Marktbericht 20:05 Uhr

Dax extrem volatil Nervöse Anleger spielen JoJo

Stand: 10.11.2016, 20:05 Uhr

Seit der Wahl von Donal Trump weiß keiner mehr so genau, was jetzt richtig oder falsch ist. Der Dax jedenfalls hat heute keine klare Richtung gefunden, die Investoren dafür aber weiter in Atem gehalten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vor allem im späten Geschäft verstärkte sich trotz einer aktuell robusten Tendenz an der Wall Street der Abgabedruck. Seit Montag hatte der Dax in der Spitze rund 500 Punkte zugelegt, nun erfolgte die Gegenbewegung. Am Ende schloss der deutsche Leitindex bei 10.630 Punkten, ein Tagesverlust von 0,15 Prozent. Das Tagestief hatte zuvor schon bei 10.575 Zählern gelegen. Im späthandel folgte der L/E-Dax dann dem Dow Jones und legte auf 10.672 Punkte zu.

Nach dem heutigen Minus-Ende hatte es lange nicht ausgesehen. Am Vormittag hatte der Index auf Tageshoch bei 10.793 Punkten sogar die charttechnische Widerstandsmarke bei 10.828 Punkten angegriffen, dem bisherigen Jahreshoch. Aber er scheiterte erneut damit, diese Hürde zu nehmen.

ARD-Börsenstudio: Mischa Erhard
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Börse 18.00 Uhr

Es darf also kräftig Achterbahn gefahren werden. "Fakt ist, dass dahinter eine hohe Unsicherheit steckt. Unsicherheit münzt sich an den Börsen in höhere Volatilitäten um", kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets.

Viele Zahlen und die Wundertüte Donald Trump

Die Börse konnte sich heute über Langeweile jedenfalls nicht beklagen. Die Berichtssaison für das dritte Quartal erreichte einen Höhepunkt, vor allem aus der zweiten Reihe gab es eine wahre Zahlenflut.

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Zudem rätseln die Akteure weiter darüber, was sich der polternde Wahlkämpfer Donald Trump als Präsident für die Zukunft so alles wird einfallen lassen. Da wird wohl noch eine ganze Weile munter spekuliert werden. Immerhin, die Märkte beginnen nach Trumps Triumph, sich aus den wenigen Inhalten die bisher bekannt sind, das Gute rauszupicken.

"Die Märkte freuen sich auf eine Deregulierung der Banken, auf schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme und die Senkung von Unternehmenssteuern", sagte Experte Stanzl weiter. Mehr Schulden, damit noch mehr frisch gedrucktes Geld und auch eine zu erwartende steigende Inflation - das könnte der Börse, zunächst jedenfalls, gefallen.

Zinserhöhung oder nicht?

Auch über die Frage, ob die Fed im Dezember wie erwartet die Zinsen erhöht, darf wieder gestritten werden. Der Grund: Trump gilt aufgrund seiner restriktiven Vorstellungen zur Einwanderung, seiner protektionistischen wirtschaftspolitischen Pläne und seiner generellen Unberechenbarkeit als Risiko. Und nichts scheuen Notenbanker, die ihre Zinsen anheben wollen, mehr als Unsicherheit.

Janet Yellen, den Kopf auf die Hand gestützt, schaut nachdenklich

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Auch die Zukunft von Fed-Chefin Yellen dürfte sehr viel unsicherer geworden sein, denn Trump hatte sie im Wahlkampf mehrfach angegriffen. Die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt, die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, sind derweil stärker zurückgegangen als erwartet. Sie sanken um 11.000 auf 254.000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Experten hatten mit 260.000 Anträgen gerechnet.

Neuer Rekord für den Dow Jones und den S&P 500....

An der Börse jedenfalls herrscht aktuell weiter Konjunkturoptimismus nach dem Wahlsieg von Donald Trump. Der Dow Jones legt aktuell 0,7 Prozent zu und hat schon einen neuen Rekord aufgestellt. Bis auf 18.873 Punkte ist der US-Leitindex schon gestiegen und hat damit die alte Bestmarke aus dem August bei 18.668 Punkten übertroffen. Beim breiter gefassten S&P-500-Index, der gestern bei 2.163 Punkten ein neues Rekordhoch aufgestellt hat, geht es ebenfalls in der Spitze auf das neue Rekordniveau von 1.282 Punkten bergauf.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
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Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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..aber die Nasdaq schwächelt

die Technologiebörse Nasdaq verliert hingegen deutlicher 0,7 Prozent. "Technologiewerte sitzen etwas zwischen den Stühlen", sagte Art Hogan, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Wunderlich. "Sie profitieren nicht wirklich von einem Trump'schen Konjunkturprogramm." Außerdem seien ihre Aktien in der Vergangenheit nicht unter die Räder geraten wie zum Beispiel diejenigen aus der Finanzbranche.

Mike Bailey, Research-Chef des Vermögensberaters FBB, verwies auf die Pläne Trumps zum Aufbau von Handelsschranken. "Dies würde den Sektor ziemlich hart treffen." Die Aktien des Online-Händlers Amazon ließen vier Prozent Federn, Apple-Papiere verloren mehr als zwei Prozent.

Euro unter 1,09 Dollar

Die Flucht in den Euro und andere als sicherer Hafen geltende Währungen wie der Yen oder der Franken ist vorbei. Der Greenback legte gegen alle diese Währungen wieder deutlich zu und liegt derzeit gegen den Euro bei 1,0889 Dollar sehr stark im Markt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0895 (Mittwoch: 1,1022) Dollar fest. Nach der Wahl war die Gemeinschaftswährung noch deutlich über 1,10 Dollar gestiegen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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"Die Märkte haben den ersten Trump-Schock gut verdaut", kommentiert Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Die Schock-Währungen mexikanischer Peso, die türkische Lira oder der südkoreanische Won haben sich mittlerweile wieder etwas befestigt. Gleichwohl bleibt insbesondere der Peso immer noch deutlich unter den Niveaus vor der Wahl. "Für Mexiko sind die Gefahren - Stichworte 'Mauer' und 'Gastarbeiter' - hinreichend greifbar, sodass der Devisenmarkt dieses Risiko einpreist", schreibt Experte Karpowitz.

Ölpreise geben nach, Opec wieder mehr im Blick

Die Ölpreise haben sich am Donnerstagnachmittag ebenfalls abgeschwächt, nachdem sie vorher kaum verändert waren. Die Notierung der Nordseesorte Brent steht derzeit bei etwas unter 46 Dollar je Fass, ein Rückgang um gut ein Prozent. Der Preis der US-Sorte WTI fällt derzeit gut 1,5 Prozent zurück.

Nach der Bekanntgabe des Sieges Donald Trumps hatten die Preise zunächst kräftig nachgegeben, sich danach aber wieder erholt. Auch der Ölmarkt ist durch die Wahl in Bewegung gekommen, denn Trump will zukünftig stärker auf heimische Öl- und Gasvorkommen setzen.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Mittlerweile richtet sich der Blick des Marktes aber wieder auf die Frage, ob es dem Opec-Kartell und dem Nichtmitglied Russland gelingen wird, die Förderung zu deckeln. Die Zweifel, dass das Ölkartell und Russland eine Begrenzung der Förderung umsetzen könnten, sind zuletzt gewachsen. Zudem lastet laut Händlern auch der steigende Dollar auf den Ölpreisen. Ein steigender Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer und dämpft so die Nachfrage.

Siemens überzeugt

Im Blickpunkt stand eine Fülle von Quartalsbilanzen in Deutschland und Europa. Im Dax glänzten Siemens besonders. Das Papier legte deutlich um 4,59 Prozent zu. Im Geschäftsjahr 2015/16 schaffte der Konzern einen Gewinn von 5,58 Milliarden Euro. Das war mehr als zuletzt in Aussicht gestellt worden war. Die Aktionäre sollen davon profitieren. Die Dividende soll steigen. Zudem will Siemens sein Medizingeschäft an die Börse bringen.

Telekom nicht stark genug

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die T-Aktie konnte ihre anfänglichen Gewinne nach den Quartalszahlen nicht halten und fiel am Nachmittag stetig zurück. Am Ende eines enttäuschenden Tages verlor das Papier trotz eines sehr robusten Quartalsergebnisses 1,82 Prozent. Vor allem die US-Tochter T Mobile US hat den Bonnern das Quartal gerettet. Das Heimatgeschäft hingegen hat keine Bäume ausgerissen, so dass sich die Anleger bedeckt hielten.

Conti-Gewinn bricht ein

Der Autozulieferer Continental hat wegen hoher Sonderlasten einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Die Anleger warfen das das Conti-Papier daraufhin aus ihren Depots. Die Aktie gehörte am Ende mit einem Abschlag von 5,21 Prozent zu den größten Verlierer und markierte dabei ein neues Jahrestief.

VW verkauft wieder mehr Autos

Trotz des Dieselskandals haben die Verläufe der Kernmarke VW im Oktober weltweit um 4,4 Prozent zugelegt. Markenchef Herbert Diess sagte am Donnerstag in Wolfsburg, er sei zuversichtlich, dass die Auslieferungen auch im Gesamtjahr über denen des Vorjahres liegen werden. Von der Kernmarke VW wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 4,37 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, etwas mehr als im Vorjahr.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Insgesamt übergab der Zwölf-Markenkonzern bis September 7,6 Millionen Pkw und Lkw an Kunden, plus 2,4 Prozent. Im Gesamtjahr peilt Volkswagen einen Konzernabsatz von über zehn Millionen an. Diess betonte zudem, die Umrüstung betroffener Dieselfahrzeuge gehe voran. VW-Vorzüge steckten trotzdem im Minus fest.

Vonovia am Dax-Ende, Immobilienwerte unter Druck

Schlusslicht im Leitindex waren Vonovia, die mit einem Abschlag von 5,89 Prozent recht deutlich abgeben mussten. Auch in den anderen Indizes waren Immobilienaktien heute die großen Verlierer. Die Aussicht auf steigende Leitzinsen in den USA und Spekulationen über eine schrittweise Verringerung des billionenschweren Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank hatten zuletzt die Laune der Investoren mit Blick auf Immobilienwerte getrübt. Die Branche profitierte bisher besonders stark von den rekordniedrigen Zinsen. Stärkere Verluste gab es im Dax zudem für Adidas und RWE.

Finanzwerte gefragt

Im Gegenzug legten Finanzwerte zu, denn die Aussicht auf höhere Zinsen hilft ihnen, ihre schwachen Margen zu verbessern. Tagessieger waren Deutsche Bank, die 5,58 Prozent vorrückten. Auch die Commerzbank, beide Versicherungsaktien und die Deutsche Börse waren auf der Gewinnerseite im Dax.

Schwarzer Tag für Norma

Im MDax stand die Aktie des Autozulieferers Norma am Indexende, nachdem das Unternehmen seinen Ausblick für 2016 zurückgenommen hat. Das Papier kam mit minus 10,39 Prozent besonders deutlich unter die Räder, nachdem der Chart zuvor schon schlecht ausgesehen hatte. Schon in der Vorwoche hatte Norma schwache Zahlen verkündet, nun kam kurz danach noch die Gewinnwarnung hinzu. Ein Timing, das an der Börse gar nicht gut ankam.

Hannover Rück gut unterwegs

Im Gegensatz dazu stand das Papier der Hannover Rück an der Spitze des MDax. Der überraschend schadensarme Sommer hat den weltweit drittgrößten Rückversicherer beflügelt. Im dritten Quartal verdiente die Hannover Rück unter dem Strich rund 304 Millionen Euro - knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten steht nun ein Gewinn von 790 Millionen Euro zu Buche. Damit befindet sich der Konzern auf gutem Wege, sein Gewinnziel von mindestens 950 Millionen Euro 2016 zu erreichen.

K+S stutzt Prognose

Auch die Aktie von K+S stieg. Dabei hat der Salz- und Düngemittelhersteller seine Ergebnisprognose für dieses Jahr gesenkt. Statt 200 bis 300 Millionen Euro stellt K+S beim operativen Ergebnis (Ebit I) nur noch eine Spanne von 200 bis 260 Millionen Euro in Aussicht. Im dritten Quartal rutschte der MDax-Konzern in die roten Zahlen. Der operative Verlust lag bei 31 Millionen Euro.

Desaster für Ströer

Das Ströer-Papier rutschte nach gutem Start deutlich ins Minus und wollte gar nicht mehr aufhören zu fallen. Am Ende verlor die Aktie heftige 6,16 Prozent und war einer der schwächsten MDax-Aktien. Dies, obwohl die Übernahme von T-Online dem Werbevermarkter im abgelaufenen Quartal einen enormen Wachstumsschub beschert hat.

Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 263,3 Millionen Euro. Das organische Wachstum - also ohne Übernahmen – lag bei rund fünf Prozent.  Das Ebitda schnellte um 45 Prozent auf 62,9 Millionen Euro in die Höhe. Der Werbevermarkter hatte mit seinen Zahlen für das dritte Quartal die Erwartungen beim Umsatz sowie beim Ebitda zwar übertroffen, beim bereinigten Nettoergebnis aber verfehlt.

Lanxess wird noch optimistischer

Um über drei Prozent stiegen die Aktien von Lanxess. Der Spezialchemiekonzern erhöht nach einem deutlichen Ergebnisanstieg im vergangenen Quartal zum dritten Mal in diesem Jahr seine Prognose. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand nun mit einem Betriebsergebnis (Ebitda) vor Sondereinflüssen zwischen 960 Millionen Euro und einer Milliarde Euro.

Dürr verdient weniger

Die Aktien von Dürr legten sogar 4,01 Prozent zu. Dabei hat der Autozulieferer im dritten Quartal weniger Gewinn eingefahren. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis sank von Juli bis September wegen Währungseffekten um fast sieben Prozent auf gut 78 Millionen Euro. Der Gewinn brach um ein Viertel auf gut 43 Millionen Euro ein.

Bilfinger macht Gewinn

Der Verkauf der Bau- und Gebäudedienste hat dem kriselnden Industriedienstleister Bilfinger einen hohen Gewinn beschert. Im dritten Quartal erzielten die Mannheimer 457 Millionen Euro - nach einem Verlust von 76 Millionen Euro ein Jahr zuvor.  Im eigentlichen Geschäft belasteten die Zurückhaltung in der Öl- und Gasindustrie, ein schwaches Kraftwerksgeschäft sowie Umbaukosten aber weiter.

Aareal hebt Prognose an

Zwar verdiente im abgelaufenen Quartal der Gewerbeimmobilien-Finanzierer mit 42 Millionen Euro zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Ihre bislang sehr vorsichtige Jahresprognose hob die Aareal Bank aber an. Das Unternehmen stellt ein Betriebsergebnis von 360 bis 380 Millionen Euro in Aussicht.

RTL enttäuscht

Der Fernsehkonzern hat wegen der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele im Sommer weniger verdient als erwartet. "Dennoch liegen wir im Rahmen der Prognose für das Gesamtjahr 2016 und sind auf Kurs für ein weiteres Rekordjahr", erklärten die Vorstandschefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch. Der Umsatz soll um bis zu fünf und das Ergebnis um bis zu 2,5 Prozent zulegen.

König & Bauer kann Gewinne nicht halten

Die Aktie des Würzburger Druckmaschinenherstellers fällt im Handelsverlauf zurück. Diese war allerdings zuvor gut gelaufen. Das Unternehmen sieht seine Strategie durch die aktuellen Geschäftszahlen bestätigt. In den ersten drei Quartalen war der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent auf 831,4 Millionen Euro gestiegen, wie KBA am Donnerstag in Würzburg mitteilte.

Das Ergebnis vervielfachte sich im gleichen Zeitraum von 2,4 Millionen Euro auf 32,5 Millionen Euro. Zudem erhielten die Unterfranken neue Aufträge mit einem Volumen von fast 870 Millionen Euro. Die Auslastung der Werke sei damit bis ins kommende Frühjahr hinein gesichert, hieß es in der Mitteilung.

Tailor plant Kapitalerhöhung

Die angeschlagene Modefirma will sich mit einer Kapitalerhöhung mindestens zehn Millionen Euro besorgen. Daran soll sich auch Großaktionär Fosun beteiligen. Das Engagement der Chinesen ist jedoch an Bedingungen geknüpft. Die Finanzaufsicht Bafin soll Fosun von der Pflicht befreien, bei einem Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot zu machen. Aktuell hält Fosun 29,47 Prozent an Tom Tailor.

Anleger jubeln über GFT-Bilanz

Positiv aus dem TecDax ragt GFT heraus. Die Aktie sprang über neun Prozent in die Höhe. Der Finanzsoftware-Anbieter hat im dritten Quartal den Umsatz um 15 Prozent auf 106 Millionen Euro und das operative Ergebnis (Ebitda) um acht Prozent auf 12,46 Millionen Euro gesteigert. Die Digitalisierung und die Umsetzung neuer Regeln für die Bankenbranche treibt das Wachstum.

Licht und Schatten bei Jenoptik

Leicht im Minus notierten Jenoptik. Der Technologiekonzern hat im dritten Quartal vor allem dank einer höheren Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnik deutlich mehr verdient. Schlechter lief es für das Unternehmen hingegen im Geschäft mit Verkehrssicherheitssystemen. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um rund elf Prozent auf 19,8 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn in Höhe von 17 Millionen Euro - gut ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor.

SMA hat keine Angst vor Trump

SMA bleibt trotz der Wahl von Trump zum neuen US-Präsidenten gelassen. Die aktuellen Förderprogramme seien gemeinschaftlich von Demokraten und Republikanern im Kongress verabschiedet worden. Die von Trump geplante Einführung von Importzöllen auf chinesische Waren in den USA könnte sich zudem vorteilhaft für SMA auswirken. In den ersten neun Monaten des Jahres konnte der Wechselrichteranlagen-Hersteller das operative Ergebnis (Ebit) auf 569,4 Millionen Euro fast versechsfachen - bei einem Umsatzplus von 3,2 Prozent.

Nordex macht zu wenig Wind

Größter TecDax-Verlierer war Nordex. Wegen Projektverschiebungen dämpfte Firmenchef Lars Bondo Kronsgaard die Erwartungen für das Gesamtjahr. Ein Teil der Umsätze würden erst 2017 gebucht. Deshalb werde Nordex bei Umsatz und Ergebnis nur das untere Ende der Prognose erreichen. Im dritten Quartal steigerte der Windanlagenbauer den Umsatz um 31 Prozent, das operative Ergebnis (Ebitda) gar um fast 48 Prozent - dank der übernommenen spanischen Acciona Windpower.

SLM macht Verlust

Der 3D-Druck-Maschinenbauer SLM Solutions bekommt die Folgen des gescheiterten Übernahmeversuchs durch General Electric zu spüren. Das Lübecker Unternehmen erlitt einen Umsatzrückgang im dritten Quartal. Sonderausgaben trugen laut SLM zudem dazu bei, dass in den ersten neun Monaten ein operativer Verlust (Ebitda) von zwei Millionen Euro anfiel. Die Aktien verlor am Ende leicht 0,1 Prozent.

Ferratum war der SDax-Star

Einer der größten SDax-Gewinner war Ferratum mit einem Plus von über sechs Prozent. Der finnische Kleinkredit- und Finanztechnologie-Anbieter Ferratum hat seinen rasanten Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um rund 37 Prozent auf 108,7 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um 16,4 Prozent auf 14,2 Millionen Euro.

Biotest schreibt wieder schwarze Zahlen

Um über sechs Prozent ging es auch mit der Aktie von Biotest nach oben. Die Pharmafirma ist in den ersten neun Monaten wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 21,6 Millionen Euro. Vor allem das Geschäft mit Blutplasma boomt in den USA. Der Bereich trug maßgeblich zu einem Umsatzplus von neun Prozent auf 455,6 Millionen Euro bei.

HHLA sieht Wende

Der Hamburger Hafen (HHLA) sieht die Talsohle bei seinem Containerumschlag durchschritten. Zwar habe das Geschäft in den ersten neun Monaten mit 4,9 Millionen Standardcontainern noch um rund zwei Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, es zeigte sich im Jahresverlauf jedoch ein Aufwärtstrend. Nach einem Mengenrückgang im ersten Halbjahr wurde im dritten Quartal wieder ein Anstieg von 5,6 Prozent verzeichnet. Der Umsatz stagnierte bei 871 Millionen Euro, das Ebit stieg um 2,4 Prozent.

Air Berlin tief in den roten Zahlen

Nach Börsenschluss legte die defizitäre Fluglinie ihre Zahlen für das dritte Quartal vor. Bei einem Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 1,23 Milliarden Euro habe der Nettoverlust 45,6 Millionen Euro betragen, teilte Air Berlin am Abend mit. Ein Jahr zuvor hatte die Airline im üblicherweise starken Sommerquartal noch einen Gewinn von 56,2 Millionen Euro eingeflogen.

Grund ist die Zurückhaltung der Kunden aufgrund von Terrorängsten bei Flügen ins östliche Mittelmeer und der Verlagerung der Reiseziele hin zu den Balearen und Kanarischen Inseln. Im Ausblick machte Firmenchef Stefan Pichler nur wenig Hoffnung auf Besserung: "Auch das vierte Quartal wird für Air Berlin operativ noch keine Trendwende bringen." Pichler setzt aber auf Erfolge aus der laufenden Restrukturierung des Unternehmens, an dem Etihad Airways aus Abu Dahbi mit knapp 30 Prozent beteiligt ist.

Vivendi verdient prächtig

Die Aktie des französischen Medien- und Musikkonzerns war heute stark gefragt und legte in der Spitze sogar prozentual zweistellig zu. Vivendi hat von einem starken Musikgeschäft profitiert. Der Umsatz legte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mittgeteilt hatte. Der bereinigte Überschuss verdoppelte sich mit 339 Millionen Euro fast. Analysten hatten im Durchschnitt nur 190,8 Millionen erwartet.

Auch bei Zurich läuft es wieder besser

Der Schweizer Allianz-Rivale Zurich Insurance Group hat im dritten Quartal die Früchte seines Umbaus geerntet und profitierte zudem operativ von einem schadenarmen Quartal. Beim fünftgrößten europäischen Versicherer stand im dritten Quartal unter dem Strich ein Gewinn von 912 Millionen Dollar und damit gut vier mal mehr als ein Jahr zuvor. Die Aktionäre dürfen sich auf eine stabile Dividende von 17 Franken je Aktie einstellen.

Mit welcher Strategie sich Zurich künftig im Wettbewerb behaupten will, soll in einer Woche enthüllt werden. Am kommenden Donnerstag will der im März angetretene Konzernchef Mario Greco auf einer Investorenveranstaltung in London die künftige Geschäftsausrichtung vorstellen. das Zurich-Papier, das sich unter Schwankungen seit dem Frühjahr immer weiter nach oben gearbeitet hat, legte heute 1,5 Prozent zu.

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Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

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