Marktbericht 18:08 Uhr

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Kleine Kursgewinne Ruhiger Start in die neue Börsenwoche

Stand: 09.09.2019, 18:08 Uhr

Die gute Stimmung an den Börsen hält an. Der Dax legte den vierten Tag in Folge zu - wenn auch nur mit angezogener Handbremse. In der Hoffnung auf weitere Hilfen der Notenbanken decken sich die Anleger mit Aktien ein.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Eigentlich gilt der September als einer der schlechtesten Börsenmonate des Jahres. Bisher jedoch ist davon nichts zu sehen. Seit Anfang des Monats ist der Dax um gut 300 Punkte nach oben geklettert. Nach der guten ersten September-Woche begann auch die zweite Woche mit Kursgewinnen. Der deutsche Leitindex schloss 0,3 Prozent fester.

Dow startet leicht im Plus

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Leichter Rückenwind kam von der Wall Street. Der Dow stieg in den beiden ersten Handelsstunden um gut 0,2 Prozent auf rund 26.850 Punkte. Damit rückt die runde Marke von 27.000 Zählern wieder in Reichweite. Letztmals handelte der Index Anfang August darüber. Sollte der US-Blue-Chip-Index den Sprung über die runde Marke schaffen, winkt das Rekordhoch von Mitte Juli bei knapp 27.400 Punkten.

Hoffnung auf billiges Notenbankgeld

Alle Hoffnungen liegen auf den Notenbanken. Anleger spekulieren auf eine neue Lockerungsrunde der Europäischen Zentralbank (EZB) und Fed. Experten rechnen fest damit, dass die EZB am Donnerstag den Zins für Einlagen bei der Notenbank senkt. Außerdem erwarten sie eine Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe. In der folgenden Woche könnte dann die US-Notenbank eine weitere Zinssenkung beschließen. Der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag heizte diese Spekulationen neu an.

Sind die Erwartungen überzogen?

David Lafferty, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Natixis warnt aber vor zu hohen Erwartungen. Die jüngsten Aussagen aus der EZB-Führung deuteten darauf hin, dass die Geldspritzen der europäischen Währungshüter geringer ausfallen als erhofft. Zudem verlören die erneuten geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen an Wirkung, meint Paul Brain, Anleihechef des Vermögensverwalters Newton. "Künftig sollten sich alle Marktteilnehmer stärker darauf konzentrieren, welche Richtung die Regierungen fiskalpolitisch einschlagen, als sich nur auf die Entscheidungen der Zentralbanken zu fixieren."

Pfund erholt sich

Die wieder aufgeflammte Hoffnung auf eine Einigung im Brexit-Streit trieb am Montag das britische Pfund auf bis 1,2360 Dollar an. Premierminister Boris Johnson äußerte sich zuversichtlich, bis zum EU-Gipfel Mitte Oktober eine Einigung über die künftigen Beziehungen seines Landes zur Union zu finden. Außerdem betonte er, dass es keine Grenzkontrollen zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland geben werde. Einen Teil seiner Gewinne gab das Pfund am späten Nachmittag jedoch ab, nachdem Parlamentssprecher John Bercow seinen Rücktritt ankündigte. Bercow gilt als eine zentrale Figur im Brexit-Prozess.

Deutsche Exporte legen überraschend zu

Lichtblick für die deutsche Konjunktur: Die vom Zollstreit gebeutelten deutschen Exporteure sind mit einem überraschenden Umsatzplus ins zweite Halbjahr gestartet. Sie lieferten im Juli 0,7 Prozent mehr Waren ins Ausland als im Vormonat. Ökonomen hatten mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Juli 2018 stiegen die Ausfuhren sogar um 3,8 Prozent auf 115,2 Milliarden Euro.

Sentix: Anleger sehen Deutschland in der Rezession

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Gold weiter im Aufwärtstrend

An den Rohstoffmärkten verbuchen die Ölpreise zu Wochenbeginn kräftige Aufschläge. Die Aussicht auf eine anhaltende Förderbremse stützt die Preise für die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI.

Der Goldpreis kann sich nach seinen jüngsten Verlusten stabilisieren. Zur Stunde gewinnt die Feinunze Gold 0,2 Prozent auf knapp 1.509 Dollar. Der übergeordnete Trend zeigt weiter aufwärts.

Der Euro kann zur Mittagszeit leichte Gewinne verbuchen und steigt auf 1,1037 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Autoaktien sind die Zugpferde

Gewinner des Tages waren die Auto-Aktien. Die Titel von Conti stiegen um 3,6 Prozent, die Papiere von VW und Daimler rückten um über zwei Prozent vor. Die überraschend gestiegenen Exportdaten im Juli beflügeln konjunktursensible Titel.

Daimler und Geely kooperieren jetzt auch bei Flugtaxis

Der Autobauer Daimler und der chinesische Großaktionär Geely weiten ihre Kooperation auf Flugtaxis aus. Der chinesische Konzern steigt über eine Finanzierungsrunde bei der Flugtaxi-Firma Volocopter ein, wie die Unternehmen am Montag in Frankfurt vor Beginn der Automesse IAA mitteilten.

Daimler ist bereits seit 2017 an dem Start-Up beteiligt, das helikopterähnliche Flugtaxis mit Elektroantrieb entwickelt. Die Fluggeräte sollen vor allem in stau- und smoggeplagten Megacities unter anderem in China zum Einsatz kommen. Geely war im Februar 2018 mit 9,7 Prozent der Anteile beim Daimler-Konzern eingestiegen und damit auf einen Schlag zum größten Aktionär geworden.  | mehr

BMW im SUV-Rausch

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Autobauer BMW profitiert in der Branchenflaute weiter vom starken Verkauf seiner Stadtgeländewagen. Im vergangenen Monat setzte das Unternehmen von seiner Stammmarke 157.889 Autos ab und damit 4,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Verantwortlich für das Plus waren insbesondere die SUV-Modelle, von denen BMW gut ein Drittel mehr verkaufte als ein Jahr zuvor. "Unsere neuen X Modelle sind bei den Kunden sehr beliebt", sagte Vertriebschef Pieter Nota. Die Stadtgeländewagen machten knapp die Hälfte der verkauften BMW-Autos aus.

Deutsche Bank: Neuer Chef fürs Firmenkundengeschäft

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Deutsche Bank hat einen neuen Chef für ihr neustrukturiertes deutsches Firmenkundengeschäft. Stefan Bender werde mit Wirkung zum 15. September die Leitung der Unternehmensbank in Deutschland übertragen, teilte das Geldhaus mit. Bender will vor allem den Vertrieb umstrukturieren.

"Ein Preiswettbewerb zwischen den Marken darf es in Zukunft nicht mehr geben", sagte er dem "Handelsblatt". So sollen sich alle Firmenkunden entweder für die Deutsche Bank oder die Postbank als Hauptansprechpartner entscheiden.

Münchener Rück rechnet mit steigenden Prämien

Der weltgrößte Rückversicherer rechnet nach den Preisanstiegen für Versicherungsschutz mit weiter steigenden Prämien. Er erwarte eine weitere Stabilisierung und Preiserhöhungen, sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek auf dem Branchentreff in Monte Carlo.

Insgesamt dürften die Rückversicherungsprämien um zwei Prozent steigen. Der Hurrikan "Dorian", der vor allem auf den Bahamas gewütet hatte, werde die Branche einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag kosten.

Singulus kassiert Prognose

Wegen Verzögerungen bei einem wichtigen Auftrag aus China nimmt der Maschinenbauer Singulus seine Jahresprognose zurück. Der chinesische Staatskonzern CNBM habe Singulus darüber informiert, dass die Unterzeichnung der Verträge über den weiteren Kapazitätsausbau von bestimmten Dünnschichtsolarmodulen "voraussichtlich" erst im vierten Quartal erfolgen soll. Daher werde der Konzern die Ziele für 2019 nicht erreichen. Singulus hatte ursprünglich eine Steigerung von Umsatz und Ergebnis angepeilt.

LPKF: Es geht wieder aufwärts

Nach dem jähen Absturz des Maschinenbauers LPKF dämmerte die Aktie jahrelang vor sich hin. Doch der 2018 neu eingesetzte Vorstand hat das Unternehmen aus Laatzen bei Hannover neu aufgestellt und kann nun erste Erfolge vorweisen. So erwartet das Management für dieses Jahr einen etwas höheren Umsatz als geplant. Statt zwischen 130 und 135 Millionen Euro Umsatz sollen es zwischen 135 und 140 Millionen sein. Auch die Ebit-Marge dürfte höher ausfallen, zwischen 12 Prozent und 14 Prozent. Ursprünglich ware eine Marge zwischen acht und 12 Prozent angepeilt worden. Die Anleger reagierten mit einem Freudensprung, die Aktie stieg um fast 12 Prozent und durchbrach die Marke von 10 Euro.

Mögliche Rettung von Aigle Azur drückt Air France-KLM

Aus Furcht vor einer kostspieligen Rettung eines Konkurrenten ziehen sich Anleger bei Air France-KLM zurück. Der Zeitung "Les Echos" zufolge hat Air France ein Angebot zur Rettung der zusammengebrochenen Fluglinie Aigle Azur vorgelegt. Die französische Regierung werde sicher darauf drängen, dass Air France Aigle Azur unter die Arme greift, sagte ein Händler. Der Staat ist der größte Aktionär von Air France. Aigle Azur bedient vor allem Routen rund um das Mittelmeer.

Nissan-Chef tritt ab

Nissan-Chef Hiroto Saikawa legt nach Bekanntwerden von überhöhten Zahlungen unter der Ägide von Ex-Chef Carlos Ghosn seine Ämter bei dem japanischen Autobauer nieder. "Saikawa wird er am 16. September zurücktreten", sagte Board-Chef Yasushi Kimura am Montag. Bis Ende Oktober solle ein Nachfolger gefunden werden. Saikawa hatte vergangene Woche zugegeben, gegen interne Richtlinien verstoßen und sich dadurch unrechtmäßig bereichert zu haben.

Saikawa hatte nach dem Skandal um den früheren Chef Ghosn Besserung bei der Unternehmensführung und der Kontrolle versprochen. Auch wollte er Nissan wieder auf Augenhöhe mit dem französischen Partner Renault bringen. Ghosn soll sich auf Kosten des Unternehmens um mindestens fünf Millionen Dollar bereichert haben.

Elliott steigt bei AT&T ein

Der einflussreiche New Yorker Hedgefonds Elliott mit Paul Singer mischt jetzt auch beim Telekom-Riesen AT&T mit. Der aktivistische Investor legte am Montag eine Beteiligung im Wert von rund 3,2 Milliarden Dollar an dem US-Konzern offen und forderte in einem Brief an die Unternehmensführung weitreichende Maßnahmen, um die Rendite für die Aktionäre zu erhöhen. Elliott drängt unter anderem auf eine Überprüfung des Beteiligungsportfolios und Kostensenkungen, um der Aktie auf die Sprünge zu helfen. Derzeit sei der Kurs "zutiefst unterbewertet", kritisierte der Hedgefonds. Die Aktien von AT&T legen rund vier Prozent zu.  | mehr

Milliardenangebot für "Norton"-Firma Symantec

Um die Cybersicherheitsfirma Symantec, bekannt für ihre Antivirus-Software "Norton", buhlen zwei Finanzinvestoren. Die Beteiligungsgesellschaften Permira und Advent International wollen Symantec für mehr als 16 Milliarden Dollar übernehmen, sobald der Konzern sein Firmenkundengeschäft an den Chipproduzenten Broadcom abgestoßen hat. Das berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf Insider. Broadcom hatte im August sein Interesse an der Sparte bekundet und knapp elf Milliarden Dollar dafür geboten.

Bringt JPMorgan Saudi Aramco an die Börse?

Der weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco nimmt einen neuen Anlauf zum größten Börsengang aller Zeiten. In den kommenden Tagen soll Insidern zufolge die Entscheidung für die Geldhäuser fallen, die die Milliarden-Emission begleiten. Laut eines Insiders steht die US-Bank JPMorgan kurz vor dem Zuschlag, Aramco an die Börse zu führen. Die Erstnotiz sei noch vor Ende des Jahres geplant. Nach den derzeitigen Überlegungen solle Saudi Aramco zunächst an der heimischen Börse gelistet werden, später dann an einem internationalen Handelsplatz.  | mehr

nb

Tagestermine am Dienstag, den 17. September

Unternehmen:
Apple: Beginn der Verhandlung am EU-Gericht in Luxemburg zum Steuerbeschluss der EU-Kommission gegen Apple und Irland, 09:30 Uhr
FedEx: Q1-Zahlen, 22:15 Uhr
Bechtle: Kapitalmarkttag in Frankfurt
Adobe: Q3-Zahlen
Konjunktur:
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen, 11:00 Uhr
USA: Industrieproduktion 08/19, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Wohnungsmarktindex, 16:00 Uhr
Sonstiges:
London: Das höchste britische Gericht beschäftigt sich mit der Zwangspause des Parlaments