Marktbericht 20:02 Uhr

Dax über 9.900 Punkte Schöne Bescherung aus Amerika

Stand: 23.12.2014, 20:02 Uhr

Die boomende US-Wirtschaft hat den Leitindex an der New Yorker Börse über 18.000 Punkte getrieben. Das hat selbst die vorsichtigen Anleger in Frankfurt am letzten Handelstag vor Weihnachten zu Käufen ermuntert.

Nach einer längeren Schwächephase schafft es der Dax kurz vor Handelsende deshalb doch über die Hürde von 9.900 Punkten zu springen. Der Leitindex schließt auf einem Tageshoch von 9.922 Zählern, ein Plus von 0,57 Prozent oder 56 Punkten. Wichtigster Antrieb ist das überraschend kräftige Wachstum der amerikanischen Wirtschaft im dritten Quartal: das BIP legte um satte 5,0 Prozent zu, erwartet war ein Anstieg um 4,3 Prozent.

Auch die Ausgaben der privaten Haushalte sind im November stärker gestiegen als erwartet. Sie kletterten im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent. Bankvolkswirte hatten nur einen Zuwachs um 0,5 Prozent erwartet, nachdem sie im Vormonat um revidiert 0,3 Prozent (zuvor 0,2 Prozent) zugelegt hatten.

Dagegen hat sich das von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen etwas schwächer aufgehellt als zunächst ermittelt worden war. Im Dezember stieg das Konsumklima um 4,8 Punkte auf 93,6 Punkte. In einer ersten Schätzung war noch ein Wert von 93,8 Punkten ermittelt worden.

Rekorde an der Wall Street

Bis zur Veröffentlichung der US-Zahlen am späten Nachmittag verlief der Handel in Frankfurt eher schleppend. Der Dax drehte zeitweise sogar ins Minus und rutschte bis auf 9.848 Punkte ab. Von Weihnachtsrally war wenig zu spüren. Kein Wunder, weilen die meisten Händler doch längst im Urlaub. Entsprechend gering waren die Umsätze.

Ganz anders in den USA. Dort klettert der Dow Jones-Index nach den guten Konjunkturdaten auf ein neues Allzeithoch bei 18.069 Punkten. Der Jubel der Anleger über die weiterhin lockere Geldpolitik der US-Notenbank treibt die US-Börsen seit Mitte vergangener Woche in die Höhe, nachdem sie zuvor eingebrochen waren. Bereits am Montag hatten der Dow-Jones-Index und der breit gefasste S&P 500 auf Rekordhochs geschlossen.

Euro fällt auf Zweieinhalb-Jahres-Tief

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Dagegen haben die guten US-Konjunkturzahlen den Euro weiter abgeschwächt. Am Nachmittag fällt die Gemeinschaftswährung sogar unter die Schwelle von 1,22 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im August 2012. Bei Börsenschluss am Abend notiert der Euro bei 1,2173 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2213 (Montag: 1,2259) Dollar festgesetzt.

Lufthansa an Dax-Spitze

Bei den Einzelwerten im Dax kann die Lufthansa bis zum Handelsende seinen Spitzenplatz behaupten. Die Airline profitiert von den gesunkenen Kerosinpreisen. Derweil fordern Verbraucherschützer, dass die Airlines die gesunkenen Kerosinpreise an die Kunden weitergeben und die Ticketpreise senken.

Bayer rüstet sich

Ins Minus gedreht ist dagegen Bayer, gemessen an der Marktkapitalisierung Deutschlands wertvollstes Unternehmen. Heute sorgt der Chef der Sparte Crop Science, Liam Condon, für Aufmerksamkeit. Er sagte der "Börsen-Zeitung", dass er sich eine weitere Konsolidierung im Markt für Pflanzenschutz- und Saatgut-Produkte vorstellen könne. Konkrete Übernahmeziele wollte er allerdings nicht nennen. Crop Science sei 2014 so doppelt so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt, so Condon.

Merck erhält grünes Licht

Größter Verlierer im Dax ist die Darmstädter Merck KGAA. Dabei hat der KOnzern für die Milliarden-Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich die kartellrechtliche Freigabe der dortigen Wettbewerbsbehörde erhalten. Zustimmungen anderer Länder stünden aber noch aus. Die Aktionäre von Sigma-Aldrich sind mit dem Zusammenschluss bereits einverstanden. Merck erwartet den Abschluss der Transaktion wie bisher für die Jahresmitte 2015.

Gerry Weber erweitert die Zielgruppe

Die geplante Übernahme des Münchener Mitbewerbers Hallhuber durch Gerry Weber kommt an der Börse gut an. Die Aktie des Modeanbieters steigt um gut drei Prozent und ist damit der zweitgrößte Gewinner im MDax. Der Mode-Konzern will durch die Akquisition ein "jüngeres" Marktsegment für Frauen ab Mitte 20 erschließen. Hallhuber soll bereits im Geschäftsjahr 2014/15 einen positiven Beitrag zum Ergebnis liefern. Zum Kaufpreis machte Gerry Weber keine Angaben.

Société Générale mit Russland-Sorgen

Der gesunkene Ölpreis gilt zwar allgemein als Konjunkturspritze, allerdings machen die sinkenden Einnahmen Ländern wie Russland schwer zu schaffen. Das bereitet zunehmend auch den großen europäischen Banken Sorgen. So muss die französische Großbank Société Générale laut einem Bericht des "Wall Street Journal" in dem Land ihre Gewinnziele um mehrere Jahre nach hinten schieben.

Lilly muss sich trennen

Der US-Pharmariese Eli Lilly muss auf Geheiß der US-Wettbewerbsbehörde FTC eine Produktline des Tiergesundheits-Geschäfts verkaufen, um die gesamte Sparte Tiergesundheit vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernehmen zu können. Eli Lilly hatte den Bereich von Novartis im April für 5,4 Milliarden Dollar gekauft.

Opec hält steigende Ölpreise 2015 für wahrscheinlich

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters geht das Ölkartell im kommenden Jahr von Ölpreisen bei 70 bis 80 Dollar je Barrel aus. Die Agentur beruft sich dabei auf Insider. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostet derzeit wieder mehr als 60 Dollar. Experten gehen zudem von einem leichten Rückgang der Reserven in den USA aus, was die Preise ebenfalls stabilisieren sollte.

lg

Tagestermine am Donnerstag, den 29. Oktober

Firmen:
Samsung: detaillierte Q3-Zahlen, 00:40 Uhr
Standard Chartered: Q3-Zahlen, 06:15 Uhr
Airbus Group: Q3-Zahlen, 06:30 Uhr
Credit Suisse: Q3-Zahlen, 06:45 Uhr
Kion: Q3-Zahlen, 06:55 Uhr
FMC: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Fresenius: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Takkt: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Nemetschek: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Siltronic,: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr)
OMV: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Anheuser-Busch InBev: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Clariant: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Geberit: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Grenke: Q3-Zahlen (Call 11.00 h), 07:00 Uhr
Nokia: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Swisscom: Q3-Zahle, 07:15 Uhr
Wacker Chemie: Q3-Zahlen, 07:15 Uhr
Volkswagen: 9-Monatszahlen, 07:30 Uhr
Drägerwerk: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Symrise: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Vossloh: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Befesa: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Schaltbau: 9Monatszahlen, 07:30 Uhr
Sanofi: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Orange: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Aixtron: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Telefonica: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Krones: Q3-Zahlen, 07:45 Uhr
MTU: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
LPKF: Q3-Zahlen (detailliert), 08:00 Uhr
DMG Mori: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Shell: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
BT Group: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Lloyds Banking Group: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Repsol: Q3-Zahlen, 08:05 Uhr
Dupont de Nemours: Q3-Zahlen, 11:00 Uhr
Spotify: Q3-Zahlen, 11:00 Uhr
Deutsche Börse: Call zu den Q3-Zahlen, 14:00 Uhr
Saint-Gobain: Q3-Umsatz, 17:50 Uhr
Twitter: Q3-Zahlen, 21:00 Uhr
Amazon: Q3-Zahlen, 21:01 Uhr
Starbucks: Q4-Zahlen, 21:05 Uhr
Facebook: Q3-Zahlen, 21:05 Uhr
Apple: Q4-Zahlen, 21:30 Uhr
Alphabet: Q3-Zahlen, 22:30 Uhr
Kraft Heinz: Q3-Zahlen
Conoco Phillips: Q3-Zahlen
Kellogg: Q3-Zahlen
Activision Blizzard: Q3-Zahlen
Moody's: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Bank of Japan, Zinsentscheid
Japan: Einzelhandelsumsatz 09/20, 00:50 Uhr Deutschland: Arbeitslosenzahlen 10/20, 09:55 Uhr
EU: Wirtschafts- und Industrievertrauen 10/20, 11:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen 10/20 (endgültig), 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 13:30 Uhr
USA: BIP Q3/20 (1. Veröffentlichung), 13:30 Uhr
EU: EZB Zinsentscheid, 13:45 Uhr
Deutschland: Verbraucherpreise 10/20 (vorab), 14:00 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe 09/20, 15:00 Uhr

Sonsiges:
EU: EU-Videogipfel zur Corona-Pandemie, 18:30 Uhr