Stabil ins Wochenende

Stand: 05.04.2012, 20:01 Uhr

Nach einem neuerlichen Schwächeanfall zur Mittagszeit von 100 Punkten schafft der Dax doch noch die Wende und holt seine Tagesverluste fast vollständig wieder auf. Dabei geholfen haben auch die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitslosenzahlen.

Danach ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche in den USA auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gesunken. Die Zahl ging um 6.000 auf 357.000 zurück. Damit befindet sich der Arbeitsmarkt weiter auf dem Weg der Besserung.

Für die Anleger in Deutschland ein Zeichen dafür, dass der Dax nach zwei äußerst verlustreichen Handelstagen überverkauft ist. Sie decken sich wieder mit Aktien ein und treiben den Leitindex bis zum Handelsende auf 6.775 Punkte, das sind nur rund neun Zähler oder 0,1 Prozent weniger als am Mittwoch. Am Abend trübt sich das Bild dann wieder etwas ein und der Leitindex geht 45 Punkte tiefer aus dem Handel bei 6.757.

Deutsche Produktion gesunken
Dabei hatte es zunächst nach weiteren Verlusten ausgesehen. Überrascht wurden die Anleger besonders vom kräftigen Rückgang der deutschen Produktion im Februar um 1,3 Prozent, während Volkswirte nur mit einem leichten Minus von 0,4 Prozent gerechnet hatten. Zudem wurde die Entwicklung im Vormonat nach unten revidiert: Statt eines Anstiegs um 1,6 Prozent ergibt sich nun ein Zuwachs der Produktion von nur 1,2 Prozent. Im Jahresvergleich fiel die Produktion im Februar den Angaben zufolge um 1,0 Prozent, nach einem Plus von 1,5 Prozent im Januar.

Hauptursache für den Rückgang im Februar war der kältebedingte Einbruch im Baugewerbe um 17 Prozent. Die Industrieproduktion ging dagegen nur leicht um 0,4 Prozent zum Vormonat zurück.

Der Dax weitete daraufhin seine Verluste kurzzeitig aus und fiel auf ein Tagestief von 6.685 Punkten, 1,5 Prozent unter dem Stand vom Mittwoch..

Stillstand an der Wall Street
Weitgehender Stillstand herrscht auch an der New Yorker Börse. Der Dow Jones-Index eröffnete leicht im Minus und bewegt sich kaum. Das bevorstehende Osterwochenende und die am Karfreitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für den Monat März haben die Anleger vorsichtig gestimmt. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Leitindex 0,3 Prozent tiefer bei 13.032 Punkten

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,52
Differenz relativ
+0,33%

Daimler ex-Dividende
Größter Verlierer im Dax ist die Aktie von Daimler. Sie verliert mehr als vier Prozent. Grund ist die Zahlung der Dividende. Heute schüttet der Autokonzern 2,20 Euro je Aktie aus.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,24
Differenz relativ
-0,93%

Gegenbewegung bei Lufthansa
Zu den Favoriten im Dax gehört dagegen die Aktie der Lufthansa, nachdem die Bestätigung des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen die Titel gestern stark unter Druck gesetzt hatte. Gestützt wird die Lufthansa von einer Studie der Investmentbank Morgan Stanley. Sie hat das Unternehmen mit "Overweight" und einem Kursziel von 14,25 Euro in die Bewertung wieder aufgenommen. Die Fluggesellschaft habe ihr Beteiligungsportfolio in den vergangenen sechs Monaten optimiert und nun noch mehr Möglichkeiten, den Unternehmenswert zu steigern, schrieb Analystin Penelope Butcher.

Zulegen kann auch die im MDax notierte Fraport-Aktie. Die Erholung der gestern ebenfalls ins Minus gerutschten Titel des Flughafenbetreibers bleibt aber bescheiden.

Henkel VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
98,68
Differenz relativ
-0,88%

Henkel gewinnt Marktanteile
Auch die Henkel-Aktie kann sich dem Abwärtstrend entziehen. Börsianer erklären dies mit den optimistischen Äußerungen von Henkels Kosmetik-Chef, Hans van Bylen. Danach ist Henkel in Europa gut aufgestellt und gewinn als einziger Hersteller Marktanteile.

Gerry Weber gefällt
Größter Gewinner im MDax ist dagegen die Aktie von Gerry Weber. Grund ist der kräftige Umsatzzuwachs im März. Die Erlöse in den eigenen und den in Franchise betriebenen Geschäften seien im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut 50 Prozent gestiegen.

Hamburger Hafen enttäuscht
Ein negativer Analystenkommentar macht den HHLA-Aktien zu schaffen. Die im MDax notierten Titel des Hafen- und Logistikkonzerns rutschen an das Index-Ende und verlieren knapp drei Prozent. Die Analysten der DZ Bank haben ihre Anlageempfehlung auf "halten" von "kaufen" und das Kursziel um drei auf 27 Euro gesenkt. "Der Unternehmensausblick für eine stabile Marge in 2012 war eine negative Überraschung für uns", erklärte Analyst Robert Czerwensky.

Kabel will Geld zurück
Kabel Deutschland hat die Deutsche Telekom auf einen dreistelligen Millionenbetrag verklagt. Die Telekom habe seit 2004 "missbräuchlich überhöhte" Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanäle und Infrastruktur kassiert, erklärte der Kabelnetzbetreiber am Donnerstag. Die Telekom widersprach dem scharf.

Air Berlin bleibt am Boden
Air Berlin kann mit seinen neuesten Verkehrszahlen für März nicht punkten. Dabei ist die Entwicklung positiv, die Auslastung verbesserte sich. Die Zahl der Passagiere ging zwar leicht zurück, doch die Airline verringert die Kapazität noch stärker.

Easyjet mit mehr Betriebsamkeit
Auch der Konkurrent Easyjet veröffentlichte seine März-Zahlen. Doch konnte der britische Billigflieger mit einem Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere aufwarten. Vier Prozent mehr Gäste flogen mit Easyjet. Allerdings sank hier die Auslastung. Unterstützung kommt von HSBC und Goldman Sachs. Die Banken erhöhten ihre Kursziele für Easyjet.

Fiat gibt sich stark
Ein Zusammenschluss von Fiat mit Chrysler wird es im Jahr 2012 noch nicht geben. "Es ist höchst unwahrscheinlich", dass Fiat in diesem Jahr mit Chrysler fusioniert, sagte der Chef beider Autokonzerne, Sergio Marchionne. Die endgültige Fusion werde erst nach 2015 erreicht. Bis 2014 will der italienische Autobauer die Gewinnschwelle in Europa erreichen und weltweit 4,1 Millionen bis 4,4 Millionen Autos verkaufen.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr