Marktbericht 20:10 Uhr

Dax stolpert über Krim und China Verpatzter Wochenstart

Stand: 10.03.2014, 20:10 Uhr

Die Unsicherheit auf dem Börsenparkett bleibt auch in der neuen Handelswoche erhalten. Angesichts der Auseinandersetzungen um die Krim verabschiedeten sich einige Anleger aus dem Markt. Dazu belasteten auch noch schwache Wirtschaftsdaten aus China.

Bereits am Wochenende war ein deutlicher Rückgang der Ausfuhren aus China gemeldet worden. Befürchtungen um einen schlechter laufende Konjunktur in dem wichtigen Markt belasteten am Morgen bereits den Handelsstart.

Schüsse auf der Krim

Dazu kamen während des ganzen Handelstages schlechte Nachrichten zur Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland um die Halbinsel Krim. Am Nachmittag, so hieß es in Medienberichten, seien sogar Schüsse gefallen, allerdings bislang ohne gravierende Folgen.

Auch der Dow kommt langsam unter Druck

Der Dax tauchte angesichts der Gemengelage bis zum Schluss des Parketthandels auf 9.268 Punkte ab, was einem Minus von rund einem Prozent im Vergleich zum Freitagsschlussstand entspricht. In New York, wo der Handels bedingt durch die Sommerzeit in den USA nun nach deutscher Zeit eine Stunde früher beginnt und endet, kamen die Notierungen ebenfalls ins Rutschen. Mit knapp einem halben Prozent im Minus scheint sich nun auch der Dow-Jones-Index dem Sog der Ereignisse nicht mehr entziehen zu können.

Ebay weiter im Clinch mit Icahn

Der US-Milliardär Carl Icahn will weiter beim Online-Auktionshaus mitreden. Er fordert die Abspaltung des Bezahldienstes PayPal. Am Montag lehnte Ebay zwei Kandidaten von Icahn für den Verwaltungsrat des Unternehmens ab. Sie seien "nicht qualifiziert", so die Begründung. Icahn war im Januar bei Ebay eingestiegen.

Euro hält sich, Öl im Rückwärtsgang

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,60
Differenz relativ
-0,04%

Die eher gedämpften Konjunkturaussichten belasten auch die Öl-Notierungen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete mit 108 Dollar einen halben Dollar weniger als in der Vorwoche, bei der US-Sorte WTI hielt sich der Barrel-Preis nur knapp über 100 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1419
Differenz relativ
+0,03%

Die Gemeinschafts-Währung scheint das Zeug zur "Krisenwährung" zu haben. Von einer Flucht in den US-Dollar angesichts der politischen Unsicherheiten weiterhin keine Spur. Auch am Abend konnte sich der Euro bei 1,3870 Dollar behaupten.

Dax in der Defensive

Nur der Dialyse-Konzern FMC konnte den Montagshandel im Plus abschließen. "Defensive" Aktien aus dem Pharma- oder Gesundheitsbereich, die weniger stark auf konjunkturelle Einflüsse reagieren konnten sich besser als der Gesamtmarkt behaupten. Dazu gehörten auch Aktien von Merck, Bayer und K+S.

Thyssen und Aurubis leiden unter China-Daten

Die schwachen chinesischen Exportdaten haben die Befürchtung um eine Konjunkturdelle bei Investoren wieder steigen lassen. Konjunkturreagible Papiere aus dem Stahlsektor bekamen das zu spüren. ThyssenKrupp verloren mehr als drei Prozent. Die Papiere des Kupferherstellers Aurubis Im MDax büßten mehr als vier Prozent ein.

Conti tief im Kursminus

Auch die Conti-Aktie büßte mit 2,8 Prozent deutlich ein. Dabei hat die französische Großbank Societe Generale das Kursziel von 157 auf 184 Euro deutlich angehoben. Die Experten betonten dabei die ermutigenden Geschäftsaussichten des Autozulieferers.

SAP setzt auf die Datenmasse

Die Eröffnung der Computermesse CeBIT in Hannover geriet am Montag fast völlig in den Hintergrund im Anlegerinteresse. Der Software-Konzern SAP nutzte die Leistungsschau, um seine Datenbank "Hana" zu bewerben. Mit ihr sollen Kunden große Datenmengen schnell und gewinnbringend durchforsten können.

DMG Mori Seki mit neuem Finanzchef

Überraschend rasch hat der Werkzeugmaschinenbauer aus dem MDax einen neuen Vorstandschef gefunden. Zum morgigen 11. März schon wird Andre Danks das Ressort übernehmen. Er folgt auf Kathrin Danks, die erst vor wenigen Wochen ausgeschieden ist.

SGL weiter tiefrot

Auf ein schwaches Geschäftsjahr 2013 sollen weitere Verluste auch im laufenden Jahr folgen, teilte der Grafit-Spezialist am Montag mit, auch wenn die Größenordnung von 396 Millionen Euro dabei nicht mehr erreicht werden soll. Die schwache Preisentwicklung bei Grafitelektroden soll anhalten. Die Aktie war am Montag MDax-Schlusslicht.

Hochtief kauft noch mehr Leighton

Der Essener Bauriese will seinen Anteil an der australischen Tochter Leighton vergrößern von jetzt knapp 59 Prozent auf gut 74 Prozent. Umgerechnet rund 755 Millionen Euro will sich das Management den Deal kosten lassen. Die Aktie notiert 2,4 Prozent im Plus.

Symrise-Zahlen kommen gut an

Der Aromenhersteller Symrise hat im vorigen Jahr dank einer kräftigen Nachfrage nach Menthol mehr verdient. Allerdings erreichten die Ergebnisse nicht ganz die Analystenerwartungen. Auch die Dividende, die von 65 auf 70 Cent je Aktie steigen soll, enttäuschte leicht. Die Aktie drehte aber im Tagesverlauf ins Plus. Symrise traut sich weitere größere Übernahmen zu, auch ohne zusätzliche Verschuldung.

Evonik schlecht gelitten

Ein nach Ansicht schwaches Kerngeschäft haben Analysten von Credit Suisse bei dem MDax-Konzern ausgemacht. Die Herstellung von Aminosäuren für Tiernahrung werde unter einem Überangebot auf dem Weltmarkt leiden. Die Aktie gab am Montag nach dem "underperform"-Urteil aus der Schweiz um fast vier Prozent nach.

Hypoport profitiert von Häuslebauern

Der Berliner Finanzdienstleister, der unter anderem über "Dr. Klein"-Hypothekenkredite vermittelt, hat im vergangenen Jahr die Umsatzschwelle von 100 Millionen mit 101,1 Millionen Euro überschritten. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde das Ergebnis von 3,1 auf vier Millionen Euro gesteigert. Die Aktie aus dem Prime Standard schloss am Montag kaum verändert.

AB

Tagestermine am Montag, 19. November

Unternehmen:
Grand City Properties: Q3-Zahlen
VW: Conference Call für Analysten, 14 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Auftragsbestand des verarbeitenden Gewerbes 10/18, 08:00 Uhr
EU: Leistungsbilanz Eurozone 09/18, 10:00 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: Finanzminister Scholz spricht auf der Tagung "European Banking Regulation"