Marktbericht 14:40 Uhr

Marktbericht negativ
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Dax immer tiefer Nervenflattern auf dem Parkett

Stand: 14.08.2019, 14:40 Uhr

Rezessionsangst macht sich am Mittwoch unter den Anlegern breit. Dazu kommt weiterhin große Skepsis wegen des schwelenden Handelsstreits zwischen den USA und China. Der Dax torkelt nach anfänglichen Gewinnen tief ins Minus.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Noch ist kein Ende der Intraday-Abwärtsbewegung in Sicht. Knapp zwei Prozent beträgt das Minus beim Leitindex inzwischen. Vom Tageshoch bei 11.759 Zählern hat der Dax sich mehr als 200 Punkte nach unten gehangelt.

Deutschland vor der Rezession

Die Wende nach unten beschleunigte sich mit der Bekanntgabe des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland im zweiten Quartal durch das Statistische Bundesamt am Vormittag. Handelskonflikte und maue Weltkonjunktur haben die deutsche Wirtschaft an die Schwelle zur Rezession gebracht. Das BIP schrumpfte von April bis Juni um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. "Aus dem einstigen Musterknaben ist ein Sorgenkind geworden", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. Die Eurozone insgesamt schaffte trotz der Flaute ihrer größten Volkswirtschaft im zweiten Quartal ein Wachstum von 0,2 Prozent.

Chinas Industrie schwächelt

Damit sind auch die Entspannungssignale im US-chinesischen Handelsstreit vom Dienstag wieder verpufft. Konjunkturdaten aus China sorgen für Verdruss. Der Handelsstreit mit den USA bremst die exportabhängige chinesische Industrie. Deren Produktion wuchs im Juli so langsam wie seit über 17 Jahren nicht mehr. Der Anstieg betrug nur noch 4,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikbüro am Mittwoch in Peking mitteilte.

Nicht zuletzt schauen Börsianer auch noch auf weitere Krisenherde wie Italien, oder Hongkong, wo Massenproteste sich inzwischen auch auf den Finanzmärkten niederschlagen.

Anleihemärkte senden Rezessionssignale

Eine Serie enttäuschender Konjunkturdaten schürt Ängste vor einer weltweiten Rezession. Dies drückt sich auch in der Entwicklung an den Anleihemärkten aus. Dort lag die Rendite der zweijährigen US-Bonds am Mittwoch erstmals seit 2007 und damit den Zeiten der Finanzkrise über der Rendite der zehnjährigen. Diese inverse Zinskurve gilt als Signal für eine drohende Rezession. Auch in Großbritannien fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen mit leicht unter den Effektivzins zweijähriger Papiere.

Üblicherweise ist die Rendite einer länger laufenden Anleihe höher als bei einem kürzer laufenden Papier. Derzeit trennen sich Investoren aber von Kurzläufern und decken sich mit Langläufern ein. So rentierten die 30-jährigen Treasuries so niedrig wie noch nie. Auch bei lang laufenden Bundesanleihen griffen Investoren zu und drückten die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Rekordtief.  | mehr

Euro kämpft um 1,12 Dollar

Die Gemeinschaftswährung schafft es derzeit nicht, sich aus der Handelsspanne um 1,1180 Dollar zu lösen. Der Dollar profitierte davon, dass die US-Regierung die Einführung der jüngst angekündigten Strafzölle auf Importe aus China für einige Produktgruppen verschieben will. Das chinesische Handelsministerium teilte zudem mit, dass die USA und China bereits in zwei Wochen telefonische Handelsgespräche führen wollen.

Ölpreise machen Kehrtwende

Kurze Erholung, und nun wieder tendenziell abwärts: Die Ölnotierungen sind am Mittwoch wieder im Rückwärtsgang und geben damit einen Teil der starken Gewinne von gestern wieder ab. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist seit Monaten ein bestimmender Faktor für den Handel am Ölmarkt. Mehrfach hatte die Sorge vor einer Eskalation die Furcht vor einem Rückgang der Nachfrage nach Rohöl auf dem Weltmarkt geschürt und die Ölpreise belastet. Die Krisenwährung Gold klettert dagegen weiter: Eine Feinunze des Edelmetalls liegt inzwischen bei 1.515 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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60,95
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.501,12
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RWE vorn, Infineon hinten

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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15,69
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Im Dax gibt es am Nachmittag mit RWE und Beiersdorf nur noch zwei Kursgewinner. In schlechter Verfassung sind die Papiere von Infineon und ThyssenKrupp, die je knapp fünf Prozent einbüßen. Auch die Deutsche Bank und Siemens sind auf der Kurstafel am Mittwoch nicht gelitten.

RWE - Sieger der Energiewende?

Die RWE-Aktie notiert trotz eines schwachen Marktes noch im Plus. Der Energiekonzern treibt mit einer Gewinnsteigerung im Rücken seinen Umbau zum Ökostrom-Riesen voran. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebitda) von RWE Stand alone, ohne operative Beiträge der Ökostromtochter Innogy, kletterte im ersten Halbjahr um rund 20 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro.

Die Zuwächse waren vor allem dem schwankenden Energiehandel zu verdanken, der auch im Gesamtjahr deutlich besser als zunächst erwartet abschneiden soll. RWE hatte deswegen bereits Ende Juli die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

Aus den Kerngeschäftsfeldern Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel erwartet das Management 2019 ein bereinigtes Ebitda von 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 80 von 70 Cent je Aktie steigen. RWE will im September die Ökostromgeschäfte der Tochter Innogy und des Konkurrenten Eon übernehmen.  | mehr

Hamburger Hafen zeigt sich krisenfest

HHLA-Aktien sind am Mittag gefragt und gehören zu den größten Gewinnern im SDax. Der Hafenbetreiber steigerte trotz der sich abkühlenden Konjunktur und anhaltender Handelskonflikte Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) im zweiten Quartal. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als Analysten erwartet hatten.

Dank starker Zuwächse im Segment Logistik und einer erneut moderaten Steigerung der Erlöse bei der Immobilienbewirtschaftung stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 9,6 Prozent auf 693,7 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) kletterte um 14,4 Prozent auf 114,3 Millionen Euro.

Axel Springer verdient weniger

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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63,05
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Aufgrund von Investitionen in die Digitalisierung und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot der Beteiligungsgesellschaft KKR hat der Medienkonzern Axel Springer im ersten Halbjahr weniger verdient. Unter dem Strich verringerte sich der auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallende Gewinn im Zeitraum Januar bis Juni von 169,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 115,2 Millionen Euro. Der konzernweite Umsatz ging gleichermaßen von 1,56 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,53 Milliarden Euro zurück.

Das Ebitda sank um 2,7 Prozent auf 344,8 Millionen Euro. An der im Juni gesenkten Jahresprognose hält das Management fest: Demnach soll der Umsatz weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken, beim Ebitda wird ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.

Nordex holt wieder Luft

Der Windturbinenbauer hat im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch verbucht, aber dennoch die Jahresziele bestätigt. Bei Erlösen von 990,8 (Vorjahr: 957,1) Millionen Euro sank das Ebitda auf 17,1 Millionen Euro, nach 38,4 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ebitda-Marge lag damit bei 1,7 Prozent. Der auf 5,3 Milliarden Euro gewachsene Projekt-Auftragsbestand stimmt den Vorstand zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen. Die Aktie legt neun Prozent zu.  | mehr

Evotec legt die Latte höher

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat nach einem starken ersten Halbjahr die 2019er-Prognosen für den Umsatz und das operative Ergebnis erhöht. Beim Umsatz werde jetzt ein Anstieg von zirka 15 Prozent erwartet. Bisher hatte Evotec ein Umsatzplus von rund zehn Prozent in Aussicht gestellt. 2018 hatte das Unternehmen 364 Millionen Euro erlöst. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda soll jetzt im Vergleich zum Vorjahreswert von 92 Millionen Euro um mehr als zehn Prozent steigen. Bisher hatte die Prognose bei einem Plus von rund zehn Prozent gelegen. Die Aktie drehte im Tagesverlauf dennoch deutlich ins Minus.

Deutsche Bank warnt bei Jenoptik

Die Jenoptik-Aktie hat am Mittwoch kräftig nachgegeben und droht mit einem Abschlag von zuletzt fast sechs Prozent unter ihr Juli-Tief bei 23,50 Euro zu rutschen. In der vergangenen Woche hatte der SDax-Konzern nach einem Gewinnrückgang die Umsatzprognose für 2019 gekappt. Auch wenn die schlechten Nachrichten nun bekannt seien, sei es für eine positivere Haltung zu den Papieren derzeit noch zu früh, gab sich am Mittwoch Analyst Uwe Schupp von der Deutschen Bank skeptisch. Er verwies auf den im ersten Halbjahr gesunkenen Auftragseingang und sieht deshalb selbst die gesenkten Unternehmensziele noch in Gefahr.

Cancom mit Blue-Sky-Szenario

Aktien des Der Münchner IT-Dienstleisters notieren deutlich fester. Das TecDax-Untrnehmen hat heute endgültige Halbjahreszahlen präsentiert, und ist nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr für 2019 zuversichtlicher. Der Vorstand erwartet bei Umsatz und Ergebnis nun "sehr deutliche" Steigerungen statt wie bislang "deutliche Steigerungen". In den ersten sechs Monaten schnellten die Erlöse um 30,1 Prozent auf 791,8 Millionen Euro und das bereinigte Ebitda um 21,4 Prozent auf 59,1 Millionen Euro.

Leoni rutscht in die roten Zahlen

Leoni: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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9,64
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+10,12%

Der angeschlagenen Autozulieferer aus dem SDax hat ein erwartungsgemäß sehr schwaches zweites Quartal vorgelegt. Das bereinigte Ebit fiel auf minus 26 Millionen Euro nach einem Gewinn von 64 Millionen Euro im Vorjahr. Der freie Cashflow liegt bei minus 72 Millionen Euro nach minus 29 Millionen im Vorjahr.

Zuletzt hatte Leoni bekannt gegegeben, sich externe Berater zur Saniereung des Unternehmens ins Haus zu holen. Die Zahlen überraschen nicht wirklich, zu desaströs war die Nachrichtenlage zuvor. Die Aktie legte deshalb vorbörslich zunächst zu, hat diese Gewinne mittlerweile aber wieder abgegeben.

Bilfinger grenzt Verluste ein

Der krisengeschüttelte Ingenieurdienstleister Bilfinger ist im zweiten Quartal erneut in die roten Zahlen gerutscht. Der Vorstand bekräftigte am Mittwoch dennoch die Prognose für das Gesamtjahr, wonach das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) auf mehr als 100 Millionen Euro steigen soll.

Von April bis Juni erzielte der Konzern ein um 47 Prozent höheres Betriebsergebnis von 17 Millionen Euro. Unter dem Strich stand jedoch ein Verlust von sechs Millionen Euro nach einem Gewinn von elf Millionen im selben Zeitraum vor einem Jahr. An der Börse tröstet das allerdings niemanden, im Gegenteil. Das Bilfinger-Papier gehört im MDax zu den größten Tagesverlierern.

Va-Q-Tec wächst stürmisch

Va-Q-Tec, dessen Aktie im Prime Standard der Frankfurter Börse notiert wird, berichtet über ein stürmisches erstes Halbjahr. Das Unternehmen, das spezielle Vakuumverpackungen anbietet, hat die Erlöse bis zur Jahresmitte um 26 Prozent auf 31,3 Millionen Euro gesteigert.

Gleichzeitig berichtet die Firma aus Würzburg über Wachstum in allen Bereichen. Das Ebitda wurde mehr als verdreifacht auf 4,4 Millionen Euro. Auch für den Rest des Jahres zeigt sich das Management optimistisch.

SMT Scharf arbeitet sich vor

Das auf Untertage-Schienensysteme im Bergbau spezialisierte Unternehmen sieht sich auf Kurs. Im ersten Halbjahr steigerte SMT Scharf, dessen Aktie im Prime Standard der Deutschen Börse enthalten ist, den Umsatz um 17,8 Prozent auf 33,1 Millionen Euro.

Das Ebit stieg leicht von 3,1 auf 3,2 Millionen Euro. Umsatzstärkster Markt für SMT Scharf war China, wie Firmenchef Hans Joachim Theiß erklärte. Er sprach von einem robusten Marktumfeld. 2019 rechnet der Vorstand mit Umsätzen zwschen 72 und 75 Millionen Euro und einem Ebit zwischen 5,5 und 6,0 Millionen Euro.

AB

Tagestermine am Mittwoch, den 21. August

Unternehmen:
Geely Automobile: Halbjahreszahlen, 05:20 Uhr
Zur Rose: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Voltabox: Halbjahreszahlen, 08:00 Uhr
Vapiano: Hauptversammlung, 11 Uhr

Konjunktur:
USA: Wiederverkäufe Häuser 07/19, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht, 16:30 Uhr
USA: FOMC Sitzungsprotokoll vom 31.7., 20 Uhr