Schwieriges Ende einer freundlichen Woche

Stand: 28.01.2011, 20:04 Uhr

Die Anleger müssen ein eine große Portion Ungewissheit ins Wochenende nehmen. Nach Börsenschluss in Frankfurt sackte die Wall Street am Freitag kräftig ab und zog auch den LDax noch mit sich.

Als "nicht gelungen" dürfte dieser Freitag bezeichnet werden, mit einem Minus von 0,7 Prozent im Dax und kräftigen Kursverlusten in New York. Als in Frankfurt der Parketthandel beendet wurde, notierte der Dow Jones 1,3 Prozent schwächer, der Nasdaq Composite sogar 2,3 Prozent. Der späte Dax reagierte auf die zunehmene Erosion an der Wall Street: Der LDax gab weitere 17 Punkte nach und schloss bei 7.086.

Verantwortlich für die sich rasch verschlechternde Stimmung am Aktienmarkt waren amerikanische Konjunkturzahlen, Unternehmensbilanzen und die zunehmend undurchsichtige Lage in Ägypten. Anleger machten sich vor allem Sorgen um die Energietitel, die am Freitag überdurchschnittlich nachgaben.

Amerikanische Konjunkturzahlen wurden ebenfalls mit Missfallen aufgenommen. Dabei waren die BIP-Zahlen gar nicht mal so schlecht, nur leider schlechter als erwartet. Dank eines Konsumschubs im vierten Quartal wuchs die amerikanische Wirtschaft in den drei letzten Monaten des Jahres um 3,2 Prozent, im gesamten Jahr um 2,9 Prozent. Fachleute hatten allerdings 3,4 Prozent erwartet.

Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für den Monat Januar erreichte 74,2 Punkte, was zwar etwas besser war als die erwarteten 73,2 Punkte, aber weniger als die im Monat zuvor festgestellten 74,5 Punkte.

Ford enttäuscht
Von den US-Konzernen enttäuschte die Bilanz von Ford. Die Aktie verlor am Freitag erheblich, nachdem die Firma für das abgelaufene Quartal einen Gewinneinbruch von 80 Prozent gemeldet hatte. Der Grund für den auf 190 Millionen Dollar geschrumpften Gewinn sei eine Umschuldung. Ford hob allerdings die Prognose für den Autoabsatz in den USA für dieses Jahr auf 13,5 Millionen Autos an.

Studien beflügeln
Kursgewinne im Dax verzeichnete die Volkswagen-Aktie. Die US-Bank Goldman Sachs rechnet damit, dass die starke Nachfrage aus den Schwellenländern und die wirtschaftliche Erholung in den alten Märkten dazu führen werden, dass sich Umsatz und Margen der Autokonzerne verbessern. Auch BMW-Papiere schlossen besser als der Markt, sie verloren 0,4 Prozent.

Fresenius ausgesetzt
Die Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius wurden bis zum Handelsende ausgesetzt. Die Firma brachte am Freitag ihre angekündigte Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien unter Dach und Fach. Am Montag sind dann die Stammaktien des Bad Homburger Unternehmens im Dax notiert. Die Firma verspricht sich von der Umwandlung mehr Handelsvolumen und eine bessere finanzielle Flexibilität. Bevor sie vom Handel ausgesetzt wurden, notierten Fresenius-Aktien 1,4 Prozent höher.

Licht und Schatten im TecDax
Die Aktie des Halbleiterkonzerns Dialog Semiconductor wurde von unangenehmen Gerüchten belastet. Möglicherweise werde die Firma zukünftig nicht mehr als Zulieferer für Apples iPhone berücksichtigt, hieß es auf dem Parkett. Die Aktie verlor 2,8 Prozent. Das Papier des Solarunternehmens Roth&Rau hingegen schloss unverändert. Die Firma hat im laufenden Jahr bereits Aufträge im Wert von 31,9 Millionen Euro akquiriert.

Andere Solaraktien hingegen schlugen sich nicht so gut. Die meisten Vertreter der Zunft waren am Abend am Ende des TecDax zu finden. Das Bundeswirtschaftsministerium will nach Informationen aus Kreisen die Kürzungen bei der Solarförderung noch weiter verschärfen, der TecDax schloss vor allem wegen der Verluste bei den Solarwerten 1,3 Prozent schwächer.

Software AG sonnt sich im Analystenlicht
Am Donnerstag gab der Softwarekonzern Software AG seine viel beachtete Quartalsbilanz bekannt, nun honorierten die Fachleute in den Banken und Analysehäusern die guten Geschäfte des TecDax-Unternehmens. Nomura und UBS beispielsweise erhöhten ihr Kursziel für Papiere der Software AG, deren Aktie um 1,4 Prozent zulegte.

Zooplus wächst weiter
Die Heimtierfirma Zooplus hat das vergangene Jahr mit einem um die Hälfte verbesserten Umsatz von 193 Millionen Euro beendet. Damit übertraf der Konzern seine eigene Prognose von 185 Millionen leicht. Zooplus äußerte sich auch zur Ergebnisprognose: Man habe etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Primion ist zufrieden
Das IT-Unternehmen Primion Technologies hat sich wegen eines guten Jahresendgeschäftes aus der Verlustzone entfernt. Die Firma zeigte sich sehr zufrieden mit einem Ebit von 0,6 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von einer Million Euro angefallen war. Dass der Umsatz um 6,2 auf 49,7 Millionen Euro fiel, scheint den Aktionären gleichgültig zu sein. Die Aktie gewann fast 12 Prozent.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 17. Oktober

Unternehmen:
ASML: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Roche: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Zooplus: Q3-Umsatz, 07:30 Uhr
Danone: Q3-Umsatz, 07:30 Uhr
Abbott: Q3-Zahlen, 13:45 Uhr
US Bancorp: Q3-Zahlen, 14:00 Uhr
Carrefour: Q3-Umsätze, 17:45 Uhr
Alcoa: Q3-Zahlen, 22:10 Uhr

Konjunktur:
Acea-Kfz-Neuzulassungen 09/18, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 09/18, 11:00 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen, 09/18, 14:30 Uhr
USA: Ölbericht (Woche), 16:30 Uhr
USA: FOMC-Sitzungsprotopoll 26.9., 20:00 Uhr