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Gespanntes Warten Nun müssen die USA und China liefern

Stand: 10.10.2019, 07:20 Uhr

Nun zählt es: Die Gespräche zur Beilegung oder zumindest Entschärfung des Handelskriegs werden heute beginnen. Die Börse hat sie schon einmal mit einigen Vorschussloorbeeren bedacht.

Gestern waren die wichtigen Indizes rund um den Globus schon einmal gestiegen, der Dax um gut ein Prozent. Die positive Tendenz setzt sich am Donnerstagmorgen zunächst allerdings nicht fort. Die von Banken und Brokern berechneten Indikationen auf den Dax liegen im vorbörslichen Handel bei 12.095 Punkten und damit nicht nennenswert verändert gegenüber gestern. Der Nikkei-Index präsentiert sich am Donnerstag ebenfalls verhalten. Der 225 Werte umfassende japanische Leitindex steigt kurz vor Handelsschluss um 0,2 Prozent auf 21.488 Punkte. Am Devisenmarkt legt der Euro bis auf 1,9993 US-Dollar zu.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.511,65
Differenz relativ
+2,86%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.798,87
Differenz relativ
+1,15%

Optimismus an den US-Börsen

Die wichtigen Indizes an Wall Street und der Technologiebörse Nasdaq verbuchten gestern Kursgewinne. Der Dow-Jones-Index legte 0,7 Prozent auf 26.346 Punkte zu. Der S&P 500 gewann 0,9 Prozent auf 2.919 Zähler. Der Nasdaq-Composite-Index rückte ein Prozent auf 7.903 Punkte vor.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.850,74
Differenz relativ
+0,16%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.974,45
Differenz relativ
+0,19%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.057,04
Differenz relativ
+1,34%

"Es herrscht die Erwartung, dass bei diesem Treffen eine Art Zwischeneinigung herauskommt", sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan.

Allerdings dämpften die Chinesen laut einem Reuters-Bericht die Hoffnungen auf Fortschritte. Man sei verärgert über den Beschluss von US-Präsident Trumps, chinesische Regierungsorganisationen und Unternehmen auf die schwarze Liste zu setzen. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Gespräche diese Woche in einer Sackgasse endeten, erklärte ein chinesischer Beamter. Die USA haben 28 chinesische Unternehmen und Regierungsorganisationen wegen des Vorgehens gegen die Uiguren und andere muslimische Minderheiten auf eine Schwarze Liste gesetzt. Sollten Fortschritte bei den Verhandlungen ausbleiben, will Trump den Zoll auf chinesische Importe ab kommenden Dienstag von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöhen.

US-Notenbank im Blick

Die Mitglieder der US-Notenbank haben zuletzt wachsende Gefahren für die künftige Wirtschaftsentwicklung in den USA gesehen. Die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick sind nach Einschätzung der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss seit der letzten Sitzung im Juli etwas gestiegen, hieß es in einem gestern Abend veröffentlichten Protokoll ("Minutes") der Zinssitzung vom 17. und 18. September. Dies gelte vor allem für die Unsicherheit, die von Handelskonflikten und der schwächelnden Weltwirtschaft ausgehe. Auf der Sitzung im September hatte die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent reduziert. Es war die zweite Zinssenkung in Folge.

Südzucker zweistellig im Minus

Um über acht Prozent bergab geht es mit der Südzucker-Aktie. Der Mannheimer Zuckerhersteller hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 deutlich weniger verdient. Vor allem wegen niedrigerer Zuckerpreise und einer geringeren Rübenernte aufgrund der Dürre im vergangenen Jahr brach das operative Ergebnis von März bis August um knapp die Hälfte auf 74 Millionen Euro ein. Der Umsatz fiel um 4,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Dennoch bestätigte der Konzern seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr.  | mehr

Apple löscht Protest-App

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
213,00
Differenz relativ
+2,13%

Nach scharfer Kritik aus China hat Apple eine App aus seinem Angebot entfernt, die Demonstranten in Hongkong bei ihren Protesten die Standorte der Polizeieinheiten anzeigte. Die Macher von "hkmap.live" teilten am Donnerstag auf Twitter mit, dass Apple das Programm aus dem App-Store gelöscht habe. Demnach begründete der Konzern seine Entscheidung damit, dass die mobile Verkehrsanwendung die Strafverfolgung behindert und Bewohner Hongkongs gefährdet habe. Zuvor hatte China dem iPhone-Konzern vorgeworfen, die Demonstranten in Hongkong zu unterstützen.

Neue Probleme für Boeing

Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
335,25
Differenz relativ
-0,93%

Die schlechten Nachrichten beim US-Flugzeughersteller Boeing reißen nicht ab. Die brasilianische Fluggesellschaft Gol Linhas Aereas Inteligentes hat nach einer Inspektion elf Jets des Typs 737 NG aus dem Verkehr gezogen. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte zuvor Flugzeugbetreiber aufgefordert, 165 Boeing 737 NG-Flugzeuge innerhalb von sieben Tagen auf strukturelle Risse zu untersuchen. Auch zwei Flieger der Southwest Airlines blieben am Boden. Laut der Zeitung "Seattle Times" hat die russische Fluggesellschaft Aeroflot offiziell eine Bestellung von 22 Dreamlinern im Wert von etwa 5,5 Milliarden Dollar storniert.

ME

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Fraport: Verkehrszahlen 09/19, 7 Uhr

Konjunktur:
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Sonstiges:
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