Marktbericht 20:02 Uhr

Dax außer Rand und Band Schon wieder eine neue Rekordmarke

Stand: 18.10.2013, 17:45 Uhr

Das Ende der US-Haushaltsblockade, starke Unternehmenszahlen und Spekulationen auf eine unveränderte Notenbankpolitik haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag zu einem neuen Rekord verholfen.

Der Dax sprang in der Schlussauktion auf einen neuen Höchstwert von 8.865 Punkten, 0,6 Prozent oder 53 Zähler mehr als am Donnerstag. Damit übertrumpfte der Leitindex seinen Rekord vom Mittwoch bei 8.861 Punkten, den er im Zuge der Einigung im US-Etatstreit erreicht hatte. Auf Wochensicht hat das deutsche Standardwertebarometer damit um über eineinhalb Prozent zugelegt.

An der der Wall Street erreichte der S&P 500-Index ebenfalls eine neue Bestmarke. Lediglich der US-Leitindex Dow Jones kam kaum von der Stelle. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte er 29 Punkte im Plus bei 15.400 Zählern.

Dax bald bei 9.000 Punkten?

"Damit ist aus unserer Sicht die Grundlage für einen sehr guten November und Dezember am Aktienmarkt gelegt", sagte Finanzmarkt-Experte Craig Ray vom Anlageberater Wilson King. Matthias Jasper, Chefhändler bei der WGZ Bank. sieht ebenfalls gute Chancen, dass der Dax seine jüngste Rekordserie fortsetzt und die Marke von 9.000 Punkten knackt. "Aktuell sehe ich weder von makroökonomischer noch von Unternehmensseite Störfeuer für einen weiteren Aufschwung", sagte er.

Unterstützung erhielt der Markt auch aus China. Dort hat das Wirtschaftswachstum wieder angezogen: Im dritten Quartal von Juli bis September stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes um 7,8 Prozent und damit stärker als von der Regierung angepeilt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1308
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Der Euro hat am Freitag mit der Aussicht auf eine weiter ungebremste Geldflut in den USA an die starken Gewinne vom Vortag angeknüpft. Am Vormittag stieg die Gemeinschaftswährung kurz über die Marke von 1,37 Dollar, fiel danach aber wieder etwas zurück und notiert bei Börsenschluss bei 1,3691 Dollar. Anfang Februar war der Euro bis auf 1,3711 Dollar geklettert, den höchsten Stand seit November 2011.

GE und Morgan Stanley kommen gut an

Die Geschäfte des amerikanischen Mischkonzerns General Electric laufen rund: Der Siemens-Rivale konnte seine Gewinne in sechs der sieben Industriesparten steigern. An seiner Jahresprognose hält das Unternehmen fest. Das liegt vor allem an einem Rekordbestand an Aufträgen. Zum Ende des dritten Quartals standen Bestellungen für 229 Milliarden Dollar in den Büchern, ein Plus von 19 Prozent. Die Aktie steigt. Auch die Investmentbank Morgan Stanley konnte überzeugen, weil sie sich besser als der größere Erzrivale Goldman Sachs schlug. Obwohl auch Morgan Stanley heftige Einbußen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren verkraften musste, glichen ein stärkeres Aktien-Geschäft und die immer wichtiger werdende Vermögensverwaltung dies mehr als aus.

Google-Aktie jetzt über 1.000 Dollar wert

Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
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Einen Freudensprung um gut 12 Prozent macht die Aktie von Google auf zuletzt 1001 Dollar. Der Technologiekonzern konnte seinen Gewinn im dritten Quartal um ein Drittel auf 2,97 Milliarden Dollar steigern. Der Umsatz legte auf 14,89 Milliarden Dollar zu, nach 13,3 Milliarden vor einem Jahr.

Konsumwerte gefragt dank Goldman

Im Dax gehören neben dem Gesundheitskonzern FMC die Konsumgüter-Aktien Henkel und Adidas zu den stärksten Werten. Sie profitieren von einer Kaufempfehlung der Investmentbank Goldman Sachs für den französischen Branchenkollegen L'Oréal. "Das sorgt für Sektorstärke", sagte ein Börsianer.

Lufthansa auf Höhenflug

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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20,07
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Kräftig bergauf geht es auch mit der Lufthansa-Aktie. Grund ist ein Bericht über ein geplantes Bündnis in der Luftfracht. Bereits am Vortag hatten die Aktien der Lufthansa mehr als drei Prozent gewonnen. Auf Jahressicht treten die Aktien dagegen mehr oder weniger auf der Stelle. In der Frachtsparte will die Fluglinie mit anderen Gesellschaften eine internationale Allianz bilden. "Wir wollen mit Partnern zusammenarbeiten, die uns Zugang zu neuen Märkten und zusätzliche Verbindungen eröffnen", sagte Lufthansa Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt der "FAZ".

Versorger an Dax-Ende

Dagegen sind die Versorger Eon und RWE ans Dax-Ende gerutscht. Händler sprechen von Ängsten vor einer Großen Koalition in Berlin. Dabei treibt RWE Insidern zufolge den Verkauf seiner milliardenschweren Öl- und Gasfördertochter Dea voran. Der Konzern habe potenzielle Käufer aufgefordert, bis Ende Dezember Gebote einzureichen.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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18,36
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Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Kuka und GSW an MDax-Spitze

Im MDax sind die Papiere des Roboterherstellers Kuka und der Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW an die Spitze geklettert. Kuka profitiert laut Händelrn von der sich aufhellenden Konjunktur in Europa. GSW-Papiere profitieren offenbar von der Vorfreude auf die geplante Fusion mit Deutsche Wohnen.

Bauer holt auf

Der SDax wird angeführt von den Aktien des Bau- und Maschinenbaukonzerns Bauer. Grund ist eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank. Deren Experte zeigt sich optimistisch für die Margenentwicklung des Konzerns aus dem bayrischen Schrobenhausen. Die Hochstufung begründet der Analyst mit der unterdurchschnittlichen Kursentwicklung im bisherigen Jahresverlauf sowie dem niedrigen Kurs/Gewinn-Verhältnis der Bauer-Aktie.

Takkt gerät aus dem Takt

Um mehr als sechs Prozent bergab geht es dagegen mit der ebenfalls im SDax notierten Aktie des Versandhändlers Takkt. Der Grund: das Unternehmen hat nach einem unerwartet schlecht verlaufenen Quartal seine Jahresprognose gesenkt. Für das Gesamtjahr rechne das Management mit einem Rückgang des organischen Umsatzes von drei Prozent, teilte das von der Duisburger Haniel-Gruppe kontrollierte Unternehmen am Freitag mit. Im dritten Quartal lag der Wert bei 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Alitalia: Air France nennt Bedingungen

Die strauchelnde Fluglinie Alitalia kann nur bei einem grundlegenden Umbau auf Hilfe von ihrem Großaktionär Air France-KLM hoffen. "Air France, KLM und Alitalia würden zusammen eine großartige europäische Fluggesellschaft bilden", sagte der Chef des französisch-niederländischen Unternehmens, Alexandre de Juniac, am Donnerstagabend dem französischen Fernsehsender LCI. Allerdings müsse die italienische Gesellschaft deutlich weiter gehen, als bislang zu erkennen sei.

Lenovo an Blackberry interessiert

"Das Wall Street Journal" berichtet, dass der chinesische PC-Hersteller Lenovo die Bücher des angeschlagenen Smartphone-Herstellers BlackBerry ansieht. Lenovo habe dafür eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet, berichtete die Zeitung.

AMD enttäuscht

Kräftige Einbußen von mehr als sieben Prozent muss die Aktie des amerikanischen Chip-Herstellers AMD hinnehmen. Das Unternehmen schreibt zwar wieder Gewinne und konnte auch seinen Umsatz steigern, doch schlägt sich der schwache PC-Absatz auf das Geschäft durch.

Milliardenstrafe für HSBC?

Ein juristischer Streit zwischen der britischen HSBC und Investoren über den Wert von Darlehen könnte die Bank Milliarden kosten. Ein Richter in Chicago entschied, dass HSBC den Klägern insgesamt 2,46 Milliarden Dollar zahlen müsse. Nach Darstellung der Kläger täuschte das Unternehmen Household International Investoren unter anderem über den Wert von Darlehen und beging Wertpapierbetrug.

lg

Tagestermine am Donnerstag, 15. November

Unternehmen:
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sixt: Q3-Zahlen (endg.), 07:30 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
LPKF: Neunmonatszahlen (endg.), 08:00 Uhr
Singulus: Neunmonatszahlen (endg.), 08:15 Uhr
Walmart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Vallourec: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
Vivendi: Q3-Zahlen, 18:00 Uhr
Mayr-Melnhof: Q3-Zahlen
Applied Materials: Q4-Zahlen
Nvidia: Q3-Zahlen
Sonos: Q3-Zahlen
Acea: Kfz-Neuzulassungen 10/18, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Beschäftigte Verarb. Gewerbe 09/18, 08:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/18, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/18, 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreise 10/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände 09/18, 16:00 Uhr
USA: Ölbericht (Woche) Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr