Marktbericht 17:45 Uhr

Marktbericht positiv
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Kurz über 10.900 Punkte Trump-Show hilft Dax auf die Sprünge - kurz

Stand: 08.01.2019, 17:45 Uhr

Befeuert von einem Tweet Donald Trumps über den "guten Lauf" der Verhandlungen mit Peking, klettert der Dax am Nachmittag auf ein neues Jahreshoch. Doch der Freudensprung erlahmt rasch.

Der Dax baut zwar am Nachmittag seine Tagesgewinne stetig aus und steigt in der Spitze bis auf 10.910 Punkte. Doch vor weiteren Risiken scheuen die Anleger dann doch zurück. Unter dem Eindruck bröckelnder Kurse an der Wall Street, muss auch der Dax einen Großteil seiner Tagesgewinne wieder abgeben und schließt bei 10.803,98 Punkten, gut ein halbes Prozent oder 56 Punkte über dem Vortagesschluss.

Der wichtigste Treiber der Kurse war die Hoffnung der Anleger auf eine Beilegung des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Die am Montag in Peking begonnenen Beratungen zur Beilegung des Handelskonflikts zwischen China und den USA laufen nach Angaben von Donald Trump "sehr gut".

Verhandlungen mit Peking verlängert

Einzelheiten zu den Beratungen waren weiterhin nicht bekannt. Eine US-Delegation mit Vertretern des Handels- und Finanzministeriums, des Landwirtschafts- und des Energieressorts verhandelt in Peking mit chinesischen Regierungsvertretern.  Die ursprünglich für zwei Tage geplanten Gespräche würden verlängert, sagte ein Mitglied der US-Delegation in Peking: Die Verhandlungen würden am Mittwoch fortgesetzt. Am Dienstag dauerten sie bis spät in die Nacht.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.891,79
Differenz relativ
+0,33%

Die Gespräche sollen den Weg für Verhandlungen auf höherer Ebene ebnen. Die USA beklagen vor allem mangelnden Marktzugang, zwangsweisen Technologietransfer, Produktpiraterie und staatliche Subventionen in China. Die Furcht vor den Folgen des Handelskonflikts zwischen den beiden Supermächten hatte die Kurse an den Börsen im Dezember heftig einbrechen lassen.

Positive Signale kamen erneut von der Fed. Der Präsident der Notenbank von Atlanta, Raphael Bostic, warnte vor einem zu aggressiven Vorgehen der Währungshüter in Washington und sprach sich für nur eine statt zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr aus. US-Präsident Donald Trump hatte die Fed mehrfach wegen ihrer Zinspolitik kritisiert, da er bei weiter steigenden Zinsen ein Abwürgen der Konjunktur fürchtet.

Dow ebenfalls höher

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.060,74
Differenz relativ
+0,70%

Auch an der Wall Street sorgten die Erwartungen der Anleger an einen Kompromiss im Handelsstreit für Kaufbereitschaft. Der Dow Jones-Index legte im frühen Handel um bis zu 1,4 Prozent zu, bröckelte dann aber merklich ab. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte er noch 0,6 Prozent höher bei 23.677 Punkten. Damit setzte er seinen Aufwärtstrend seit Weihnachten aber dennoch fort. Am 24. Dezember war der US-Leitindex auf den tiefsten Stand seit rund 15 Monaten gefallen und hat sich seitdem bereits um rund neun Prozent erholt.

Gewinnwarnungen von Samsung und LG wegen schleppender Handyverkäufe und gesunkener Chipverkäufe konnten die gute Laune der Anleger bisher nicht trüben.

Euro trotzt schwachen Konjunkturdaten

Der Euro notiert bis zum Ende des elektronischen Aktienhandels deutlich über der Marke von 1,14 Dollar und damit in etwa auf dem Niveau des EZB-Referenzkurses von gestern bei 1,1445 Dollar.Schlechte Konjunkturdaten wirkten sich kaum auf den Eurokurs aus, obwohl sich die Wirtschaftsstimmung im Euroraum im Dezember deutlich eingetrübt hat.

Der von der EU-Kommission veröffentlichte Economic Sentiment Indicator (ESI) zur Stimmung in Unternehmen und Privathaushalten fiel auf den tiefsten Stand seit Januar 2017. Auch das Geschäftsklima (BCI) im verarbeitenden Gewerbe verschlechterte sich überraschend stark. Daneben fielen auch die Zahlen zur Gesamtproduktion der Industrie im November im Monatsvergleich schwächer als erwartet aus. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte den Dämpfer mit Brückentagen und der Umstellung in der Autoindustrie auf das Abgastestverfahren WLTP.

Bayer: Ist das Schlimmste jetzt vorbei?

Bayer-Aktien sind die stärksten Werte im Dax und notieren so hoch wie zuletzt vor fünf Wochen. Die Tochter Monsanto hat einen Patentstreit in Indien gewonnen. Der Oberste Gerichtshof des Landes urteilte, dass die Patente zu genveränderter Baumwolle des Saatgut- und Pflanzenschutzherstellers weiterhin gültig sind. Damit kassierte das Gericht eine vorangegangene Gerichtsentscheidung, nach der Saatgut, Pflanzen sowie Tiere unter indischem Recht nicht patentiert werden könnten. Ein anderes Gericht müsse nun entscheiden, ob indische Unternehmen Monsantos Baumwoll-Patente verletzt haben, hieß es in der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Das Urteil dürfte weitreichende Auswirkungen haben, da es das Vertrauen ausländischer Investoren in die Gültigkeit von Patenten stärkt.  | mehr

BMW-Absatz steigt 2018 leicht

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71,62
Differenz relativ
+0,04%

BMW hat im vergangenen Jahr erneut mehr Autos verkauft. Der weltweite Absatz des Konzerns, zu dem auch die Marken Mini und Rolls-Royce gehören, stieg auf 2,49 Millionen Fahrzeuge. Das ist ein Zuwachs von rund einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr; 2017 verkaufte der Münchner Oberklasse-Hersteller 2,46 Millionen Fahrzeuge. Krüger verwies darauf, dass BMW im 15. Jahr der weltgrößte Premium-Autobauer sei. Ob die Marke BMW wieder die Spitzenposition im Dreikampf mit Mercedes und Audi errungen hat, blieb zunächst offen. Die Konkurrenz hat noch keine Zahlen für 2018 veröffentlicht.

Deutsche Bank holt auf

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,49
Differenz relativ
+0,32%

Die Aktien der Deutschen Bank legen ebenfalls zu, müssen aber bis zum Xetra-Schluss einen Teil ihrer Tagesgewinne wieder abgeben. Offenbar sind einige Investoren der Meinung, der Ausverkauf im vergangenen Jahr sei doch etwas übertrieben gewesen und kaufen die Papiere jetzt zu historisch günstigen Preisen. Die Experten von Merrill Lynch hatten sich dagegen gestern erneut kritisch zu den Aussichten des Finanzinstituts geäußert.

MüRü: Milliardenschäden durch Waldbrände

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
191,40
Differenz relativ
-0,21%

Für die Versicherungsbranche waren die Waldbrände in Kalifornien im vergangenen Jahr einer Studie zufolge die schwersten Feuer aller Zeiten. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re bezifferte den gesamtwirtschaftlichen Schaden am Dienstag auf 24 Milliarden Dollar, ein Vielfaches der bei Feuern üblichen Summe. Davon waren 18 Milliarden Dollar versichert. Die Klimaforscher der Munich Re sehen darin ein Indiz für den Klimawandel.

Diesmal richteten neben Hurrikan "Michael" in den USA vor allem die Feuer in Kalifornien überraschend hohe Schäden an. "Diese Waldbrände waren ein neuer Schadenrekord, auch mit knapp 100 Todesopfern ein trauriger humanitärer Höchststand", sagte Ernst Rauch, Chef der Klimaforschungsabteilung, der Deutschen Presse-Agentur.
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Samsung auf der Gewinnbremse

Die schwächere Nachfrage nach Speicherchips und der schärfere Wettbewerb bei Smartphones hat die Gewinnerwartung bei Marktführer Samsung eingetrübt. In seinem Ergebnisausblick für das vierte Quartal 2018 rechnet das südkoreanische Technologieunternehmen mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses um 29 Prozent im Vergleich zum Jahr davor auf 8,4 Milliarden Euro. Auch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres solle es aufgrund der schwierigen Bedingungen im Chipgeschäft schwächer ausfallen. Die Situation dürfte sich allgemein in der zweiten Jahreshälfte verbessern, hieß es.
Beim Umsatz geht das Flaggschiff-Unternehmen der Samsung-Gruppe von einem Rückgang um 10,6 Prozent aus.  | mehr

Amazon übertrumpft Microsoft

Der Online-Händler Amazon ist erstmals zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Die Aktie des US-Konzerns legte am Montag um 3,44 Prozent zu, Amazons Börsenwert erhöhte sich auf 797 Milliarden Dollar. Das Unternehmen überflügelte damit den bisherigen Spitzenreiter Microsoft. Der US-Softwaregigant hatte den Titel als wertvollstes Unternehmen erst Ende November vom US-Technologiekonzern Apple übernommen, der in der aktuellen Rangliste nur noch auf dem vierten Platz liegt.

Die Liste der - gemessen am  Börsenwert - wertvollsten Unternehmen der Welt wird durchweg von US-Firmen aus der Hightech- und Internetbranche angeführt. Auf Amazon folgt Microsoft mit einem Wert von 783 Milliarden Dollar. Dahinter liegen der Google-Mutterkonzern Alphabet (748 Milliarden Dollar) und Apple (702 Milliarden Dollar). 

Die E-Harley ist da

Harley-Davidson baut erstmals ein Elektro-Motorrad. Die Marke springt damit auf den allgemeinen Umschwung der Branche zur Elektromobilität auf. Das Modell LiveWire kommt von null auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) in 3,5 Sekunden und ist ab knapp 30.000 Dollar (gut 26.000 Euro) zu haben. Ausgeliefert werden soll es ab August. Die Reichweite einer Batterieladung gibt Harley-Davidson mit 110 Meilen (rund 177 Kilometer) an - weist aber darauf hin, dass die Werte beim Serienmodell abweichen und auch vom Wetter abhängen könnten.  | mehr

LG Electronics erwartet Ergebniseinbruch

NIcht nur Samsung gerät in Schwierigkeiten: Dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG Electronics machen ebenfalls wegbrechende Gewinne zu schaffen. Im abgelaufenen Schlussquartal sei das operative Ergebnis wohl um 80 Prozent gefallen, teilte der hinter Samsung weltweit zweitgrößte Fernsehgerätehersteller mit. Mit geschätzten 75,3 Milliarden Won (58,7 Millionen Euro) liegt das Ergebnis weit hinter den von Analysten erwarteten 387 Milliarden Won. Der Umsatz ging vorläufigen Zahlen zufolge um sieben Prozent zurück. Nähere Details und die endgültigen Zahlen legt LG Ende Januar vor.

Positives von Evotec

Das Biotechunternehmen Evotec hat in seinem Bündnis mit dem US-Konzern Celgene einen lukrativen Fortschritt erzielt. Die Amerikaner hätten Evotec daher noch 2018 einen Betrag von 14 Millionen US-Dollar bezahlt, teilte die MDax-Gesellschaft mit. Bei der Zusammenarbeit geht es um die Entwicklung von Therapien gegen Nervenerkrankungen. Beide Unternehmen hatten ihre Allianz Ende 2016 gestartet.

Nordex baut Windpark in Indien

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,50
Differenz relativ
+1,31%

Der Windanlagenbauer Nordex hat den Zuschlag für ein Großprojekt im Wachstumsmarkt Indien erhalten. Die Hamburger sollen einen schlüsselfertigen Windpark mit 100 Turbinen errichten. Die Leistung liege insgesamt bei 300 Megawatt. Baubeginn soll im Mai 2019 sein, die Fertigstellung ist für Anfang 2020 geplant. Indien gehört aufgrund seiner Größe zu den wichtigsten Wachstumsmärkten für die Windanlagenbauer.

lg

Tagestermine am Mittwoch, 16. Januar

Unternehmen:
Unternehmen:
Bank of New York Mellon: Q4-Zahlen, 12:30 Uhr
Bank of America: Q4-Zahlen, 12:45 Uhr
Goldman Sachs: Q4-Zahlen, 13:30 Uhr
Blackrock: Q4-Zahlen
Alcoa: Q4-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Deutschland: Verbraucherpreise für Dezember, 08:00 Uhr
Schweiz: Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums, 10:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im Dezember, 10:30 Uhr
Türkei: Zinsentscheid der Zentralbank, 12:00 Uhr
USA: Ein- und Ausfuhrpreise im Dezember, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz im Dezember, 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände im November, 16:00 Uhr
USA: NAHB-Index für Januar, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht, 16:30 Uhr
USA: Fed veröffentlicht Beige Book, 20:00 Uhr

Sonstiges:
EU: Pkw-Neuzulassungen in Europa für Dezember, 08:00 Uhr
Deutschland: Deutsches Aktieninstitut und Börse Stuttgart präsentieren Studie "Mehr Aktionäre in Deutschland - Gleichgültigkeit und Missverständnisse überwinden", 11:00 Uhr
Großbritannien: Misstrauensantrag der Opposition gegen die Regierung, 20:00 Uhr
Griechenland: Tsipras stellt Vertrauensfrage im Parlament