Marktbericht 20:04 Uhr

Dax schlägt sich gut Schwungvoller Wochenstart

Stand: 07.09.2015, 20:04 Uhr

Nach den Verlusten der Vorwoche zeigten sich die Anleger heute besser gelaunt. Bei geringen Umsätzen legte der Leitindex trotz fehlender US-Unterstützung zu.

Zum Wochenauftakt schloss der deutsche Leitindex nämlich 0,7 Prozent höher bei 10.108 Punkten. Es war jedoch ein zähes Unterfangen, bis sich der Markt am Nachmittag doch noch dazu entschloss, den Vorwärtsgang einzulegen. Das Tagestief lag bei 10.055, das Hoch bei 10.184 Punkten. Auch im Späthandel setzte sich die positive Tendenz fort, der L/E-Dax schloss bei 10.121 Punkten.

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
Audio

Börse 19.00 Uhr

Insgesamt fehlte der Börse heute natürlich die US-Unterstützung. Wegen des Labor-Day-Feiertages bleibt die Börse in New York am heutigen Montag geschlossen. Dafür dass auch die asiatischen Vorgaben nicht wirklich prickelnd waren, hat sich der Dax insgesamt ordentlich geschlagen.

Unsicherheit bleibt

"Wie nachhaltig die Bewegung ist, bleibt abzuwarten", sagte ein Händler. "Denn ohne die US-Anleger fehlen uns einfach Anschlusskäufe und neue Impulse." Ein Tendenzwechsel war der heutige Tag deshalb sicher nicht, die Lage bleibt weiter wackelig.

Nach den zuletzt robusten Daten vom US-Arbeitsmarkt (dort liegt die Arbeitslosenquote mittlerweile nur noch bei 5,1 Prozent), steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank Fed bereits auf ihrer nächsten Zinssitzung am 16. und 17. September zum ersten Mal seit neun Jahren die Zinsen wieder anheben wird.

Auch die Sorgen um Chinas Wirtschaftswachstum dürften nicht abebben. Vor allem Rohstoffkonzerne, aber auch die Autobauer haben bereits zu spüren bekommen, dass die Trauben im Reich der Mitte nicht mehr so hoch hängen. Vor allem der Verfall der Ölpreise geht primär auf die niedrigere Nachfrage aus China zurück.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.325,44
Differenz relativ
-1,77%

Von einem Einbruch der chinesischen Wirtschaft kann andererseits aber auch keine Rede sein. Neue Hinweise auf die Lage in China stehen auch schon kurz bevor. In der Nacht werden die Handelsbilanzdaten für den August erwartet. Die Regierung in Peking hat mittlerweile auch weitere Maßnahmen beschlossen, damit sich Kursverluste wie zuletzt an der Börse nicht mehr wiederholen.

Euro bewegt sich wenig

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1247
Differenz relativ
+0,23%

Ruhe herrschte auch am Devisenmarkt, der Euro handelt bei 1,1169 kaum höher als zu Handelsbeginn. Produktionszahlen aus der deutschen Industrie sorgten zum Wochenstart nur zeitweilig für Belastung. Im Juli war die Herstellung im verarbeitenden Gewerbe mit 0,7 Prozent schwächer gestiegen als erwartet. Unicredit-Experte Andreas Rees kommentierte, der moderate Aufwärtstrend sei intakt. "Die Erholung in den USA und der Eurozone wird die Schwäche der asiatischen Schwellenländer überkompensieren."

Neue Fantasie bei K+S, Merck am Indexende

Größter Gewinner im Dax war die Aktie des Düngemittel-Konzerns K+S, die 4,1 Prozent zulegte. Neue Übernahmefantasie ist in den Titel gefahren, denn der US-Konkurrent Potash lässt offenbar nicht locker. Laut der "FAZ" hat Potash mit der Bank of America nun den dritten Berater angeheuert, der die Übernahme noch in die Wege leiten soll. K+S hatte ein Angebot über acht Milliarden Euro Ende Juni abgelehnt.

Merck-Aktien standen am Indexende, nachdem die Experten von Merrill Lynch den Titel auf "underperform" abgestuft haben. Lediglich RWE notierten von den 30 Dax-Werten noch leicht im Mnuns, ansonsten gab es nur Gewinner. Auch Lufthansa-Papiere, die zuvor des Öfteren das Vorzeichen wechselten, behaupteten sich knapp im Plus. Eine Kaufempfehlung für die Aktie durch die LBBW verpuffte angesichts des morgen bevorstehenden Streiks. Betroffen davon sollen Langstreckenflüge des Unternehmens sein, wie ein Sprecher der Piloten-Gewerkschaft Cockpit sagte.

Nach vielen Handelstagen mit Verlusten schafft es auch die Eon-Aktie wieder einmal deutlicher ins Plus. Verantwortlich dafür ist ein Kursziel, das das US-Analysehaus Bernstein für die Aktie gesetzt hat. Es liegt mit 16,40 Euro rund 70 Prozent über dem derzeitigen Kurs. Bernstein zufolge ist Eon ein "Top-Pick" im Versorgersektor.

Ergo verabschiedet sich von der Lebensversicherung

Mit der Erstversicherungstochter der Münchener Rück zieht sich ein weiterer großer Anbieter aus dem Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen in Deutschland zurück. Zum Jahresende soll kein Neugeschäft mehr angenommen werden, erklärte Vorstandsmitglied Clemens Muth gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Es sei für Ergo unprofitabel, hieß es zur Begründung.

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
190,85
Differenz relativ
-0,99%

Neben den Niedrigzinsen belasten auch die Solvency-II-Bilanzvorschriften. Diese sehen vor, dass für langlaufende Garantien mehr Eigenkapital vorgehalten werden muss. Der Trend geht daher zu Produkten, die sich ohne explizite Garantie an der Kapitalmarktentwicklung orientieren. Zuvor hatten bereits andere Anbieter wie Zurich, Generali oder Talanx das Geschäft mit der klassischen Lebensversicherung eingestellt.

ThyssenKrupp macht sich beliebt

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,80
Differenz relativ
-3,06%

"Eine gute Nachricht", meint DZ Bank-Analyst Dirk Schlamp sei es, dass der Dax-Konzern sein Sparziel für das im September zu Ende gehenden Geschäftsjahr wohl übertroffen hat. Das zumindest hat Finanzvorstand Guido Kerkhoff gegenüber der "Börsen-Zeitung" angedeutet. Angekündigt waren ursprünglich Einsparungen in Höhe von 850 Millionen Euro. Auch der Markt quittierte die Neuigkeiten mit Kursavancen, das ThyssenKrupp-Papier legte 1,5 Prozent zu.

Kion kauft eigene Aktien

Der Hersteller von Gabelstaplern aus dem MDax will vom 10. September bis 15. Oktober für ein Mitarbeiterprogramm insgesamt 70.000 eigene Aktien zurückkaufen. Das wäre zum aktuellen Börsenkurs ein Volumen von rund 2,7 Millionen Euro. Kion hatte bereits im Vorjahr 51.000 eigene Aktien zum gleichen Zweck erworben. Die Aktie legt knapp ein Prozent zu.

Zahlreiche Börsengänge in der Pipeline

Noch im laufenden Jahr will das Anzeigen-Portal Scout sein IPO aufs Parkett legen. Die Scout24-Gruppe, ehemals mehrheitlich im Besitz der Telekom, inzwischen eine 70prozentige Beteiligung der Finanzinvestoren Hellman & Friedman sowie Blackstone, will beim Börsengang mindestens 200 Millionen Euro einnehmen.

Der Baustoff-Konzern Xella, bekannt für den Porenbeton Ytong, strebt sogar bereits im Oktober aufs rutschige Börsenparkett. Ende September soll ein konkreter Termin und weitere Details genannt werden, wie Xella am Montag mitteilte. Xella, das den Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs gehört, könnte zum Börsenstart mit 2,5 Milliarden Euro bewertet werden.

Schon gezeichnet werden können die Aktien der schwedischen TF Bank, ein Online-Konsumfinanzierer. 10,4 Millionen Aktien sollen in einer Spanne zwischen 15 und 19 Euro platziert werden. Bis zu 198 Millionen Euro sollen eingenommen werden, die Zeichnungsfrist dauert noch bis zum 16. September.

Auch der rheinland-pfälzische Folienhersteller Klöckner Pentaplast steht vor einem Börsengang, allerdings nur in den USA. Das Unternehmen aus Montabaur habe die Investmentbanken Jefferies und Goldman Sachs ausgewählt, um einen Börsengang vorzubereiten, sagten zwei mit den Vorgang vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur "Reuters". Es ist der zweite Versuch des Finanzinvestors SVP, dem Besitzer des Unternehmens.

Glencore dreht an der Sparschraube

An der Börse kamen die jüngsten drastischen Sparmaßnahmen des Managements gut an. Die Aktie legt kräftig zu, nachdem sie allerdings zuvor heftig unter die Räder gekommen war. Die Unternehmensführung zieht die Notbremse, nachdem die Preise für Kohle und Kupfer, zwei der wichtigsten Produkte des Rohstoffkonzerns, zuletzt deutlich gefallen waren. Unter anderem wird die Dividende gestrichen und das Kapital um 2,5 Milliarden US-Dollar erhöht.

Credit Suisse muss zahlen

Die Großbank Credit Suisse ist in den USA zur Zahlung von 287,5 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Geklagt hatte der Hedgefonds Highland Capital. Der Fonds hatte 2007 in eine Anlage im Wüstenstaat Nevada investiert. Er machte geltend, die schweizerische Großbank habe die Anlage "Lake Las Vegas" zu hoch bewertet. Die Anlage war ein Jahr später Pleite gegangen. Der Argumentation der Bank, dass die Immobilienkrise den Verlust verursacht hätten, folgte das Gericht nicht.

rm

Tagestermine am Dienstag, 13. November

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 10/18, 7:00 Uhr
Grammer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Bauer: Neun-Monats-Zahlen, 7:00 Uhr
1&1 Drillisch: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Cewe Stifung: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Evotec: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr (Call: 14:00 Uhr)
Innogy: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Tom Tailor: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
United Internet: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Ströer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Areal Bank: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Hello Fresh: Q3-Zahlen, 7:15 Uhr
Medigene: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
VTG: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
HHLA: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Uniper: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Jenoptik: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Nordex: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Bayer: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
Bilfinger: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
OHB: Neun-Monats-Zahlen, 8:00 Uhr
Vodafone: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Home Depot: Q3-Zahlen, 15:00 Uhr
Wüstenrot & Württembergische: Q3-Zahlen
Nemetschek: Kapitalmarkttag

Konjunktur:
Italien: Frist der EU-Kommission zur Überprüfung des Haushaltsentwurfs läuft aus
Deutschland: Verbraucherpreise 10/18 (endgültig), 8:00 Uhr
Deutschland: Insolvenzen 8/18, 8:00 Uhr
Deutschland: Erwerbstätigkeit Q3/18, 8:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenzahl 10/18, 10:18
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen 10/18, 11:00 Uhr