Rote Woche endet grün

Stand: 26.02.2010, 20:10 Uhr

Mit einem Kursgewinn von über einem Prozent verabschiedet sich der Dax ins Wochenende. Stabile Kurse in New York und freundliche Konjunkturzahlen sorgten für den versöhnlichen Tagesausklang. Nicht so die Wochenbilanz: Der Dax verlor in fünf Tagen mehr als 100 Punkte.

Am Freitag konnte der Leitindex die Wochenbilanz noch etwas glätten. 1,2 Prozent gewann der Dax im Laufe des Tages hinzu und schloss bei 5.598 Zählern. Die Woche hatte er mit 5.722 Punkten begonnen, bleibt ein von Griechenlandzweifeln, Zinserhöhungsängsten und Konjunkturpessimismus begleitetes Wochenminus von 2,2 Prozent.

Aber auch am Freitag hätte der Dax niedriger schließen können, im Verlauf notierte der Leitindex kurz im roten Terrain. Am späteren Nachmittag sorgten die einigermaßen freundliche Wall Street und gute Konjunkturdaten aus den USA für den Schlussspurt. Zwar fiel das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan etwas schwächer aus als erwartet, doch das revidierte BIP und der Einkaufsmanagerindex aus Chicago waren besser als gedacht.

Henkel VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
96,66
Differenz relativ
-0,06%

Henkel und Allianz auf der Gewinnerseite
An der Dax-Spitze notieren die Aktien von Henkel und der Allianz. Beide Unternehmen hatten am Donnerstag ihre Jahresbilanz vorgelegt und positiv überrascht. Die Allianz stellte am Freitag dann steigende Preise in der Schadens- und Unfallversicherung in Aussicht, Henkel profitierte von einer Hochstufung durch die Société Générale.

Während die Allianz 2009 mehr als vier Milliarden Euro verdiente, fuhr der amerikanische Versicherer AIG allein im vierten Quartal einen fetten Milliardenverlust. Der Nettoverlust lag bei 8,87 Milliarden Dollar, teilte der Konzern mit. Damit übertraf AIG die Prognosen der Analysten bei weitem, die Aktie schmiert an der Wall Street ab. Außerdem brauche man möglicherweise neue Finanzhilfen, teilte AIG mit.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
146,28
Differenz relativ
-0,14%
Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
63,41
Differenz relativ
-0,92%

Bayer und Volkswagen nicht gut genug
Die beiden Dax-Bilanzen von Volkswagen und Bayer kamen am Freitag nicht gut an. Volkswagen legte am Nachmittag überraschend die Jahresbilanz vor und meldete einen Umsatz von 105,2 Milliarden Euro, was 7,6 Prozent weniger war als vor einem Jahr. Das operative Ergebnis ging um 70 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro zurück. Man habe aber, so VW, die "wesentlichen Ziele" trotz "schwieriger Rahmenbedingungen" erreicht. Für 2010 erwartet Volkswagen etwas mehr Umsatz und Gewinn. Die VW-Aktie schloss 1,3 Prozent schwächer.

Auch die Bayer-Aktie ging geschwächt aus dem Handel. Der Chemie- und Pharmakonzern wies für das vierte Quartal einen Gewinn von 1,51 Milliarden Euro aus, zwölf Prozent mehr als im vierten Quartal 2008. Analysten hatten allerdings etwas mehr erwartet. Immerhin will Bayer in diesem Jahr Umsatz und Ebitda weiter steigern.

Borussia Dortmund macht weniger Umsatz
Der Fußballclub Borussia Dortmund hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres weniger Umsatz, dafür aber auch einen geringeren Verlust gemacht. Die Erlöse schrumpften auf 58,2 Millionen Euro, der Fehlbetrag betrug 1,4 Millionen Euro. Ohne Abschreibungen, Zinsen und Steuern lag das Ergebnis allerdings bei plus 9,8 Millionen Euro. Die BVB-Aktie stieg um 2,7 Prozent.

Dr. Hönle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
44,10
Differenz relativ
+1,15%

Bilanzen von Isra, Hönle und Magix
Außerhalb der Indizes sorgten die Unternehmen Isra Vision, Dr. Hönle und Magix mit ihren Quartalsbilanzen für Anlegerinteresse. Das Softwareunternehmen Isra Vision meldete sinkende Erlöse und Gewinne, die Aktie schloss trotzdem 1,3 Prozent fester. Aktien des UV-Geräteherstellers Dr. Hönle legten im Tagesverlauf 7,7 Prozent zu. Bei einem kleinen Umsatzminus im vergangenen Quartal stieg das Ebit auf 1,2 Millionen Euro. Auch die Magix-Aktie beschloss den Handel mit einem Gewinn. Sie kletterte um 6,2 Prozent nach oben. Der Video- und Musiksoftwarehersteller verbesserte im ersten Geschäftsquartal sein operatives Ergebnis um fast die Hälfte.

Telefonica, Saint-Gobain und Lloyds
Aus Europa meldeten sich mehrere Konzerne mit Zahlen. Der spanische Telefonkonzern Telefonica hat im vergangenen Jahr etwas weniger umgesetzt und verdient. Die Erlöse erreichten 56,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis lag bei 22,6 Milliarden Euro. Telefonica bestätigte die mittelfristigen Gewinnprognosen. Eine Krisenbilanz gab es vom französischen Baustoffkonzern Saint-Gobain. Der bereinigte Überschuss brach um zwei Drittel ein, der Umsatz ging um sechs Milliarden auf 37,8 Milliarden Euro zurück. Und die britischen Bank Lloyds hat das vergangene Jahr mit einem Verlust von 6,3 Milliarden Pfund abgeschlossen - fast so viel wie 2008.

Tagestermine am Dienstag, 18. Dezember

Unternehmen:
FedEx: Q2-Zahlen
Navistar: Q4-Zahlen
Micron Technology: Q1-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklima 12/18, 10:00 Uhr
USA: Baubeginne und Genehmigungen 11/18, 14:30 Uhr