Marktbericht 20:05 Uhr

Marktbericht neutral
Audio

Gemischte Wochenbilanz Noch keine Entwarnung

Stand: 11.01.2019, 20:05 Uhr

Nach einer leidlich erfolgreichen Börsenwoche gab der Dax am Freitag leicht nach. Anleger warteten vergeblich auf klare Kaufsignale. Im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es noch keine eindeutige Entwarnung. Der US-Haushaltsstreit und der Brexit belasteten ebenfalls.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.931,24
Differenz relativ
+0,36%

Die Marke von 11.000 Punkten im Dax blieb auch am letzten Handelstag der Woche unerreichbar. Im späten Parketthandel konnte sich der Late-Dax immerhin bei 10.900 Punkten behaupten. An der Wall Street grenzten die Indizes ihre Verluste ein. Dennoch steuerte der Dow-Jones-Index auf den ersten Verlusttag seit einer Woche.

Shut-down und Handelsstreit

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.080,52
Differenz relativ
-0,48%

An Belastungsfaktoren für die Finanzmärkte mangelt es weiterhin nicht. Etwa der immer noch andauernde Regierungsstillstand in den USA (Shut-down). Ein heftiger Haushaltsstreit zwischen US-Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten legt seit nunmehr fast drei Wochen Teile der US-Regierung lahm. Bislang ist keine Einigung in Sicht. Aber auch die weiter offene Frage, ob eine Lösung im Handelsstreit der USA mit China greifbar ist, beschäftigte die Investoren. Die Verhandlungen sollen einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge nun Ende Januar auf höherer Ebene weitergehen.

Brexit: Chaotisch oder geregelt?

Nicht zuletzt sorgt auch die Hängepartie um den Brexit weiter für Unbehagen. Am 15. Januar soll im Parlament in London über den von der Regierung mit der EU ausgehandelten Scheidungsvertrag abgestimmt werden. Nach einer Mehrheit sieht es aber nicht aus, so dass ein chaotischer, ungeregelter Austritt droht. In Großbritannien halten hochrangige Kabinettsmitglieder derweil einem Zeitungsbericht zufolge sogar eine Verschiebung des für den 29. März angepeilten Brexit für wahrscheinlich.

Euro kämpft mit 1,15

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1374
Differenz relativ
-0,18%

Am Devisenmarkt gab die Aussicht auf einen verschobenen Brexit sowohl dem Britischen Pfund als auch dem zunächst Euro einen leichten Auftrieb gegenüber dem Dollar. Bereits in den vergangenen Tagen war die US-Währung leicht geschwächt worden. Dafür hatten auch Aussichten der US-Notenbank Fed gesorgt, die auf ein noch langsameres Vorgehen bei künftigen Zinserhöhungen hindeuten. Am Abend ging die zwischenzeitlich erreichte Marke von 1,15 Dollar aber wieder verloren.

Ölpreis pendelt nervös

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,94
Differenz relativ
0,00%

Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am Freitag 60,90 Dollar, der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI lag wenig verändert bei 51,80 Dollar. Auf Wochensicht ging es mit den Ölpreisen bisher kräftig nach oben. Auch am Ölmarkt herrscht Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung. Eine Beilegung des Handelsstreits würde eher belebend wirken und damit auch die Rohstoffpreise antreiben. Seit Montag konnte der Preis für US-Öl um rund zehn Prozent und der für Brent-Öl um über acht Prozent zulegen. Laut Marktbeobachtern gibt es am Markt die wachsende Zuversicht, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre gemeinsam mit anderen Förderstaaten beschlossene Produktionskürzung in die Tat umsetzt.

Vonovia führt Dax an

Stärkster Gewinner im Leitindex war am Freitag die Aktie von Vonovia. Auch Merck, die Deutsche Börse oder Linde schlossen klar und gegen den Markttrend im Plus. Papiere der Lufthansa erholten sich mit plus 1,4 Prozent weiter deutlich. Autoaktien standen dagegen unter Druck. Vor allem hinter dem immer wichtiger werdenden China-Geschäft stehen Fragezeichen. Dazu passten Marktgerüchte, wonach das Land angeblich seine Wachstumsziele für 2019 nach unten anpassen will. Im Gespräch ist eine Rate von 6,0 bis 6,5 Prozent, das wäre die niedrigste seit 1990.

BMW zuversichtlich für 2019

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71,53
Differenz relativ
-0,13%

Wie alle Autotitel verlor auch die BMW-Aktie am Freitag klar. Trotz des Brexits und des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits rechnet BMW im neuen Jahr mit einem weiteren Zuwachs seiner Verkaufszahlen. In China und in den USA dürfte die Nachfrage nach Oberklasseautos steigen, und BMW biete neue Modelle wie den großen SUV X7 und die neue 3er Generation an, erklärte das Unternehmen am Freitag in München. Insgesamt hat der BMW-Konzern 2018 rund 2,49 Millionen Autos verkauft - ein Plus von 1,1 Prozent.

Lufthansa spart Geld für Sprit

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,42
Differenz relativ
+3,58%

Die Kranich-Aktie schloss als einer der klaren Tagesgewinner. Nach dem Rückgang der Ölpreise in den vergangenen Monaten muss die Lufthansa 2019 voraussichtlich weniger Geld für Kerosin ausgeben als bisher geplant. Die Kosten für Treibstoff dürften von 6,1 Milliarden Euro 2018 auf 6,3 Milliarden Euro im neuen Jahr steigen, wie aus einer Präsentation für Investoren hervorgeht, die die Fluggesellschaft am Freitagabend auf ihrer Homepage veröffentlichte. Bisher hatte die Airline einen Anstieg auf bis zu 7,0 Milliarden Euro vor Kapazitätssteigerungen erwartet.

2018: Rekordjahr für VW

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
144,90
Differenz relativ
-0,11%

Auch Volkswagen hat ein glänzendes Absatzjahr hinter sich. Trotz der Turbulenzen um die neuen Abgasprüftests im vergangenen Jahr wurden so viele Autos verkauft wie nie zuvor: Weltweit rollten 10,83 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden, das waren 0,9 Prozent mehr als 2017, wie Volkswagen am Freitag mitteilte. VW-Aktien schlossen dennoch 2,5 Prozent tiefer.

Deutsche Bank hat die Kosten "im Griff"

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,11
Differenz relativ
+8,39%

Die Deutsche Bank hat nach Aussage von Finanzchef James von Moltke ihre Kosten im vergangenen Jahr deutlich nach unten geschraubt. 2018 habe die Deutsche Bank ihre Kosten "nachhaltig gesenkt", so der Manager. "Wir haben unsere Kosten im Griff."

Die hohen Kosten stehen bei der Deutschen Bank besonders im Fokus. Dem früheren Vorstandschef John Cryan war es nicht gelungen, diese nachhaltig in den Griff zu bekommen. Dies soll sich nun ändern. Das Institut hatte angekündigt, dass diese 2018 rund 23 Milliarden Euro nicht überschreiten sollen.

Siemens und Alstom kämpfen für die Zug-Fusion

Siemens und Alstom sind im Ringen um die Genehmigung der Fusion zum größten europäischen Zughersteller offenbar zu weiteren Zugeständnissen an die EU-Wettbewerbshüter bereit. Damit wollten die beiden Konzerne die EU-Kommission dazu bewegen, die Fusion von Siemens Mobility und Alstom doch noch zu erlauben, hieß es aus Insider-Kreisen.

Die im Dezember angebotenen Verkäufe und Lizenzvergaben reichen Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager noch nicht aus. Die Kommission will bis zum 18. Februar über eine Genehmigung des Zusammenschlusses entscheiden. Vestager hat mehrfach schwere Bedenken gegen den geplanten Zusammenschluss geäußert. Die beiden einstigen Erzrivalen - Siemens baut den ICE, Alstom den TGV - haben sich zusammengetan, um der chinesischen Konkurrenz zu trotzen.

GM traut sich mehr Gewinn zu

General Motors rechnet 2019 mit einem höheren Gewinn. Der Gewinn je Aktie werde in einer Spanne zwischen 6,50 Dollar und 7,00 Dollar liegen, so der US-Konzern am Freitag. Damit überträfe der Gewinn die Erwartungen von Analysten. Für das abgelaufene Jahr kündigte General Motors an, dass der Gewinn je Aktie über den bisherigen Schätzungen liegen werde. Hier hatte der Konzern aus Detroit im Oktober 5,80 bis 6,20 Dollar in Aussicht gestellt.

Südzucker-Aktie reagiert auf Empfehlung

Südzucker: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,23
Differenz relativ
-1,16%

Südzucker-Aktien beendeten den Handel rund drei Prozent höher und reagierten damit auf eine etwas optimistischere Studie der Investmentbank Goldman Sachs und steigen derzeit rund vier Prozent. Goldman-Analyst John Ennis hatte die Papiere bisher zum Verkauf empfohlen und gab diese negative Einstufung mit einem auf 12,00 Euro erhöhten Kursziel nun auf. Er konstatierte eine etwas schnellere Erholung im Zuckersegment als bislang gedacht.

Nun auch Kuka

Der mehrheitlich in chinesischem Besitz stehend Roboterbauer Kuka hat ein Sparprogramm und Stellenstreichungen beschlossen. Das abgelaufene Jahr sei mit einem Umsatzrückgang um fast zehn Prozent auf etwa 3,2 (2017: 3,5) Milliarden Euro noch schlechter gelaufen als im Herbst gedacht, teilte Unternehmen am Abend mit.

Das operative Ergebnis brach noch stärker ein. Die Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigte Ebit-Marge) sank daher im vergangene Jahr auf 3,0 (4,3) Prozent. Das entspricht einem bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von knapp 100 Millionen Euro. Auch die für 2020 geplanten Ziele seien damit unrealistisch. Der Streubesitz bei Kuka liegt nur noch bei 5,45 Prozent, den Rest hält die chinesische Midea Group.  | mehr

Hella leuchtet weniger

Hella: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
39,84
Differenz relativ
+0,66%

Der Lichtspezialist Hella wird angesichts der Probleme in der Autoindustrie etwas vorsichtiger. Sollten sich die Bedingungen in der Branche nicht noch verschlechtern, rechnet der Zulieferer nun mit einem Umsatzwachstum und beim bereinigten Ergebnis am unteren Ende der anvisierten Spanne von fünf bis zehn Prozent, wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Lippstadt mitteilte. Dank einer Kaufempfehlung schloss der Titel dennoch rund drei Prozent höher.  | mehr

Großauftrag für Nordex

Nordex-Aktien stehen an der Spitze des TecDax. Der Windanlagenbauer hat sich am Jahresende einen weiteren Auftrag für ein größeres Projekt gesichert. So liefert der Konzern 48 Turbinen für einen 150 Megawatt-Windpark in die USA, wie Nordex am Freitag mitteilte. Die ersten Turbinen sollen im dritten Quartal an den Standort in Texas geliefert werden.

Damit kann Nordex auf einen starken Jahresendspurt blicken. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern mitgeteilt, im Dezember den Zuschlag für ein Großprojekt in Indien erhalten zu haben, das 100 Turbinen mit einer Leistung von 300 Megawatt beinhaltet. Sowohl Indien als auch die USA gehören zu den wichtigen Wachstumsmärkten für Windenergie.

Apple: iPhones in China billiger

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
135,49
Differenz relativ
-0,44%

Mehrere große Elektronikhändler Chinas haben im Laufe der Woche ihre Preise für die neuen iPhone-Modelle gesenkt. Dabei soll es Nachlässe von bis zu 118 Dollar für das neue iPhone XR in der Version mit 64 Gigabyte geben. Auch über das Wochenende sollte es Angebotsaktionen geben, hieß es in den Läden am Freitag. Solche Preissenkungen sind außerhalb großer Verkaufstage wie dem inzwischen weltweit verbreiteten "Black Friday" oder dem chinesischen "Singles’ Day" unüblich. Sie sind deswegen weitere Hinweise dafür, dass sich die iPhone-Nachfrageflaute in China auch zu Jahresanfang fortsetzt. Apple äußerte sich zunächst nicht dazu. Die Preise im Apple-Online-Shop blieben unverändert.

Chef und Co-Gründer verlassen Aphria

Sowohl CEO Vic Neufeld als auch Cole Cacciavillani geben ihre Positionen beim kanadischen Cannabis-Unternehmen Aphria auf. In ihren Sechzigern sei es Zeit für sie, von den hohen Anforderungen zurückzutreten, erklärte Co-Gründer Cacciavillani. Darüber hinaus gab der Cannabis-Hersteller seine Quartalszahlen bekannt. Die Erlöse stiegen demnach von 8,5 Millionen auf 21,7 Millionen Kanadische Dollar (CAD). Analysten hatten zuvor im Schnitt einen Umsatz von 40,1 Millionen CAD erwartet. Auch auf Ergebnisseite lief es für Aphria durchwachsen. Der Bruttogewinn sank von 6,2 auf 5,9 Millionen CAD. Die Aktie gerät im US-Handel vorbörslich unter Druck und verliert rund drei Prozent.

Nach Vorwürfen um Insidergeschäfte, Marktmanipulation und Bilanzfälschung stürzte der Titel bereits Anfang Dezember rasant ab. Aphria hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Ende des Jahres hatten schließlich Übernahme-Spekulationen wieder für etwas Aufwind gesorgt.

AB

Tagestermine am Donnerstag, 17. Januar

Unternehmen:
Metro: Q1 Trading Update, 7:30 Uhr
Alstom: Q3-Umsatz, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Umsatz 2018, 8:00 Uhr
Morgan Stanley: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Netflix: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
American Express: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
Rio Tinto: Operation Report 2018, 22:30 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Jahreszahlen
Symrise: Capital Markets Day

Konjunktur:
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestand), 11/18, 08:00 Uhr
Deutschland: Baugenehmigungen, Januar - November, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 12/18, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 01/19, 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen 12/18, 14:30 Uhr