Marktbericht 11:30 Uhr

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Jetzt zählt es Nun müssen den Worten Taten folgen

Stand: 10.10.2019, 11:30 Uhr

Der Dax kann sich an diesem wichtigen Tag nicht für eine Richtung entscheiden. Die Anleger sind vom Erfolg der heute beginnenden Gespräche zur Beilegung des Handelskriegs nicht überzeugt.

Dabei schwankte der Dax bisher um seinen Vortagesstand von 12.094 Punkten zwischen 12.029 und 12.139 Punkten. In Tokio ging Nikkei-Index 0,45 Prozent höher aus dem Handel. In China legten die Kurse 0,5 Prozent zu. Am Devisenmarkt hat es der Euro zurück über die Marke von 1,10 US-Dollar geschafft. In der Spitze notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1015 Dollar.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.511,65
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+2,86%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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21.798,87
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+1,15%

USA und China reden miteinander

Bei den Handelsgesprächen soll der chinesische Chefunterhändler Liu He auf den amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin treffen. Laut Analyst Martin Güth von der LBBW wertet es der Markt derzeit schon als Fortschritt, wenn eine Verschärfung des Konflikts vorerst durch gegenseitige Zugeständnisse verhindert wird.

Schon Streit im Vorfeld

Allerdings dämpften die Chinesen laut einem Reuters-Bericht die Hoffnungen auf Fortschritte. Man sei verärgert über den Beschluss von US-Präsident Trump, chinesische Regierungsorganisationen und Unternehmen auf die schwarze Liste zu setzen. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Gespräche diese Woche in einer Sackgasse endeten, erklärte ein chinesischer Beamter. Die USA haben 28 chinesische Unternehmen und Regierungsorganisationen wegen des Vorgehens gegen die Uiguren und andere muslimische Minderheiten auf eine schwarze Liste gesetzt. Sollten Fortschritte bei den Verhandlungen ausbleiben, will Trump die Zölle auf chinesische Importe ab kommenden Dienstag von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöhen.

Goldman befeuert Volkswagen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
161,50
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+4,91%

Zu den größten Gewinnern im Dax gehört die Volkswagen-Aktie, dank einer Neubewertung durch Goldman Sachs. Die Bank empfiehlt das Papier mit einem Kursziel von 193 Euro zum Kauf. Auf Grund hoher Investitionen im Bereich Elektroautos traut der Analyst VW in diesem Bereich die Marktführerschaft zu. Die fundamentale Situation bei den Wolfsburgern sei stark. Der Konzern reduziere seine Kosten und vereinfache seine Strukturen.

Außerdem hat das Bankhaus Metzler ihr Kursziel von 250 Euro bestätigt. Dessen Analyst Jürgen Pieper glaubt, dass VW die derzeitige Krise in der Autoindustrie besser meistern kann als die Wettbewerber.

Südzucker zweistellig im Minus

Um über acht Prozent bergab geht es mit der Südzucker-Aktie. Der Mannheimer Zuckerhersteller hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 deutlich weniger verdient. Vor allem wegen niedrigerer Zuckerpreise und einer geringeren Rübenernte aufgrund der Dürre im vergangenen Jahr brach das operative Ergebnis von März bis August um knapp die Hälfte auf 74 Millionen Euro ein. Der Umsatz fiel um 4,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Dennoch bestätigte der Konzern seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr.  | mehr

Hugo Boss profitiert von LVMH

Starke Zahlen des Rivalen LVMH verhelfen den Aktien des Modekonzerns Hugo Boss zu einer überdurchschnittlichen Entwicklung. Die Muttergesellschaft von Louis Vuitton hatte ihren Umsatz im dritten Quartal stärker als erwartet gesteigert. Die Erlöse legten um 17 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zu. Gut gelaufen sei es in Europa, den USA und Asien. In Hongkong mussten dagegen wegen der Proteste Läden geschlossen werden.

Gerresheimer überzeugt nicht

Die Aktien von Gerresheimer haben am Donnerstag mit einer Berg- und Talfahrt auf die Geschäftszahlen des Spezialverpackungsherstellers reagiert. Zuletzt wurden die Resultate als eher durchwachsen interpretiert, so dass die Papiere unter den Schlusslichtern im schwächelndem MDax der mittelgroßen Werte rund zwei Prozent auf 65,60 Euro einbüßten. Am Vormittag hatten die Anteilscheine noch anfängliche Verluste wettgemacht und waren um rund zwei Prozent gestiegen.

Das Wachstum von Gerresheimer hatte wegen einer schwächeren Nachfrage nach Pharma-Glasverpackungen in Nordamerika nachgelassen. Insgesamt habe die Umsatzentwicklung im dritten Quartal etwas enttäuscht, schrieb Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan. Im Segment Primary Packaging Glass, das etwa Flakons für die Kosmetikindustrie sowie Glasbehälter für Medikamente herstellt, hätten operativen Probleme beim Pharmakunden Pfizer erneut belastet.

Übernahmeangebot für PNE

Ein Infrastrukturfonds der US-Investmentbank Morgan Stanley will den Windpark-Entwickler PNE für mehr als 300 Millionen Euro übernehmen. Der Fonds einigte sich mit dem Vorstand des Cuxhavener Unternehmens auf ein Angebot an die PNE-Aktionäre über 4,00 Euro je Aktie, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Nach Angaben der Amerikaner entspricht das - einschließlich einer Anleihe - einem Firmenwert von 360 Millionen Euro. Im August hatte Morgan Stanley Infrastructure Partners eine Offerte zwischen 3,50 und 3,80 Euro je Anteilsschein in Aussicht gestellt.  | mehr

Teamviewer empfohlen

Die Commerzbank hat die Aktie des Börsenneulings Teamviewer mit "Buy" und einem Kursziel von 36 Euro in die Bewertung aufgenommen. Das deutsche Software-Unternehmen sei eines der wenigen europäischen Technologie-IPOs, das sich gegen die größeren US-Player behaupten könne, schrieb Analyst Stephan Klepp in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Er empfiehlt den Anlegern, die schwache Kursentwicklung seit dem Börsengang zu ignorieren und sich auf das einzigartige und qualitative Wachstum des Unternehmens zu konzentrieren.

Givaudan wächst kräftig

Die Übernahme der französischen Naturex und weitere Zukäufe haben dem Schweizer Aromen- und Dufthersteller Givaudan in den ersten neun Monaten ein zweistelliges Wachstum beschert. Der Umsatz des Weltmarktführers kletterte um 14,5 Prozent auf 4,66 Milliarden Franken, wie Givaudan mitteilte. Auch Preiserhöhungen und die gute Nachfrage aus Schwellenländern kurbelten das Geschäft an. Die mittelfristige Prognose bestätigte das Unternehmen.

Apple löscht Protest-App

Nach scharfer Kritik aus China hat Apple eine App aus seinem Angebot entfernt, die Demonstranten in Hongkong bei ihren Protesten die Standorte der Polizeieinheiten anzeigte. Die Macher von "hkmap.live" teilten am Donnerstag auf Twitter mit, dass Apple das Programm aus dem App-Store gelöscht habe. Demnach begründete der Konzern seine Entscheidung damit, dass die mobile Verkehrsanwendung die Strafverfolgung behindert und Bewohner Hongkongs gefährdet habe. Zuvor hatte China dem iPhone-Konzern vorgeworfen, die Demonstranten in Hongkong zu unterstützen.

Neue Probleme für Boeing

Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
338,35
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+0,92%

Die schlechten Nachrichten beim US-Flugzeughersteller Boeing reißen nicht ab. Die brasilianische Fluggesellschaft Gol Linhas Aereas Inteligentes hat nach einer Inspektion elf Jets des Typs 737 NG aus dem Verkehr gezogen. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte zuvor Flugzeugbetreiber aufgefordert, 165 Boeing 737 NG-Flugzeuge innerhalb von sieben Tagen auf strukturelle Risse zu untersuchen. Auch zwei Flieger der Southwest Airlines blieben am Boden. Laut der Zeitung "Seattle Times" hat die russische Fluggesellschaft Aeroflot offiziell eine Bestellung von 22 Dreamlinern im Wert von etwa 5,5 Milliarden Dollar storniert.

ME

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Fraport: Verkehrszahlen 09/19, 7 Uhr

Konjunktur:
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Sonstiges:
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