Marktbericht 17:58 Uhr

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Dritter Gewinntag in Folge Späte Wende im Dax

Stand: 10.01.2019, 17:58 Uhr

Die kleine Jahresauftakt-Rally geht weiter - mit angezogener Handbremse. Der Dax kämpfte sich zum Handelsende noch knapp ins Plus, nachdem er lange im Minus gestanden hatte. Den entscheidenden Schub brachte die Wall Street.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.079,52
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Nach anfänglichen Verlusten drehte der Dow ins Plus. Auch der S&P 500 legte leicht zu. Zuvor hatten Anleger Kasse gemacht - wegen der Ernüchterung über die Ergebnisse der Handelsgespräche zwischen den USA und China. Trotz Fortschritte blieb der große Wurf aus. Aus China hieß es in einer Mitteilung, die Gespräche hätten "das gegenseitige Verständnis vergrößert und eine Grundlage geschaffen, um die Besorgnisse beider Seiten anzusprechen".

Euphorie verflogen

"Ein Teil der positiven Stimmung rund um die Verhandlungen ist damit wieder verflogen", meinte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets. Eine zuvor erhoffte zeitnahe Einigung hatte den Dow in den vergangenen vier Tagen um mehr als fünf Prozent nach oben katapultiert.

Dax steuert Richtung 11.000

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10.931,24
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Im Sog der positiven Wall Street berappelte sich auch der Dax. Er beendete den Xetra-Handel um fast 0,3 Prozent bei 10.921 Punkten. Es war der dritzte Gewinntag in Folge. Damit rückt die Marke von 11.000 Zählern wieder in Sichtweite. Seit Freitag hat der deutsche Leitindex viereinhalb Prozent zugelegt.

Auf der Mauer, auf der Lauer...

Keine Bewegung gibt es beim Regierungsstillstand in den USA. Im Streit um die Mauer an der Grenze zu Mexiko endete ein Spitzentreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Vertretern der Demokraten mit einem Eklat. Trump verließ das Gespräch am Mittwoch im Weißen Haus abrupt und bezeichnete es später auf Twitter als "totale Zeitverschwendung". Der Präsident wollte am Donnerstag an die Grenze zu Mexiko reisen, um mit einem Auftritt vor Ort für das umstrittene Projekt zu werben.

Fed-Protokoll schwächt den Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1384
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Am Devisenmarkt sorgte vor allem die Fed für Gesprächsstoff. Nach den insgesamt vier Zinsanhebungen im vergangenen Jahr will es die US-Notenbank nun ruhiger angehen lassen. Viele Teilnehmer der Dezember-Sitzung sind laut den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Ansicht, dass die Zentralbank bei der weiteren geldpolitischen Straffung "Geduld" aufbringen sollte. Der Dollar geriet danach unter Druck. Der Euro stieg in der Spitze um 0,3 Prozent auf 1,1570 Dollar, den höchsten Stand seit fast drei Monaten. Am Abend rutschte die Gemeinschaftswährung wieder auf 1,1515 Dollar.

Brexit-Debatte geht weiter

Im Fokus der Märkte bleibt auch die Brexit-Debatte, insbesondere die Konsequenzen eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU ohne eine Regelung. Derzeit debattiert das britische Parlament darüber, ob es den von der Regierung ausgehandelten Scheidungsvertrag mit der EU billigen soll oder nicht.

Aktuell zeichnet sich keine Mehrheit dafür ab, so dass ein chaotisches Ausstiegsszenario näher rückt. Am 15. Januar soll abgestimmt werden. Das britische Pfund, das sich zuletzt oberhalb von 1,27 Dollar stabilisiert hat, gibt am Mittag leicht nach. Seit April aber, als noch 1,43 Dollar bezahlt wurden, hat die britische Währung deutlich an Wert verloren, auch gegenüber dem Euro.

Ölpreise fallen zurück

Die Ölpreise haben am Donnerstag den starken Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst nicht weiter fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um über ein Prozent auf 51,73 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet mit 60,86 Dollar ebenfalls rund ein Prozent weniger. Am Ölmarkt wurden die Erwartungen an ein schnelles Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China gedämpft. Außerdem wurden die Notierungen durch die Entwicklung der US-Ölreserven belastet. Diese waren in der vergangenen Woche nicht so stark wie erwartet gesunken. Der Goldpreis stagniert bei 1.292 Dollar je Feinunze.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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51,94
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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60,83
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.291,84
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Defensive Titel ganz vorn

Zu den Gewinnern des Tages gehörten heute die beiden Versorgeraktien und Fresenius. Im Gegenzug sackten die Aktien der Lufthansa, von Covestro und Conti ab. Am Dax-Ende rangierte die Lufthansa mit einem Minus von 2,7 Prozent. Auch andere Fluglinien mussten Federn lassen, Air France-Titel fielen in Paris um 3,8 Prozent. Die Stimmung im Sektor verdarb ein Kurseinbruch bei American Airlines von mehr als sieben Prozent

Volkswagen: Erster Rückgang in China seit 20 Jahren

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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144,90
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Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw hat wegen des kriselnden chinesischen Automarktes im vergangenen Jahr nur ein knappes Verkaufsplus erzielt. Insgesamt legten die Auslieferungen weltweit um 0,2 Prozent auf 6,24 Millionen Autos zu. Im Dezember gab es einen empfindlichen Rückgang um 9 Prozent, vor allem weil die Verkäufe in China spürbar einbrachen. Auch auf Jahressicht verkaufte VW mit seinen Partnern in China weniger Fahrzeuge.  | mehr

Ford zieht in Europa die Reißleine

Ford: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Ford will sein tief in den Verlusten steckendes Europageschäft umbauen und tausende Arbeitsplätze streichen. Der US-Autobauer kündigte am Donnerstag ein Programm an, durch das die Kosten in diesem und im nächsten Jahr massiv gesenkt werden sollen. Zugleich will das Unternehmen in neue Modelle investieren und das Fahrzeugangebot elektrifizieren, um die schärferen EU-Klimavorgaben zu erfüllen. Unprofitable Fahrzeugmodelle sollen aus dem Angebot gestrichen werden.

Die Höhe des geplanten Personalabbaus nannte Armstrong nicht. Im Gespräch mit der nachrichtenagentur "Reuters" machte er jedoch klar, dass "tausende" Stellen wegfallen sollen. Ziel sei, in Europa eine langfristige operative Rendite von sechs Prozent zu erzielen. Im dritten Quartal 2018 hatte Ford in Europa einen Verlust von 245 Millionen Dollar eingefahren nach minus 192 Millionen vor Jahresfrist.

Südzucker: Das war ja abzusehen

Der Preisverfall bei Zucker und Bioethanol hat Südzucker im dritten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand in den drei Monaten bis Ende November ein Verlust von 31 Millionen Euro nach einem Gewinn von 32 Millionen ein Jahr zuvor, wie das im SDax gelistete Unternehmen am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Während der Umsatz um fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurückging, sackte auch das operative Ergebnis mit 23 Millionen Euro ins Minus.

An seiner bereits im September gesenkten Prognose bis Ende Februar hält das Management fest. So soll der Konzernumsatz 6,6 bis 6,9 Milliarden Euro erreichen. Das operative Ergebnis soll zwischen 25 bis 125 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr hatte er noch 445 Millionen Euro erreicht.  | mehr

Rhön-Klinikum setzt auf das Smartphone

Rhön-Klinikum will künftig im großen Stil bei der Telemedizin mitmischen. Mit der Schweizer Medgate wurde die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens vereinbart. Das geplante Joint Venture Medgate Deutschland werde Arztkonsultationen per Video und Telefon anbieten. Die Telemedizin habe "das Potenzial, sich zu einem wichtigen zusätzlichen Geschäftsfeld für unser Unternehmen zu entwickeln", erklärte Rhön-Chef Stephan Holzinger. Die Rhön-Aktien steigen leicht.  | mehr

Bei Osram wird es finsterer

Osram: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Beim Lichtkonzern Osram kommt beim Blick auf die Zahlen des abgelaufenen Jahresviertels keine Freude auf. "Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben", sagte Firmenchef Olaf Berlien der "Augsburger Allgemeine". Wichtige Kunden für Osram sind die Auto- und Smartphone-Industrie. Berlien verwies unter anderem auf deutliche Rückgänge der Autoverkäufe in China.  | mehr

Takeaway.com schmeckt immer mehr Kunden

Bei der niederländischen Lieferando-Mutter haben im vierten Quartal deutlich mehr Kunden Essen bestellt. Die Zahl der Order stieg um 55 Prozent auf knapp 29,9 Millionen. Weitere Details will das Unternehmen am 13. Februar veröffentlichen.

Takeaway.com hatte sich mit seinem Berliner Wettbewerber Delivery Hero kurz vor Weihnachten darauf geeinigt, dessen deutsche Lieferdienste Foodora, Lieferheld und Pizza.de für rund 930 Millionen Euro zu übernehmen. Die Niederländer betreiben hier bereits das Portal Lieferando.de. Auf lange Sicht sollen Kunden nur noch dort bestellen. Die Unternehmen wollen den Deal in der ersten Jahreshälfte 2019 abschließen. Auch in Deutschland legte Takeaway.com im vergangenen Jahr deutlich zu.

Windeln.de beschließt Kapitalherabsetzung

Der defizitäre Online-Babyartikel-Händler ist vorerst gerettet. Die außerordentliche Hauptversammlung hat mit 99,8 Prozent der Stimmen die Herabsetzung des Grundkapitals im Verhältnis 1:10 beschlossen. Erforderlich war eine Mehrheit von 75 Prozent der Stimmen. Unter Zugrundelegung der Kapitalherabsetzung ergibt sich auf Basis des Schlusskurses vom 9. Januar ein rechnerischer Aktienkurs von über 1,00 Euro, was der gesetzliche Mindestbetrag für die Ausgabe neuer Aktien im Zusammenhang mit Kapitalerhöhungen ist. Windeln.de hatte Ende November den für dieses Jahr geplanten operativen Turnaround auf 2020 verschoben. Die Aktie stürzte daraufhin ab.

Macy's schockt die Anleger

Die Aktien von Macy's tauchen heute um rund 16 Prozent ab. Der Kaufhausbetreiber sah sich nach einer schwachen Umsatzentwicklung im Weihnachtsquartal dazu gezwungen, die bisherigen Jahresziele aufzugeben. Dies belastete auch andere Einzelhandelsaktien. Die Titel von Target und Walmart sacken ebenfalls ab.

Fintech N26 jetzt Milliarden wert

Die Berliner Smartphone-Bank N26 lässt sich ihre globale Expansion von ausländischen Investoren finanzieren. Der US-Risikokapitalgeber Insight Venture Partners sowie der Singapurer Investmentfonds GIC stellen zusammen mit anderen Investoren 300 Millionen Dollar zur Verfügung, wie das seit 2015 aktive Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Es handelt sich damit um eine der größten Private-Equity-Finanzierungsrunden, die ein europäisches Fintech gestemmt hat. Inzwischen hat N26 in vier Runden mehr als 500 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem bei Europas größtem Versicherungskonzern Allianz und dem chinesischen Internet-Riesen Tencent, dem deutsch-amerikanischen Investor Peter Thiel und bei Mitgliedern des Zalando-Managements.

N26 setzt auf eine Klientel, die ihre Bankgeschäfte über das Smartphone abwickeln will, schreibt aber noch rote Zahlen.  | mehr

Bitcoin auf Dreiwochen-Tief

Bitcoin-Investoren müssen starke Nerven haben. Der Kurs der bekanntesten Kryptowährung ist heute wieder klar unter die Marke von 4.000 Dollar gestürzt und auf ein Dreiwochen-Tief gefallen. Auslöser war offensichtlich die Forderung der europäischen Bankaufsichtsbehörde EBA nach EU-weiten Vorschriften für Kryptowährungen. Während eine Regulierung an sich mehr Transparenz und damit bessere Investierbarkeit bedeutet, sorgen sich die Kryptoanleger kurzfristig um mögliche Verbote oder Handelseinschränkungen.

Tagestermine am Donnerstag, 17. Januar

Unternehmen:
Metro: Q1 Trading Update, 7:30 Uhr
Alstom: Q3-Umsatz, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Umsatz 2018, 8:00 Uhr
Morgan Stanley: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Netflix: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
American Express: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
Rio Tinto: Operation Report 2018, 22:30 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Jahreszahlen
Symrise: Capital Markets Day

Konjunktur:
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestand), 11/18, 08:00 Uhr
Deutschland: Baugenehmigungen, Januar - November, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 12/18, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 01/19, 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen 12/18, 14:30 Uhr