USA und Griechenland lasten schwer

Stand: 26.05.2011, 20:02 Uhr

Neuerliche Konjunktursorgen aus den USA und die weiter schwelende Schuldenkrise haben dem Dax heute erneut Verluste beschert. Dabei belasteten vor allem Aussagen von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

Der befürchtet, dass der IWF die nächste Kredittranche für Griechenland nicht auszahlen wird und die Europäer notfalls mehr zahlen müssen. Europäische Union (EU), Europäische Zentralbank (EZB) und IWF überprüfen derzeit, ob Griechenland alle Voraussetzungen erfüllt, um weitere Hilfen aus dem Rettungspaket zu erhalten. Eine Sprecherin des IWF erklärte, der Fonds habe die EU-Partner um finanzielle Zusicherungen gebeten, da andernfalls Griechenland keine Hilfen mehr zur Verfügung gestellt werden könnten.

Der Dax weitete daraufhin seine Verluste aus und beendete den elektronischen Handel 57 Punkte oder 0,8 Prozent tiefer als gestern bei 7.114 Zählern. Am Abend schließt der Dax ein halbes Prozent tiefer bei 7.145 Punkten. Auch der Euro sinkt wegen der möglicherweise höheren Zahlungen um zwei Cent auf 1,407 Dollar, kann sich am Abend aber wieder leicht erholen auf 1,412 Dollar.

Für Enttäuschung sorgten auch neue Konjunkturdaten aus den USA Dort sind die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe höher ausgefallen als erwartet. Sie stiegen auf 424.000 und lagen damit um 24.000 über den Schätzungen. Zudem wurde das Wachstum des US-BIP im ersten Quartal von 2,1 Prozent in der ersten Schätzung auf 1,8 Prozent revidiert. Goldman Sachs senkte die Gewinn-Prognosen für die Konzerne im S&P-500-Index. Eine höhere Inflation, gestiegene Rohstoffkosten und ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft drückten auf die Margen, erklärte die US-Bank.

Der Dow Jones-Index rutschte daraufhin kräftig ins Minus, kann sich aber bis zum Abend wieder erholen. Bei Börsenschluss in Frankfurt ist der US-Leitindex sogar leicht ins Plus gedreht und gewinnt 18 Punkte dazu auf 12.413.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Bank bekräftigt Ziele
Im Fokus der Anleger in Deutschland stand heute die Hauptversammlung der Deutschen Bank. Deren Chef, Josef Ackermann, bekräftigte die Wachstumsziele der Bank, besonders in den stabilen Geschäftsfeldern Privatkunden und Asset Management. Auch betonte er, dass die Bank keine neue Kapitalerhöhung plane. Der von den Aktionären neu zu schaffende Kapitalrahmen sei eine "reine Vorsichtsmaßnahme", so Ackermann. Über die in die Kritik geratene Vorstandsvergütung sollen die Aktionäre heute nicht noch einmal abstimmen.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Commerzbank kommt voran
Steigende Kurse für die Bezugsrechte der laufenden Kapitalerhöhung haben heute die Commerzbank-Aktie angeschoben. Sie gehört zu den wenigen Gewinnern im Dax. "Da stößt viel Nachfrage auf ein schwindendes Angebot", sagte ein von Reuters befragter Händler."Fundamental gebe es keinen neuen Erkenntnisse, erklärte ein weiterer Händler: "Die Bank steht heute nicht besser da als vor drei Tagen."

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler will mehr von Tesla
Dagegen rutscht die Daimler-Aktie unter die 47 Euro-Marke. Der Konzern steckt weitere rund zwölf Millionen Euro in den US-Elektroautospezialisten Tesla. Die Daimler-Tochter Blackstar Investco werde bis zu 644.475 Tesla-Aktien zum Preis von rund 17 Millionen Dollar kaufen, teilte Tesla mit. Daimler war einer der ersten großen Partner von Tesla und investierte bereits im Juni 2009 rund 50 Millionen Dollar in Aktien des Spezialisten.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dividendenabschläge im Blick
Wegen Dividendenabschlägen steht heute besonders die Aktie der Deutschen Post unter Druck. Sie ist der größte Verlierer im Dax. Auch das Papier des Softwarekonzerns SAP und des Verkehrstechnikherstellers Vossloh werden heute ohne Dividende gehandelt.

KlöCo-Aktie doch wieder abgestraft
Nach einem kurzen Aufbäumen zu Handelsbeginn ist die Aktie von Klöckner bis zum Börsenschluss wieder ins Minus gerutscht. Grund ist die bereits angekündigte Kapitalerhöhung. Das Unternehmen will durch die Ausgabe neuer Aktien 527 Millionen Euro einnehmen. Mit dem Geld will das MDax-Mitglied seine Einkaufstour fortsetzen. Insgesamt gibt KlöCo 33,25 Millionen Aktien zu je 15,85 Euro aus. Das Bezugsverhältnis liegt bei zwei zu eins.

Singulus an TecDax-Spitze
Um rund sechs Prozent steigt die Singulus-Aktie an die TecDax-Spitze. Der Spezialmaschinenbauer hat erneut Großaufträge erhalten. Bis zum Mai seien insgesamt 40 Maschinen bestellt worden, mit denen der DVD-Nachfolger Blu-ray produziert werden kann. Daher hat das im TecDax notierte Unternehmen nun erstmals eine Umsatzprognose herausgegeben. Singulus rechnet mit Erlösen von mehr als 160 Millionen Euro.

Merkel belastet Solarwerte
Zu den schwächsten Werten im TecDax gehören dagegen Solarwerte wie Q-Cells Phoenix Solar und Centrotherm Photovoltaics. Sie fallen um bis zu sechs Prozent. Am Markt wird dies mit einem Medienbericht begründet. Darin heißt es, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich für einen Abbau der aus ihrer Sicht überproportionalen Förderung der Solarenergie ausgesprochen. Für das Branchen-Sentiment sei dies tendenziell negativ, kommentierte ein Händler.

Hornbach baut auf
Um gut ein Prozent zulegen kann auch die Aktie des im SDax notierten Baumarktkonzerns Hornbach. Dessen Gewinn kletterte im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 um 21 Prozent auf 99 Millionen Euro. Dazu trugen auch Steuererstattungen vom Finanzamt und steigende Zinserträge bei. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte um fünf Prozent auf 159 Millionen Euro zu. Bereits im März hatte Hornbach von einem Konzernumsatzwachstum von 5,7 Prozent berichtet.

Indus geht's immer besser
Im Plus notiert auch die Aktie von Indus. Dabei hat die Beteiligungs-Holding aus dem SDax hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 ihren Umsatz um rund ein Viertel auf 256 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um rund die Hälfte auf 27,4 Millionen Euro zu. Im Gesamtjahr traut sich das SDax-Mitglied einen Umsatz von rund 1,05 Milliarden Euro und eine Ebit-Marge von mehr als zehn Prozent zu. Trotzdem tritt die Aktie seit Wochen mehr oder weniger auf der Stelle.

Kleine Unternehmen im Blick
Bei den kleineren Unternehmen fallen zwei Aktien mit relativ hohen Börsenumsätzen auf. Die Fortec Elektronik AG hat im ersten Quartal ihren Erlös um 35 Prozent auf 13,3 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn stieg um das Zweieinhalbfache auf 0,7 Millionen Euro.

Enttäuscht reagieren die Anleger dagegen auf die Zahlen des Telekommunikationsunternehmens 3U. Das Unternehmen hat seine Prognosen für 2011 und 2012 wegen des Verkaufs einer Tochter nach unten korrigiert.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen