Marktbericht 20:00 Uhr

Über 10.700 Sehr ruhiger Wochenausklang im Dax

Stand: 21.10.2016, 20:00 Uhr

Kräftige Gewinne der SAP-Aktie und ein deutliches Kursminus bei Daimler. Das waren die Höhepunkte am Freitag an der Frankfurter Börse. Der Dax kam kaum von der Stelle. Dennoch kann er auf eine schöne Serie zurückblicken.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 20.15 Uhr

Denn durch das heutige Plus kann der deutsche Leitindex auf vier Handelstage hintereinander mit Kursgewinnen zurückblicken. Bei 10.710 Punkten beendete der Dax die Handelswoche. Auf Tagessicht entspricht das einem Gewinn von 0,1 Prozent, auf Wochensicht können sich die Anleger immerhin noch über ein Plus von 1,2 Prozent freuen. Im späten Handel rutsche der auf dem Frankfurter Parkett ermittelte L/E-Dax leicht auf 10.702 Punkte ab. Relevante Konjunkturdaten waren heute Fehlanzeige.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.521,65
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Zwischen Hoch- und Tiefstkurs lagen heute während des Xetra-Handels gerade einmal 65 Punkte, ein sehr niedriger Wert. Zwar hätten einige Firmen im dritten Quartal die ziemlich hohen Markterwartungen erfüllt, sagte Susan Joho, Ökonomin bei Julius Bär. "Aber die Realität sieht ernüchternder aus: die Vorhersagen der Unternehmen sind schwach."

Zudem werfe die Unsicherheit wegen einer möglichen Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember und den US-Präsidentschaftswahlen einen Schatten auf den Markt und mache ihn anfällig für Gewinnmitnahmen, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London Markets. Etwas schwächer entwickelt sich dabei erneut der mexikanische Peso gegenüber dem US-Dollar. Der Peso gilt als wahrscheinliches Opfer eines Sieges von Donald Trump, da der Politiker für Protektionismus gegenüber Mexiko steht.

Euro rutscht unter 1,09

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1716
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Der Euro stand nach den Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi vom Vortag weiter unter Druck. Der Leitzins in der Eurozone soll danach auf unabsehbare Zeit niedrig gehalten werden. Der Euro fiel mit 1,0859 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten.

Microsoft an der Börse nicht zu bremsen

Die Aktie des Softwarekonzerns Microsoft kletterte an der Nasdaq auf eine Rekordhoch von 60,45 Dollar. Das Unternehmen hatte im vergangenen Quartal trotz einer rückläufigen Gewinnentwicklung die Analystenerwartungen deutlich übertreffen können.

McDonald's überzeugt die Anleger

Der Fast-Food-Riese McDonald's hat im dritten Quartal zwar einen Umsatzrückgang um drei Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar und ein Minus beim Gewinn um 30 Millionen auf 1,28 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Beide Größen lagen aber über den Erwartungen von Analysten. Auf vergleichbarer Fläche legte der Umsatz zudem um 3,5 Prozent zu. Die Börse war auch hier zufrieden.

GE enttäuscht ein bisschen

Vor dem Handelsbeginn an der Wall Street berichtete der Mischkonzern General Electric (GE) über die jüngste Geschäftsentwicklung. Der Konzern konnte seinen Umsatz im dritten Quartal um 4,4 Prozent auf 29,3 Milliarden Dollar verbessern. Der Gewinn legte um knapp sieben Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zu. Wegen Problemen im Geschäft mit der Öl- und Gasbranche senkte der Industriegigant seine Umsatzprognose fürs Gesamtjahr auf nur noch auf eine Veränderung von null bis zwei Prozent. Bisher war ein Plus vom zwei bis vier Prozent angepeilt.

SAP hebt Prognose an

An der Dax-Spitze lag die SAP-Aktie. Der Softwarekonzern hat im dritten Quartal seinen Umsatz um acht Prozent auf 5,38 Milliarden Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis kletterte nur um ein Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Die Jahresprognose für dieses Ergebnis wurde aber auf 6,5 bis 6,7 Milliarden Euro angehoben.

Daimler brummt nicht genug

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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57,24
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Für die Daimler-Aktie lief es dagegen gar nicht gut. Wegen schwacher Nachfrage nach Lastwagen musste der Autogigant seine Absatz- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr kappen und plant nun nur noch einen "leichten" Anstieg. Da hilft es auch nicht, dass Daimler seinen Umsatz im dritten Quartal um vier Prozent auf 38,6 Milliarden Euro gesteigert hat. Beim Nettoergebnis erzielte der Konzern einen Zuwachs von 2,42 auf 2,73 Milliarden Euro.

Deutsche Bank erholt sich weiter

In der Gewinnerliste im Dax fand sich auch die Deutsche-Bank-Aktie wieder. Das Papier notiert nun wieder über dem Kursniveau, das es vor der unerwartet hohen Forderung der US-Justiz von 14 Milliarden Dollar wegen krummer Hypothekengeschäfte inne gehabt hatte. Wie hoch die Strafe letztlich ausfallen wird, ist weiterhin unklar. Doch die Kursreaktion deutet darauf, dass bei der Strafhöhe noch einiges Potenzial nach unten besteht. Zudem dürfte das Papier weiter durch den gestrigen Pressebericht gestützt werden, laut denen die Bank bei einer etwaigen Kapitalerhöhung Unterstützung durch Investoren aus dem arabischen Raum erhalten könnte.

RWE: Innogy als Ladenhüter

Der Energiekonzern RWE hat durch den Börsengang der Tochter Innogy nur 2,6 Milliarden Euro eingenommen, das sind 358 Millionen Euro weniger als geplant. Wegen schwacher Nachfrage musste die begleitende Investmentbank Goldman Sachs einen Teil des so genannten Greenshoes für Stützungskäufe bei Innogy nutzen.

Sixt deutlich verbessert

Der Autovermieter Sixt hat am Vormittag überraschend vorläufige Zahlen veröffentlicht, die Aktie setzte sich an die Spitze im SDax. Danach wurde das Ergebnis vor Steuern (Ebit) von 79 auf 90 Millionen Euro gesteigert. Sixt traut sich bei der Ergebnisgröße nun im Gesamtjahr "mindestens 200 Millionen Euro" zu. Auch beim Konzernumsatz, der im Vierteljahr 1,4 Milliarden Euro betragen hat, erwartet das Unternehmen im Gesamtjahr ein "deutliches" Wachstum.

Audi: Das wird teuer für VW

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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144,40
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-0,18%

Die Aufarbeitung der Affäre um manipulierte Abgaswerte könnte die Volkswagen-Tochter Audi mehr als eine Milliarde Euro kosten, berichtet "Der Spiegel". Der Autobauer müsse voraussichtlich 25.000 Fahrzeuge des Typs Q7 in den USA zurückkaufen. Hinzu kämen die Kosten für die Umrüstung der übrigen Wagen.

FMC auf Kurs

Das weltgrößte Dialyseunternehmen Fresenius Medical Care (FMC) sieht sich auf gutem Weg, sein Wachstumsziel bis 2020 zu erreichen. Weitere Zukäufe seien Teil der Strategie, sagte Konzernchef Rice Powell dem "Handelsblatt". Dabei suche das Unternehmen vor allem nach Wachstumschancen in aufstrebenden Regionen wie Asien und Lateinamerika, die stärker wüchsen als Nordamerika oder Europa.

K+S leidet unter Bonitäts-Schelte

Aktien des Salz- und Düngemittelherstellers K+S standen im MDax überdurchschnittlich unter Druck. Die Ratingagentur S&P hat die Bonitätsnote des Unternehmens wegen schlechter Geschäftsaussichten von "BBB-" auf "BB+" herabgestuft. Damit verlieren K+S-Anleihen das Gütesiegel "Investment Grade" und gelten als "Ramsch". Die Experten der Ratingagentur setzten den Ausblick zudem auf "Negativ". Damit droht eine weitere Herabstufung in den kommenden Monaten.

SLM-Übernahme in Gefahr

Die geplante Übernahme des TecDax-Unternehmens durch den US-Konzern General Electric (GE) ist bedroht. Der Hedgefonds Elliott, der 20 Prozent an SLM Solutions hält, will das Kaufangebot von 38 Euro je SLM-Aktie nicht annehmen. Das Papier verlor bis Handelsschluss acht Prozent. GE wiederum weigert sich, das Angebot aufzustocken.

Hypoport wächst

Der Finanzdienstleister Hypoport hat in den ersten neun Monaten seinen Umsatz von 103 auf 114 Millionen Euro verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um 15 Prozent auf 17 Millionen Euro zu. Die Hypoport-Aktie gehörte im SDax zu den Haupt-Verlierern.

Halloren wird von der Börse genommen

Der Schokoladenhersteller Halloren will sich von der Börse zurückziehen. Bereits direkt nach dem 2. Dezember soll der Handel mit der Aktie eingestellt werden. Durch den Schritt will das Unternehmen seinen Verwaltungs- und Kostenaufwand reduzieren. Es soll möglicherweise einen außerbörslichen Handel geben.

Ericsson in der Verlustzone

Der schwedische Netzwerkausrüster ist im abgelaufenen Quartal mit 233 Millionen Kronen in die Verlustzone gerutscht. Das Unternehmen leidet weiter unter einem negativen Trend in der Branche, vor allem bei Mobilfunknetzen sei die Nachfrage derzeit gering. Der Umsatz ist um 14 Prozent auf 51,1 Milliarden Kronen (5,3 Milliarden Euro) abgerutscht.

Fusionitis fast überall

Gleich drei Großfusionen könnten in den kommenden Wochen anstehen. Sehr konkret sind bereits die Übernahmepläne des britischen Tabakherstellers BAT für den US-Konkurrenten Reynolds. 47 Milliarden Dollar will BAT dafür aufbieten. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sondiert auch der US-Telekom-Gigant AT&T eine Übernahme: Ziel ist der Medienkonzern Time Warner. Dieser kommt gegenwärtig sogar auf einen Börsenwert von 65 Milliarden Euro. Und der Chiphersteller Qualcomm könnte den Chip-Spezialisten NXP kaufen. Hier ist ein Übernahmepreis von 37 Milliarden Dollar im Gespräch.

ME

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Weltpremiere des ersten Elektroautos der neuen Marke EQ in Stockholm
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 16:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Luxxotica: Halbjahreszahlen, 17:45 Uhr
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amgen: Q2-Zahlen
AMD: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht Juli, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index für Juni, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr