Marktbericht 18:00 Uhr

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Trotz Wall-Street-Höhenflugs Nichts geht mehr... im Dax

Stand: 14.01.2020, 18:00 Uhr

Die US-Großbanken haben im vergangenen Jahr zweistellige Milliardengewinne eingefahren und für einen guten Start der Berichtssaison gesorgt. Die Wall Street erklomm neue Rekordhochs. Den Dax konnte sie jedoch nicht beflügeln.

Was ist los mit dem deutschen Leitindex? Seit Wochenbeginn kommt der Dax nicht mehr hoch. Nach mehreren Sprüngen über die Marke von 13.500 Punkten ging ihm wieder die Luft aus. Am Dienstag ging gar nichts mehr. Der Dax schloss unverändert bei 13.456 Punkten.

Dow und Nasdaq schaffen neue Rekordhochs

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Nicht einmal der große Bruder, der Dow, konnte helfen. Dabei kletterte er am Dienstag auf neue Rekordhöhen. Mit 29.015 Punkten schaffte er in den beiden ersten Handelsstunden eine weitere historische Bestmarke. Auch die Nasdaq erreichte ein neues Allzeithoch, drehte dann aber wieder ins Minus.

Nach dem Zolldeal ist vor dem Zolldeal

Angesichts geopolitischer Unsicherheiten mit Blick auf den Iran oder Nordkorea hielten sich die Anleger zurück. Zudem schauen die Investoren bereits auf den Mittwoch: Dann soll das lang ersehnte erste Handelsabkommen zwischen den USA und China unterschrieben werden. Bislang sind noch viele Details des Deals nicht bekannt, was aktuell für etwas Unsicherheit am Markt sorgt.

B5-Moderatorin Christine Bergmann
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B5 Börse 12.14 Uhr: Warten auf das USA-China-Abkommen

Der Blick richtet sich nun auf die darauf folgenden Verhandlungen über die zweite Phase eines Handelsabkommens. Angesichts der US-Präsidentenwahl im November erhöhe sich in den USA nun der Druck, bei weiteren Abkommen eine harte Linie zu verfolgen, sagte Anlageanalyst Neil Wilson vom Brokerhaus Markets.com. "Das ist ein Waffenstillstand, kein Friedensvertrag."

USA schlagen sanftere Töne an

Als positive Überraschung werteten mehrere Finanzmarkt-Experten die Entscheidung der USA, China nicht länger als Währungsmanipulator einzustufen. Der Yuan stieg auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Experten erwarten vom Handelsabkommen auch eine Zusage Chinas, nicht mit Währungsabwertungen den Export anzukurbeln. Dies bedeute aber nicht, dass alle Differenzen zwischen den beiden Ländern beseitigt seien, gaben Marktteilnehmer zu bedenken. Offen bleibe zudem, was passiere, wenn die chinesische Währung erneut falle.

Euro rappelt sich wieder auf

Der Euro ist am Dienstag etwas abgerutscht. Die Gemeinschaftswährung sackte bis auf 1,1106 Dollar ab, erholte sich dann aber wieder etwas und notierte am Abend bei 1,1129 Dollar. Die Inflation in den USA hat vor der Jahreswende leicht angezogen. Die Verbraucherpreise legten im Dezember um 2,3 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Ökonomen hatten damit gerechnet. Im November lag die Teuerung noch bei 2,1 Prozent.

Moody's senkt Ausblick für Eurozone

Die Ratingagentur Moody's blickt angesichts einer hohen öffentlichen Verschuldung skeptischer auf die Bonität der Staaten im Euroraum. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Länder 2020 sei auf "negativ" gesenkt worden, teilte die Agentur am Dienstag mit. Noch vor einem Jahr wurde er mit "stabil" bewertet. Die Abschwächung im Welthandel wird nach Einschätzung der Ratingagentur auch 2020 die Wirtschaft im Währungsraum belasten.

Zwar könnte eine konjunkturstützende Geld- und Haushaltspolitik für einige Impulse sorgen. Das Wachstum werde dadurch wahrscheinlich aber nicht stark angeschoben. Insgesamt rechnet die Agentur 2020 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum um 1,2 Prozent.

Schweizer Franken auf 33-Monats-Hoch

Der Schweizer Franken ist am Dienstag zum Euro auf den höchsten Stand seit April 2017 gestiegen. Die Gemeinschaftswährung war für 1,0763 Franken zu haben. Im Markt wird spekuliert, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) angesichts der Einstufung der Alpenrepublik als Währungsmanipulator durch die USA am Devisenmarkt zurückhaltender gegen eine Franken-Aufwertung intervenieren könnte. Die USA haben die Einstufung Chinas als Währungsmanipulator zurückgenommen. Hingegen wurden die Währungspraktiken von neun Ländern - darunter neu auch die Schweiz - angeprangert.

Bitcoin auf Zwei-Monats-Hoch

Die bekannteste Kryptowährung, der Bitcoin, setzt seinen Erholungskurs fort und steigt um 5,5 Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 8.578,26 Dollar. "Anleger laufen sich für das anstehende 'Halving' warm", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Es soll voraussichtlich im Mai dieses Jahres stattfinden. "Halving" bezeichnet die automatische Halbierung der Bitcoin-Menge, die in einem bestimmten Zeitraum durch das Schürfen neu geschaffen werden kann und Inflation verhindern soll.

Milliardengewinne der US-Großbanken

Die US-Großbanken haben die Berichtssaison mit teils starken Zahlen eröffnet. Besonders beeindruckend war die Bilanz von JPMorgan. Sie erzielte mit 36,4 Milliarden Dollar einen Rekordgewinn. Die Citigroup überzeugte ebenfalls - mit einem Gewinnanstieg um acht Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar. Wells Fargo bekam dagegen Rechtskosten deutlich zu spüren, der Gewinn halbierte sich. Das drückte die Aktien um rund vier Prozent ins Minus.Für die JPMorgan-Aktien hingegen ging es um 1,8 Prozent aufwärts, die Citi-Aktien gewannen 2,6 Prozent.  | mehr

VW verkauft so viele Autos wie nie zuvor

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der VW-Konzern hat bei seinen Verkäufen 2019 entgegen ersten Schätzungen doch noch einmal zugelegt. Der Konzern lieferte im vergangenen Jahr mehr als 10,97 Millionen Fahrzeuge aus. Das entsprach einem leichten Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2018. Im Herbst hatten die Wolfsburger erwartet, dass der Wert stagnieren würde - in manchen Regionen schwächte sich die Autonachfrage zuletzt ab. Bei der Kernmarke VW Pkw hatte vor allem ein gutes China-Geschäft zum Jahresende eine Aufholjagd gebracht, in der Summe stand hier eine Zunahme der Auslieferungen um 0,5 Prozent auf 6,28 Millionen Wagen.

Verkaufsempfehlung für Beiersdorf

Die französische Großbank Société Générale (SocGen) hat die Aktien des Konsumgüterherstellers Beiersdorf von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 110 auf 99 Euro gesenkt. Das sich abschwächende Wachstum der Marken Nivea und La Prairie bedrohe die Schätzungen für 2020 und die Bewertung, schrieb Analyst David Hayes.

Salzgitter warnt vor noch höherem Verlust

Beim Stahlkonzern Salzgitter fällt der Verlust aus dem Geschäftsjahr 2019 höher aus als noch im November erwartet. Salzgitter rechne nun für das vergangene Jahr mit einem Verlust vor Steuern zwischen 250 und 280 Millionen Euro, warnte das Unternehmen am Dienstag. Noch im November hatte Salzgitter einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe angekündigt. Der Aktienkurs sackt um über zehn Prozent ab.

Für 2020 peilt der Konzern aber Besserung an: Aktuell sehe man Stabilisierungstendenzen auf dem europäischen Stahlmarkt. Vor diesem Hintergrund rechne Salzgitter für das laufende Jahr "mit einem in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnis".

RAG schlägt mehr Evonik-Aktien los

Evonik: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Großaktionär des Chemiekonzerns Evonik RAG Stiftung hat sich von mehr Aktien als zunächst geplant getrennt. Es seien 5,4 Prozent des gesamten Grundkapitals der ausgegebenen Evonik Aktien veräußert worden, teilte RAG mit. Zunächst hatte RAG 5,2 Prozent angepeilt. Der Verkauf spülte 632,5 Millionen Euro brutto in die Kasse der Stiftung. RAG hält nun noch 58,9 Prozent an dem im MDax notierten Unternehmen. Der Verkaufspreis betrug 25,30 Euro je Aktie. Der Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft hatte bei 26,57 Euro gelegen. Nach Bekanntwerden der Pläne war der Kurs im späten Frankfurter Geschäft aber deutlich unter Druck geraten.  | mehr

Hella klammert sich an die Vorgaben

Der Scheinwerferspezialist Hella leidet unter dem weltweiten Rückgang der Automobilproduktion. Im Zeitraum von Juni bis November sank das operative Ergebnis um 13,1 Prozent auf 257 Millionen Euro. Auch der Umsatz schrumpfte um 3,2 Prozent auf 3,28 Milliarden Euro. Immerhin: Hella hat sich laut Konzernchef Rolf Breidenbach besser entwickelt als der Markt. Breidenbach bekräftigte die Jahresziele seines Unternehmens. Demnach peilt er 2019/20 einen bereinigten Umsatz von rund 6,5 bis 7,0 Milliarden Euro an. Die Ebit-Marge soll zwischen 6,5 bis 7,5 Prozent liegen.  | mehr

Dialog mit weniger Umsatz

Der Chipspezialist Dialog Semiconductor <GB0059822006> hat im vierten Quartal erwartungsgemäß einen Umsatzrückgang verzeichnet. Die Erlöse fielen um knapp 12 Prozent auf 381 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen auf der Grundlage vorläufiger Berechnungen am Montagabend in London mitteilte. Anfang November hatte das Unternehmen einen Zielkorridor von 350 bis 390 Millionen Dollar genannt. Das gesamte Zahlenwerk will Dialog am 4. März veröffentlichen.

Südzucker rutscht in rote Zahlen

Die Südzucker AG ist auch im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 durch ein schwieriges Umfeld auf dem Zuckermarkt belastet. Der Konzern erwirtschaftete einen Umsatz von 5,03 Milliarden Euro, 3,2 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das operative Konzernergebnis lag bei 113 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau.
Südzucker hat nun die Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 konkretisiert. Es wird ein Konzernumsatz von 6,7 bis 7 Milliarden Euro erwartet, das operative Konzernergebnis soll sich zwischen 70 und 130 Millionen Euro einpendeln. Im Vorjahr lag das Konzernergebnis bei nur 27 Millionen Euro.  | mehr

Über das Band einer Zuckerabfüllmaschine werden Zuckerpakete transportiert Audio

Börse 7.45 Uhr: sinkender Gewinn bei Südzucker

Opel will mehr Stellen abbauen

Die Peugeot-Tochter Opel kämpft einem Medienbericht zufolge weiter mit Überkapazitäten und will daher bis zu 4.100 Jobs zusätzlich abbauen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmens- und Gewerkschaftskreise. Nach monatelangem Ringen hätten sich Management und Betriebsrat auf die Details des weiteren Abbaus verständigt.

Qiagen baut Amgen-Kooperation aus

Das Biotechnunternehmen Qiagen erweitert die Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Amgen. Die Kooperation mit dem amerikanischen Unternehmen betreffe die Entwicklung von gewebebasierten Begleitdiagnostika für Amgens Krebsmedikament AMG 510, teilte Qiagen mit. Die Vereinbarung konzentriere sich zunächst auf Begleitdiagnostika für nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, ermögliche aber auch die Weiterentwicklung der Tests für andere klinische Entwicklungsprogramme im Bereich Onkologie von Amgen.

Lindt wächst stärker als der Markt

Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt hat den Umsatz im Jahr 2019 auch dank neuer Shops um 4,5 Prozent auf 4,51 Milliarden Franken gesteigert. Das für seine Goldhasen und Lindor-Kugeln bekannte Unternehmen wuchs damit nach eigenen Angaben stärker als der Schokolademarkt insgesamt und gewann Marktanteile. An der langfristigen Prognose eines Wachstums aus eigener Kraft von fünf bis sieben Prozent hält Lindt fest. Die operative Marge soll jährlich um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden.

Blackrock-Chef fordert Konzerne zum Klimaschutz auf

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock drängt Konzerne zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel. Andernfalls würden sich die Anleger zunehmend abwenden, warnte Blackrock-Chef Larry Fink in seinem jährlichen Brief an Konzernchefs. Blackrock werde sich aus Investitionen zurückziehen, die etwa wie die Kohleförderung mit hohen Nachhaltigkeitsrisiken verbunden seien. "Ich bin überzeugt, dass wir vor einer fundamentalen Umgestaltung der Finanzwelt stehen", schrieb Fink. Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes würden bei Investitionsentscheidungen immer wichtiger.

Mit einem verwalteten Vermögen von fast sieben Billionen Dollar ist der Konzern der größte Vermögensverwalter der Welt und an tausenden Unternehmen beteiligt. So ist Blackrock bei vielen Dax-Konzernen der größte Anteilseigner. Auch Blackrock selbst ist zuletzt in das Visier von Klimaschützern geraten.

Visa kauft Start-up für mehr als fünf Milliarden

Der Kreditkarten-Gigant Visa übernimmt für 5,3 Milliarden Dollar das Finanztechnologie-Start-up Plaid. Eine entsprechende Vereinbarung gaben die Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss bekannt. Plaid bietet Software zur Verknüpfung digitaler Zahlungs-Apps wie Paypals Venmo oder Transferwise mit Bankkonten an. Die Firma wurde 2013 gegründet und ist in der kalifornischen Metropole San Francisco ansässig.

Chipindustrie schrumpft

Die weltweite Chip-Industrie ächzt unter dem Preisverfall. Der Umsatz sank um 11,9 Prozent auf 418,3 Milliarden Dollar, haben die Marktforscher von Gartner ermittelt. Allein der Speichermarkt, der im vergangenen Jahr über ein Viertel der Halbleiterverkäufe ausmachte, sei um 31,5 Prozent eingebrochen, hieß es. Der Preisdruck, der Handelsstreit der USA mit China und ein schwächerer Absatz von Smartphones, PCs und Servern bremsten den Chipmarkt. Die Spitzenposition im Chipmarkt zurückerobert hat Intel. Bisher war Samsung Nummer eins gewesen.

nb

Tagestermine am Montag, den 20. Januar

Firmen:
BHP Group: Halbjahres-Produktionsbericht, 22:30 Uhr

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion im November, 05:30 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im Dezember, 08:00 Uhr
Deutschland: Januar-Monatsbericht der Bundesbank, 12:00 Uhr
Schweiz: IWF-Ausblick mit Präsidentin Georgiewa und Chefvolkswirtin Gopinath vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos, 14:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Wall Street wegen Martin-Luther-King-Day geschlossen