US-Daten verleihen Flügel

Stand: 05.03.2010, 20:02 Uhr

In den USA sind im Februar weniger Stellen weggefallen als befürchtet. Die Zahlen haben die Hoffnung auf eine robuste Erholung der US-Wirtschaft gestärkt - und den Aktienmärkten neuen Schwung gegeben.

Der Dax legte auch im Abendhandel um mehr als 80 Punkte (1,4 Prozent) zu, auf 5.872. Damit ergibt sich auf Wochensicht ein Plus von knapp fünf Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit Juli 2009. Für den MDax geht es um 1,47 Prozent auf 7853 Zähler nach oben und der TecDax steigt um knapp ein Prozent auf 823,35 Punkte.

Die überraschenden Zahlen vom Arbeitsmarkt haben auch die Kurse an den New Yorker Börsen angetrieben. Bei Börsenschluss in Deutschland gewinnt der Dow Jones Index 84 Punkte auf 10.528.

In den USA wurden im Februar 36.000 Stellen abgebaut. Das waren deutlich weniger als die 50.000 prognostizierten, was den Optimisten Aufwind gab: "Wir waren auf schlechte Nachrichten eingestellt", sagte der Marktstratege Marc Pado von Cantor Fitzgerald. "Das, was wir bekommen haben, war viel besser als erwartet und deutet daraufhin, dass sich der Arbeitsmarkt im März und April weiter erholen könnte."

Auch in der kommenden Woche könnte es an den Aktienmärkten weiter nach oben gehen. "Ich sehe durchaus noch Luft nach oben, wenngleich das Aufwärtspotenzial begrenzt ist", meint LBBW-Aktienstratege Steffen Neumann. Die Marke von 5.900 Punkten dürfte der Dax aber durchaus testen. Charttechnikern zufolge hängt die weitere Entwicklung des Börsenbarometers aber davon ab, ob es gelingt, die Marke von 5.850 Punkten nachhaltig zu überwinden.

Börsianer verweisen zudem auf den deutlichen Rückgang des Volatilitätsindexes. Er ist heute auf den tiefsten Stand seit Mai 2008 gefallen. Der auf Basis der Verkaufs- und Kaufoptionen auf die 30 Dax-Werte berechnete Index brach um bis zu 6,7 Prozent auf 18,84 Punkte ein.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,86
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+5,81%

Merkel lobt Griechenland
Gestützt wurden die Märkte auch von den Reaktionen der Bundesregierung auf die Sparpläne Griechenlands. Das Land sei "insgesamt auf einem guten Weg", betonte Angela Merkel. Auch die Platzierung einer neuen Milliarden-Anleihe Griechenlands sei "sehr gut gelaufen", lobte die Bundeskanzlerin. Das gebe Anlass zu Optimismus. Merkel will am Abend in Berlin mit Griechenlands Präsident Papandreou zusammenkommen.

Davon profitieren heute Finanztitel wie die Papiere der Commerzbank. Auch die Deutsche Bank legt überdurchschnittlich zu.

K+S lässt hoffen
Die Aktie des Salz- und Düngemittelherstellers K+S gehört heute zu den gefragtesten Werten im Dax. Die Anleger reagieren damit auf einen "FTD"-Bericht, demzufolge die neu erworbene US-Salzfirma Morton Salt die Geschäftserwartungen übertroffen haben dürfte. Das schürt Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis der gesamten K+S-Gruppe.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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150,14
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+2,77%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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47,42
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Volkswagen und Daimler heben ab
Die Vorzüge von Volkswagen gehören heute zu den größten Kursgewinnern im Dax. Die Stämme steigen sogar noch kräftiger. Grund ist eine Hochstufung der Stammaktien durch die Citigroup von "Hold" auf "Buy". Das Kursziel wurde aber von 96,00 auf 90,00 Euro gesenkt. Im Zuge der Fusion mit Porsche könnte die Liquidität der VW-Stämme zunehmen, schrieb Analyst John Lawson in einer Studie. Dies wiederum lasse die Sorgen um eine Kapitalerhöhung bei den Wolfsburgern in den Hintergrund treten, meint der Experte.

Von der Aussicht auf eine bessere Konjunktur profitieren auch die Aktien von Daimler. Sie sind sogar der zweitgrößte Gewinner im Dax.

Beiersdorf leidet unter Merrill Lynch
Merrill Lynch hat Beiersdorf mit "Underperform" und dem Kursziel 48,00 (aktueller Kurs rund 45) Euro je Aktie wieder in die Bewertung aufgenommen. Die Aktie erscheine fair bewertet und das restliche Kurspotenzial im Vergleich zum Ziel liege bei weniger als zehn Prozent, begründete Analyst Antoine Colonna seine negative Einstufung. Beiersdorf geben 0,9 Prozent ab und sind die größten Verlierer im Dax.

Celesio ausgebremst
Nach dem Hoch von gestern ist die Celesio-Aktieheute der größte Verlierer im MDax. Cheuvreux hat den Wert von "Outperform" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 25 Euro bestätigt. Nachdem der Celesio-Kurs aufgrund der Übernahmegerüchte zuletzt deutlich gestiegen sei, bestehe nun erst einmal kein Aufwärtspotenzial mehr, hieß es.

Nordex über Erwartungen
Der Windkraftanlagenhersteller Nordex hat im vergangenen Jahr deutlich schlechter abgeschnitten als im Vorjahr und einen Ausblick auf das laufende Jahr gibt es auch nicht. Dennoch legt die Aktie deutlich zu. Händler erklärten die Reaktion damit, dass der um mehr als 50 Prozent eingebrochene Überschuss von 24,2 Millionen Euro immer noch höher ist als prognostiziert.

Roth & Rau schlecht gelitten
Die Aktie von Roth & Rau ist der größte Verlierer im TecDax. Das Ebit des in der Solarbranche tätigen Anlagenbauers ist im vergangenen Jahr um rund 45 Prozent eingebrochen. Eine Trendwende ist zwar in Sicht, doch die Anleger bleiben vorsichtig.

Singulus holt sich Millionen
Singulus hat den gestrigen Kurssprung nach der angekündigten Wiederaufnahme in den TecDax zu einer Kapitalerhöhung genutzt. Sie spülte 3,7 Millionen Euro in die Kassen. Mit dem Geld will das Unternehmen weiteres Wachstum finanzieren, neue Produkte im Solarbereich entwickeln und auch Schulden reduzieren. Die Anleger sind begeistert.

AIG speckt weiter ab
Die US-Steuerzahler dürfen sich auf einen weiteren Geldregen vom staatlich gestützten US-Versicherer AIG freuen. Der Konzern will seine Lebensversicherungstochter Alico an den heimischen Wettbewerber Metlife verkaufen, schreibt das "Wall Street Journal". Am Wochenende soll die Übernahme festgezurrt und frühestens Sonntagnacht offiziell verkündet werden. Die American Life Insurance Co. (Alico) ist einer der größten Lebensversicherer der USA.

<Nabaltec will sich bessern
Der Kurs des im Entry Standard notierten Spezialchemieunternehmens Nabaltec macht einen kräftigen Sprung. der Grund: nach einem extrem schwachen Halbjahr ist der Umsatz bei dem Unternehmen im zweiten Halbjahr wieder um rund 20 Prozent gestiegen. Allerdings schrieb Nabaltec im gesamten Jahr operativ rote Zahlen.

Tagestermine am Donnerstag, 13. Dezember

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 11/18, 07:00 Uhr
Metro AG: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Tui: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Starbucks: Investor Day, 18:00 Uhr
BMW: Absatz 11/18
Bertrandt: Jahreszahlen
ThyssenKrupp: Investor Day

Konjunktur:
Deutschland: Konjunkturprognose Ifo-Institut, 10:00 Uhr
EU: EZB-Zinsentscheid, 13:45 Uhr, PK 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreis 11/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr