine klare Richtung

Stand: 26.04.2016, 20:05 Uhr

Trotz zahlreicher Quartalsausweise findet die Börse derzeit keine klare Richtung. Vor der Zinssitzung der Fed wollte sich niemand mehr aus dem Fenster lehnen. Zudem wartet alles auf die Apple-Zahlen am Abend in Amerika.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der deutsche Aktienmarkt setzte am Dienstag trotz zahlreicher Unternehmensberichte seine lustlose Tendenz der Vortage fort. Der Leitindex Dax verlor nach zunächst verheißungsvollem Start und gut aufgenommenen Bayer-Zahlen im Tagesverlauf immer mehr an Boden und beendete den Handelstag mit einem Tagesverlust von 0,34 Prozent bei 10.259 Punkten. Das Tageshoch hatte am Morgen immerhin bei 10.385 Punkten gelegen, das Tagestief bei 10.212 Zählern.

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
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Börse 19.00 Uhr

Lange Zeit kämpften Bullen und Bären ganz klassisch um die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie im Dax, die bei 10.275 Punkten verläuft. Nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten mussten die Bullen aber klein beigeben, allerdings gab es dabei keine größeren Verwerfungen. Viele Anleger warteten zudem auf die Zinsentscheidung in den USA am Mittwochabend, sagte Analystin Antje Laschewski von der Landesbank LBBW.

US-Märkte im Wartemodus

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.599,02
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Die Wall Street war nach den Konjunkturdaten ins Minus gerutscht, nachdem es zuvor bei den Bilanzausweisen sowohl Licht als auch Schatten gegeben hatte. Vor allem der starke Dollar hat bei vielen großen US-Unternehmen im ersten Quartal für Misstöne gesorgt. Der Leitindex Dow Jones, der im Tageshoch schon bei 18.043 Punkten lag, ist wieder unter die Marke von 18.000 Zählern gefallen und liegt derzeit leicht im Minus.

Bei den Konjunkturdaten lagen sowohl die Aufräge für langlebige Güter im März, der Case-Shiller-Hauspreisindex für Februar als auch das vom privaten Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen im April unter den Erwartungen. Vor allem die sinkende Stimmung der amerikanischen Konsumenten kam nicht gut an.

"Angesichts der robusten Arbeitsmarktsituation und der niedrigen Energiepreise ist das Ergebnis damit und angesichts des heutigen Rückgangs enttäuschend. Handlungsdruck für die Fed mit Blick auf die FOMC-Sitzung morgen lässt sich nicht ableiten", erklärte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Alles blickt auf Apple

Die Anleger erwarten zudem nach Börsenschluss die Ergebnisse von Apple und AT&T sowie von Twitter und Ebay. Es wird damit gerechnet, dass Apples iPhone-Absatz erstmals zurückgegangen ist. Apple-Aktien, ein Schwergewicht an der Technoloiebörse Nasdaq und auch im Dow-Jones-Index enthalten, liegen in New York gut 0,65 Prozent im Minus. Bisher hat es keine klare Tendenz bei den Quartalsausweisen gegeben. "Derzeit befinden wir uns im Niemandsland", erklärte Scott Brown vom Handelshaus Raymond James.

Was macht die Fed?

Mit einem solchen Handlungsdruck, sprich dem Drehen an der Zinsschraube, rechnet eigentlich auch niemand angesichts der durchwachsenen Konjunkturdaten. Aber wie immer geht es darum, wie es weitergehen könnte im Zinszyklus der Notenbank. Diese hat bisher nur im Dezember ihren Leitzins auf eine Bandbreite zwischen 0,25 und 0,5 Prozent leicht erhöht, seitdem herrscht Funkstille. Dafür schießen wie stets die Spekulationen kräftig ins Kraut.

Euro zeigt Stärke

Die europäische Gemeinschaftswährung profitierte von den schwachen US-Daten und legte in der Spitze bis auf 1,1337 Dollar zu, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1287 (Montag: 1,1264) US-Dollar fest. Der Devisenmarkt steht ebenfalls ganz im Zeichen der Fed-Entscheidung. Am Rentenmarkt filen die Kurse. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 0,30 Prozent. Wenigstens tun die Ölpreise den Aktienanlegern einen Gefallen: Brent notiert stabil über 45 Dollar, WTI über 43 Dollar je Fass.