Marktbericht 20:05 Uhr

Dax legt Seitwärtsgang ein Pause unterm Gipfel

Stand: 10.08.2016, 20:05 Uhr

So konnte das ja nicht weitergehen: Am Tag nach dem heftigen Sprung auf ein neues Jahreshoch sondieren Anleger erst einmal die Lage. Auch von jenseits des Atlantik bleiben am Abend neue Impulse aus.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.865,77
Differenz relativ
-0,54%

Der Dow-Jones-Index pendelte am Abend wie schon an den Vortagen leicht im Minus. Entsprechend konnte auch der Late-Dax im Frankfurter Handel keinen Boden gegenüber dem Xetra-Schluss gutmachen.

Ölpreise im Rückwärtsgang

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,31
Differenz relativ
-1,27%

Ohne neue Konkunkturdaten oder aktuelle Geschäftszahlen aus den USA fehlten dem Dax schlicht neue Impulse. Die wöchentlichen Daten zu den US-Ölreserven zeigten überraschend einen Anstieg der Rohölbestände. Die Ölpreise sanken entsprechend wieder auf rund 43 Dollar je Barrel bei der US-Sorte WTI.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1306
Differenz relativ
-0,46%

Beim Euro gab es gleichfalls kaum nennenswerte Veränderungen im Tagesverlauf. Die Gemeinschafts-Währung war bereits am Morgen auf über 1,11 Dollar geklettert und verteidigte bis zum Abend ein Niveau von 1,1170 Dollar.

Fernziel 11.000

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.865,77
Differenz relativ
-0,54%

Der Dax hatte am Morgen gleich noch ein neues Jahreshoch von 10.708 Punkten erreicht, bevor Anleger erst einmal Gewinne mitnahmen. Vor dem weiteren Weg in Richtung 11.000 Punkte sehen Experten nun noch einige Widerstände, die zunächst überwunden werden müssen.

Finanzwerte setzen Rally fort

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,85
Differenz relativ
-0,15%

Bereits gestern hatten sich Finanzwerte im Dax an die Spitze der Aufwärtsbewegung gesetzt. Auch am Mittwoch standen zum Handelsschluss Deutsche Bank und Commerzbank mit Kurszuwächsen von drei, bzw. zwei Prozent oben auf der Gewinnerliste. Beide Titel hatten in den vergangenen Wochen neue Jahrestiefstände verzeichnet. Auch Adidas-Titel legten erneut kräftig um 2,5 Prozent zu.

Eon ohne Kursenergie

Anleger reagierten am Mittwoch geschockt auf die Verluste, die Eon im zweiten Quartal eingefahren hat. Der Energiekonzern hat weitere 3,8 Milliarden Euro auf seine vor der Abspaltung stehende Kraftwerks- und Handelstochter Uniper abgeschrieben und netto drei Milliarden Euro Miese gemacht. Am morgigen Donnerstag werden Zahlen des Branchen-Nachbarn RWE erwartet.

Deutsche Börse fast am Ziel

Der Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange (LSE) scheint auf dem Weg. Nach Angaben des Dax-Unternehmens haben inzwischen 75 Prozent der Aktionäre ihre Anteile bei der neuen Super-Holding "HoldCo" eingereicht. Die offizielle Annahmefrist endet am 12. August. Die Deutsche Börse geht davon aus, dass die Fusion in der ersten Jahreshälfte 2017 abgeschlossen wird. Die LSE-Aktionäre hatten bereits Anfang Juli grünes Licht für die 25 Milliarden Euro schwere Fusion gegeben.

Quartalsreigen bei Nebenwerten

Eine Reihe von Zahlen aus dem MDax sorgen für Aufmerksamkeit. Der Immobilienkonzern LEG machte etwa mit einer erneuten Prognoseerhöhung auf sich aufmerksam. LEG rechnet 2016 für das in der Branche viel beachtete operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO) mit 261 bis 265 Millionen Euro.

Auch Lanxess-Vorstandschef Matthias Zachert, erhöhte erneut die Ziele für 2016. Er rechnet nach einem guten Quartal nun mit einem Betriebsergebnis (Ebitda) vor Sondereinflüssen zwischen 930 und 970 Millionen Euro. Zuvor waren zwischen 900 und 950 Millionen in Aussicht gestellt worden.

Aurubis und Salzgitter mit weniger Gewinn

Der Kupferhersteller ringt weiter mit dem stark gefallenen Kupferpreis. Zudem belastete im dritten Geschäftsquartal der Stillstand eines Werks in Bulgarien. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern brach um 57 Prozent auf 35 Millionen Euro ein.

Ähnliches Bild beim zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter, hier sackte der Gewinn auf 9,3 Millionen Euro nach 41,3 Millionen Euro vor einem Jahr durch. Das Unternehmen hofft aber dank steigender Preise auf eine Trendwende.

Bilfinger: Kraftwerksgeschäft macht Sorgen

Beim kriselnden Industriedienstleister Bilfinger hat der Verkauf der Bau- und Gebäudedienste für ein schwaches Quartal gesorgt. Die Zurückhaltung in der Öl- und Gasindustrie und ein schwaches Kraftwerksgeschäft schlugen ohne die profitable Einheit noch deutlicher zu Buche. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 54 Millionen Euro an, nach einem Fehlbetrag von 423 Millionen ein Jahr zuvor.

Brenntag köchelt nur in den USA

Eine schwache Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie in Nordamerika hat beim Chemikalienhändler Brenntag auch im zweiten Quartal Spuren in der Bilanz hinterlassen. Zudem belasteten negative Währungseffekte Umsatz und Ergebnisse. Positiv wirkten sich hingegen die jüngsten Zukäufe aus. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn ging von 107,2 Millionen Euro auf 101,5 Millionen Euro zurück.

Leoni baut sich weiter um

Leoni: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
32,45
Differenz relativ
+2,50%

Der Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni muss wegen seiner Sanierungskosten weniger Gewinn hinnehmen. Im abgelaufenen Quartal sackte der Überschuss um fast ein Drittel auf 24,3 Millionen Euro ab. Die Franken reagieren derzeit auf einen Margenschwund im Geschäft mit Kabelbäumen für Autos mit einem Spartenumbau, der sie langfristig wieder ertragreicher machen soll.

Freenet wächst deutlich

Der Mobilfunkdienstleister hat am Abend gute Zahlen vorgelegt, die Aktie des TecDax-Unternehmens legte im Parketthandel zu. Das operative Ergebnis (Ebitda) bei Freenet stieg im zweiten Quartal um 17,7 Prozent auf 104,8 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 7,3 Prozent auf 807,7 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten waren von 810 Millionen Euro Umsatz und 100 Millionen Euro Ebitda ausgegangen.

Evotec und Jenoptik gut im Geschäft

Das im TecDax notierte Biotechunternehmen Evotec hat sein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) im ersten Halbjahr auf 15,8 Millionen Euro erhöht von 0,8 Millionen vor Jahresfrist.

Gute Geschäfte mit Verteidigungstechnik haben dem Technologiekonzern Jenoptik in der ersten Jahreshälfte ein Umsatz- und Ergebnisplus beschert. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 27,3 Millionen Euro.

SMA Solar mit Konkurrenz-Ballast

Die Aktie von SMA Solar war einen Tag vor dem Zwischenbericht der mit Abstand größte TecDax-Verlierer. Ein Händler begründete dies mit schlechten Branchennachrichten aus den USA. Dort waren die Papiere von Sunpower nach einer Gewinnwarnung nachbörslich um fast ein Drittel eingebrochen.

Heidelberger Druck mit besserer Auftragslage

Die Kosten für die Branchenmesse Drupa haben das Ergebnis des Maschinenbauers Heidelberger Druckmaschinen im ersten Quartal belastet: Nach Steuern fiel ein Verlust von 37 Millionen Euro an. Die Messe füllte jedoch die Auftragsbücher. Das Volumen der Neuaufträge lag mit 804 Millionen Euro rund 100 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.

Grammer-Aktie springt aus den Sitzen

Der Autozulieferer Grammer hat im ersten Halbjahr von boomenden Geschäften in Europa profitiert. Der Umsatz stieg um gut ein Fünftel auf 861 Millionen Euro, das operative Ergebnis (Ebit) war mit 35,8 Millionen Euro doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die Aktie markiert bei 48,80 Euro ein frisches Allzeithoch. Binnen Jahresfrist hat sie rund 100 Prozent hinzugewonnen.

Hamborner REIT voll vermietet

Die Gewerbeimmobilienfirma Hamborner REIT hat ihr operatives Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO) im ersten Halbjahr um 24 Prozent auf 17,3 Millionen Euro gesteigert. Grund sind höhere Mieten und ein geringerer Leerstand. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen nun von einer Steigerung des FFO um etwa 15 Prozent aus, das obere Ende der bisherigen Prognosespanne.

Bertrandt stagniert

Der Ingenieurdienstleister Bertrandt tritt wegen höherer Investitionen beim Gewinn auf der Stelle. Der Umsatz kletterte zwar in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 um sieben Prozent auf 728 Millionen Euro. Aber das Betriebsergebnis stagnierte bei 62 Millionen, das Ergebnis nach Steuern bei 42 Millionen.

TLG peilt zwei Milliarden an

Das Gewerbeimmobilienunternehmen TLG hat sein operatives Ergebnis (FFO) im ersten Halbjahr um 24 Prozent auf 38,3 Millionen Euro erhöht. Im Gesamtjahr werden nun 74 bis 76 Millionen Euro angepeilt, bislang waren es 72 bis 74 Millionen. TLG geht davon aus, dass die ursprünglich für 2017 angestrebte Portfoliogröße von zwei Milliarden Euro noch in diesem Jahr erreicht werden kann.

Hapag Lloyd braucht Synergien

Hapag-Lloyd: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
25,84
Differenz relativ
-1,52%

Das SDax-Mitglied blickt weiter trist in die geschäftliche Zukunft, zumndest die nähere. Im zweiten Quartal hat man wieder einen Verlust von 99 Millionen Euro eingefahren, nach 29 Millionen Euro Gewinn im Vorjahr. Durch den geplanten möglichst schnellen Zusammenschluss mit der arabischen UASC will man in der umkämpften Container-Schifffahrtsbranche konkurrenzfähiger werden.

AB

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr