Marktbericht 20:02

Dax rührt sich nicht vom Fleck Pause zum Wochenauftakt

Stand: 22.07.2013, 20:02 Uhr

Am Montag konnte der deutsche Leitindex nicht an den Aufwärtstrend der vergangenen Woche anknüpfen. Händler sprachen von fehlenden Kurstreibern und verwiesen zudem auf die Ferien- und Urlaubszeit.

Den größten Teil des Tages pendelte der Dax in einer engen Bandbreite um den Schlussstand vom vergangenen Freitag. Am Nachmittag hatten schwächere US-Häuserdaten kurzzeitig für etwas mehr Belastung gesorgt. Doch die verluste wirden rasch wieder wett gemacht, so dass der Dax schließlich nahezu unverändert bei 8.331 Punkten aus dem Handel ging. Händler sprachen vom Sommerloch, denn an diesem Montag seien Aktien im Wert von lediglich 2,1 Milliarden Euro gehandelt worden.

Auch an der Wall Street machen die Anleger Pause. Der Dow Jones-Index pendelt auf dem Niveau vom Freitag. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Dow dann bei 15.536 Punkten, sieben Zähler weniger als am Freitag.

Gestützt wurden die Aktienmärkte von der Entspannung in der Eurozone. In Portugal, wo die Regierung nach Rücktritten wichtiger Minister bis zuletzt auf der Kippe stand, hat Präsident Anibal Cavaco Silva der Mehrheitskoalition am Sonntag sein Vertrauen ausgesprochen. Daraufhin fielen die Renditen für zehnjährige portugiesische Staatsanleihen auf 6,43 Prozent, nachdem sie bei Ausbruch der Regierungskrise vor drei Wochen auf acht Prozent geklettert waren. In Italien hatte die Regierung bereits am Freitag ein Misstrauensvotum überstanden.

Euro und Öl rauf

Der Euro hat am Montag mehrmals die Marke von 1,32 geknackt und notiert bei Börsenschluss bei 1,3197 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3166 (Freitag: 1,3123) Dollar fest. Schlechte Neuigkeiten vom US-Immobilienmarkt brachten die US-Währung am Nachmittag unter Druck. Die Hausverkäufe in der weltgrößten Volkswirtschaft sind im Juni überraschend gesunken. Im Vormonat war es allerdings zu einem überraschenden Anstieg gekommen.

Aufwärts geht es auch mit den Ölpreisen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 108,37 Dollar. Das waren 30 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zur September-Auslieferung stieg um 51 Cent auf 108,38 Dollar. Die in den USA zuletzt gesunkenen Rohöllagerbeständen hätten zuletzt vor allem den US-Ölpreis gestützt, sagten Händler.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,88
Differenz relativ
+0,55%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
67,03
Differenz relativ
+0,84%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1324
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+0,09%

McDonald's muss kämpfen

Für Enttäuschung sorgten die Quartalszahlen von McDonald's. Die Burgerkette kämpft weiter mit mageren Verkaufszahlen im krisengeplagten Europa und wachsender Konkurrenz kleinerer Anbieter im amerikanischen Heimatmarkt. Der Rest des Jahres bleibe herausfordernd, warnte der Burger-King -Konkurrent deshalb am Montag und schickte seine Aktien damit ins Minus.

Kauft Telefonica E-Plus?

Ein Bericht über den möglichen Kauf von E-Plus durch Telefonica hat den Aktien von KPN am Montag kräftig Auftrieb gegeben. Die Titel der niederländischen E-Plus-Mutter setzten sich mit einem Aufschlag von bis zu 10 Prozent an die Spitze des Amsterdamer Leitindex. Die Anteilsscheine von Telefonica gewannen in Madrid 0,5 Prozent, die im TecDax gelisteten Papiere von Telefonica Deutschland legten knapp sieben Prozent zu. "Für die beiden kleinen Mobilfunkanbieter in Deutschland wäre ein Zusammenschluss sicher eine gute Sache, weil man damit Kosten einsparen kann", sagte ein Händler in Frankfurt.

RWE-Sparprogramm kommt gut an

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,44
Differenz relativ
-1,73%

Im Dax sorgt das Sparprogramm des Energiekonzerns RWE für Freude und hebt die Aktie an die Index-Spitze. Das neue Programm "RWE Neo" für die Kraftwerkssparte solle Einsparungen von "mindestens 500 Millionen Euro" pro Jahr bringen und könne den Abbau von mehreren Hundert Stellen zur Folge haben, hieß es im "Handelsblatt". Diese Summe komme zu der einen Milliarde Euro hinzu, die das Unternehmen bereits vor einem Jahr beschlossen hatte.

Deutsche Bank macht sich schöner

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,61
Differenz relativ
-1,43%

Zu den Favoriten gehört auch die Deutsche Bank. Laut einem Bericht der "Financial Times" ("FT") will die größte deutsche Bank ihre Bilanzsumme um ein Fünftel auf rund eine Billion Euro nach US-Rechnungslegung reduzieren. Damit wolle das Kreditinstitut bereits Ende 2015 die geplanten Vorgaben der Regulierer beim Verschuldungsgrad erfüllen - und entsrechend seine Eigenkapitalausstattung weiter verbessern. Zudem lägen Pläne für die Ausgabe von speziellen Wandelanleihen über 6 Milliarden Euro in der Schublade.

Commerzbank: Berlin dementiert Verkaufsfantasien

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,19
Differenz relativ
-2,16%

Auch die Commerzbank-Aktie steht auf der Gewinnerseite. Allerdings hat das Bundesfinanzministerium erneute Gerüchte über einen baldigen Ausstieg des Bundes an der Problembank dementiert. Ein Verkauf der restlichen Staatsbeteiligung an der Commerzbank stehe zurzeit nicht auf der Tagesordnung, sein ein Ministeriumssprecher. Wann der auf 17 Prozent geschrumpfte Anteil verkauft werde, sei nicht absehbar. "'Nicht absehbar können Sie durchaus so verstehen, dass wir zurzeit nicht mit Investoren reden", fügte er hinzu.

UBS im Höhenflug

Aufwärts geht es auch mit den Aktien der UBS. Die Schweizer Großbank steigerte den Gewinn im abgelaufenen Quartal trotz hoher Kosten für die Beilegung eines weiteren Rechtsstreits in den USA. Zudem hat die UBS in der Vermögensverwaltung einen ordentlichen Sprung hingelegt. Die UBS-Aktien setzten daraufhin ihren jüngsten Höhenflug fort imd legen zuletzt um 2,5 Prozent zu.

SAP sorgt für Unbehagen

Bergab geht es dagegen mit der Aktie von SAP. Das Ende der derzeitigen Doppelspitze, bestehend aus Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott, sorgt für Unbehagen. Das Ruder soll allein der Amerikaner McDermott übernehmen, Hagemann Snabe sollte zur Hauptversammlung im Mai 2014 in den Aufsichtsrat wechseln, bat aber um vorzeitige Auflösung seines Vertrages.

Cancom und LPKF (noch) nicht zu bremsen

Im TecDax eilen die Aktien des IT-Dienstleisters Cancom und des Maschinenbauers LPKF auch heute von Hoch zu Hoch, ohne dass es neue Nachrichten zu den Firmen gäbe. Inzwischen ähnelt das Chartbild von Cancom immer mehr einem parabolartigen Anstieg was einen Investor vorsichtig machen wird. Anleger sollten sich deshalb auf einen kurzfristigen Rückschlag vorbereiten.

ProSieben im Abseits

Im MDax ist die Aktie von ProSiebenSat.1 an das Index-Ende gerutscht und verliert knapp fünf Prozent. Grund ist eine Herabstufung durch Liberum Capital. Deren Analyst, Ian Whittaker, begründete sein von "Buy" auf "Hold" reduziertes Votum in einer Studie mit der starken Kursentwicklung im bisherigen Jahresverlauf. Zudem sorge er sich mit Blick auf das deutsche Werbemarktumfeld vor der Bundestagswahl im September. Auf Basis der Fundamentaldaten bleibt er allerdings grundsätzlich positiv gestimmt.

Aurelius überrascht mit Kapitalerhöhung

Schwer unter Druck geraten sind die Papiere der Beteiligungsgesellschaft Aurelius. Die Firma will nach ihren jüngsten Splitting nun ihr Kapital um bis zu zehn Prozent erhöhen. Dazu sollen bis zu 2,88 Millionen Aktien in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren professionellen Investoren angeboten werden. Verständlich, dass diese Pläne wegen des drohenden Verwässerungseffektes an der Börse gar nicht gut ankommen.

Philips auf Kurs

Die Aktien von Philips profitieren dagegen von den am Morgen vorgelegten Quartalszahlen und sind an die Spitze im Eurostoxx 50 gesprungen. Der Elektronikkonzern überraschte mit einem deutlichen Gewinnplus: Starke Geschäfte in den Schwellenländern und die Früchte ihres Sparprogramms haben den Niederländern über die Schwäche in Europa und den USA hinweggeholfen. Ein Händler sah in einer ersten Reaktion die Schätzungen für das operative Ergebnis (EBITA) übertroffen.

lg

Tagestermine am Donnerstag, 15. November

Unternehmen:
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sixt: Q3-Zahlen (endg.), 07:30 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
LPKF: Neunmonatszahlen (endg.), 08:00 Uhr
Singulus: Neunmonatszahlen (endg.), 08:15 Uhr
Walmart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Vallourec: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
Vivendi: Q3-Zahlen, 18:00 Uhr
Mayr-Melnhof: Q3-Zahlen
Applied Materials: Q4-Zahlen
Nvidia: Q3-Zahlen
Sonos: Q3-Zahlen
Acea: Kfz-Neuzulassungen 10/18, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Beschäftigte Verarb. Gewerbe 09/18, 08:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/18, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/18, 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreise 10/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände 09/18, 16:00 Uhr
USA: Ölbericht (Woche) Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr