Marktbericht 15:11 Uhr

Marktbericht neutral, Strohfeuer, Feuer
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Strohfeuer oder Trendwende? Schnäppchenjäger feuern den Dax an

Stand: 11.02.2019, 15:00 Uhr

Ganz kampflos geben sich die Bullen dann doch nicht geschlagen. Der Dax behauptet seine bisherigen Gewinne und hat die Marke von 11.000 Punkten wieder erreicht. So weit so gut, allein es fehlt der Glaube.

Denn obwohl zum Wochenstart auf ermäßigtem Niveau wieder Interesse an Aktien aufkommt, lasten die altbekannten politischen Themen auf dem Markt weiter wie ein Damoklesschwert. Als da sind der drohende Brexit, aber auch die in dieser Woche beginnenden neuen Handelsgespräche zwischen den USA und China.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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"Bei keinem der beiden Ereignisse ist ein Durchbruch zu erwarten", mahnen die Experten der Société Générale. Da ab dem 15. Februar zudem noch ein erneuter Regierungsstillstand in den USA droht, bleibt der Handel nervös.

"Zwei Regierungsschließungen in so kurzer Zeit führen mit Gewissheit zu Kollateralschäden bei der wirtschaftlichen Entwicklung", sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Dax gut ein Prozent höher

Die Anleger wischen aber zumindest bisher diese Sorgen weg. Schnäppchenjäger treiben den Dax am Nachmittag wieder knapp über die technisch wichtige Schwelle von 11.000 Punkten. Im Tageshoch hat der Dax bisher 11.049 Punkte erreicht, das Tagestief lag bei 10.944 Punkten.

In Fokus steht heute mal wieder die Wirecard-Aktie, die den Dax anführt. Das Papier ist damit wieder über die Marke von 100 Euro gestiegen. Gefragt sind im Dax auch Deutsche Post, hier setzen die Anleger auf eine saftige Portoerhöhung für den Standardbrief. BMW stehen derweil am Indexende.

Sorgen um die Konjunktur

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Imago

Zu den politischen (Dauer)-Themen kommt die Furcht vor einer weltweiten Konjunktureintrübung hinzu. Diese wurden heute weiter angefacht. Denn eine Ifo-Umfrage bei 1,293 Experten kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Konjunktur in den USA und in Europa auf Talfahrt befindet.

Der vom Ifo-Institut nach einer weltweiten Umfrage ermittelte Weltwirtschaftsklima-Index fiel im ersten Quartal von minus 2,2 auf minus 13,1 Punkte - das ist der schlechteste Wert seit 2011. "Die Weltkonjunktur schwächt sich zunehmend ab", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag in München.

Bund-Renditen ziehen leicht an

Bundeswertpapiere profitieren als sicherer Hafen schlechthin von diese Ängsten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe nähert sich bedrohlich der Nullzinsmarke, auch wenn sie heute leicht von 0,08 Prozent am Freitag auf 0,11 Prozent anzieht. Der Stand vom Freitag war der niedrigste seit Oktober 2016.

Wasser auf Donalds Trump Mühlen ist derweil der hohe deutsche Handelsüberschuss gegenüber den USA. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten übertrafen die Importe von dort um rund 49 Milliarden Euro, wie aus den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Mit keinem anderen Land der Welt erzielte Deutschland ein so großes Plus.

Wall Street freundlich erwartet

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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25.871,98
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Rückenwind kommt heute auch aus New York, wie die Futures auf die großen Aktienindizes anzeigen. Der Leitindex Dow Jones hatte am Freitag ein Viertel Prozent tiefer geschlossen, dabei aber im späten Geschäft seine Verluste merklich eingegrenzt.

Euro rutscht unter 1,13 Dollar

Beflügelt wird der Dax vom Euro. Die Gemeinschaftswährung tendiert am Nachmittag weiter auf niedrigem Niveau bei 1,1308 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag noch etwas höher auf 1,1346 Dollar festgesetzt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1293
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Die Konjunkturagenda ist so gut wie leer. Aus Großbritannien wurde die erste Schätzung des BIP für das vierte Quartal gemeldet. Danach wuchs die britische Wirtschaft im Jahresvergleich um 0,2 Prozent und entsprach damit in etwa den Erwartungen.

Konjunkturängste drücken den Ölpreis

Die Ölpreise haben am Nachmittag einen Teil ihrer Verluste wieder aufgeholt, bleiben aber im Minus. Händler sprachen von anhaltenden Konjunktursorgen. Zahlreiche Wirtschaftsindikatoren haben sich in den vergangenen Wochen eingetrübt, namhafte Organisationen haben infolge dessen ihre Wachstumserwartungen reduziert.

Das spricht für eine perspektivisch schwächere Rohölnachfrage, was auf den Preisen lastet. Hinzu kommt die große Ungewissheit, wie sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter entwickelt. Beide Länder sind die größten Ölverbraucher der Welt. Der Goldpreis fällt mit dem etwas stärkeren US-Dollar zurück auf 1.305 Dollar je Feinunze.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Darf die Post das Porto doch kräftig erhöhen?

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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26,75
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Einer der stärksten Werte im Dax, gemeinsam mit Wirecard und der Deutschen Bank, ist die Post-Aktie. Grund ist eine Meldung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), wonach die geplante Erhöhung des Briefportos von Anfang April auf den Sommer verschoben wird, dafür aber deutlich stärker ausfallen soll als bisher erwartet. Das ergebe sich aus einer Rechtsänderung, die das Bundeswirtschaftsministerium in dieser Woche auf den Weg bringen werde. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte, dass die Bundesregierung eine neue Portoverordnung plane.  | mehr

EU-Kommission macht Druck auf Thyssenkrupp und Tata Steel

Die EU-Kommission erhöht womöglich in Kürze den Druck auf Thyssenkrupp und Tata Steel für das geplante Stahl-Joint-Venture. Die Wettbewerbshüter würden wohl noch in dieser Woche eine Abmahnung schicken, wenn die Firmen nicht zuvor Zugeständnisse machten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur "Reuters".

Die EU-Kommission hatte bereits mehrere Bereiche genannt, die sie als kritisch betrachtet. Dazu gehören der Stahl für die Autoindustrie und Verpackungen sowie Elektrostahl.

Wirecard: Anleger bleiben vorsichtig

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktien von Wirecard erholen sich am Montag von ihrem tiefsten Niveau seit dem Frühjahr 2018. Für die Papiere des Zahlungsabwicklers geht es um gut fünf Prozent nach oben. Die hohe Schwankungsbreite zeigt die Nervosität der Anleger, die gebannt auf die nächsten Nachrichten zu der von der "Financial Times" in Gang gebrachten Frage nach dem Geschäftsgebaren in Singapur warten.

Am Freitag war der Dax-Titel, belastet von den Vorwürfen, unter 100 Euro gefallen. Ausgelöst wurde der neuerliche Kursrutsch von einer Meldung über behördliche Untersuchungen in den Büroräumen von Wirecard in Singapur. Das Unternehmen hatte den Vorfall eingeräumt, aber betont, dass sich in einer internen Untersuchung schlüssige Feststellungen hinsichtlich eines Fehlverhaltens nicht ergeben haben.

Daimler: Modellwechsel belastet Absatz

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ein schwaches Geschäft in Europa und den USA hat dem Daimler-Konzern einen mauen Jahresstart beim Autoverkauf eingebrockt. Weltweit verkaufte die Hausmarke Mercedes-Benz im Januar 180.539 Wagen und damit 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

"Der vergangene Monat lag unter dem starken Vorjahreswert, was jedoch aufgrund wichtiger Modellwechsel unseren Erwartungen entspricht", sagte Daimler-Vertriebschefin Britta Seeger. "2019 wird ein herausforderndes Jahr für die gesamte Branche", sagte die Managerin. Vor allem in Europa (minus 11,2 Prozent) sowie in Nordamerika (minus 11,1 Prozent) stockte der Absatz. In China nahm er um 4,8 Prozent zu.

DMG Mori mit Rekordjahr

Der Werkzeugmaschinenbauer hat 2018 erneut Rekordwerte erzielt. Der Auftragseingang stieg nach ersten Berechnungen um acht Prozent auf 2,98 Milliarden Euro und der Umsatz um 13 Prozent auf 2,66 Milliarden. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 21 Prozent auf 217,1 Millionen Euro zu. Dies entspricht einer Ebit-Marge von 8,2 Prozent. Mit Blick auf das laufende Jahr erklärte DMG-Chef Christian Thönes zu Reuters: "Ich bin vorsichtig zuversichtlich für 2019. Wir hatten einen sehr guten Januar und die zweitbeste Hausmesse in Pfronten."

Die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft seien aber nicht klein zu reden und sicherlich werde die Wachstumsdynamik nachlassen. Mehr zur Geschäftsentwicklung in diesem Jahr will das Unternehmen auf der Bilanz-Pressekonferenz am 12. März sagen.

Xing will sich umbenennen

Das Online-Karrierenetzwerk Xing will sich in "New Work" umbenennen. Ein entsprechender Vorschlag werde den Aktionären auf der Hauptversammlung Anfang Juni unterbreitet, gab das Hamburger Unternehmen am Montag bekannt. "Durch die Umfirmierung machen wir New Work zur weithin sichtbaren Klammer um all unsere Aktivitäten", sagte Firmenchef Thomas Vollmoeller.

Die Produktnamen Xing, aber auch vom Bewerbermanagementsystem Prescreen und dem Netzwerk InterNations, das sich auf im Ausland lebende Arbeitskräfte konzentriert, bleiben erhalten.

Während sich Xing in seiner Anfangszeit nach der Gründung 2003 (noch unter dem Namen "OpenBC") hauptsächlich auf die Vernetzung von Arbeitnehmern und -gebern konzentrierte, hat es sich inzwischen breiter aufgestellt. Zu den neueren Angeboten gehören das E-Recruiting und Veranstaltungen zum Thema "Zukunft der Arbeit".

Carl Zeiss Meditec hat den Durchblick

Wie bereits aus den vorläufigen Zahlen hervorgegangen ist, hat Carl Zeiss Meditec in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 seinen Umsatz um knapp zehn Prozent auf 323,6 Millionen Euro gesteigert. Deutliche Zuwächse gab es insbesondere
in den Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Südeuropa. Das Ergebnis vor
Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 48,1 Millionen Euro nach 38,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Ebit-Marge stieg auf 14,9 Prozent.  | mehr

Adidas: Rekordmarge in Aussicht

Adidas-Konzernchef Kasper Rorsted signalisiert Zurückhaltung beim Thema Zukäufe. Auf die Frage, ob der Sportartikelhersteller unter seiner Führung eine große Übernahme angehe, sagte Rorsted dem Magazin "Euro am Sonntag": "Warum sollten wir? Ich sehe noch genügend Wachstumspotenzial für Adidas und Reebok."

Zugleich stellte der Manager die höchste operative Marge in der Geschichte des Unternehmens in Aussicht. "Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 erwarten wir einen Wert von rund 10,8 Prozent, was in der Tat Rekordniveau ist", sagte er dem Vorabbericht zufolge. "2020 wollen wir auf 11,5 Prozent kommen."

Euronext will Osloer Börse unbedingt

Der Pariser Börsenbetreiber Euronext lässt beim Übernahmekampf um die Osloer Börse nicht locker. Nachdem das Management den Aktionären empfohlen hat, das Angebot der Nasdaq anzunehmen, legen die Franzosen nach und erhöhen ihr Angebot von 145 norwegischen Kronen je Aktie auf jetzt 158. Die US-Börse Nasdaq bot zuletzt 152 Kronen je Aktie. Die Aktionäre können sich nun bis zum 11. März dem erhöhten Euronext-Angebot anschließen, ursprünglich lief die Frist bis zu diesem Montag.

rm

Tagestermine am Montag, den 18. Februar

Unternehmen:
Reckitt Benckiser: Q4-Zahlen, 08:00 Uhr
Patrizia Immobilien: Jahreszahlen
Faurecia: Q4-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Kernmaschinenaufträge im Dezember, 00:50 Uhr
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht im Februar, 12:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Börsen wegen Feiertags geschlossen