Marktbericht 15:15 Uhr

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Politik und kein Ende Türkei-Krise zieht Dax in die Tiefe

Stand: 10.08.2018, 15:15 Uhr

Es brodelt zwar schon lange rund um die türkische Lira, zum Wochenschluss aber brechen erstmals in größerem Stil die Dämme. Das kann ungeahnte Folgen haben, unter anderem für die Banken. Der Dax baut bei diesen mauen Aussichten seine Verluste weiter aus.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bis auf 12.410 Punkte und damit um rund zwei Prozent ist es bisher in der Spitze mit dem deutschen Leitindex bergab gegangen. Aktuell steht der Dax nur leicht darüber. Damit erfasst die Türkei-Krise jetzt auch den heimischen Markt, nachdem im bisherigen Wochenverlauf zahlreiche Unternehmensberichte kaum für Bewegung gesorgt hatten.

Sorgen um die Banken

Vor allem Bankaktien leiden besonders, wie immer bei politischen Krisen. Das Papier der Deutschen Bank steht am Dax-Indexende. Der Branchenindex der Euro-Banken verliert über drei Prozent.

Im Visier der besorgten Anleger stehen Bankaktien aus Spanien, Italien und Frankreich, die verkauft werden. Banken dieser Länder haben die engeren Kontakte zur Türkei. Deutsche Häuser sind weniger betroffen, geraten aber in Sippenhaft.

Politik und kein Ende

B5-Moderatorin Margit Siller
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B5 Börse 14.42 Uhr: Dax 1,7 Prozent tiefer, Euro fällt

Die Politik hat die Börse damit weiter fest im Griff. Die Türkei ist dabei nur eines von zahlreichen Schlachtfeldern, auf denen sich eigentlich immer die Amerikaner im Mittelpunkt tummeln. Im Türkei-Fall war es zuletzt zu keiner Einigung zwischen Experten beider Länder über zahlreiche Streitthemen gekommen, dafür mal wieder zu gegenseitigen Sanktionen.

B5-Moderatorin Margit Siller
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B5 Börse 13.49 Uhr: Erdogan spricht von "Wirtschaftskrieg"

Der Vertrauensverlust der Türkei an den Kapitalmärkten schreitet aber schon länger voran. Spätestens seit Präsident Erdogan die Unabhängigkeit der Notenbank ins Visier genommen hat. Martialischere Töne gen Washington kommen heute auch aus Moskau. Der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew hat die USA vor der "Erklärung eines Wirtschaftskrieges" gewarnt und für diesen Fall harte Vergeltungsmaßnahmen angekündigt.

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B5 Börse 12.53 Uhr: Analysten: Türkische Notenbank ist am Zug

Weitere Beispiele gefällig? US-Sanktionen gibt es auch gegen den Iran, vielleicht auch bald gegen die EU, die WTO oder auch heimische Journalisten, soweit sie nicht dem rechtskonservativen Trump-Lager angehören. Und über allem steht der Mega-Streit mit China, dessen Auswirkungen noch gar nicht abzuschätzen sind.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Ein fatales politisches Umfeld, in dem sich die Börsen bewegen. Abgefedert nur durch die besonders in Amerika weiterhin gute Konjunktur, die der Wall Street zuletzt eine hervorragende Berichtssaison beschert hat, eine der besten seit Mitte der neunziger Jahre. Zum Wochenschluss wird allerdings auch die New Yorker Börse zur Eröffnung unter dem Eindruck der politischen Eskalation stehen und leichter erwartet - wenn auch nicht in der Größenordnung wie beim Dax.

Euro fällt unter 1,15 Dollar

Am Devisenmarkt gerät auch der Euro in den Abwärtsstrudel der türkischen Lira. Die Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,1452 Dollar, mehr als einen Dollar-Cent weniger als gestern. Die Lira wertet aktuell dramatische siebzehn Prozent gegen den Dollar ab auf 6,50 Lira. Der fallende Euro/Dollar-Kurs ist überdies ein Signal für die im Zuge der Türkei-Krise anziehende Risikoaversion der Anleger. Diese steuern vermehrt sichere Häfen an, dazu zählt auch der japanische Yen.

"Sorgen vor möglichen negativen Auswirkungen der Währungskrise in der Türkei auf Europa, vor allem auf deren Banken, ließen den Euro im asiatischen Handel deutlich nachgeben", kommentierte Devisenexperte Manuel Andersch von der BayernLB. Auch die Bankenaufseher der EZB verfolgen nach einem Bericht der "Financial Times" den Kursverfall der Lira mit Sorge.

US-Inflationszahlen rücken in Anbetracht der politischen Lage in den Hintergrund. Die Verbraucherpreise legten im Juli erneut um 2,9 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Experten hatten sogar mit einem Anstieg auf 3,0 Prozent gerechnet.

Ölpreise drehen ins Plus

Trotz des anziehenden Dollar-Kurses, der die in Dollar notierenden Rohstoffe verteuert, sind die Preise am Nachmittag ins Plus gedreht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete im Mittagshandel 72,19 US-Dollar. Das waren 12 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September kletterte um vier Cent auf 66,84 Dollar.

Die Ölpreise stabilisierten sich damit nach den jüngsten Verlusten. Zur Wochenmitte waren sie noch merklich unter Druck geraten. Belastet wurden die Preise zuletzt durch die Sorge der Anleger vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China. Der Goldpreis zieht ebenfalls leicht an. Aktuell notiert die Feinunze Gold bei 1.212 Dollar 0,1 Prozent höher.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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K+S: Gewinnwarnung light

Der MDax-Konzern K+S hat seine Gewinnprognose konkretisiert und davor gewarnt, im Gesamtjahr weniger zu verdienen als von Analysten erwartet. Man gehe nunmehr für 2018 von einem Ergebnis (Ebitda) in einer Spanne von 660 bis 740 Millionen Euro aus, teilte der Düngemittel- und Salzproduzent am Donnerstagabend mit. Zu den Gründen wollte sich das Unternehmen auf Nachfrage nicht äußern.  | mehr

Das Wetter macht auch Innogy zu schaffen

Beim Energiekonzern Innogy hat im ersten Halbjahr das Ökostromgeschäft unter negativen Wettereffekten gelitten. Aber auch der Wegfall positiver Einmaleffekte und höhere Rohstoffkosten lasteten auf dem Ergebnis.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um 10 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro, wie die vor der Zerschlagung stehende RWE-Tochter am Morgen mitteilte. Das bereinigte Nettoergebnis gab um mehr als ein Fünftel auf 662 Millionen Euro nach. Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern, der vor der Übernahme durch den Konkurrenten Eon steht.

Bechtle nimmt sich mehr vor

Bechtle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Für den IT-Dienstleister Bechtle geht es auf der Digitalisierungswelle noch stärker aufwärts als gedacht. Nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal legte Vorstandschef Thomas Olemotz deshalb die Latte für 2018 etwas höher. Umsatz und Ergebnis dürften in diesem Jahr prozentual zweistellig wachsen. Zuletzt hatte er allgemein einen "deutlichen" Anstieg in Aussicht gestellt.

Im zweiten Quartal steigerte das TecDax-Unternehmen seine Erlöse um gut 17 Prozent auf rund 965 Millionen Euro. Der Überschuss legte um 21 Prozent auf 30,7 Millionen Euro zu. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen von Analysten.

LEG brummt

LEG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die LEG-Aktie gehörte zu den größten Gewinnern im MDax. Der Düsseldorfer Immobilienkonzern hat im zweiten Quartal von steigenden Mieten und einem weiterhin niedrigen Leerstand profitiert. Das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO I) stieg im Jahresvergleich um 11,7 Prozent auf 82,2 Millionen Euro. Die Ergebnisprognose wurde bestätigt. Für das zweite Halbjahr geht Vorstandschef Thomas Hegel von einem starken Gewinnwachstum aus. LEG vermietet aktuell rund 130.000 Wohnungen.

Mehr Zuversicht bei TLG

Starke Zuwächse im ersten Halbjahr machen TLG optimistischer. Die im SDax notierte Gewerbeimmobilienfirma rechnet nun mit einem operativen Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO I) in Höhe von 130 bis 133 Millionen Euro nach zuvor 125 bis 128 Millionen. Im ersten Halbjahr stiegen die Mieterlöse um fast 40 Prozent auf 109,6 Millionen, das operative Ergebnis sprang um über 45 Prozent auf 67,6 Millionen Euro.

Hapag-Lloyd auf Sparkurs

Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd hat den Verlust wegen des Preisdrucks und gestiegener Kosten deutlich ausgeweitet und verstärkt nun den Sparkurs. Unter dem Strich lag der Fehlbetrag nach sechs Monaten bei 101 Millionen Euro nach minus 43 Millionen Euro vor Jahresfrist, teilte Hapag-Lloyd am Freitag mit. Anleger hatten schlimmeres befürchtet und griffen zu.

Zwar stieg in den ersten sechs Monaten die Menge der transportierten Container um fast 40 Prozent auf 5,8 Millionen Einheiten. Weil die Frachtraten jedoch sanken, fiel das Umsatzplus mit 20 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro deutlich niedriger aus. Höhere Preise für angemietete Frachter und der Anstieg der Treibstoffkosten sorgten dafür, dass Hapag-Lloyd tiefer in die roten Zahlen fuhr. Das Management erwartet nun ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 200 und 450 Millionen Euro nach 410 Millionen 2017.

Hella nimmt sich viel vor

Aktien von Hella haben zum Handelsstart mit Kursverlusten auf die Quartalszahlen des Autozulieferers reagiert. In den ersten Handelsminuten fiel die Aktie um 1,5 Prozent auf 50 Euro. Das Unternehmen will den Umsatz und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im laufenden Geschäftsjahr jeweils um 5 bis 10 Prozent steigern. Am Markt lagen die Erwartungen der Analysten eher am unteren Ende der neuen Prognose. "Wir denken, das Unternehmen kann die Profitabilität im Kerngeschäft Auto ganz sicher erhöhen", schrieb Analyst Jose Asumendi von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Auch im Ersatzteilgeschäft dürfte Hella die Margen steigern können. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Hella nach endgültigen Zahlen für das zweite Quartal auf "Neutral" mit einem Kursziel von 54 Euro belassen.

Porsche SE verdient mehr

Gute Zahlen von Volkswagen haben auch dem VW Hauptaktionär Porsche SE zu einem starken Halbjahresergebnis verholfen. Die Beteiligungsgesellschaft erzielte in den ersten sechs Monaten 2018 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 1,9 Milliarden Euro - das entspricht einer Steigerung von zwei Prozent im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum, wie sie am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Für das gesamte Jahr bestätigte Porsche SE die Prognose vom Frühjahr. Damals hatte Vorstandschef Hans Dieter Pötsch für 2018 einen Gewinn von 3,4 bis 4,4 Milliarden Euro angekündigt. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Holding (nicht zu verwechseln mit dem zur VW-Gruppe gehörenden Autobauer Porsche) hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Obwohl sie ihr Geld auch in einige andere Firmen steckt, hängt ihr Ergebnis nahezu ausschließlich davon ab, wie die Geschäfte bei den Wolfsburgern laufen.

Pilotenstreik bei Ryanair hat begonnen

Der größte Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair hat am Freitag für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. Der Billigflieger strich rund 400 von etwa 2400 geplanten Flügen. Schwerpunkt des Ausstands war Deutschland mit 250 abgesagten Verbindungen und 42.000 betroffenen
Passagieren. Im Streit um eine höhere Bezahlung und bessere
Arbeitsbedingungen bei Europas größter Billigfluglinie legten
auch Piloten in Belgien, Schweden und Irland die Arbeit nieder.

Samsung stellt neues "Galaxy Note 9"vor

Samsung setzt mit seinem neuen Smartphone "Galaxy Note 9" verstärkt auf jüngere Spiele-Nutzer und will damit den zuletzt schwächelnden Absatz wieder antreiben. Der Apple-Rivale stellte am Donnerstag in New York sein neues Flaggschiff vor, das Insidern zufolge wie der Vorgänger ab 950 Dollar (825 Euro) zu haben sein soll.

Es ist des erste Android-Modell eines großen Anbieters, das auf bis zu einen Terabyte Speicher aufgerüstet werden kann und zudem das erste Smartphone, auf dem das populäre Spiel "Fortnite" läuft. Als besonderes Feature hob Samsung eine verbesserte Akku-Laufzeit hervor. Zudem soll das Gerät außergewöhnlich schnell wieder abkühlen - bei Spielen heizen sich Handys oft stark auf.

Die Börse zweifelt an Tesla

Nach der Euphorie um Teslas möglichen Abkehr von der Börse steigen die Zweifel am Plan von Firmenchef Elon Musk und die Sorgen vor rechtlichen Konsequenzen durch dessen Tweets. Die Aktie verlor am Donnerstag an der Nasdaq zeitweise an die sechs Prozent und schloss 4,8 Prozent schwächer bei gut 352 Dollar. Aktuell verliert die Aktie knapp ein Prozent. Wie "Reuters" berichtet, verlangt der Verwaltungsrat von Tesla laut Insidern von Musk mehr Informationen darüber, wie dieser einen Rückzug des Unternehmens von der Börse finanzieren will.

Mindestens zwei New Yorker Kanzleien prüfen derweil, ob der Starunternehmer mit seinem überraschenden Tweet zu einem Börsenrückzug von Tesla gegen Wertpapiergesetze verstoßen hat und trommeln Mandanten für mögliche Sammelklagen zusammen.  | mehr

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Alles, was Sie über Elon Musks neuesten Coup wissen müssen FAQ

Tesla S

Warum will Musk Tesla privatisieren?
Der Firmenchef begründet seinen gewagten Plan selbst wie folgt: Ein derartiger Schritt erlaube es dem Unternehmen, "zu seinem Besten zu wirtschaften, frei von Ablenkung und kurzfristiger Denke", schrieb Elon Musk in einem Mitarbeiterbrief.

Tatsächlich würde sich Musk mit einem solchen Schritt dem Druck der Kapitalmärkte entziehen. Es wäre keine Notwendigkeit mehr da, alle drei Monate Quartalsberichte vorzulegen und sich den kritischen Fragen von Journalisten und Analysten zu stellen.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 16. August

Unternehmen:

Carlsberg: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
Swisscom: Q2-Zahlen, 7:15 Uhr
Aegon: Halbjahreszahlen, 7:30 Uhr
Wirecard: Halbjahreszahlen (endg.), 7:30 Uhr
Henkel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Sixt: Q2-Zahlen (endg.), 7:30 Uhr
Walmart: Q2-Zahlen, 12:00 Uhr
Nvidia: Q2-Zahlen, 22.20 Uhr

Konjunktur
Japan: Handelsbilanz 07/18, 01:50 Uhr
EU: Handelsbilanz 06/08, 11:00 Uhr
USA: Philadelphia Fed Index 08/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen, 14:30 Uhr