Marktbericht 20:15 Uhr

Dax gibt um über 150 Punkte nach Mit Verlusten in den neuen Börsenmonat

Stand: 01.10.2015, 20:15 Uhr

An den Börsen hat sich zum Start ins vierte Quartal die Stimmung wieder eingetrübt. Schwache US-Konjunkturdaten dämpften die Spekulationen auf eine nahende Zinswende. Das verunsichert die Anleger.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Am Morgen hatte es noch nach einer Fortsetzung der gestrigen Kurserholung ausgesehen. Eine Einigung im US-Haushaltsstreit und nicht ganz so schlimm wie befürchtet ausgefallene chinesische US-Konjunkturdaten trieben den Dax auf bis fast 9.800 Punkten. Doch dann bröckelten die Gewinne. Zunächst enttäuschten Am Nachmittag versetzte die schwache Wall Street dem Dax einen zusätzlichen Schlag. Der deutsche Leitindex beendete die Berg- und Talfahrt 1,6 Prozent tiefer bei 9.507 Punkten. Auch der EuroStoxx50 gab um über ein Prozent nach.

Trübe Daten von der US-Industrie

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 20.15 Uhr

An der Wall Street stoppten neue US-Konjunkturdaten die Erholung. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsende 0,4 Prozent im Minus. Die Stimmung in der US-Industrie sank im September auf 50,2 Punkte, den tiefsten Stand seit Mai 2013. Damit liegt der ISM-Index nur noch knapp über der 50-Punkte-Grenze, die Wirtschaftswachstum signalisiert. Auch die Arbeitsmarktdaten fielen schlechter aus als erhofft. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg um 10.000 auf 277.000. Volkswirte hatten mit 271.000 Anträgen gerechnet. Sollte sich abzeichnen, dass die US-Wirtschaft an Fahrt verliert, könnte die für dieses Jahr geplante Zinswende in Gefahr geraten.

Euro berappelt sich

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1416
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Der Euro profitierte von den schwachen US-Konjunkturdaten. Die Gemeinschaftswährung kletterte bis zum Abend bis auf 1,1206 Dollar. Im Tagesverlauf war zunächst der Euro unter Druck geraten. Händler sprachen vom wachsenden Druck auf die EZB, die Geldschleusen im Kampf gegen die schwache Inflation im Währungsraum weiter zu öffnen.

Syrien-Konflikt treibt Ölpreise

Die Ölpreise legten leicht zu. Bis zum Abend verteuerte sich die Nordseesorte Brent um 24 Cent auf 48,57 Dollar je Barrel. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 68 Cent auf 45,75 Dollar. Laut den Rohstoffexperten der Commerzbank treibt das militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt die Ölpreise.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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66,88
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Übernahmefantasie um K+S flammt wieder auf

Zu den wenigen Dax-Gewinnern zählte K+S. Frisch aufgeflammte Fusionsfantasien hievten die Titel an die Dax-Spitze. Die Papiere legten über drei Prozent zu. Händler und Analysten verwiesen auf einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach der kanadische Rivale Potash den Druck auf K+S erhöht habe, in Übernahmeverhandlungen einzuwilligen.

Analysten treiben Deutsche Börse und HeidelCement

Unter den Gewinner-Aktien reihten sich auch die Titel der Deutschen Börse und von HeidelbergCement ein- angetrieben von Kaufempfehlungen von Analysten. So hat Barclays die Aktien der Deutschen Börse auf "overweight" von "underweight" hochgestuft und das Kursziel auf 94 von 78 Euro erhöht. JPMorgan hat HeidelbergCement von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft, das Kursziel aber von 76 auf 75 Euro gesenkt.

VW verschiebt wohl außerordentliche HV

Eine Berg- und Talfahrt erlebte die Aktie von VW. Nach deutlichen Kursgewinnen drehte der Titel wieder ins Minus und schloss rund 1,3 Prozent tiefer. Die Untersuchungen zum Abgas-Skandal würden mehrere Monate dauern, teilte das VW-Aufsichtsrätspräsidium nach der gestrigen Sitzung mit. Daher soll die für den 9. November geplante außerordentliche Hauptversammlung verschoben werden. Am Nachmittag bestätigte VW außerdem, dass der bisherige Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch neuer Aufsichtsratschef werden soll.

Deutsche Autos bleiben in den USA begehrt

Trotz des Abgas-Skandals konnte VW im September etwas mehr Autos in den USA verkaufen. Die Tochter Audi schafften gar mitr einem Plus von 16 Prozent den 57. Rekordmonat in Folge. Die deutschen Premium-Konkurrenten schafften nur einstellige Absatzzuwächse. Mercedes verkaufte sechs Prozent, BMW vier Prozent mehr Fahrzeuge. Besonders gut lief's für die US-Konzerne. GM, FiatChrysler und besonders Ford verzeichneten zweistellige Absatzplus. Lag's an VW?

Gabriel für Unterstützung der Versorger

Zu den größten Dax-Verlierern gehörten mal wieder Eon und Rwe. Im späten Handel zogen die Titel der beiden Versorger aber wieder an. Laut einem Händler hellte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Stimmung auf. Laut Bloomberg sagte er, dass die Versorger unterstützt werden müssten.

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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T-Aktie am Dax-Ende

Dax-Schlusslicht war die Deutsche Telekom mit einem Minus von über fünf Prozent. Angeblich erwägt die US-Tochter T-Mobile US, sich bei bevorstehenden Auktionen in Amerika mit bis zu zehn Milliarden Dollar beteiligen zu wollen. Zudem litt die T-Aktie unter dem durchwachsenen Börsengang von Scout24, dessen Großaktionär die Telekom ist. Die Aktie des Internet-Kleinanzeigenbetreibers fiel unter den Ausgabekurs von 30 Euro.

Covestro rudert zurück

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wegen der jüngsten Verschlechterung der Lage an den Finanzmärkten hat die Kunststofftochter von Bayer, Covestro, die Preisspanne für ihren geplanten Börsengang deutlich abgesenkt. Sie liegt nun zwischen 21,50 und 24,50 Euro, statt zwischen 25,50 und 35,50 Euro. Zudem wurde die Erstnotiz auf den 6. Oktober verschoben. Ursprünglich war sie für morgen geplant.

Xing zeitweise über 200 Euro

Im TecDax hat die Aktie von Xing am Donnerstag erstmals die Marke von 200 Euro überwunden. Das Plus konnte aber der Titel nicht halten und schloss bei 192 Euro. Am Mittwoch hatte das Karriere-Netzwerk den Aufbau einer eigenen Nachrichten-Redaktion mit dem ehemaligen "Wirtschaftswoche"-Chefredakteur Roland Tichy bekannt gegeben.

Daldrup bohrt weniger Gewinn

Daldrup: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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9,00
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Der Bohrtechnik- und Geothermiespezialist Daldrup & Söhne AG hat im ersten Halbjahr einen Umsatz in Höhe von 4,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Gesamtleistung (darin sind noch nicht abgeschlossene Bohraufträge enthalten) ist dramatisch eingebrochen - von 28,9 Millionen auf jetzt 11,1 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Ebitda) ging auf 2,4 Millionen Euro zurück - nach 4,5 Millionen im Vorjahr.

Twintec rutscht in die Miesen

Der Anbieter von Produkten zur Abgasnachbehandlung sieht sich als Profiteur des VW-Skandals. Im ersten Halbjahr musste die Firma jedoch einen Umsatzeinbruch hinnehmen auf 8,9 Millionen Euro - nach 14,8 Millionen im Vorjahr. Dabei rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Das Ebitda betrug minus 2,4 Millionen Euro.

Twitter-Mitgründer soll länger Chef bleiben

Um gut sieben Prozent rutschte die Aktie von Twitter ab. Der Kurznachrichtendienst will laut einem Medienbericht den Mitgründer und amtierenden Chef Jack Dorsey dauerhaft im Amt lassen. Dorsey werde auch den Mobil-Bezahldienst Square weiterhin führen dürfen, schrieb das Technologie-Blog "Recode" unter Berufung auf informierte Personen. Der Twitter-Verwaltungsrat hatte anfangs erklärt, man suche einen Chef, der sich nur einem Unternehmen widme.

Google und Microsoft legen Streit bei

Einer der heftigsten Patent-Konflikte in der IT-Industrie ist einem Agenturbericht zufolge beendet: Microsoft und Google legten rund 20 Klagen in den USA und Deutschland bei. Die zwischenzeitliche Google-Tochter Motorola wollte Patentzahlungen von Microsoft für die Spielekonsole Xbox. Microsoft versuchte im Gegenzug, einige Funktionen von Motorola-Smartphones fernzuhalten. Dabei ging es auch um das weit verbreitete Google-Betriebssystem Android.

nb

Tagestermine am Montag, 19. November

Unternehmen:
Grand City Properties: Q3-Zahlen
VW: Conference Call für Analysten, 14 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Auftragsbestand des verarbeitenden Gewerbes 10/18, 08:00 Uhr
EU: Leistungsbilanz Eurozone 09/18, 10:00 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: Finanzminister Scholz spricht auf der Tagung "European Banking Regulation"