Marktbericht 7:30 Uhr

Marktbericht positiv
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Dax fehlt der Schwung Treten auf der Stelle

Stand: 12.07.2019, 06:54 Uhr

Auch am letzten Handelstag der Woche dürften die Anleger zunächst mit Käufen am Aktienmarkt geizen. Der deutsche Leitindex wird gegenüber dem schwachen Vortagesschluss dennoch erst einmal Boden gutmachen - starker US-Börsen am Vorabend sei Dank.

Nach vorbörslichen Indikationen wird der Dax bei 12.370 Punkten in den letzten Handelstag der Woche starten, damit wären die Verluste des Donnerstags fast wieder wettgemacht, mehr allerdings auch nicht.

Dow über 27.000

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.430,97
Differenz relativ
+0,35%

Ganz anders das Bild an der Wall Street: Der Dow-Jones-Index überwand erstmals die Marke von 27.000 Punkten und schloss deutlich darüber, mit einem Plus von knapp einem Prozent. Der marktbreite S&P 500 verbuchte allerdings nur 0,2 Prozent Zuwächse, und an der Technologiebörse Nasdaq gab es minimale Verluste von 0,1 Prozent.

Fed-Chef deutet Zinssenkung an

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.330,49
Differenz relativ
-0,09%

In den USA sorgten erneut Zinssenkungs-Spekulationen für gute Börsenlaune. Auch gegenüber dem Bankenausschuss des US-Senats hat Fed-Chef Jerome Powell am Donnertag erneut solche Vermutungen befeuert. Eine "etwas mehr konjunkturfördernde Geldpolitik" sie wohl "angebracht", äußerte er dort. Zuvor hatte eine gesunkene Inflatinsrate in den USA die Kurse an der Wall Street bereits steigen lassen.

In Tokio konnte am Morgen der Schwung aus New York aber nicht mitgenommen werden. Wegen eines anstehenden Feiertages und eher schwacher Firmenbilanzen konnte der Nikkei keinen Boden gutmachen.

Euro hält sich

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1213
Differenz relativ
+0,01%

Am Devisenmarkt pendelt der Euro weiterhin um die Marke von 1,1270 Dollar. Die Gemeinschaftswährung hatte in den vergangenen Tagen leicht von der Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA profitiert. Denn die Aussicht auf eine Verringerung des Zinsabstandes zum Euroraum macht den Euro tendenziell wieder attraktiver gegenüber dem Dollar.

Öl bleibt angespannt

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
64,15
Differenz relativ
-3,46%

Wenig Bewegung gibt es am Morgen auch am Rohstoffmarkt. Die Spannungen in der Straße von Hormus halten die Notierungen für Öl weiterhin am oberen Rand der Preisspanne der vergangenen Woche. Nordsee-Öl der Marke Brent kostet am Morgen mit 66,80 etwas mehr als am Vortag. Der Preis für die Feinunze Gold hat sich wieder über der Marke von 1.400 Dollar etabliere, derzeit bei 1.406 Dollar.

Im Dax könnten am Morgen die Aktie der Deutschen Teleom und der Deutschen Bank stehen.

T-Mobile und Sprint lassen sich Zeit

Die fusionswilligen US-Telekomtochter T-Mobile US und Sprint wollen sich einem Pressebericht zufolge für den Abschluss des Deals mehr Zeit nehmen. Die Unternehmen planen, die Fusionsvereinbarung über den 29. Juli hinaus zu verlängern, berichtete das "Wall Street Journal" ("WSJ") am Donnerstag unter Berufung auf einen Insider. Bereits vor über einem Jahr hatten T-Mobile US und Sprint ihre Absicht verkündet, zusammenzugehen. Aktien von T-Mobile verloren bis zu gut zwei Prozent, Sprint mehr als drei Prozent.

Als Zünglein an der Waage gilt der US-Satelliten-TV-Anbieter Dish, mit dem derzeit Gespräche laufen. Dem Vernehmen nach will das US-Justizministerium unter anderem mit einem Verkauf der Sprint-Prepaid-Tochter Boost an Dish den Preiswettbewerb im Falle einer Fusion sicherstellen.

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,50
Differenz relativ
+1,44%
Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,00
Differenz relativ
-0,40%

Deutsche Bank: Stellenabbau auch in Deutschland

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,18
Differenz relativ
+4,33%

Am Mittwochabend wurde bekannt, dass beim geplanten Konzernumbau auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden. "Natürlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl an Stellen wegfallen", sagte Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing dem "Handelsblatt" (Freitag). "Dabei ist allerdings wichtig zu wissen, dass der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten ist."

VW und Ford schmieden Elektroauto-Riesen

Volkswagen und Ford wollen mit einer erweiterten Allianz das Elektrozeitalter angehen und setzen damit die Konkurrenz unter Zugzwang. Der weltgrößte Autokonzern aus Wolfsburg und die Nummer zwei in den USA präsentierten am Freitag in New York ihre Pläne für eine globale Zusammenarbeit bei E-Autos und selbstfahrenden Fahrzeugen. Sie wollen sich die Kosten für Neuentwicklungen teilen und Synergien nutzen. Die Wolfsburger liefern ihrem Partner aus Dearborn in großem Stil Elektroauto-Komponenten aus ihrem Baukastensystem und beteiligen sich zudem an dessen Tochter Argo AI für selbstfahrende Autos. Allein die vereinbarte Lieferung von Bauteilen für E-Autos hat im ersten Schritt ein Volumen von bis zu 20 Milliarden Dollar.

Springer befürwortet KKR-Einstieg

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,05
Differenz relativ
-0,08%

Vorstand und Aufsichtsrat von Axel Springer heißen den Einstieg des US-Finanzinvestors KKR gut. Beide Gremien empfehlen den Aktionären, ihre Papiere für den gebotenen Preis von 63 Euro an KKR zu verkaufen, wie der Medienkonzern am Donnerstag mitteilte. Springer wolle in Mitarbeiter, Produkte, Marken und Technik investieren. "Mit KKR als finanziellem und strategischem Partner werden wir in der Lage sein, diese Pläne mit langfristigem Fokus auf Wachstum und Profitabilität voranzutreiben", sagte Finanzvorstand Julian Deutz. KKR wolle die langfristige Strategie unterstützen.

Die beiden Großaktionäre, die Verlegerwitwe Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner, wollen ihre Anteile - zusammen rund 45 Prozent - jedoch behalten. Der Finanzinvestor will nur einsteigen, wenn er mindestens 20 Prozent der Aktien einsammeln kann.

Steigt Atlantia bei Alitalia ein?

Atlantia: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
24,36
Differenz relativ
-1,02%

Der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia denkt über einen Einstieg bei der angeschlagenen Fluglinie Alitalia nach. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass eine solche Prüfung bis zu der von der Regierung gesetzten Frist abgeschlossen sei, teilt das Unternehmen mit. Italiens stellvertretender Ministerpräsident Matteo Salvini hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, dass Alitalia gerettet werden könne. Die Frist für ein mögliches Angebot von Investoren für Alitalia ist bereits zum vierten Mal verlängert. Nun endet sie Mitte Juli. Rom hat sich die Rettung der Alitalia mit noch rund 11.600 Beschäftigten auf die Fahnen geschrieben. Als möglicher Investor galt auch die staatliche Eisenbahngesellschaft.

Chinesen wollen Thomas Cook retten

Der britische Pauschalreiseveranstalter Thomas Cook soll vom chinesischen Club-Med-Eigentümer Fosun vor dem Aus gerettet werden. Die Fosun Tourism Group und die Gläubigerbanken wollen 750 Millionen Pfund (umgerechnet 830 Millionen Euro) frisches Geld bereitstellen, damit der 178 Jahre alte Traditionskonzern die Wintersaison 2019/20 übersteht, wie Thomas Cook am Freitag mitteilte. Die Gespräche darüber seien weit fortgeschritten. Zugleich soll das Unternehmen drastisch entschuldet werden. Die übrigen Aktionäre werden dadurch aber weitgehend verdrängt. Die Thomas-Cook-Aktie stürzte an der Londoner Börse um 47 Prozent auf ein Allzeittief von sieben Pence ab.

Thomas Cook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
0,06
Differenz relativ
+12,13%
Fosun: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,21
Differenz relativ
+0,73%

Trump will Kryptowährungen regulieren

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.500,25
Differenz relativ
-1,40%

US-Präsident Donald Trump hat sich dafür ausgesprochen, digitale Währungen wie Facebooks Libra unter Bankenregulierung zu stellen. Wenn Facebook und andere Unternehmen eine Bank werden wollten, bräuchten sie eine entsprechende Konzession und müssten sich der gleichen Regulierung wie jede andere nationale oder internationale Bank unterwerfen, schrieb Trump am Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter. Auch sonst äußerte er sich kritisch zu digitalen Finanzanlagen: "Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen." Es handele sich dabei nicht um Geld, und unregulierte Krypto-Anlagen könnten illegale Machenschaften wie Drogenhandel fördern. Die einzig wahre US-Währung, meint Trump, sei der Dollar.

AB

Tagestermine am Mittwoch, den 17. Juli

Unternehmen:
Ericsson: Q2-Zahlen
TomTom: Q2-Zahlen
ASML: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Bank of America: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Bank of New York Mellon: Q2-Zahlen
Abbott Laboratories: Q2-Zahlen
Temenos: Q2-Zahlen, 17:30 Uhr
Alcoa: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Netflix: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Ebay: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
IBM: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Großbritannien: Verbraucherpreise im Juni, 10:30 Uhr
EU: Verbraucherpreise Euro-Zone im Juni, 11:00 Uhr
USA: Wohnbaubeginne im Juni, 14:30 Uhr
USA: Beige Book der Fed, 20:00 Uhr

Sonstiges:
Acea: Pkw-Neuzulassungen in Europa für Juni, 08:00 Uhr
G7: Sitzung der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der G7-Staaten in Chantilly/Frankreich (bis 18.07.), mit EZB-Chef Draghi, Bundesfinanzminister Scholz und Bundesbank-Chef Weidmann