Marktbericht 15:10 Uhr

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Börsen treten auf der Stelle Rekordjagd unterbrochen

Stand: 14.01.2020, 15:10 Uhr

Vor der Besiegelung des Handelsabkommens zwischen den USA und China halten Anleger die Füße still. Dax & Co stagnieren auf hohem Niveau. Neuen Schwung bringt der starke Start der US-Berichtssaison durch die Großbanken.

JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo haben am Mittag die Bilanzsaison in New York eingeläutet. Vor allem die beiden ersten Banken beeindruckten mit starken Zahlen. JPMorgan scheffelte im Gesamtjahr einen Rekordgewinn von 36,4 Milliarden Dollar. Citigroup verdiente 19,4 Milliarden Dollar. Allzu groß sind die Erwartungen für die US-Berichtssaison nicht. Analysten rechnen mit einem Gewinnrückgang von 0,6 Prozent bei den 500 größten US-Firmen.

Milliardengewinne der US-Großbanken

Die US-Großbanken haben die Berichtssaison mit teils starken Zahlen eröffnet. Besonders beeindruckend war die Bilanz von JPMorgan. Sie erzielte mit 36,4 Milliarden Dollar einen Rekordgewinn. Die Citigroup überzeugte ebenfalls - mit einem Gewinnanstieg um acht Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar. Wells Fargo bekam dagegen Rechtskosten deutlich zu spüren, der Gewinn halbierte sich. Das drückte die Aktien um rund vier Prozent ins Minus.Für die JPMorgan-Aktien hingegen ging es um 1,8 Prozent aufwärts, die Citi-Aktien gewannen 2,6 Prozent.  | mehr

Dax kommt nicht voran

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die guten Zahlen der US-Großbanken stützen zwar die Bankaktien wie die Deutsche Bank. Das reicht aber nicht, um den gesamten deutschen Aktienmarkt anzutreiben. Der Dax verharrt bis zum frühen Nachmittag auf seinem Stand vom Vortag. Immerhin bleibt das Anfang 2018 erreichte Rekordhoch von 13.596 Punkten in Reichweite.

US-Börsen vor Verschnaufpause

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Auch die Wall Street dürfte eine Verschnaufpause nach der jüngsten Rekordjagd einlegen. Die Futures deuten auf einen unveränderten Handelsbeginn beim Dow hin. Am Montag hatte der US-Leitindex die magische Marke von 29.000 Punkten verfehlt und war mit knapp über 28.900 Zählern aus dem Handel gegangen.

Nach dem Zolldeal ist vor dem Zolldeal

B5-Moderatorin Christine Bergmann
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B5 Börse 12.14 Uhr: Warten auf das USA-China-Abkommen

Vor dem ersten Teilabkommen im Zollstreit zwischen Peking und Washington, das am Mittwoch unterschrieben werden sollt, warten die Anleger ab. Die tatsächlichen Regelungen des Vertragswerks seien überschaubar, sagte Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Der Blick richte sich nun auf die darauf folgenden Verhandlungen über die zweite Phase eines Handelsabkommens. Angesichts der US-Präsidentenwahl im November erhöhe sich in den USA nun der Druck, bei weiteren Abkommen eine harte Linie zu verfolgen, sagte Anlageanalyst Neil Wilson vom Brokerhaus Markets.com. "Das ist ein Waffenstillstand, kein Friedensvertrag."

USA schlagen sanftere Töne an

Als positive Überraschung werteten mehrere Finanzmarkt-Experten die Entscheidung der USA, China nicht länger als Währungsmanipulator einzustufen. Der Yuan stieg auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Experten erwarten vom Handelsabkommen auch eine Zusage Chinas, nicht mit Währungsabwertungen den Export anzukurbeln. Dies bedeute aber nicht, dass alle Differenzen zwischen den beiden Ländern beseitigt seien, gaben Marktteilnehmer zu bedenken. Offen bleibe zudem, was passiere, wenn die chinesische Währung erneut falle.

Euro fällt

Der Euro ist am Dienstag unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung sackt auf 1,1106 Dollar ab. Die Inflation in den USA hat vor der Jahreswende leicht angezogen. Die Verbraucherpreise legten im Dezember um 2,3 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Ökonomen hatten damit gerechnet. Im November lag die Teuerung noch bei 2,1 Prozent.

Schweizer Franken auf 33-Monats-Hoch

Der Schweizer Franken ist am Dienstag zum Euro auf den höchsten Stand seit April 2017 gestiegen. Die Gemeinschaftswährung war für 1,0763 Franken zu haben. Im Markt wird spekuliert, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) angesichts der Einstufung der Alpenrepublik als Währungsmanipulator durch die USA am Devisenmarkt zurückhaltender gegen eine Franken-Aufwertung intervenieren könnte. Die USA haben die Einstufung Chinas als Währungsmanipulator zurückgenommen. Hingegen wurden die Währungspraktiken von neun Ländern - darunter neu auch die Schweiz - angeprangert.

VW verkauft so viele Autos wie nie zuvor

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der VW-Konzern hat bei seinen Verkäufen 2019 entgegen ersten Schätzungen doch noch einmal zugelegt. Der Konzern lieferte im vergangenen Jahr mehr als 10,97 Millionen Fahrzeuge aus. Das entsprach einem leichten Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2018. Im Herbst hatten die Wolfsburger erwartet, dass der Wert stagnieren würde - in manchen Regionen schwächte sich die Autonachfrage zuletzt ab. Bei der Kernmarke VW Pkw hatte vor allem ein gutes China-Geschäft zum Jahresende eine Aufholjagd gebracht, in der Summe stand hier eine Zunahme der Auslieferungen um 0,5 Prozent auf 6,28 Millionen Wagen.

Verkaufsempfehlung für Beiersdorf

Die französische Großbank Société Générale (SocGen) hat die Aktien des Konsumgüterherstellers Beiersdorf von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 110 auf 99 Euro gesenkt. Das sich abschwächende Wachstum der Marken Nivea und La Prairie bedrohe die Schätzungen für 2020 und die Bewertung, schrieb Analyst David Hayes.

Chinas Außenhandel sackt ab

Nach mehreren Jahren mit starken Anstiegsraten hat der Handelsstreit zwischen den USA und China das chinesische Außenhandelswachstum im vergangenen Jahr gestoppt. Auch eine Belebung am Jahresende konnte das Ergebnis nicht ins Positive drehen. In Dollar berechnet, fiel der gesamte Außenhandel 2019 im Vorjahresvergleich ein Prozent geringer aus. Die Exporte legten leicht, um 0,5 Prozent, zu. Die Importe nahmen hingegen um 2,8 Prozent ab. Experten hatten mit noch schwächeren Werten gerechnet.
Der Rückgang im Handel mit den USA fiel mit 14,6 Prozent besonders drastisch aus. Chinas Importe aus den USA brachen um 20,9 Prozent ein, die chinesischen Exporte in die USA gingen um 12,5 Prozent zurück.
Es gab aber einen Lichtblick für China: Der gesamte Außenhandel erholte sich im Dezember und stieg um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Experten führten den Anstieg zum Teil aber auch auf niedrige Vergleichszahlen zurück.

RAG schlägt mehr Evonik-Aktien los

Der Großaktionär des Chemiekonzerns Evonik RAG Stiftung hat sich von mehr Aktien als zunächst geplant getrennt. Es seien 5,4 Prozent des gesamten Grundkapitals der ausgegebenen Evonik Aktien veräußert worden, teilte RAG mit. Zunächst hatte RAG 5,2 Prozent angepeilt. Der Verkauf spülte 632,5 Millionen Euro brutto in die Kasse der Stiftung. RAG hält nun noch 58,9 Prozent an dem im MDax notierten Unternehmen. Der Verkaufspreis betrug 25,30 Euro je Aktie. Der Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft hatte bei 26,57 Euro gelegen. Nach Bekanntwerden der Pläne war der Kurs im späten Frankfurter Geschäft aber deutlich unter Druck geraten.  | mehr

Hella klammert sich an die Vorgaben

Der Scheinwerferspezialist Hella leidet unter dem weltweiten Rückgang der Automobilproduktion. Im Zeitraum von Juni bis November sank das operative Ergebnis um 13,1 Prozent auf 257 Millionen Euro. Auch der Umsatz schrumpfte um 3,2 Prozent auf 3,28 Milliarden Euro. Immerhin: Hella hat sich laut Konzernchef Rolf Breidenbach besser entwickelt als der Markt. Breidenbach bekräftigte die Jahresziele seines Unternehmens. Demnach peilt er 2019/20 einen bereinigten Umsatz von rund 6,5 bis 7,0 Milliarden Euro an. Die Ebit-Marge soll zwischen 6,5 bis 7,5 Prozent liegen.  | mehr

Dialog mit weniger Umsatz

Der Chipspezialist Dialog Semiconductor <GB0059822006> hat im vierten Quartal erwartungsgemäß einen Umsatzrückgang verzeichnet. Die Erlöse fielen um knapp 12 Prozent auf 381 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen auf der Grundlage vorläufiger Berechnungen am Montagabend in London mitteilte. Anfang November hatte das Unternehmen einen Zielkorridor von 350 bis 390 Millionen Dollar genannt. Das gesamte Zahlenwerk will Dialog am 4. März veröffentlichen.

Südzucker rutscht in rote Zahlen

Die Südzucker AG ist auch im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 durch ein schwieriges Umfeld auf dem Zuckermarkt belastet. Der Konzern erwirtschaftete einen Umsatz von 5,03 Milliarden Euro, 3,2 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das operative Konzernergebnis lag bei 113 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau.
Südzucker hat nun die Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 konkretisiert. Es wird ein Konzernumsatz von 6,7 bis 7 Milliarden Euro erwartet, das operative Konzernergebnis soll sich zwischen 70 und 130 Millionen Euro einpendeln. Im Vorjahr lag das Konzernergebnis bei nur 27 Millionen Euro.  | mehr

Über das Band einer Zuckerabfüllmaschine werden Zuckerpakete transportiert Audio

Börse 7.45 Uhr: sinkender Gewinn bei Südzucker

Opel will mehr Stellen abbauen

Die Peugeot-Tochter Opel kämpft einem Medienbericht zufolge weiter mit Überkapazitäten und will daher bis zu 4.100 Jobs zusätzlich abbauen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmens- und Gewerkschaftskreise. Nach monatelangem Ringen hätten sich Management und Betriebsrat auf die Details des weiteren Abbaus verständigt.

Qiagen baut Amgen-Kooperation aus

Das Biotechnunternehmen Qiagen erweitert die Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Amgen. Die Kooperation mit dem amerikanischen Unternehmen betreffe die Entwicklung von gewebebasierten Begleitdiagnostika für Amgens Krebsmedikament AMG 510, teilte Qiagen mit. Die Vereinbarung konzentriere sich zunächst auf Begleitdiagnostika für nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, ermögliche aber auch die Weiterentwicklung der Tests für andere klinische Entwicklungsprogramme im Bereich Onkologie von Amgen.

Chipindustrie schrumpft

Die weltweite Chip-Industrie ächzt unter dem Preisverfall. Der Umsatz sank um 11,9 Prozent auf 418,3 Milliarden Dollar, haben die Marktforscher von Gartner ermittelt. Allein der Speichermarkt, der im vergangenen Jahr über ein Viertel der Halbleiterverkäufe ausmachte, sei um 31,5 Prozent eingebrochen, hieß es. Der Preisdruck, der Handelsstreit der USA mit China und ein schwächerer Absatz von Smartphones, PCs und Servern bremsten den Chipmarkt. Die Spitzenposition im Chipmarkt zurückerobert hat Intel. Bisher war Samsung Nummer eins gewesen.

Visa kauft Start-up für mehr als fünf Milliarden

Visa: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der Kreditkarten-Gigant Visa übernimmt für 5,3 Milliarden Dollar das Finanztechnologie-Start-up Plaid. Eine entsprechende Vereinbarung gaben die Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss bekannt. Plaid bietet Software zur Verknüpfung digitaler Zahlungs-Apps wie Paypals Venmo oder Transferwise mit Bankkonten an. Die Firma wurde 2013 gegründet und ist in der kalifornischen Metropole San Francisco ansässig.

Lindt wächst stärker als der Markt

Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt hat den Umsatz im Jahr 2019 auch dank neuer Shops um 4,5 Prozent auf 4,51 Milliarden Franken gesteigert. Das für seine Goldhasen und Lindor-Kugeln bekannte Unternehmen wuchs damit nach eigenen Angaben stärker als der Schokolademarkt insgesamt und gewann Marktanteile. An der langfristigen Prognose eines Wachstums aus eigener Kraft von fünf bis sieben Prozent hält Lindt fest. Die operative Marge soll jährlich um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden.

Bitcoin auf Zwei-Monats-Hoch

Die bekannteste Kryptowährung, der Bitcoin, setzt seinen Erholungskurs fort und steigt um 5,5 Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 8.578,26 Dollar. "Anleger laufen sich für das anstehende 'Halving' warm", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Es soll voraussichtlich im Mai dieses Jahres stattfinden. "Halving" bezeichnet die automatische Halbierung der Bitcoin-Menge, die in einem bestimmten Zeitraum durch das Schürfen neu geschaffen werden kann und Inflation verhindern soll.

nb

Tagestermine am Montag, den 20. Januar

Firmen:
BHP Group: Halbjahres-Produktionsbericht, 22:30 Uhr

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion im November, 05:30 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im Dezember, 08:00 Uhr
Deutschland: Januar-Monatsbericht der Bundesbank, 12:00 Uhr
Schweiz: IWF-Ausblick mit Präsidentin Georgiewa und Chefvolkswirtin Gopinath vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos, 14:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Wall Street wegen Martin-Luther-King-Day geschlossen